Zierkürbisse ernten: wann und wie? | So lagern Sie diese lange frisch

Bei der herbstlichen Dekoration sind Zierkürbisse ein unverzichtbares Element. Doch früher oder später werden die hübschen Früchte runzelig oder beginnen, von innen heraus zu verfaulen. Die Haltbarkeit der Kürbisse kann auf unterschiedliche Arten verlängert werden. Das beginnt schon bei der richtigen Ernte und reicht bis zu bewährten Methoden zur Konservierung. Wie Sie die perfekte Erntezeit ermitteln, fachgerecht ernten und die Früchte lange haltbar machen, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Zierkürbisse

Wie auch bei Speisekürbissen handelt es sich bei den Zierkürbissen um einjährige Rank- oder Kletterpflanzen mit beeindruckender Wuchsleistung. Ab dem Sommer entwickeln sich die Früchte an der Pflanze. Zierkürbisse können ein- oder auch mehrfarbig sein, allen gemein ist aber die ungewöhnliche, teils bizarre Form. Echte Zierkürbisse sind weniger für den Verzehr geeignet. Das liegt nicht nur daran, dass sie wenig Fruchtfleisch, dafür aber viele Bitterstoffe enthalten. Viele Zierkürbissorten beinhalten zudem Cucurbitacin, das für Menschen giftig ist. Aus diesem Grund sind die reinen Zierkürbisse ausschließlich als hübsche Schmuckelemente zu gebrauchen. Zu den beliebtesten Sorten gehören:

  • Autumn Wing (Indianer-Kürbis)
  • Birne bicolor
  • Dancing or Spining Gourd
  • Flaschenkürbis (Kalebassen)
  • Mini Ball
  • Teufelskrallen
  • Trombolino
  • Warzenkürbis
Flaschenkürbis, Warzenkürbis
Flaschenkürbis, Warzenkürbis

Die ideale Erntezeit

Die meisten Zierkürbissorten benötigen zwischen 85 und 120 Tagen von der Aussaat bis zum Ansetzen der Früchte. Allerdings müssen Sie sich noch ein paar weitere Wochen gedulden, damit diese gut ausreifen können. Unreife Kürbisse sind nur schlecht lagerfähig. Das Ernten von Zierkürbissen beginnt je nach Sorte, Aussaatzeitpunkt und Witterung im Sommer und zieht sich bis in den Herbst. Sollte es die Witterung zulassen, dann belassen Sie die Zierkürbisse so lange wie möglich an der Mutterpflanze. Schneiden Sie die Kürbisfrüchte jedoch vor dem ersten Frost ab. Die kalten Temperaturen ruinieren die schöne Schale und reduzieren ebenfalls die Lagerfähigkeit. Wann der Kürbis reif ist, erkennen Sie an folgenden Merkmalen:

  • farbenfrohe Außenhaut (beispielsweise ein sattes Orange)
  • Absterben der Mutterpflanze
  • harte, schwer zu durchstechende Schale
  • klingt beim Klopfen hohl
  • trockener, leicht verholzter Stiel
  • Stiel darf nicht mehr glänzen
  • vorzugsweise an trockenen Tagen um die Mittagszeit ernten

Zierkürbisse richtig ernten

Arbeiten Sie beim Ernten immer mit sauberem und scharfem Schneidwerkzeug, sodass eine glatte, kleine Schnittstelle entsteht, die rasch abtrocknen kann. Große Wunden, wie sie beim Abbrechen entstehen, heilen nur schlecht und sind damit potenzielle Eintrittsöffnungen für Erreger und Keime. Geeignete Werkzeuge sind entweder eine Gartenschere oder ein scharfes Messer. Unterziehen Sie jede einzelne Frucht nach dem Ernten einer näheren Überprüfung. Hat sie Druckstellen, Verletzungen oder bereits faulige Stellen, dann werfen Sie dieses Exemplar am besten sofort weg. Es ist für eine Konservierung nicht geeignet. Durch die schadhaften Stellen können Pilze, Bakterien oder Viren eindringen und die Zersetzung fördern. Im schlimmsten Fall breitet sich die Fäulnis auf die benachbarten Zierkürbisse aus und vernichtet die gesamte Ernte. Zum Trocknen oder Lagern eignen sich nur solche Früchte, die eine absolut unbeschädigte Außenhaut aufweisen.

