Zimmerpflanzen düngen

Schöne und gesunde Zimmerpflanzen erfreuen jeden Hobbygärtner. Frisches Grün im Wohnzimmer tut der Seele gut und hat eine beruhigende Wirkung. Damit auch Sie Freude an Ihren Zimmerpflanzen haben, ist es unverzichtbar regelmäßig zu düngen.

Warum muss man Zimmerpflanzen düngen?

Das regelmäßige Düngen ist für Zimmerpflanzen unverzichtbar, weil die Erde im Topf nur begrenzt Nährstoffe liefert. Während ihres Wachstums verbraucht die Pflanze die durch frisches Substrat oder Düngung vorhandenen Nährstoffe. Allerdings sind diese mehr oder weniger schnell aufgebraucht. Nun benötigt das Gewächs rechtzeitig Nachschub, wenn es nicht verhungern soll – denn fehlen notwendige Nährstoffe, wächst die Pflanze nicht mehr und geht irgendwann ein.

Zimmerpflanzen

Wie lange Zimmerpflanzen ohne Düngung auskommen, hängt von der Pflanzenart, ihrem arttypischen Nährstoffbedarf sowie ihrer Wachstumsgeschwindigkeit ab. Grundsätzlich haben langsam wachsende Pflanzenarten wie beispielsweise Kakteen einen geringen Nährstoffbedarf und kommen daher längere Zeit ohne eine zusätzliche Nährstoffversorgung aus. Manche Pflanzen gedeihen sogar ganz ohne zusätzliche Düngergaben, sofern sie jährlich in frisches (und damit nährstoffhaltiges) Substrat umgetopft werden. Andere Grünpflanzen hingegen wachsen sehr schnell und haben dementsprechend einen großen Appetit. Viele beliebte Zimmerpflanzen wie etwa die verschiedenen Ficus- oder Dracaena-Arten, die Dieffenbachie oder die Grünlilie brauchen zwischen März und Oktober alle sieben bis 14 Tage eine Grundversorgung mit wichtigen Nährstoffen.

Notwendige Nährstoffe

Damit Grünpflanzen gesund wachsen und gedeihen, brauchen sie verschiedene Nährstoffe in der passenden Zusammensetzung. Die Hauptnährstoffe – das sind die, die für jede Pflanze unverzichtbar sind – heißen:

  • Stickstoff (abgekürzt N, für Nitrogenium)
  • Phosphor (P)
  • Kalium (K)
  • Magnesium (Mg)

Ein so genannter NPK-Dünger enthält alle wichtigen Nährstoffe und eignet sich somit für die regelmäßige Düngung von Zimmerpflanzen.

NKP ist ein Mehrnährstoffdünger
NKP ist ein Mehrnährstoffdünger

Die einzelnen Bestandteile erfüllen im pflanzlichen Stoffwechsel unterschiedliche Funktionen: Stickstoff lässt die Pflanze wachsen, sorgt für Zuwachs von Trieben und Blättern. Außerdem ist Stickstoff unverzichtbar für die Blattgrünbildung – wenn Sie Wert auf schöne Zimmerpflanzen mit kräftig grünen Blättern haben, müssen Sie auf eine ausgewogene Stickstoffdüngung achten. Doch Vorsicht bei der Dosierung, denn im Übermaß macht Stickstoff das Gewebe weich und anfällig für Krankheiten und Schädlingsbefall.

Phosphor ist notwendig für die Bildung von Wurzeln und Knospen sowie für die Frucht- und Samenreife. Hiervon brauchen Grünpflanzen grundsätzlich etwas weniger als Blütenpflanzen, da sie nur selten Blüten und Früchte entwickeln. Kalium macht das Pflanzengewebe fest und widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge, außerdem ist der Stoff wichtig für die Fotosynthese. Für Grünpflanzen ebenfalls essenziell ist Magnesium, denn dieses benötigen Pflanzen vor allem für den Aufbau von Blattgrün.

Spurenelemente nicht vergessen

Doch allein mit den Hauptnährstoffen ist es nicht getan. Spurenelemente nennt man jene Nährstoffe, die Pflanzen ebenfalls zum Leben brauchen – wenn auch nur in sehr kleinen Dosen. Für einen reibungslosen Ablauf der Lebensvorgänge brauchen Pflanzen

  • Eisen
  • Kupfer
  • Mangan
  • Molybdän
  • Zink
  • und Bor.

Zimmerpflanzen düngen

Alle vier Hauptnährstoffe sowie die lebensnotwendigen Spurenelemente müssen in einem handelsüblichen Volldünger enthalten sein. Diese sind je nach den pflanzlichen Bedürfnissen unterschiedlich dosiert.

Womit düngt man Zimmerpflanzen?

