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Zitronenbaum lässt Blätter hängen

Zitronenbaum lässt Blätter hängen: wie wiederbeleben?

Das Zitronenbäumchen ist eine beliebte Kübelpflanze. Allerdings ist es in der Pflege etwas anspruchsvoller als viele andere Gewächse. Gerne lässt der Zitronenbaum dabei die Blätter hängen. Mit welchen Maßnahmen lässt er sich wiederbeleben?

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • Pflegefehler häufigste Ursache für hängende Blätter
  • insbesondere Wassermangel, Staunässe, Bodenbeschaffenheit und Kälte
  • Zitronenbaum auf ausreichend Licht und Wärme angewiesen
  • durch bedarfsgerechte Pflege wiederbeleben

Wassermangel ausgleichen

Aufgrund seiner mediterranen Herkunft und der daraus resultierenden fehlenden Winterhärte wird der Zitronenbaum vorwiegend im Kübel kultiviert. Da kann das Substrat schnell mal austrocknen und er lässt die Blätter hängen. Zumal dieses Gehölz sonnige und warme Standorte bevorzugt. Im weiteren Verlauf rollen sich die Blätter ein und fallen ab. Zur Regeneration sollten Sie die Pflanze sofort ausgiebig wässern, am besten per Tauchmethode. So sollten Sie außerdem beim Gießen vorgehen:

  • häufige Wechsel von zu viel oder zu wenig Wasser sowie längere Gießpausen vermeiden
  • obere Substratschicht zwischendurch abtrocknen lassen
  • an sonnigen Standort im Sommer täglich gießen
  • bis Wasser aus Abzugsloch austritt
  • Substrat dauerhaft leicht feucht halten
  • insbesondere während der Wachstumsperiode
  • Wasserbedarf ansonsten nicht sehr groß
Mädchen gießt Zitronenbaum mit Gießkanne

Auch ein zu kleiner Kübel kann aufgrund des zu geringen Erdvolumens ein zu schnelles Austrocknen des Substrats fördern. Dementsprechend sollte man darauf achten, dass das Pflanzgefäß groß genug ist, regelmäßig, sprich spätestens alle zwei bis drei Jahre umgetopft und die Kübelgröße der jeweiligen Pflanze entsprechend angepasst wird.

Tipp: Um zu testen, ob das Bäumchen vertrocknet ist, schneidet man in einen Ast oder Zweig bis sich im Innern frisches Grün zeigt. Dann kann die Pflanze in der Regel wiederbelebt werden.

Staunässe beseitigen

Nicht nur Wassermangel, auch zu viel Wasser kann zu demselben Problem führen, der Zitronenbaum lässt die Blätter hängen, sie fallen ab. In diesem Fall ist eine Rettung der Pflanze in der Regel nur erfolgsversprechend, wenn die Wurzel noch nicht zu stark geschädigt ist. Schnelles Handeln ist jetzt enorm wichtig. Topfen Sie das Bäumchen sofort aus und nehmen die Wurzeln in Augenschein.

Jungen Zitronenbaum umtopfen
  • alte Erde restlos entfernen
  • faule und abgestorbene Wurzelteile abschneiden
  • Topf gründlich reinigen oder austauschen
  • Drainagematerial unten in den Topf
  • darauf etwas frische Erde
  • Pflanze mittig einsetzen
  • mit Erde auffüllen und diese gut andrücken
  • in den ersten Tagen nicht gießen

Tipp: Um Staunässe nicht zu begünstigen, sollte stehendes Wasser in Untersetzern immer zeitnah entfernt werden.

Substrat austauschen

Auch ein schlechtes Substrat wirkt sich negativ auf den Zitronenbaum aus und er lässt seine Blätter hängen. Eine gute Erde ist die Basis für ein gesundes Wachstum. Löst sie sich beispielsweise vom Rand des Topfes, deutet das meist auf minderwertige Qualität hin. In diesem Fall sollten Sie unbedingt das Substrat wechseln und für eine durchlässige, strukturstabile Erde mit guter Speicherfähigkeit sorgen.