  • 3 bis 5 cm Stiel am Kürbis stehen lassen
  • eingetrocknete Blüten an der Frucht belassen

Reinigung

Hauptursache für das Verfaulen der Kürbisse nach dem Ernten ist nicht nur der hohe Wasseranteil, sondern vor allem der Kontakt mit Keimen wie Pilzen und Bakterien, die die Frucht zersetzen und zu Schimmelbildung führen. Dabei sind Zierkürbisse in der Regel etwas weniger gefährdet als ihre essbaren Verwandten, da sie deutlich weniger Fruchtfleisch und damit Wasser enthalten. Trotzdem ist die Gefahr groß, dass die Früchte bereits nach kurzer Zeit faulen. Deshalb sollte nach dem Ernten die Schale gereinigt werden. Benutzen Sie zur Säuberung vorzugsweise ein weiches Tuch. Stahlwolle oder Bürsten können die empfindliche Außenhaut verletzen.

  • im Spülbecken mit lauwarmem Seifenwasser abwaschen
  • mit klarem, kaltem Wasser nachspülen
  • auf Zeitungs- oder Küchenpapier trocknen lassen

Zierkürbis Flat Striped

Desinfektion

Um auch tiefer sitzende Keime abzutöten, können Sie die Kürbisse nach dem Reinigen kurz in ein Bad mit verdünnter Haushaltsbleiche legen und anschließend mit klarem Wasser abbrausen. Achten Sie dabei unbedingt auf die nötige Schutzausrüstung. Eine Schutzbrille und Handschuhe sind unbedingt anzuraten, wenn Sie mit der Bleiche arbeiten. Alternativ können Sie die trockenen Früchte auch mit Alkohol abreiben.

Zierkürbisse haltbar machen

Um der Zersetzung entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Methoden. Bei der Auswahl kommt es vor allem darauf an, ob der Zierkürbis frisch bleiben oder lange als Dekorationsobjekt halten soll. In der Regel gilt: Je härter die Schale eines Kürbisses ist und umso weniger Fruchtfleisch er enthält, umso besser lässt er sich konservieren.

Vortrocknung

Nach der Säuberung ist es wichtig, dass der Zierkürbis zunächst einmal gut abtrocknen kann. Lagern Sie die Kürbisse dazu jedoch nicht in der prallen Sonne, denn die Sonneneinstrahlung bleicht die farbenfrohe Schale aus. Zudem fördern hohe Temperaturen die Zersetzung im Inneren, sodass das Fruchtfleisch zu gären oder faulen beginnt.

  • gut belüfteter, schattiger Ort im Freien
  • bei feuchten Witterungsverhältnissen: schattige, warme Fensterbank
  • Temperatur: 15 °C bis 20 °C
  • Unterlage: Zeitungspapier oder Holzbrett
  • gelegentlich drehen

Bei milden, trockenen Witterungsbedingungen ist die Kürbisschale bereits an der Rebe gut abgetrocknet. Anders sieht es aus, wenn die Ernte bei feuchtem oder kühlem Wetter erfolgt. In diesem Fall müssen die Zierkürbisse etwa eine Woche vortrocknen.

1. Kurzzeitige Konservierung

Möchten Sie die Kürbisse sofort als Herbstschmuck einsetzen, können Sie deren Schale nach dem Säubern und Antrocknen mit Wachs einreiben. Das hält Erreger fern und sorgt zusätzlich für einen schönen Glanz. Geeignet sind:

  • Bienenwachs
  • Vaseline
  • Bohnerwachs (riecht jedoch etwas streng)

Hinweis: Lacke jeglicher Art sind nicht geeignet, um einen frischen Zierkürbis zu konservieren.

2. Lagerung

Es ist möglich, einen Zierkürbis bis zu mehreren Monaten in einem kühlen, trockenen Raum zu lagern. Wichtig dabei ist, das Wasser möglichst lange in der Frucht zu bewahren und sie damit frisch und knackig zu halten. Legen Sie die gesäuberten und vorgetrockneten Zierkürbisse vorzugsweise in eine Holzkiste oder auf Holzbretter. Besser noch kann die Luft zirkulieren und der Kürbis abtrocknen, wenn etwas zusammengeknülltes Zeitungspapier oder Stroh unterliegt. Die einzelnen Früchte dürfen sich bei der Lagerung nicht berühren, also lassen Sie genügend Abstand zwischen ihnen und stapeln Sie die Kürbisse keinesfalls übereinander.

