Kann man Zecken im Garten ausrotten? | natürliche Feinde

Der Garten ist nicht nur unser Lieblingsort. Wer genau hinschaut, wird im Sommer überall Spinnentiere erblicken. Meist besteht kein Grund zur Panik, auch wenn sie uns gelegentlich hautnah kommen. Bei Zecken im Garten allerdings sollten alle Alarmglocken schrillen, denn sie sind Überträger gefährlicher Krankheiten wie Borreliose. Gegen die Bisse dieser kleinen und im Gras gut verstecken Spinnentiere kann uns auch die größte Achtsamkeit nicht gänzlich schützen. Können wir sie nicht einfach ausrotten?

Zecken im Garten

Laut Experten gehören Zecken, wissenschaftlich Ixodida, nicht zu den besonders mobilen Spinnentieren.

  • bewegen sich ein Leben lang auf einer kleinen Fläche
  • deren Radius beträgt gerade etwa 1 bis 1,5 m

Dass sie dennoch überall anzutreffen sind, haben sie anderen Tieren zu verdanken, die sie unfreiwillig über weite Entfernungen tragen. Die Rede ist von ihren Wirtstieren. Im Wald sind das Rehe, Füchse und Hasen, während im Hausgarten als Wirtstiere häufig Mäuse fungieren. Ein Garten, der unter einer Mäuseplage leidet, birgt daher ein höheres Zeckenrisiko.

Auch wenn die Zecke mit ihren eigenen Beinen nicht weit kommt, verhungern muss sie dennoch nicht. Wenn kein Opfer in Sicht ist, dann übt sie sich in Geduld. Fast 95 % ihrer Lebenszeit verbringt sie mit diesem Warten. Das Erstaunlichste ist aber, dass Ixodida sagenhafte 2 Jahre ohne jegliche Nahrung überleben kann. Optimal genährt kann sie im Durchschnitt bis zu neun Jahre alt werden. Wenn eine Zecke über ein Wirtstier auf den heimischen Rasen gelangt ist, stellt sie folglich eine Gefahr für mehrere Jahre dar.

Natürliche Feinde

Auch die etwa 800 Arten starke Zeckenfamilie hat natürliche Feinde. Folgende Tierarten jagen und fressen Zecken:

  • Pilze
  • Fadenwürmer
  • kleine Erzwespen
  • und diverse Vogelarten

Wir können hoffen, dass möglichst viele Exemplare von ihnen entdeckt und vertilgt werden. Natürliche Feinde, wie die oben aufgeführten, können wir aber in einem privaten Garten nicht so einfach ansiedeln. Natürliche Feinde reichen daher allein nicht aus, um sie in unserer unmittelbaren Umgebung auszurotten. Dafür müssen wir schon selbst mit anderen machbaren Methoden sorgen.

Zecken erkennen

Zecken ausrotten

Wann handeln wir? Wenn die erste Zecke gesichtet wurde, oder schon vorbeugend? Im zweiten Fall könnte eine Menge Arbeit auf uns zukommen. Wenn wir ein Zeckengebiet vermuten, könnte ein einfacher Test mehr Klarheit bringen. Diese Spinnentiere halten nicht mit ihren Augen nach möglichen Bissopfern Ausschau. Ammoniak, Buttersäure und Kohlenmonoxid sind die Stoffe, deren Geruch die Angriffslust der Zecke wecken. Darauf baut die sog. Flaggen- bzw. Fahnen-Methode.

  • ein verschwitztes Bettlacken als Köder nutzen
  • Lacken durch das Gras ziehen
  • an Gartenstellen, wo sie vermutet werden

Die im Bettlacken befindlichen Inhaltsstoffe und die vorbeistreifende Bewegung locken in Windeseile die bissigen Tiere herbei. Ist das Lacken weiß, lassen sich die Tiere sehr schnell entdecken.

Wirtstiere bekämpfen

Mäuse sind Wirtstiere der Zecken und somit auch eine Quelle für Zeckennachwuchs. In ihren Fellen fühlen sich diese bissigen Spinnentiere wohl. Wenn wir Mäuse bekämpfen, nehmen wir den Parasiten einen wichtigen Lebensraum. Mäuse sind sowieso unerwünscht, weil sie die Wurzeln unserer Pflanzen anfressen und so ihre Wasser- und Nährstoffversorgung unterbrechen. Ihre Anwesenheit verraten uns folgende Zeichen:

  • welke Pflanzen ohne Wurzelhaftung
  • Löcher im Boden
  • gelegentlich können Mäuse an der Oberfläche gesichtet werden

Für die Bekämpfung dieser Plagegeister werden unterschiedlichste Methoden empfohlen. Bei Bedarf können Sie sich gezielt darüber informieren.