Für die Versorgung Ihrer Pflanzen stehen Ihnen unterschiedliche Düngemittel zur Verfügung. Die einfachste Lösung besteht darin, zu einem fertigen Mittel aus dem Fachhandel zu greifen. Dieses hat verschiedene Vorteile, etwa

  • eine optimale Nährstoffzusammensetzung
  • auf Grünpflanzen abgestimmt
  • eine garantierte Menge an Nährstoffen
  • optimale Dosierungsempfehlungen

Andererseits handelt es sich bei diesen Düngemitteln häufig um synthetisch hergestellte bzw. mineralische Zusammensetzungen, die wiederum aus ökologischen Gründen problematisch sind – etwa, weil der Nährstoffkreislauf nicht eingehalten wird oder die bei der Herstellung verwendeten Rohstoffe Umweltschäden verursachen. Sofern Sie solche Problematiken vermeiden und Wert auf eine biologisch unbedenkliche Düngung legen, greifen Sie zu Produkten auf natürlicher Basis oder stellen diese selbst her. Auch manche in jedem Haushalt vorhandenen Mittel eignen sich für die Nährstoffversorgung Ihrer Grünpflanzen.

Mineralische Dünger

Bromelia gießen
Bromelien werden direkt in den Blatttrichter gegossen.

Mineralische Dünger sind in verschiedenen Zusammensetzungen und Formen erhältlich. Besonders benutzerfreundlich sind flüssige Düngemittel, die Sie dem Gießwasser zugeben. Auch Düngestäbchen, die Sie nur ins Substrat stecken, sind sehr einfach zu handhaben. Nachteil mineralischer Dünger ist jedoch der hohe Anteil an Nährsalzen, der bei salzempfindlichen Grünpflanzen – beispielsweise vielen Sukkulenten-Arten – rasch zu einer Überdüngung führt. Diese wiederum hat eine erhöhte Anfälligkeit für (pilzliche) Krankheiten und Schädlinge zur Folge. Verwenden Sie hingegen organische Dünger, ist eine Überdosierung weniger wahrscheinlich.

Tipp: Die richtige Dosierung von mineralischen Düngern hängt von der Salzempfindlichkeit der Pflanzenwurzeln ab. Den meisten Grünpflanzen genügen zwei Milliliter (bzw. Gramm) Dünger auf einem Liter Wasser. Halten Sie sich unbedingt an die Dosiervorschriften der Hersteller, verwenden Sie Dosierhilfen und machen Sie eine Lösung im Zweifelsfall lieber zu schwach als zu stark. Salzempfindliche Zimmerpflanzen wie Orchideen und Farne düngen Sie besonders niedrig dosiert.

Natürlich biologisch düngen

Natürlich und biologisch ist die Pflanzendüngung dann, wenn Sie auf organischen Stoffen basierende Düngemittel verwenden. Diese haben verschiedene Vorteile:

  • langsame Zersetzung der Stoffe
  • allmähliche Abgabe der Nährstoffe an die Pflanze
  • daher geringe Gefahr einer Überdüngung
  • zudem kontinuierliche Nährstoffversorgung
  • Langzeitversorgung
  • Verzicht auf Chemie, daher schonender für Mensch und Umwelt

Zimmerpflanzen

Für Zimmerpflanzen empfehlen sich spezielle, auf organischen Rohstoffen wie Kompost oder Stallmist basierende Produkte aus dem Fachhandel. Diese verwenden Sie gemäß der Herstellerempfehlung. Grundsätzlich gehören diese Düngemittel zu den Langzeitdüngern, sodass Sie Ihre Grünpflanzen nur ein bis zwei Mal im Jahr damit versorgen müssen. Organische Langzeitdünger versorgen die Gewächse wesentlich länger mit allen notwendigen Nährstoffen als handelsübliche Mineraldünger.

Geeignete Hausmittel

Grundsätzlich brauchen Sie den Dünger nicht einmal kaufen, sondern greifen auf organische Abfälle aus Ihrem Haushalt zurück. Besonders geeignet für die Düngung von Grünpflanzen sind

  • Kaffeesatz
  • Teebeutel (Schwarztee)
  • Eierschalen
  • Holzasche (wohl dem, der einen Kamin hat)
  • und Bananenschalen.

Kaffeesatz

Gehören auch Sie zu den Menschen, die morgens ohne ihren Kaffee nicht so richtig wach werden? Dann werfen Sie den täglich anfallenden Kaffeesatz nicht weg! Er enthält die wichtigsten Nährstoffe (v. a. die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium) und eignet sich prima für die Düngung von Zimmerpflanzen. Trocknen Sie den Kaffeegrund, etwa ausgebreitet auf einem Backblech, denn im feuchten Zustand schimmelt er schnell. Doch Vorsicht: Kaffee eignet sich nicht für eine dauerhafte Düngung, da er den pH-Wert des Substrats senkt.