Substrat des Zitronenbaums im Kübel
  • sollte Komposterde, Kokosfasern, Tonmineralien, Quarzsand und Kalk enthalten
  • leicht saurer pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5
  • alternativ spezielle Zitruserde verwenden
  • oder eigene Mischung herstellen
  • aus je 1/3 Kompost und Gartenerde sowie je 1/6 Sand und Tonmineral
  • sehr torfhaltige Substrate neigen zum Vernässen
  • auf Torf generell verzichten

Wurzelbereich warmhalten

Der Standort spielt beim Zitronenbaum eine wichtige Rolle. Kälte mag er überhaupt nicht, sie bremst die Wurzeln aus, sodass die nur noch wenig bis gar kein Wasser mehr aufnehmen können. Im schlimmsten Fall lässt der Zitronenbaum seine Blätter hängen und geht ein. Das kann oberirdisch als Wassermangel wahrgenommen werden, was es aber nicht ist. Dieses Problem tritt vor allem während der Überwinterung auf.

Dabei geht es weniger um kalte Räumlichkeiten als um Kälte im Wurzelbereich. Ein warmer Raum bedeutet nicht gleichzeitig ein warmes Substrat. Um die Pflanze vor dem Absterben zu bewahren, sollte man den Topf bzw. Wurzelbereich warmhalten, beispielsweise mithilfe einer speziellen Wärmematte aus dem Handel.

Häufig gestellte Fragen

Wie kann man feststellen, was die genaue Ursache für hängende Blätter ist?

Sofern die äußeren Bedingungen passen, kann die Ursache im Bereich der Wurzel liegen. Man sollte die Pflanze austopfen und den Ballen bzw. die Wurzeln sowie die Beschaffenheit des Substrats genau in Augenschein nehmen. Ist der Ballen zu nass oder zu trocken, sind viele Feinwurzeln vorhanden oder diese eher faulig und entspricht das Substrat den speziellen Bedürfnissen dieser Pflanze?

Was macht Staunässe so gefährlich?

Kann Regen- oder Gießwasser nicht mehr ablaufen, staut es sich auf, es entsteht Staunässe. Wird das Problem nicht erkannt, geht die Pflanze in der Regel ein. In einem dauerhaft nassen Substrat können die Wurzeln keinen Sauerstoff mehr aufnehmen. Das wiederum hat zur Folge, dass Pilze optimal gedeihen können und Wurzelfäule entsteht. Die Wurzeln sind dann nicht mehr in der Lage, Wasser oder Nährstoffe aufzunehmen, der Zitronenbaum stirbt ab.

Was ist besser für den Zitronenbaum, Leitungs- oder Regenwasser?

Grundsätzlich kann sowohl mit Regen- als auch Leitungswasser gegossen werden. Optimal ist jedoch Regenwasser insbesondere dann, wenn das Leitungswasser besonders kalkhaltig ist, denn der Kalkgehalt variiert je nach Region. Steht kein Regenwasser zur Verfügung, sollte das Leitungswasser vor dem Gießen gut abgestanden sein.

Kommt der Zitronenbaum mit einem plötzlichen Standortwechsel zurecht?

Auf unmittelbare und deutliche Veränderungen der Umgebungstemperatur und des Lichtangebots reagiert der Zitronenbaum empfindlich, meist indem er lässt die Blätter hängen. Das passiert beispielsweise dann, wenn die Pflanze ins Winterquartier umzieht und sich die Bedingungen abrupt ändern. Oft verliert er dann ein Großteil seiner Blätter. Deshalb sollte man ihn immer so lange wie möglich draußen lassen und auch so früh wie möglich wieder rausstellen, um zu starke Veränderungen bzw. Temperaturschwankungen zu vermeiden.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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