Zierquitten ernten: Erntezeit für Scheinquitten

Zierquitten ernten

Meist werden Zierquitten (Chaenomeles) nur wegen ihrer attraktiven Blütenpracht angebaut. Viele Gärtner wissen gar nicht, dass die Früchte essbar sind. Für den aromatischen Geschmack ist die richtige Erntezeit der Scheinquitten wichtig.

Erntezeit

Die Chinesische und Japanische Zierquitte, auch „nordische Zitrone“ genannt, entwickelt nach der Befruchtung der Blüten etwa fünf Zentimeter bis tennisballgroße Scheinfrüchte. Sie ist eine der letzten Obstsorten, die im Jahresverlauf geerntet werden. Die Erntezeit der Scheinquitten beginnt je nach Witterung frühestens im September. Es lohnt sich jedoch, mit der Ernte noch ein wenig zu warten, damit sich ihr voller Geschmack entwickeln kann. Damit die Zierquitten keinen Schaden nimmt, sollten Sie es aber noch vor dem ersten strengen Nachtfrost ernten.

Japanische Zierquitte, Chaenomeles japonica
Japanische Zierquitte, Chaenomeles japonica
  • Ende September bis Oktober
  • Vollreife meist erst Ende Oktober
  • je nach Witterung und Entwicklung bis November

Erntereife erkennen

Wann die Zierquitte reif ist, erkennt man am Farbwechsel der Scheinfrüchte. Mit voranschreitendem Reifegrad werden die apfelförmigen Früchte zunehmend gelb. Aber erst dann, wenn sich die Schale der der Scheinquitten kräftig goldgelb färbt und die Früchte ihren bräunlichen Flaum verlieren, ist die volle Fruchtreife erreicht.

  • einheitliche, goldgelbe Farbe
  • einige Sorten auch gelborange mit rötlichen Bäckchen
  • kein oder kaum noch Flaum
  • ausgeprägter, aromatischer Duft

Lassen Sie das Wildobst so lange wie möglich am Strauch hängen. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn die ersten kalten Nächte im Herbst anstehen. Zierquitten entfalten das beste Aroma erst dann, wenn sie leichte Fröste abbekommen haben. Dann sollten Sie die Früchte jedoch zeitnah ernten und möglichst schnell weiterverarbeiten. Wer Zierquitten für längere Zeit lagern möchte, sollte sie noch vor dem ersten strengen Herbstfrost vom Strauch ernten, damit sie später keine braunen Flecken bekommen und zu faulen beginnen.

Chaenomeles speciosa
Chinesische Zierquitte, Chaenomeles speciosa

Ernte

In Grunde genommen benötigen Sie für die Ernte keinerlei Hilfsmittel. Da die Sträucher nur selten über einen Meter hoch werden, sind sie gut zu erreichen. Zierquitten bilden nur einen sehr kurzen, holzigen Stiel aus. Dieser ist nur schwer mit einem Messer oder einer Gartenschere zu durchtrennen, ohne die Frucht oder das Gehölz zu beschädigen. Da aber auch reife Früchte immer noch sehr hart sind, können Sie problemlos kräftig an ihnen ziehen. Am einfachsten lassen sich Scheinquitten jedoch vom Trieb abdrehen.

Hinweis: Die Sträucher sind mit kräftigen Dornen an den Trieben ausgestattet. Insofern Sie keine dornenlose Art angepflanzt haben, können Sie sich daran schnell verletzen.

Lagerung

In der Regel werden Zierquitten nicht roh verzehrt, da sie extrem hart und sauer sind. Meist verarbeitet man sie zu Marmelade, Saft oder Gelee weiter. Sie lassen sich in rohem Zustand für einige Wochen in großen Holz- oder Obstkisten lagern, insofern Sie sie vor dem ersten starken Frost ernten. Sind einige Früchte noch nicht ganz reif, reifen sie im Lager noch nach. Sortieren Sie dazu jedoch alle Exemplare aus, die eine verletzte Schale oder braune Stellen haben. Auch Druckstellen führen schnell zum Verfaulen. Angeschlagenes Obst muss man daher sofort verarbeiten. Bewahren Sie Scheinquitten möglichst nicht in der Nähe anderer Obstsorten auf, denn deren starkes Aroma kann sich leicht darauf übertragen.

Chinesische Zierquitte, Chaenomeles speciosa
Chinesische Zierquitte, Chaenomeles speciosa
  • trocken
  • kühl (2 bis 3 Grad)
  • frostfrei
  • in einem kühlen Keller rund zwei Monate

Achtung: Die Kerne von Zierquitten enthalten giftige Bestandteile und sollten deshalb vor dem Rohverzehr entfernt werden. Längeres Erhitzen macht diese Stoffe unschädlich.