Zickzackstrauch ist tot: wie retten? I Wirft Blätter ab

Corokia cotoneaster

Der aus Neuseeland stammende Zickzackstrauch verzaubert mit seinem doch etwas eigenwilligen Wuchs. Die Äste sind leicht verwinkelt und ändern beim Wachsen ständig ihre Richtung. Aus dieser bizarren Wuchsform leitet sich schließlich auch der Name ab. Das Eskalloniengewächs (Escalloniaceae) ist hierzulande als Zimmerpflanze und hauptsächlich Kübelpflanze sehr beliebt. Normalerweise ist Corokia cotoneaster sehr robust und pflegeleicht. Es kann dennoch passieren, dass er mitunter seine Blätter verliert, dann muss schnell gehandelt werden.

Zickzackstrauch verliert Blätter

In der Regel ist es ganz normal, wenn hin und wieder einige Laubblätter abgeworfen werden. Es handelt sich dabei um einen ganz natürlichen Vorgang, alte Blätter fallen ab und gleichzeitig werden dafür neue gebildet. Sollte der Strauch jedoch in kürzester Zeit viele Blätter verlieren und er ist dann bald kahl, dann sollten Sie unbedingt nach den Ursachen suchen. In erster Linie sind meist Fehler in der Pflege für einen überhöhten Blattabwurf verantwortlich. Die Pflanzen können wortwörtlich tot gepflegt werden. Daneben gibt es aber auch noch verschiedene andere Möglichkeiten wie

  • falsche Wassergaben
  • längere Trockenheit
  • Staunässe
  • falscher Standort
  • Lichtmangel
  • zu hohe Umgebungstemperaturen
  • Bodenbeschaffenheit

Auch Schädlingsbefall kann zum Absterben der Pflanze führen, obwohl Corokia cotoneaster dagegen sehr resistent ist. Häufig ist ein zu warmer Standort verantwortlich, dass die Pflanze vertrocknet. Der Zickzackstrauch liebt eher kühlere Temperaturen und ist daher für das Wohnzimmer nur bedingt geeignet. Besser aufgehoben ist er im kühleren Wintergarten, als Kübelpflanze für Balkon und Terrasse oder im hellen Treppenhaus. Der Strauch darf einfach nicht ins „Schwitzen“ kommen.

Corokia cotoneaster im Kübel

Erste Anzeichen beachten

Um Schäden vom Zickzackstrauch abzuwenden und gleichzeitig ein gesundes Wachstum zu gewährleisten, ist es notwendig bereits bei den ersten Anzeichen einer Veränderung nach deren Ursache zu forschen. Bei zu viel Trockenheit, Nässe oder anderen Fehlern können verschiedene Anzeichen auftreten wie

  • vermehrt vorkommende gelbe Laubblätter
  • auch Abwurf grüner Blätter
  • hängende Triebe, Blätter und Blüten
  • vorzeitiges Welken der Blüten
  • Zweige verlieren Stabilität
  • mitunter aufgeweichter Stamm
  • Schimmelbildung am Stamm
  • Schimmel auf dem Substrat
  • modriger Geruch

Ein vermehrter Blattabwurf kann meist ein Anzeichen auf Trockenheit sein. Die Pflanze kann so Wasser sparen, da die Verdunstungsfläche verringert wird. Sind bereits viele vertrocknete Blätter, Triebe und Äste vorhanden, dann ist der Zickzackstrauch schon so gut wie tot, wenn nicht schnellstens Maßnahmen zum Retten erfolgen. Gleiches gilt bei Staunässe. Wenn diese nicht erkannt wird, kann die Wurzelfäule weitervoranschreiten bis das Gewächs schließlich abgestorben ist.

