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Zierananas lässt Kopf hängen: was tun?

Das aus Mittel- und Südamerika stammende Bromeliengewächs ist auch hierzulande beliebt. Die Zierananas ist recht pflegeleicht. Jedoch können zu hohe oder zu niedrige Wassergaben dazu führen, dass die Zierananass den Kopf hängen lässt.

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Auf den Punkt gebracht

  • Staunässe sehr gefährlich
  • Antrocknung oberster Erdschicht zwischen Wassergaben
  • Pflanze einmal alle zwei Tage besprühen
  • Verwendung von kalkfreiem Wasser

Staunässe unbedingt vermeiden

Die Zierananas (Ananas comosus) reagiert sehr empfindlich auf Staunässe und lässt den Kopf hängen. Bei einer Gabe von zu viel Wasser, welches nicht abfließen kann, beginnen die Wurzeln schnell zu faulen. Anzeichen für Staunässe sind:

  • schlaffe Blätter und hängende Köpfe
  • langsame Gelbfärbung
  • Substrat im Topf matschig
  • bei Druck austreten von Feuchtigkeit
Zierananas (Ananas comosus)

Bei diesen Anzeichen sollten Sie schnell handeln. So lange das Blattlaub noch nicht vollständig verwelkt ist, ist meist noch eine Rettung der Ananas comosus möglich.

Pflanze trockenlegen

Wurde die Zierananas nur leicht übergossen und lässt noch nicht stark ihren Kopf hängen, dann hilft meist schon die Trockenlegung des Wurzelballens. Dieser wird dazu aus dem Pflanzgefäß genommen und leicht ausgedrückt. An einem warmen Platz, ohne direkter Sonneneinstrahlung erfolgt dann die Trocknung des Substrats. Damit das Wasser gut ablaufen kann, die Pflanze einfach in ein Sieb stellen und über ein tiefes Gefäß hängen. Ist das Substrat entsprechend abgetrocknet, wird der Wurzelballen wieder in den Topf gesetzt:

  • zur Lückenfüllung Sand-Erde-Mischung verwenden
  • nicht angießen
  • für erneute Wassergabe Fingerprobe machen
  • an halbschattigen Platz aufstellen

Hinweis: In dem trichterförmigen Kelch speichert die Zierananas Wasser. Es darf nicht zu viel Wasser darin stehen, aber auch nicht zu wenig.

Letzte Möglichkeit: Umtopfen

Bei Pflanzen, die zu stark gegossen wurden, kann meist nur noch ein Umtopfen helfen. Dabei sind folgende Schritte notwendig:

  • Pflanze aus Topf nehmen und anhaftendes Erdsubstrat von Wurzeln entfernen
  • Wurzelballen vorsichtig auf Unterlage ausklopfen
  • gegebenenfalls Zahnbürste zum Ausbürsten verwenden
  • alle abgestorbenen und faulen Wurzeln großzügig entfernen
  • gleichzeitig Wurzelballen leicht einkürzen
  • in sauberen Topf mit frischen, trockenem Substrat setzen
  • gut andrücken und nicht angießen
  • erste Wassergaben nach einigen Tagen
Topf mit Erde füllen

Hinweis: Faule Wurzeln sind matschig und weisen eine braune Färbung auf. Im Gegensatz dazu sind gesunde Wurzeln fest und hell.

Topf und Drainage

Um Staunässe vorzubeugen ist auch die Wahl der Topfgröße und vorhandene Drainage wichtig. Das Pflanzgefäß darf nicht zu eng und klein sein. Die Wurzeln werden dann gequetscht und es ist nur wenig Platz für Substrat. Bei Wassergaben würden die Wurzeln ständig im Wasser stehen. Bei der Wahl des Kulturtopfes und Drainage ist daher Folgendes zu beachten:

  • Topfgröße immer etwas größer als Wurzelballen wählen
  • Kulturtopf sollte Abflusslöcher besitzen
  • Drainageschicht auf Topfboden aufbringen
Steine als Drainage in den Boden des Blumentopfes geben

Tipp: Für die Drainageschicht eignet sich Blähton, Kieselsteine oder Tonscherben.

