Zitronenbaum richtig düngen: 9 wirksame Zitrusdünger

Ein Zitronenbaum (Citrus limon) kann jeden Garten oder Balkon und Terrasse mit seinem mediterranen Flair verzaubern. Mit seinen schönen Blüten und gelben Früchten ist er unter den Rautengewächsen (Rutaceae) die wohl beliebteste Zitruspflanze. In unseren Breitengraden ist jedoch nur eine Kultur in Kübeln möglich, da diese Bäumchen gegenüber Kälte sehr empfindlich sind. Für einen gesunden Wuchs, üppige Blüten- und Fruchtbildung sind ausreichend Nährstoffe notwendig. Daher ist eine regelmäßige und zusätzliche Versorgung mit Nährstoffen durch Zitrusdünger erforderlich.

Zitronenbaum düngen

Zeitpunkt

Eine Düngung der Zitrone erfolgt generell nur während der Wachstumsphase. Dabei richtet sich das Wachstum nach dem jeweiligen Wetter, sprich nach den vorherrschenden Temperaturen und den Lichtbedingungen. Die erste Gabe von Zitrusdünger muss immer mit Beginn des neuen Austriebs erfolgen. Diese Grunddüngung schafft die Voraussetzung für ein üppiges Wachstum und schöne sattgrüne Blätter.

Während der Sommermonate hat der Zitronenbaum den höchsten Wasserverbrauch, da er hier viel Wasser verdunstet und schnell wächst. Der Baum braucht jetzt zusätzliche Nährstoffe. Diese können mit dem Gießwasser zugeführt werden. Gegossen wird immer, wenn das obere Drittel oder die Hälfte des Substrats trocken ist. Test erfolgt mittels Fingerprobe oder Flüssigkeitsmesser. Kurz gesagt:

  • Düngezeitraum erstreckt sich von April bis September
  • zusätzliche Nährstoffgaben immer in Verbindung mit Gießvorgang
  • möglichst Verwendung von Regenwasser
  • kalkhaltiges Leitungswasser verstopft Leitungsbahnen der Zitrone
  • dann keine Nährstoffaufnahme möglich
  • im Sommer meist jede oder jede zweite Woche gießen
  • zeitgleich sollte eine Düngung erfolgen
  • Abstand der Düngergaben auch abhängig vom verwendeten Zitrusdünger
  • Dünger mit Langzeitwirkung einmalige Gabe im Frühjahr
  • im Herbst nur noch ein bis zweimal im Monat düngen, solange noch Blüten und Triebe gebildet werden
  • kann sonst zur Überdüngung kommen
  • über Winter bis April nicht düngen
  • Wurzeln stellen Aktivität ein
  • nehmen keine Nährstoffe mehr auf
  • je nach Standort alle zwei bis vier Wochen noch gießen

Tipp: Wichtig ist, dass während der Blüten- und Fruchtbildung auf Mangelerscheinungen geachtet wird. Bei Bedarf muss eine Nachdüngung erfolgen.

Zitronenbaum mit Zitronenfrüchten

Mangelerscheinungen erkennen

Bei Zitruspflanzen kann der Mangel an Nährstoffen sich unterschiedlich äußern. Meist bleiben Blüten aus, aber auch die Blätter weisen auf fehlende Nährstoffe hin.

  • Eisenmangel: Gelbfärbung der Blätter entlang der Blattachse, Blattadern bleiben grün
  • Zinkmangel: Gelbfärbung von nur kleinen Flächen zwischen den einzelnen Blattachseln
  • Stickstoffmangel: gleichmäßige und vollständige Gelbfärbung des Blattes
  • Magnesiummangel: flächige Gelbfärbung, ausgehend von der Blattspitze her
  • Phosphormangel: Blätter rötlich verfärbt
  • Kaliummangel: an Blatträndern Nekrosen vorhanden, Blätter werden braun und sterben ab

In diesen Fällen ist eine unbedingte Nachdüngung erforderlich. Sehr wirksam kann hier eine Blattdüngung sein. Die Pflanzen können die Nährstoffe so schneller aufnehmen. Vorsicht aber vor einer Überdüngung. Erkennbar ist diese an braunen absterbenden Blatträndern und das vorzeitige Vertrocknen junger Triebe.

