Wie merkt man einen Zeckenbiss? Spürt man ihn?

Ein Zeckenbiss wird oft nur durch Zufall bemerkt. Dies liegt daran, dass man den Biss nicht spürt und die Spinnentiere so klein sind, dass wir sie kaum auf der Haut sehen. Hinzukommt, dass sich Zecken tage- bzw. wochenlang in der Haut festbeißen können, weshalb der Zeitpunkt des Geschehens oft schwer zu rekapitulieren ist. Ist die Zecke jedoch entdeckt worden, dann steigt die Angst, denn Zeckenbisse gelten als gefährlich.

Wirtsfindung

Um an einen Wirt zu kommen, verfolgen Zecken, je nach Art, zwei unterschiedliche Strategien. Die sog. Lauerer, wie der Gemeine Holzbock, klettern auf einen Grashalm oder einen Busch und warten, bis ein potentieller Wirt vorbeikommt. Berührt er die Zecke, dann hält sie sich an ihm fest. Die sog. Jäger suchen aktiv nach Wirt und bewegen sich dabei fünf bis acht Meter pro Stunde.

Befindet sich die Zecke erst einmal auf dem Wirt, dann krabbelt sie auf dem Körper solange herum, bis sie einen geeigneten Platz zum Blutsaugen gefunden hat, denn Zecken sind diesbezüglich sehr wählerisch. Optimal aus der Sicht der Spinnentiere für den Einstich sind Stellen, die eine

  • feuchte,
  • warme,
  • gut durchblutete und
  • dünne Haut

besitzen. Daher stechen Zecken beim Menschen besonders häufig

  • in der Kniekehle,
  • am Haaransatz,
  • in der Leistenbeuge und
  • hinter den Ohren

zu. Aber dies sind nur die bevorzugten Plätze, denn Zecken werden (und wurden) schon an allen möglichen und unmöglichen Stellen am menschlichen Körper gefunden.

Zecke im Tierfell

Zeckenbiss

Ein Zeckenbiss ist, genau genommen, ein Zeckenstich. Er entsteht, wenn sich die Zecke Zugang zum Blut schafft. Um an das Blut zu kommen setzen Zecken ihren Saug- und Stechapparat ein. Dabei beißen bzw. schneiden sie zuerst in die Haut ein. Danach führen sie das Hypostom, eine Art Stechrüssel mit Widerhaken, in die Haut ein, und fangen an, Blut zu saugen.

Hinweis: Den eigentlichen Zeckenstich bemerkt bzw. spürt man nicht, da die Zecken beim Biss einen Stoff absondern, der die Einstichstelle betäubt.

Da die Zecken vom Menschen unbemerkt ans Werk gehen, werden Sie den Parasiten erst erkennen, wenn er sich bereits festgebissen hat. Es ist aber auch möglich, dass Sie das Spinnentier auf ihrem Körper gar nicht merken, und Sie den Zeckenbiss erst bemerken, wenn es Sie bereits wieder verlassen hat. In der Regel saugen die Männchen nur wenige Tage. Die Weibchen, die das Blut auch für die Eibildung brauchen, können jedoch auch mehrere Wochen an Ihnen saugen.

Symptome

Ein Zeckenstich bleibt vorerst unbemerkt, da die Spinnentiere vor Beginn ihrer Nahrungsaufnahme ein Speichelsekret absondern, das verschiedene Komponenten enthält, die uns den Stich bzw. das anschließende Saugen nicht spüren lassen:
einen Gerinnungshemmer zur Verhinderung der Verstopfung des Hypostoms

  • Klebstoff zur festen Verankerung der Mundwerkzeuge in der Haut
  • Betäubungsmittel zur Verhinderung von Juckreiz und ähnlichen Symptomen eines Stiches
  • entzündungshemmenden Wirkstoff zur Verhinderung der körpereigenen Abwehr

Dass man den Zeckenbiss nicht spürt, ist nicht besonders schlimm, da der Biss an sich für den Menschen nicht gefährlich ist. Sie erkennen einen Zeckenstich an folgenden Symptomen, die jedoch zumeist erst auftreten, wenn das Tier bereits wieder abgefallen ist:

  • Juckreiz
  • Schwellungen
  • Schüttelfrost
  • grippeartige Anzeichen

Gefährlich wird der Zeckenstich erst, wenn die Zecke auf diesem Weg Krankheitserreger überträgt. So gelangen unbemerkt FSME-Viren und Borrelien in den menschlichen Körper, die schwere Infektionskrankheiten auslösen können. Daher sollten Sie die Stelle des Zeckenbisses genau beobachten. Die Inkubationszeit von FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) dauert ungefähr ein bis zwei Wochen. Die ersten Symptome sind jene, die bei einem Zeckenstich auftreten können sehr ähnlich. Eine Borreliose erkennen Sie in der Regel an der sog. Wanderröte. Dabei handelt es sich um eine ringförmige Rötung um den Biss.

Zeckenzange

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