Zitronenbaum klebt - Titel

Auch hierzulande sind Zitronenbäume gern gesehene Gäste auf Balkon und Terrasse. Sie verbreiten eine angenehme Atmosphäre. Im Winter jedoch benötigen sie ein entsprechendes Winterquartier. Mitunter können sie hier klebrige Blätter bekommen.

Auf den Punkt gebracht

  • klebrige Tropfen am Zitronenbaum oft während der Winterpause
  • meist auftretend an Blattunterseite, Trieben und Ästen
  • Übeltäter sind Schild- mitunter auch Schmier- und Wollläuse
  • bei einem massiven Befall wird Pflanze nachhaltig geschädigt
  • Bekämpfung mechanisch oder mit Seifenlauge und Öl

Verschiedene Ursachen

Im Sommer fühlt sich der Zitronenbaum im Freien sehr wohl. Allerdings ist er in unseren Breiten nicht winterhart und benötigt daher ein frostfreies Winterquartier. Mitunter kann es sehr schnell vorkommen, dass während der Winterruhe klebrige Blätter auftreten. Dafür gibt es nicht nur eine Ursache, sondern es bestehen verschiedene Möglichkeiten wie:

Zitronenbaum gelbe Blätter
  • zu warmer und dunkler Standort
  • zu trockene Luft
  • Nährstoffmangel oder Überschuss
  • falsche Bewässerung
  • keine Luftzirkulation

Meist „klebt“ der Zitronenbaum während der Winterperiode, allerdings können klebrige Blätter auch während der Vegetationsperiode auftreten, wenn der Standort falsch gewählt wurde.

Übeltäter: Schildlaus

In der Regel werden klebrige Blätter hauptsächlich von Schildläusen verursacht. Diese saugen den Pflanzensaft und scheiden anschließend zuckerhaltigen Kot, den sogenannten Honigtau, aus. Da dieser einen hohen Zuckeranteil enthält kommt es zu klebrigen Blättern. Nicht nur diese sind verklebt, auch die unmittelbare Umgebung klebt. Schildläuse sind in der Lage, ihre Ausscheidungen bis zu 15 Zentimeter weit zu schleudern. So kann es vorkommen, dass der Fußboden klebt.

Schildläuse erkennen

Schildläuse sind verhältnismäßig klein, aber dennoch mit bloßem Auge erkennbar. In der Regel befinden sie sich entlang der Leitungsbahnen an der Blattunterseite, aber auch an kleineren Trieben und Ästen. Hier ist die Rinde noch verhältnismäßig weich und der Pflanzensaft kann leicht ausgesaugt werden. Besondere Merkmale sind:

  • besitzen ovale bis rundliche braun-schwarze Schilde
  • Größe ungefähr 2 x 3 mm
  • unter Schild Ablage von Eiern durch Weibchen
  • Weibchen oft bewegungsunfähig
  • Schlupf der weißen Larven ab Juli
  • Larven sind beweglich
  • befallen gern Blätter und Triebe der Nachbarpflanzen
  • nur weibliche Tiere saugen Pflanzensaft
  • dabei Abgabe von Giftspeichel
  • Pflanzengewebe wird zerstört
  • männliche Exemplare ungefährlich
  • besitzen keine Mundwerkzeuge
  • sind oft geflügelt
Schildläuse am Zitronenbaum

Kurz noch einige Bemerkungen zu den Woll- und Schmierläusen. Auch sie schädigen den Zitronenbaum durch Aussaugen des Pflanzensaftes. Sie befinden sich hauptsächlich in den Blattachseln und Gabelungen der Zweige und Äste, mitunter auch an der Blattunterseite. Sie sind 3 bis 4 Millimeter groß und weiß bis rosafarben. Weiterhin kann die Rote Spinnmilbe gerade im Zimmer kultivierten oder zu warm und dunkel überwinterten Pflanzen schaden. Sie sind knapp 0,5 bis 1,0 Millimeter groß und sitzen entlang den Leitungsbahnen an der Blattunterseite, wo sie ebenfalls den Pflanzensaft aussaugen. Typisch sind feine, weiße Gespinste in den Blattachseln, an den Blattunterseiten und Triebspitzen. Bekämpfung erfolgt genau wie bei den Läusen.

Tipp: Klebt in unmittelbarer Nähe des Zitronenbaums der Boden und es tauchen vermehrt Ameisen auf, sind es erste Anzeichen für einen Befall mit Schildläusen, besonders im Freien. Sie lieben die Ausscheidungen der Läuse und versorgen und beschützen sie.

Maßnahmen gegen Läuse

Bei der Bekämpfung von Läusen, speziell Schildläusen sollte nach Möglichkeit auf chemische Mittel verzichtet werden. Diese können mitunter den Zitronenbaum selbst schädigen und sind daneben gefährlich für die Umwelt. Um Schildläuse vom Zitronenbaum zu vertreiben gibt es verschiedene Maßnahmen.

