Gibt es zeckenähnliche Tiere: Käfer oder Insekten? | Zecken erkennen

zeckenähnliche Tiere

Zecken sind das ganze Jahr über ein gefährlicher Blutsauger, vor dem Sie sich hüten müssen. Zu erkennen sind Zecken an einer Vielzahl von Merkmalen, von denen der blutgefüllte Leib wohl das Deutlichste ist. Während die Tiere nach ihrer Blutmahlzeit sehr leicht zu erkennen sind, kann bei den Nymphen oder durstigen Exemplaren schnell eine Verwechslung mit anderen Tieren entstehen, die zeckenähnliche Eigenschaften aufweisen.

Zecken erkennen

Bevor Sie die einzelnen Käfer, Insekten und anderen Spinnentiere kennen lernen, mit denen Sie Arten der Ordnung Ixodida verwechseln können, müssen Sie über die typischen Merkmale der Ektoparasiten Bescheid wissen. Zeckenähnliche Tiere gibt es auf der ganzen Welt und selbst in den heimischen Breiten können Sie Geschöpfen begegnen, die zum Beispiel dem einheimischen Holzbock (Ixodes ricinus) oder der Schafzecke (Dermacentor marginatus) ähneln. Um zu verdeutlichen, wie eine Zecke wirklich aussieht, finden Sie folgend eine Auflistung über die wichtigsten Merkmale:

  • Größe: 2,5 bis 6 Millimeter, abhängig von Art und Geschlecht
  • 4 Beinpaare mit je 2 Beinen
  • Beine mit mehreren Gliedern
  • Widerhaken an den Beinenden
  • vorderstes Beinpaar schräg angewinkelt
  • deutlich erkennbare Mundwerkzeuge
  • angeschwollener Körper nach Blutmahlzeit erbsengroß

Schwieriger wird es bei den Farben der Spinnentiere. Da jede Art über eine andere Färbung oder sogar ein Muster verfügt, sollten Sie sich nicht am Farbton orientieren. Typisch ist, dass Zecken aufgrund ihrer geringen Größe und meist dunklen Farben auf heller Kleidung oder Haut besonders schnell auffallen. Zudem ist der Schild bei weiblichen Schildzecken (Ixodidae) nicht so intensiv ausgeprägt wie bei den Weibchen, da dieser das Anschwellen des Abdomens nach der Blutmahlzeit verhindern würde. Die Farbe des angeschwollenen Körpers ist dagegen deutlich heller und reicht von rosa bis grau. An diesem sind die Tiere sofort zu erkennen.

Zecken erkennen

Tipp: Zeckennymphen verfügen im Gegensatz zu den adulten Tieren nicht über vier, sondern über drei Beinpaare, da das letzte Beinpaar erst mit dem Wechsel ins Erwachsenenalter gebildet wird. Da die Nymphen ebenfalls Blut saugen, müssen Sie diese demnach ebenfalls meiden, auch wenn die Unterscheidung dadurch deutlich schwieriger wird.

zeckenähnliche Tiere

Es gibt zahlreiche Insekten, die den Zecken sehr ähnlich sind. Bei den folgenden Exemplaren besteht eine besonders hohe Verwechslungsgefahr.

Spinnentiere

Zecken gehören zu den Spinnentieren und aus diesem Grund kommt es sehr häufig vor, dass einige der Arten innerhalb der Ordnung miteinander verwechselt werden. Vor allem der Körperbau und die Anzahl der Beine sind hier zu nennen, da hier ebenfalls vier Beinpaare gebildet werden, die deutlich auf die Ordnung hinweisen. Eine häufige Verwechslung der Tiere findet vor allem bei Milben und sehr kleinen Spinnen statt, da hier schon der Körperbau an die Zecke erinnert. Gerade drei Arten sind hier zu nennen, die mehrere Punkte gemeinsam haben:

  • sind häufig anzutreffen
  • halten sich in Menschennähe auf
  • recht klein

Gerade die Erschließung von Lebensräumen, die in direkter Nähe zum Menschen sind, zeichnen die Spinnentiere ebenso wie die weiter unten folgenden Käfer und Insekten aus. Da sich Zecken ebenfalls immer weiter ausbreiten und sogar bis in die heimischen Gärten gelangen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Verwechslung mit einem der folgenden Spinnentiere möglich:

Pseudoskorpione

Bei den Pseudoskorpionen (Pseudoscorpiones) handelt es sich um Spinnentiere, die stark an Skorpione erinnern. Ihnen fehlt ein Giftstachel, da sich ihre Giftdrüsen in den Scheren befinden. Trotz der Scheren stellen Pseudoskorpione keine Gefahr für den Menschen dar, da sie nicht kräftig genug sind, die Haut zu durchdringen. Auf den ersten Blick kann der Körperbau mit dem großen Abdomen und den vier Beinpaaren an Zecken erinnern, doch sobald Sie die Scheren erkennen, können Sie beruhigt sein. Am häufigsten anzutreffen sind der braune Bücherskorpion (Chelifer cancroides) mit einer Länge von bis zu 4,5 Millimetern und die schwarzen Moosskorpione (Neobisium), die bis zu vier Millimeter lang werden können.

Pseudoskorpion

Rote Samtmilbe

Rote Samtmilben (Trombidium holosericeum) sind ebenfalls zeckenähnliche Tiere, da sie ebenfalls zur Unterklasse der Milben (Acari) gehören. Sie erreichen Größen von bis zu vier Millimetern und verfügen über Mundwerkzeuge, die auf den ersten Blick denen der Zecke ähneln, aber eigentlich wie die einer Spinne aussehen. Jedoch sind die Tiere so klein, dass Sie diese erst aufnehmen und untersuchen müssten. Der größte Unterschied zur Zecke ist die Behaarung in scharlachrot, die sich über den gesamten Körper zieht und einen samtigen Charakter aufweist. Sobald Sie also eine scharlachrote Zecke entdecken, handelt es sich wahrscheindlich um die Sammetmilbe, die zudem gerne in Gruppen auftritt.

Rote Samtmilbe

Herbstmilbe

Herbst- oder Grasmilben (Neotrombicula autumnalis) treten von Mitte Juli bis Ende Oktober auf. Sie sehen Zecken ebenfalls sehr ähnlich und sind wie die Samtmilbe ebenfalls rot gefärbt, nur nicht so intensiv. Ihre Form erinnert noch stärker an die der Zecke, doch ist die Herbstmilbe etwas runder und schwach behaart. Gerade die maximale Größe bis zu zwei Millimeter erleichtert die Unterscheidung zur Zecke. Grasmilben können ebenfalls zubeißen und sind vor allem in Süddeutschland eine Plage, da ihre Bisse juckende Pusteln hinterlassen.

Grasmilbe, Neotrombicula autumnalis

Hinweis: Viele Spinnen können auf den ersten Blick für eine Zecke gehalten werden, vor allem wenn es sich um die Jungtiere handelt. Diese sind deutlich kleiner als die ausgewachsenen Exemplare und sehen zahlreichen Zeckenarten zum Verwechseln ähnlich, was jedoch für den Laien schwer zu unterscheiden ist.

Käfer

Käfer stellen ebenfalls eine häufige Verwechslungsgefahr dar. Vor allem die kleinen Käferarten sind hier zu nennen, da diese aufgrund ihrer geringen Größen zeckenähnliche Eigenschaften aufweisen, durch die sie auf den ersten Blick wie die unangenehmen Blutsauger aus dem Wald wirken. Der größte Unterschied zu Käfern und Zecken sind natürlich die Flügel, über die alle Arten innerhalb der Ordnung Coleoptera verfügen. Aus diesem Grund sollten Sie immer überprüfen, ob die zeckenähnlichen Tiere fliegen können oder über Deckflügel verfügen. Ebenso besitzen sie Fühler, die häufig mit einem Beinpaar verwechselt werden können. Die folgenden drei Arten sind hier zu nennen:

Rüsselkäfer

Von allen Käferarten ähnelt der Rüsselkäfer (Curculionidae) der Zecke am meisten. Das liegt vor allem an der dunklen Färbung einiger Arten, sowie deren Körperbau, der häufig in einen großen Hinterleib mündet. Zudem sind die einzelnen Fühler weit abgespreizt, was vor allem bei den winzigen Arten der Familie sofort an eine Zecke erinnert. Da sie zudem häufig in Gärten und Wäldern auftreten, kann eine Verwechslung sehr schnell stattfinden. Leicht zu unterscheiden sind die Käfer an ihrer Größe von acht bis 13 Millimetern (typische Größe für mitteleuropäische Arten), einem Rüssel und Fühlern.