Zecken an Mäusen bekämpfen

Auf dem Markt sind sogenannte Zeckenrollen erhältlich, deren Inhaltsstoffe für Zecken giftig sind. Dafür wird die Rolle mit Nistmaterial befüllt, welches wiederum mit einem Pestizid behaftet ist. Diese Rollen werden in den Garten ausgelegt. Wenn Mäuse das Material in ihr Nest schleppen, kommt ihr Fell damit in Kontakt. Das soll laut Hersteller die darin nistenden Parasiten abtöten.
Inwiefern Sie damit Zecken im Garten tatsächlich ausrotten können, bleibt fraglich. Die Voraussetzung ist, dass die Mäuse das angebotene Material auch annehmen. Darüber hinaus kommen auch andere Wirtstiere für die Zeckenverbreitung infrage.

Schattige Verstecke minimieren

Zeckentiere bevorzugen schattige Plätze, wo sie still auf ihre Bissopfer warten. Diese Aufenthaltsorte sollten Sie ihnen vermiesen, indem Sie für mehr Licht sorgen. Schneiden Sie deswegen schon im Frühjahr schattenspendende Bäume und Sträucher zurück. Das wird zwar nicht alle Exemplare ausrotten, doch sicherlich zu einem geringeren Risiko beitragen. Neben Schatten mag Ixodida auch gleichmäßig hohe Luftfeuchtigkeit. Das Auslichten von Bäumen und Sträuchern hilft auch hier. Durch mehr Sonne kann nach Regenfällen Feuchtigkeit besser verdunsten. Darüber hinaus sollten Sie aber auch regelmäßige/ permanente Bewässerungen wie zum Beispiel mit einem Rasensprenger lieber meiden.

Rasen kurz mähen

Grüner Rasen lädt im Sommer zum längeren Verweilen ein. Kinder schätzen ihn als Spielfläche, worauf sie auch barfuß toben können. Doch im Gras können sich Zecken im Garten gut verstecken und haben ein leichtes Spiel uns zu erreichen. Je höher dabei das Gras, umso bessere Bedingungen finden sie vor und umso größer ist die Gefahr für uns Menschen und unsere Haustiere.

  • Rasen stets kurz mähen
  • von Frühjahr bis Herbst
  • in kurzen zeitlichen Abständen

Rasen mähen

Hinweis: Nicht nur an warmen Tagen lauert Zeckengefahr. Bei Temperaturen ab 5 °C sind sie auch im Herbst und Winter aktiv und können zustechen.

Schutzwall um den Garten

Experten empfehlen, rund um das Grundstück einen Graben auszuheben und ihn mit Schotter oder Kies zu befüllen. Für einwanderungswillige Zecken im Garten stellt ein derartiger Graben ein Trockengebiet, das sie schwer überqueren können.

Spritzmittel aus dem Handel

Ein natürliches Bekämpfungsmittel gegen Ixodida im Rasen verspricht die Firma Neudorff. Der darin enthaltene Wirkstoff Pyrethrum wird aus einigen Chrysanthemenarten gewonnen. Aus dem Konzentrat wird eine 1%ige Spritzlösungen hergestellt, mit der die Rasenfläche besprüht wird. Nach 7-10 Tagen soll die Behandlung wiederholt werden. Nach dem das Spritzmittel angetrocknet ist, kann gem. Hersteller die Rasenfläche problemlos betreten werden.

Zeckenfallen

Giftfrei und umweltverträglich sollen auch sog. Zeckenfallen sein. Sie sind mit verschiedenen biologischen Stoffen befüllt, die Ixodida anlocken und sie anschließend verkleben. Die kleinen Fallen sollen an den Grundstücksgrenzen platziert werden. Dadurch soll auch die Abwanderung der Tiere aus dem eigenen Garten begünstigt werden. Nach einem Monat wird die Köderdose über den Hausmüll entsorgt.

Auf Nummer sicher gehen

Angesichts dessen, wie schwerwiegend eine Borrelioseinfektion für uns Menschen verlaufen kann, sollte zur eigenen Sicherheit der Hausgarten nie als zeckenfrei betrachtet werden. Auch dann nicht, wenn schon einige Bekämpfungsmittel gegen sie eingesetzt wurden.

  • lange Kleidung bietet einen gewissen Schutz
  • Vorsicht mit Barfußlaufen durchs hohe Gras
  • nach Gartenaufenthalt Körper absuchen
  • über das korrekte Entfernen informieren
  • Zeckenzange griffbereit halten

Zeckenzange

Tipp: Gegen Borreliose gibt es derzeit keinen Impfstoff. Eine weitere Krankheit, die ebenfalls durch Zecken übertragen wird, ist die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Hier besteht die Möglichkeit sich vorbeugend impfen zu lassen.