Zusammensetzung

Ein idealer Zitrusdünger sollte auf den Nährstoffbedarf der Pflanzen genauestens abgestimmt sein. Er sollte bestehen aus

  • Stickstoff für das Wachstum und die grüne Blattfarbe
  • Phosphat fürs Wachstum und Blütenbildung und
  • Kalium für gute Fruchtbildung und gesunde Entwicklung

Dabei sollten die gleichen Anteile an Stickstoff und Kalium enthalten sein. Die Menge an Phosphat kann ruhig etwas geringer sein, zusätzlich sind dann aber noch mindestens 2 Prozent Magnesium und weitere Spurenelemente wie Bor, Kupfer, Eisen, Zink, Magnesium, Molybdän und Mangan notwendig.

Der Handel bietet Mineraldünger als Granulat und Flüssigdünger an und ebenso organische Langzeitdünger wie Hornspäne:

  • Mineraldünger garantieren schnelle Versorgung mit Nährstoffen
  • Zitrone kann diese direkt aus dem Boden aufnehmen
  • sind als Volldünger erhältlich im Verhältnis 3:1:2 (Stickstoff: Phosphat: Kalium)
  • jedoch hohe Salzkonzentrationen enthalten
  • dadurch Belastung Grundwasser mit hohen Nitratwerten
  • hingegen schont organischer Dünger mit Langzeitwirkung die Umwelt
  • lange Nährstoffversorgung durch langsame Zersetzung im Boden lebender Mikroorganismen

Es müssen aber nicht immer chemische Mittel zum Düngen Verwendung finden. Es gibt auch viele wirksame Hausmittel, die als Zitrusdünger eingesetzt werden können.

Hausmittel

Kommerzielle Hausmittel sollten immer chemischen Mitteln vorgezogen werden, da sie der Umwelt zugutekommen. Sie sind nicht nur kostengünstiger, sondern versorgen den Zitronenbaum auch optimal mit Nährstoffen, begünstigen ein gesundes Wachstum, beugen und bekämpfen Mangelerscheinungen. Die Hausmittel müssen dabei so gewählt werden, dass der Bedarf an Nährstoffen abgedeckt wird, notfalls muss eine Kombination der Mittel erfolgen, da sie unterschiedliche Zusammensetzungen von Nährstoffen aufweisen.

Kaffeesatz

Kaffeesatz fällt in fast jedem Haushalt an. Er enthält wertvolle Inhaltsstoffe wie Stickstoff, Phosphat und Kalium. Die Anwendung kann entweder mit dem Gießwasser erfolgen oder wird einfach auf die Erde aufgestreut.

  • vorbeugend bzw. behebt Mangelerscheinungen
  • besitzt sauren pH-Wert, dadurch erfolgt Optimierung der Bodenqualität
  • Wirkung ist nur kurzzeitig
  • Anwendung einmal im Monat
  • Kaffeesatz muss vor jeder Verwendung getrocknet werden
  • vor erneutem Düngen alten Kaffeesatz entfernen
  • kommt sonst zur Verdichtung der Erde und zur Schimmelbildung

Kaffeesatz als Zitrusdünger

Tipp: Kaffeesatz in Kombination mit Blutmehl sorgt für eine zusätzliche Versorgung mit Spurenelementen, die das Wachstum fördern. Einfach beide Mittel vermengen.

Schwarzer Tee

Der Tee ist reich an verschiedenen Nährstoffen. Verwendung als Zitrusdünger können die Blätter, der Satz und Inhalt von Teebeuteln finden. Alternativ kann auch Grüner Tee zum Düngen genommen werden.

  • Tee muss vor Verwendung aufgegossen und anschließend Rückstände getrocknet werden
  • Düngung ein bis zweimal pro Monat
  • verdünnter Tee kann wöchentlich gegossen werden
  • je nach Größe der Pflanze 1 bis 3 Teelöffel oberflächlich in die Erde einarbeiten oder
  • eine Tasse Tee ins Gießwasser mischen

Hornspäne, Kompost und Stallmist

Hornspäne sind als organischer Zitrusd

ünger sehr beliebt. Ideal wäre der Einsatz von Stallmist. Leider ist dieser aber nicht immer verfügbar. Hingegen kann Kompost von jedem Hobbygärtner selbst hergestellt werden. Beides darf nur verrottet zum Einsatz kommen.

  • Entnahme von Komposterde sollte nur aus der mittleren oder unteren Kompostschicht erfolgen
  • gründliche Mischung mit dem Substrat notwendig
  • so können Mengen gleichmäßig von Wurzeln aufgenommen werden
  • Hornspäne bereits beim Ein- oder Umtopfen in die Erde einarbeiten
  • alle Mittel verfügen über Langzeitwirkung
  • Nährstoffe werden langsam von Mikroorganismen abgebaut

Brennnessel- und Beinwellsud

Diese Kräuterjauchen versorgen den Zitronenbaum optimal mit Nährstoffen, gleichzeitig können auch Schädlinge bekämpft werden. Die Jauchen sind reich an Eisen, Stickstoff, Phosphat, Kalium und Kalzium. Die Nährstoffe gelangen mit dem Sud in alle Pflanzenbestandteile bis zu den Enden der Wurzeln. Die Herstellung ist recht einfach.