Messingkäfer

Wenn Sie einem Messingkäfer (Niptus hololeucus) begegnen, wird Ihnen vor allem die Farbe auffallen. Schon alleine an dieser können Sie das 2,5 bis 4,5 Millimeter große Tier vom Blutsauger unterscheiden, da es sich bei dieser um scheinendes Messing handelt. Besonders häufig werden die Tiere aufgrund ihres Körpers verwechselt, da dieser leicht an eine Spinne erinnert und somit zeckenähnliche Eigenschaften aufweist. Im Vergleich zu Zecken verfügen die Käfer über lange Fühler und einen Hinterleib, der nicht so flach ist.

Messingkäfer. Niptus hololeucus

Kugelkäfer

Kugelkäfer (Sphaeriusidae) können ausschließlich von oben für eine Zecke gehalten werden, von der Seite sind es eindeutig andere Geschöpfe. Sie erreichen maximale Größen von bis zu 1,2 mm und sind daher deutlich kleiner. Vor allem die Anordnung der Hinterbeine und Fühler sorgt für die Verwechslungsgefahr. Anzutreffen sind Kugelkäfer vor allem in Gebäuden.

Kugelkäfer, Sphaeriusidae

Weitere Insekten

Neben den bereits genannten Käfern und Spinnentieren finden sich noch weitere Insekten, die mit der Zecke verwechselt werden können. Auch diese haben eine starke Ähnlichkeit zu den Blutsaugern, doch gelangen einige von diesen meist nur aus Versehen in die Nähe des Menschen, während die anderen ebenso parasitär leben wie Ixodida. Diese Arten können jedoch bei genauerem Hinsehen deutlich von der Zecke unterschieden werden:

Hirschlausfliege

Bei der Hirschlausfliege (Lipoptena cervi) oder einfach nur Hirschlaus handelt es sich ebenfalls um einen Blutsauger, der vor allem in wildreichen Wäldern vorkommt. Sie werden bis zu sechs Millimeter groß und besitzen Flügel, die sie nach dem Anstechen der Haut abwerfen. Ohne die Flügel ähnelt die Hirschlaus Zecken für einen kurzen Moment, bis die drei Beinpaare und die großen Facettenaugen bemerkbar werden. Ebenso ist die bräunliche Farbe manchmal irreführend. Vorsicht: Hirschläuse stechen auch Menschen, vor allen im Nackenbereich.

Hirschlausfliege, Lipoptena cervi_

Baumläuse

Baumläuse (Lachnidae) können aufgrund ihrer geringen Größe und der flachen Form schnell für eine Zecke gehalten werden. Vor allem Arten in braun oder schwarz sind hier zu nennen, da diese auf der Haut oder der Kleidung sofort ins Auge stechen. Von Baumläusen geht überhaupt keine Gefahr für Sie aus, da die Insekten ausschließlich Bäume als Wirt auswählen. Zählen Sie hier ebenfalls die Beinpaare, drei sollten es sein, um auf Nummer sicher zu gehen. Zudem sind die Beine meist deutlich länger.

Baumläuse Cinara

Bettwanze

In seltenen Fällen kann eine einzelne Bettwanze (Cimex lectularius) wie eine Zecke aussehen. Vor allem hungrige Bettwanzen ähneln in der Form Zecken, doch sobald sie eine Mahlzeit aufgenommen haben, wirkt sie wie eine Wanze. Bei einem Bettwanzenbefall sollten Sie sofort handeln, da die Insekten eine große Gefahr für Ihre Gesundheit darstellen.

Bettwanze, Cimex lectularius

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