Mechanische Bekämpfung

Das ist wohl dabei die einfachste Methode, um die Ursache zu bekämpfen. Notwendig ist lediglich ein Wasserschlauch mit Düse und eine Zahnbürste. Vorgegangen wird wie folgt:

  • Pflanze seitlich hinlegen
  • Läuse dürfen nicht in Pflanzerde gelangen
  • alternativ Topf und Erde mit Plastetüte abdecken
  • Pflanze mit scharfem Wasserstrahl abbrausen
  • entweder Verwendung einer Düse oder
  • Schlauch am Ende zusammendrücken
  • anschließend Einsatz der Zahnbürste
  • damit alle Blätter und Zweige vorsichtig abschrubben
  • Bürste stets im rechten Winkel zum zu behandelnden Ast bewegen
  • anschließend Zitronenbaum nochmals abduschen
  • ständige Kontrolle in darauffolgenden Tagen
  • bei Bedarf Prozedur wiederholen
Gießen mit Wasserschlauch

Hinweis: Kleinere Zitronenbäume können für einige Stunden einfach über Kopf in einem mit lauwarmem Wasser gefüllten Eimer getaucht werden.

Seifenlauge

Eine Hilfe bei der Bekämpfung von Läusen und klebriger Blätter kann auch die Verwendung von Seifenlauge sein. Dazu werden benötigt:

  • 1 Teelöffel flüssige oder geriebene Kernseife
  • 1 Liter lauwarmes Wasser
  • eine Sprühflasche

Alles muss gut gemischt werden. Es ist wichtig, dass die Seife sich richtig aufgelöst hat. Anschließend kann dann die Behandlung erfolgen:

  • Pflanze am besten hinlegen
  • anschließend gut mit der Lauge besprühen
  • sollte einige Stunden einwirken
  • am besten über Nacht
  • am darauffolgenden Tag mit klarem Wasser gründlich abduschen
  • Wiederholung Prozedur nach einigen Tagen
  • dadurch Vernichtung aller Eier und geschlüpften Larven

Die Verwendung von Seifenlauge kann jedoch etwas bedenklich werden, wenn bereits vorhandene Früchte zum Verzehr gedacht sind.

Sprühflasche

Tipp: Bei einzeln auftretenden Tieren kann ein Wattebausch mit Spiritus getränkt, helfen. Die Läuse werden einfach damit bestrichen.

Rapsöl

Eine gute Hilfe bei der Abwehr von Läusen kann auch Rapsöl sein. Die Atemwege werden auch wie bei dem Einsatz von Seifenlauge verstopft und die Tiere ersticken. Daneben werden die Blätter rutschig und die Läuse haben keinen Halt mehr. Vor der Behandlung sollte jedoch ein größerer Stapel Papier ausgelegt werden, um Verschmutzungen des Bodens zu vermeiden. Dann kann es losgehen:

  • Mischung aus 30 % Rapsöl und 70 % Wasser herstellen
  • Pflanze besprühen
  • mindestens 3 Stunden einwirken lassen
  • anschließend mit klarem Wasser abduschen
  • gegebenenfalls Behandlung wiederholen

Hinweis: Nachteilig bei der Behandlung sind verbleibende ölige Rückstände. Allerdings erhalten die Blätter dadurch einen schönen Glanz.

Häufig gestellte Fragen

Kann man einem Schildlausbefall vorbeugen?

Vorbeugen ist immer besser als heilen. Der Standort muss hell, sonnig und windgeschützt sein. Gut ist ein humusreicher, leicht saurer, durchlässiger Boden wie spezielle Zitruserde. Auch die Pflege spielt eine große Rolle. Gegossen wird selten, aber durchdringend, an heißen Tagen täglich. Die oberste Erdschicht muss abgetrocknet sein, verwendet wird kalkfreies Wasser. Im Frühjahr ist 14-tägig eine Düngung notwendig und von Juni bis September wöchentlich. Ebenfalls ist ein häufiges Besprühen der Pflanze hilfreich.

Hat die Überwinterung einen Einfluss auf den Schildläusebefall?

Eine richtige Überwinterung kann einem Befall vorbeugen. Ideal sind Temperaturen zwischen 3 und 13 °C und nicht zu hell. Dabei gilt je kälter der Zitronenbaum steht, desto dunkler muss es sein. Der Wurzelballen darf niemals ganz austrocknen. Bei Temperaturen über 15 °C ist ein Besprühen mit lauwarmem Wasser hilfreich.

Helfen chemische Mittel gegen Schildläuse?

Bei einem sehr starken Befall und wenn alle anderen Mittel nicht mehr helfen kann es unter Umständen zum Einsatz von systemisch wirkenden Mitteln kommen. Diese werden von der Wurzel aufgenommen und durch die Pflanzensäfte in der ganzen Pflanze verteilt.