Falsche Wassergaben

Der wohl größte Pflegefehler ist das Gießverhalten. Das „Wann“ und „Wie“ kann sehr schnell zu Schädigungen des Zickzackstrauchs führen. Diese Gewächse sind nicht gerade sehr durstig, was schließlich beim Gießgang unbedingt zu berücksichtigen ist. Der Wurzelballen darf jedoch niemals ganz austrocknen, dann ist ein Blattabwurf kaum noch zu verhindern. Im schlimmsten Fall vertrocknet die Pflanze schließlich. Nicht nur Trockenheit, sondern auch zu viel Nässe verträgt Corokia cotoneaster ebenfalls nicht. Es muss daher ein Mittelmaß beim Gießen gefunden werden. Grundsätzlich darf nur gegossen werden, wenn die Oberfläche des Substrats leicht angetrocknet ist. Zur Feststellung kann die Daumenprobe genutzt werden:

  • leichter Druck mit Daumen in Erdoberfläche
  • Eindrücken 2 cm oder mehr: ausreichend feucht
  • weniger als 2 cm: gießen notwendig

Weiterhin sollte beim Gießen unbedingt beachtet werden:

  • regelmäßig gießen
  • Staunässe vermeiden
  • überschüssiges Gießwasser entfernen
  • mäßig feucht halten
  • Pflanzgefäß muss Abzugsloch haben
  • Drainage aus Kies und Sand einbringen
  • Wurzeln sollen nicht im Wasser stehen
  • Verwendung von kalkarmen Wasser
  • im Winter weniger gießen
  • Erde nur leicht feucht halten

Sollte der Wurzelballen zu feucht sein, hilft nur noch ein Umtopfen in frisches, trockenes Substrat, um den Zickzackstrauch noch zu retten. Mit dem Gießwasser kann auch Flüssigdünger verabreicht werden. Gaben erfolgen vom Frühjahr bis zum Herbst alle zwei Wochen. Jedoch während der Blütezeit sollte darauf verzichtet werden, da es sonst zum Abwurf der Blüten kommen kann. Auch während des Winters muss das Düngen eingestellt werden.

Tipp: Der Zickzackstrauch kann auch als Bonsai gezogen werden. Dabei werden die Äste und Zweige eingekürzt und anschließend gedrahtet, um seine bizarre Wuchsform zu erhalten.

Erste Hilfe bei Vertrocknung

Bei einem leicht vertrockneten Zickzackstrauch ist in der Regel meist noch eine Rettung möglich. Zuerst sollte jedoch festgestellt werden, ob der Strauch noch nicht tot ist. Dazu wird einfach ein Stück Rinde angekratzt oder ein Zweig abgeknickt. Zeigt sich noch etwas Grünes, dann ist noch Leben in der Pflanze vorhanden. Sind auch nur wenige Zweige vertrocknet und der Stamm ist noch leicht feucht und grün, dann ist Rettung meist noch möglich. Natürlich sind nun Wassergaben notwendig. Allerdings würde normales Gießen bei vollständig ausgetrockneter Erde nicht viel bringen, da das Wasser die Wurzeln nicht erreichen würde, sondern sofort durch das Abzugsloch sickert. Am besten wird wie folgt vorgegangen:

  • Eimer mit Wasser füllen
  • Pflanze mit Topf hineinstellen
  • einige Minuten darin lassen
  • steigen keine Luftblasen mehr auf, herausnehmen
  • Topf gut abtropfen lassen
  • dazu Topf hochstellen
  • Wasser kann besser ablaufen
  • vertrocknete Triebe und Blätter entfernen
  • eventuell Rückschnitt bis zum Wurzelballen

Sollte der Topf oder Kübel zu groß sein und nicht in den Eimer passen, wird dieser einfach auf einen mit Wasser gefüllten Untersetzer gesetzt. Dort verbleibt er 24 Stunden, aber nicht länger, sonst kann es zu Staunässe kommen. Innerhalb dieser Zeit hat der Strauch dann genügend Wasser aufgenommen. Wichtig dabei ist immer, dass die Gefäße ein Abzugsloch am Boden haben. Nach erfolgter Maßnahme wird dann regelmäßig weitergegossen. Eventuell sollte ein kleine Düngergabe erfolgen, besonders wenn ein radikaler Rückschnitt erfolgte. Danach ist der Zickzackstrauch für einen hellen, aber nicht zu heißen Standort dankbar.

Hinweis: Der Rückschnitt verdorrter Äste und Zweige ist notwendig, damit die Pflanze ihre ganze Kraft in die Bildung neuer Triebe einsetzen kann.