  • Pflanzen können einzeln oder gemischt verwendet werden
  • 1 kg frische oder 150 bis 200 g getrocknete Pflanzen klein schneiden
  • in verschließbaren lichtdurchlässigen Behälter geben
  • 10 Liter Wasser auffüllen
  • alle Pflanzenteile müssen bedeckt sein
  • Gefäß verschließen, sonnig und warm aufstellen
  • zwischendurch umrühren
  • nach zwei bis drei Wochen ist Sud fertig, wenn keine Blasen mehr aufsteigen
  • alles durchseihen
  • Verwendung im Gießwasser oder Blattdüngung durch besprühen
  • Anwendung einmal im Monat
  • Verdünnung 1:20 mit Wasser

Brennnesselsud als Zitrusdünger

Tipp: Schneller geht die Herstellung, wenn die Pflanzenteile 30 bis 45 Minuten köcheln, anschließend ein bis drei Stunden nachziehen. Der abgekühlte Sud wird dann noch abgeseiht.

Blutmehl

Es handelt sich hierbei um getrocknetes und gemahlenes Tierblut. Es ist reich an Eisen für ein gesundes Wachstum. Daneben sind 12 Prozent Stickstoffverbindungen und 80 Prozent Proteine enthalten. Eigentlich kann hier schon eher von organischem Zitrusdünger gesprochen werden.

  • Anwendung erfolgt mit dem Gießwasser oder Verteilung auf der Erdoberfläche
  • pro Düngung 3 Esslöffel pro Pflanze
  • bei Mangelerscheinungen 1 bis 3 Teelöffel wöchentlich bis Mangel an Nährstoffen behoben ist
  • alternativ Verwendung von frischem Blut vom Metzger
  • Verteilung auf Substrat
  • anschließend gut gießen
  • ebenfalls möglich Einsatz von gefrorenem Blut
  • erhältlich im Tierfutterhandel als BARF-Futterzusatz für Katze und Hund
  • Blut in kleine Stücke zerteilen und auf Substrat verteilen
  • gießen nicht notwendig, da Wasser enthalten ist

Tipp: Sollten Früchte zum Verzehr sein, unbedingt auf die Qualität und Herkunft des Blutmehls oder Blutes achten.

Zitronenschalen und Blätter

Verwendung finden welke und vertrocknete Blätter und Schalen. Beide enthalten viele Nährstoffe.

  • abgefallene Blätter der Zitrone trocknen und zerbröseln
  • dadurch wird Schimmelbildung vermieden
  • Schalen abreiben oder in kleine Stücke schneiden
  • auf Substratoberfläche verteilen und leicht einarbeiten
  • günstigste Zeit Frühjahr bis Herbst

Tipp: Durch die Zugabe von Gemüseresten kann ein guter Feinkompost hergestellt werden.

Algen

Als Zitrusdünger können auch Algen Verwendung finden. Sie sind reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Aufgrund dessen sollte eine nicht zu häufige Anwendung erfolgen, da es schnell zu einer Überdüngung kommen kann.

  • düngen einmal im Monat
  • Verwendung einer kleinen Handvoll
  • alternativ Einsatz von Algenkalk
  • Vorsicht: pH-Wert des Substrats kann basisch erhöht werden

Gemüsesud

Zur Düngung vom Zitronenbaum eignet sich hervorragend der Sud von Gemüse und Kartoffeln nach dem Kochen. Ein Großteil der Inhaltsstoffe werden beim Kochvorgang ins Wasser abgegeben.

  • je länger die Kochzeit, desto höher die Konzentration an Mineralstoffen und Spurenelementen
  • Sud abgekühlt verwenden
  • optimale Ergänzung bei Düngung mit Schalen und Blättern der Zitrone

Achtung: Beim Kochen dürfen Sie kein Salz verwenden. Es würde sonst dem Zitronenbaum schaden!

Teich- und Aquariumwasser

Beides sind ideale Düngemittel. Es sind viele Mikroorganismen enthalten, welche die Grundlage für eine optimale Düngung bilden.

  • Ausbringung mittels Gießkanne
  • während Wachstumsphase ein bis zweimal wöchentlich
  • ab Spätsommer dann nur noch einmal monatlich

Gartenteich

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