Zierananas zu trocken

Auch ein Wassermangel kann bei der Zierananas zu schlaffen Blättern und einem hängendem Kopf führen. Sind die Wurzeln noch nicht geschädigt, können Sie die Pflanze unter Umständen noch retten. Um das Substrat auf Feuchtigkeit zu prüfen, sollten Sie eine Fingerprobe machen. Ist die oberste Bodenschicht bis in eine Tiefe von zwei Zentimetern trocken, müssen Sie die Pflanze wässern.

Mit Finger die Blumentopferde prüfen
Fingerprobe vor dem Gießen
  • komplette Topf in Wasserbad stellen
  • gleichzeitig Pflanze vorsichtig abduschen
  • im Wasserbad für 24 Stunden belassen
  • steigen kein Luftblasen mehr auf, Wurzel genügend Wasser gespeichert
  • Topf herausnehmen
  • Wurzelballen gut abtropfen lassen
  • gelbe und verwelkte Pflanzenteile entfernen

Hinweis: Die Zierananas wächst sehr langsam. Ein Umtopfen ist nur in bestimmten Fällen notwendig, da die Pflanze nach erfolgter Blüten- bzw. Fruchtbildung abstirbt.

Vorbeugende Maßnahmen

Die Zierpflanze ist verhältnismäßig pflegeleicht. Daher ist sie auch besonders gut als Anfängerpflanze geeignet. Damit die Ananas gut gedeiht und keine Schäden entstehen, braucht sie eine Luftfeuchtigkeit von über 50 %. Weiterhin sollten Sie bei der Pflege Ihrer Zierananas folgendes beachten:

  • zwischen Wassergaben Erdoberfläche antrocknen lassen
  • überschüssiges Wasser aus Untersetzer entfernen
  • Verwendung von kalkfreiem Wasser, bevorzugt Regenwasser
  • junge Pflanzen brauchen weniger Wassergaben
  • in Blattrosette alle drei bis vier Tage frisches Wasser einfüllen
  • alle zwei Tage Pflanze mit kalkfreiem Wasser besprühen
  • Aufstellung von Wasserschalen oder Luftbefeuchter
  • wenig düngen mit Flüssigdünger im Gießwasser
  • im Sommer alle 14 Tage, im Winter einmal im Monat
Flüssigdünger ins Gießwasser geben
Flüssigdünger ins Gießwasser geben

Hinweis: Aus der Blattrosette entspringt ein Blütenstand mit violetten Einzelblüten. Daraus entwickelt sich die Frucht, die meist nicht vollständig ausreift. Die Zierananas ist nicht genießbar, das Fleisch besitzt keine Süße und ist sehr faserig.

Häufig gestellte Fragen

Welche Ansprüche stellt die Zierananas an das Substrat?

Das Substrat muss locker, gut durchlässig und nach Möglichkeit nährstoffarm sein. Der pH-Wert soll dabei zwischen 5,0 und 5,5 liegen. Gut eignet sich zur Pflanzung ein Erdgemisch aus normaler Pflanzerde für Zimmerpflanzen und Orchideenerde. Ebenfalls gedeiht die Zierananas auch gut in einer Mischung aus einem Teil Kakteenerde und einem Teil Sand. Alternativ kann auch Palmenerde Verwendung finden. Als Drainage dient eine Schicht aus Blähton.

Wie kann diese Zierpflanze einfach vermehrt werden?

Am einfachsten ist die Vermehrung durch Kindel. Diese Seitensprosse wachsen direkt neben der Mutterpflanze. Sie werden vorsichtig abgetrennt und in ein Topf mit Anzuchterde oder einem Torf-Sand-Gemisch gesetzt. An einem hellen und warmen Standort wird die Pflanze sparsam gegossen. Daneben kann auch der Blattschopf an der Fruchtspitze zur Vermehrung taugen. Dieser wird vorsichtig vom Fruchtfleisch gelöst und in ein Glas mit Wasser gestellt. Alternativ kann er auch in Anzuchterde gesetzt werden.

Welcher Standort ist für die Zierananas geeignet?

Die Zierpflanze liebt einen hellen, warmen Platz mit Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad. Die Temperatur sollte nicht unter 18 Grad fallen. Direkte Sonneneinstrahlung und Zugluft wird nicht vertragen. Optimal ist ein Fensterplatz mit Sonneneinstrahlung am Morgen und Abend. Hier bietet sich ein Ost- oder Westfenster an. Ab Ende Mai, wenn die Außentemperatur auf 20 Grad ansteigt, kann die Zierananas auch einen schattigen Platz im Freien bis Ende September beziehen.


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