Umtopfen bei Staunässe

Bei auftretender Staunässe kann im Prinzip nur ein schnelles Umtopfen den Zickzackstrauch noch retten, wenn überhaupt. Dazu muss die Pflanze umgehend aus dem feuchten Substrat genommen und dieses gründlich von den Wurzeln entfernt werden. Weiterhin ist es notwendig

  • alle durchgeweichten und schimmligen Wurzeln zu entfernen
  • Wurzeln 24 Stunden trocknen zu lassen
  • Pflanze in frisches, trockenes Substrat zu setzen und
  • Zweige und Äste zurückzuschneiden
  • Topfgröße dreimal so groß wie Wurzelballen zu wählen

Der umgetopfte Strauch wird dann nach einigen Tagen das erste Mal gegossen. Wichtig ist anschließend das Gießverhalten zu optimieren. Daneben ist auch die Wahl des Substrates wichtig. Besonders eignet sich ein Gemisch aus

  • drei Teilen Gemüseerde (torffrei)
  • je ein Teil Akadamaerde, Tongranulat und Sand
  • etwas Bimskies

Umtopfen

Hinweis: Für den Erfolg bei Staunässe und Vertrocknung den Zickzackstrauch zu retten, ist stets der Zustand der Wurzeln ausschlaggebend. Diese dürfen nicht beschädigt sein. Sollte nach einiger Zeit kein neuer Austrieb erfolgen, dann kam die Hilfe zu spät. Die Pflanze kann entsorgt werden. Allerdings ist hierbei etwas Geduld erforderlich.

Standort prüfen

Eine Prüfung des Standorts ist hauptsächlich notwendig, wenn Corokia cotoneaster Anzeichen einer Vertrocknung zeigt und seine Laubblätter verliert. Das kann im Zimmer, aber auch im Sommer im Freien erforderlich sein. Bei der Wahl des Standorts ist es wichtig, die Lichtverhältnisse, Umgebungstemperaturen und nicht zuletzt die Beschaffenheit des Bodens mit einzubeziehen. Besonders junge Triebe sind sehr anfällig gegen starke Sonneneinstrahlung und demzufolge auch zu hohe Wärme. Schnell kann es bei einem falschen Standort zum Abwurf der Blüten und Laubblätter und im schlimmsten Fall zur Vertrocknung der Pflanze kommen. Bei der Wahl des Aufstellungsortes sollte daher einiges beachtet werden:

  • vollsonnig bis halbschattig im Freien
  • ideal lichter Halbschatten
  • ganzjährig hell, ausreichend Licht
  • keine direkte Mittagssonne
  • Beschattung über Mittag notwendig
  • windgeschützt, aber luftig
  • keine Zugluft
  • hohe Luftfeuchtigkeit während des Sommers
  • während Blüte ideal Standort im Freien
  • kurzzeitig Minusgrade bis -10 °C möglich
  • während Wachstumsphase Temperaturen um 15 °C bis 20 °C
  • im Winter 5 bis 10 °C

Hinweis: Bei zu hohen Temperaturen kommt es zu keiner Blüte.

Als Zimmerpflanze gehalten, sollte ein Platz nicht in unmittelbarer Nähe der Heizung gefunden werden. Auf der Fensterbank ist während der Mittagssonne unbedingt eine Beschattung notwendig. Allerdings muss nicht nur der Standort dem Zickzackstrauch zu sagen, sondern auch die Bodenbeschaffenheit ist für das Wachstum und die Gesundheit auschlaggebend. Der Strauch liebt

  • nährstoffreichen, lockeren, durchlässigen, mäßig trockenen bis feuchten Boden
  • hohen Humusgehalt
  • minimalen Kalkanteil
  • pH-Wert neutral bis schwach sauer (6,0 bis 6,5)

Erst wenn die Pflege stimmt und der optimale Standort gefunden wurde, kann der Zickzackstrauch seine volle Schönheit entfalten und viele Jahre alt werden.

Früchte des Zickzackstrauchs
Die roten Beeren am Corokia cotoneaster sehen zwar verlockend aus, sind aber ungenießbar.