Dem wirken Sie beispielsweise mit der Gabe von zerstoßenen Eierschalen entgegen, denn diese enthalten Kalk und andere, für das Pflanzenwachstum wertvolle Mineralstoffe. Achtung bei kalkempfindlichen Grünpflanzen: Diese sollten auf keinen Fall mit Eierschalen gedüngt werden! Universeller einsetzbar ist dagegen abgekühlte Holzasche, die viel Kalium enthält sowie diverse Spurenelemente liefert. Verwenden Sie dieses Mittel nur, wenn Sie reines, unbearbeitetes Holz ohne weitere Zugaben verbrannt haben. Holzasche ist übrigens auch ein gutes Gegenmittel gegen pilzliche und Fäulniskrankheiten bei Pflanzen.

Nachteile von Hausmitteln

Die Verwendung von Hausmitteln sollten Sie sich gut überlegen, denn sie birgt gewisse Risiken. Zu den Nachteilen von Kaffeesatz, Holzasche und Co. gehören vor allem:

düngen mit Eierschalen

  • enthalten nicht alle Nährstoffe in der notwendigen Menge
  • Nährstoffzusammensetzung ist unbekannt
  • daher keine genaue Dosierung möglich
  • Über- oder Unterdosierung wahrscheinlich
  • Fehlernährung der Grünpflanzen
  • Auftreten von Mangelerscheinungen
  • erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlingsbefall

Tipp: Kompost ist ein wunderbarer Dünger, für dessen Herstellung Sie nicht einmal einen Garten brauchen. Mit Hilfe einer sogenannten Wurmkiste – einem speziellen Kompostierbehältnis – wandeln Sie organische Küchenabfälle sogar in Ihrer Küche oder auf dem Balkon in fruchtbaren Kompost um.

Wann und wie oft düngen?

Die Faustregel für die Häufigkeit des Düngens besagt: Zimmerpflanzen während der Wachstumssaison grundsätzlich alle zwei Wochen mit Dünger versorgen. Dabei jedoch zwischen stark und langsam wachsenden Arten unterscheiden. Stark wachsende Pflanzen haben einen höheren Nährstoffbedarf und sind daher wöchentlich zu düngen, langsam wachsende sollten hingegen nur alle vier Wochen versorgt werden. Sofern Sie Langzeitdünger nutzen (beispielsweise in Form von Düngestäbchen), so genügt eine zwei- bis dreimalige Düngung im Jahr, je nach Angaben des Herstellers. Die erste Düngergabe erfolgt dabei im März, die zweite im Sommer zwischen Juni und Juli. Da die meisten Pflanzen in den Wintermonaten zwischen Oktober und März eine Ruhepause einlegen, wird während dieser Zeit nicht gedüngt. Ausnahme: Pflanzen ohne Ruheperiode.

Sansevieria trifasciata ist in seinen Pflanzenteilen giftig

Düngen nach dem Mondkalender

Der Mond hat gravierende Auswirkungen auf unser Erdenleben, das bestätigen vor allem die an der Nordseeküste lebenden Leser. Erfahrene Zimmerpflanzengärtner schreiben den verschiedenen Mondphasen nicht nur einen Einfluss auf die Gezeiten zu, sondern auch auf die Wirkung einer Düngergabe. Wollen Sie gemäß dem Mondkalender düngen, so verabreichen Sie die Düngemittel stets bei abnehmendem Mond – möglichst an den Tagen direkt nach Vollmond. Zu diesem Zeitpunkt sollen Nährstoffe schneller ins Erdreich einziehen und ihre Wirkung optimal entfalten. Bei abnehmendem Mond können Sie die Menge des Düngers deshalb geringer dosieren.

Goldene Düngeregeln

Auch wenn Sie nun wissen, wann, wie oft und womit Sie Ihre Grünpflanzen am besten versorgen, können Sie durch falsches Düngen immer noch gravierende Schäden anrichten. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir diese goldenen Düngeregeln für Sie formuliert:

  • Geben Sie den Dünger nie auf den trockenen Wurzelballen.
  • Düngen Sie niemals bei voller Sonne.
  • Verabreichen Sie den Dünger lieber öfter und niedrig dosiert als selten und hoch dosiert.
  • Düngen Sie nur, wenn die Pflanze wächst.
  • Bekommt die Pflanze wenig Licht (etwa an einem dunklen Standort oder im Winter), dann braucht sie weniger Dünger.
  • Bei Lichtmangel werden die Nährstoffe nicht verwertet und versalzen bei mineralischen Düngern das Substrat.
  • Bei Schädlingsbefall und Krankheiten mit der Düngung aussetzen.
  • Erst nach erfolgreicher Bekämpfung wieder mit der Nährstoffversorgung fortfahren.
  • Die Düngung ersetzt auf keinen Fall das regelmäßige Umtopfen.