  • Temperatur: 12 °C bis 18 °C
  • trocken
  • gute Luftzirkulation
  • möglichst abgedunkelt (keine direkte Sonneneinstrahlung)
  • niedrige Luftfeuchtigkeit (zum Schutz vor Schimmel)
  • nicht im Kühlschrank lagern (zu feucht und zu kalt)
  • gelegentlich drehen
  • Haltbarkeit: je nach Sorte zwischen drei und fünf Monaten

Zierkürbisse

3. Trocknen

Die beste Methode, Zierkürbisse lange haltbar zu machen, ist die Trocknung. Allerdings eignen sich nicht alle Sorten gleichermaßen gut für diese Konservierungsart. Früchte mit weicher Schale und dickem Fruchtfleisch schrumpfen, wenn sie Wasser in größerem Maße abgeben, sodass ihre attraktive Form verloren geht. Anders ist das bei hartschaligen Zierkürbissorten wie dem Flaschenkürbis. Die Schale ist so stabil, dass sie beim Trocknen nicht nachgibt.

Vorgehensweise

Ein optimales Ergebnis erhalten Sie, wenn Sie den gewaschenen und desinfizierten Kürbis in zwei Schritten trocknen. Zunächst gilt es (wie oben beschrieben) die oberflächliche Feuchtigkeit zu eliminieren. Im zweiten Schritt geht es dann darum, das Fruchtfleisch im Inneren der harten Schale zu trocknen. Das Innere des Kürbisses zu trocknen, verlangt etwas mehr Ausdauer und Sorgfalt. Oberstes Gebot für eine erfolgreiche Konservierung ist das langsame Trocknen. Erfolgt die Feuchtigkeitsabgabe zu schnell, schrumpelt die Frucht und ist für Dekorationszwecke nicht mehr zu gebrauchen. Die Trocknung kann je nach Sorte und Umgebungsbedingungen zwischen drei und sechs Monaten, in extremen Fällen bis zu einem Jahr dauern. Wann der Zierkürbis einsatzbereit ist, erkennen Sie beim Anheben. Fühlt er sich sehr leicht an und klappert beim Schütteln, ist er trocken.
Optimale Bedingungen:

  • dunkel
  • Temperatur: 15 °C bis 20 °C
  • je niedrigen die Luftfeuchtigkeit, umso besser
  • optimal sind unter 25%
  • Garage, Dachboden, trockener Keller oder Speisekammer
  • Unterlage: Zeitungspapier, Sägespäne oder Stroh
  • alle paar Wochen wenden

Tipp: Um die Farbe aufzufrischen, können Sie die getrockneten Früchte mit Bienenwachs einreiben.

Alternative: Zierkürbisse aufhängen

Noch besser trocknen Zierkürbisse, wenn man sie aufhängt. Damit vermeiden Sie Druckstellen und Ansammlungen von Feuchtigkeit, die zum Verderben führen. Wickeln Sie einfach einen dicken Faden und den Stiel und hängen ihn an einem trockenen, dunklen Ort auf. Dabei dürfen die Kürbisse weder die Wand noch einander berühren, sondern müssen frei hängen. Generell ist es möglich, unten in den Kürbis ein paar Löcher zu bohren, damit die Feuchtigkeit besser austreten kann. Allerdings ist die Gefahr sehr groß, dass Sie dabei Keime ins Innere einbringen, die zum raschen Verfaulen führen. Damit der austretende Saft keine unschönen Flecken hinterlässt, sollten Sie einen Blumenuntersetzer oder eine alte Schüssel unterstellen.

Tipp: Achten Sie beim Anbohren darauf, stets frisch desinfiziertes Werkzeug wie einen in Alkohol getauchten Bohrer zu benutzen.

Zierkürbis

Regelmäßige Überprüfung

Überprüfen Sie die Kürbisse etwa einmal in der Woche und entsorgen Sie alle Exemplare, die anfangen zu faulen, zu schrumpfen oder aufzuweichen. Trotz bester Lagerbedingungen kann es gelegentlich zur Bildung von Schimmel auf der Schale kommen. Damit ist der Zierkürbis jedoch noch nicht verloren. Wischen Sie ihn einfach mit einem trockenen oder in Bleichmittel getauchten Tuch ab. Insofern der Kürbis immer noch schön hart ist, sollte er trotz seines Aussehens in Ordnung sein.