Typische Zucchini-Krankheiten mit Bild
Zucchini sind im Garten ein beliebtes Gemüse, dennoch nicht ganz pflegeleicht. Bei falscher Pflege sind sie anfällig für verschiedene bakterielle oder pilzliche Infektionen. Wir stellen die häufigsten Zucchini-Krankheiten mit Bild vor.
Auf den Punkt gebracht
- feucht-warmes Wetter begünstigt Ausbreitung von Bakterien und Pilzen
- auf ausreichenden Pflanzabstand achten
- bodennahes Gießen beugt vor
- Milch-Wasser-Gemisch kann bei Pilzinfektionen helfen
- Pflanzen mit Bakterienbefall immer im Restmüll entsorgen
Inhaltsverzeichnis
Bakterielle Weichfäule
Unter den Zucchini-Krankheiten ist die bakterielle Weichfäule bisher noch nicht stark verbreitet. Die Klimaveränderung könnte in den nächsten Jahren eine Ausbreitung begünstigen, da das Bakterium „Pectobacterium carotovorum“ sich bevorzugt bei wärmeren Temperaturen vermehrt.
- Schadbild: Früchte fangen innerlich an sich zu zersetzen, unangenehmer fauliger Geruch
- Ursache: Temperaturen um 25 °C, Beschädigungen an Früchten
- Bekämpfung: betroffene Früchte entfernen
- Vorbeugung: Gartengeräte regelmäßig reinigen, Früchte möglichst nicht beschädigen
Kam es bereits zur Weichfäule, sollten zukünftig beschädigte Früchte so rasch wie möglich entfernt werden.
Brennfleckenkrankheit
Die Brennfleckenkrankheit wird durch den Pilz „Colletotrichum orbiculare“ ausgelöst. Die Krankheit betrifft überwiegend die Blätter und hat keine direkten Auswirkungen auf die Zucchini-Früchte. Es kommt aber zu einer langfristigen Schwächung der Pflanze, die zu einer Minderung des Ernteertrags führen kann.
- Schadbild: bräunliche Flecken an Blättern, Löcher in Blättern mit bräunlichem Rand
- Ursache: Temperaturen zwischen 26 und 32 °C, hohe Luftfeuchtigkeit bzw. Wasser auf den Blättern
- Bekämpfung: betroffene Blätter entfernen
- Vorbeugung: Fruchtwechsel alle drei Jahre, ausreichend Pflanzabstand, bodennah gießen
Blütenendfäule
Weder ein Pilz noch ein Bakterium ist für das Aufreten der Blütenendfäule verantwortlich. Stattdessen ist sie das Resultat einer Unterversorgung der Pflanze. Ergreifen Sie beim ersten Auftreten rasch Gegenmaßnahmen, kommt es meist kaum zu einer Schmälerung des Ertrags, da lediglich einzelne Blüten betroffen sind.
- Schadbild: gebildete Fruchtansätze beginnen an der Blüte zu faulen, Früchte meist Richtung Stielansatz verdickt
- Ursache: Unterversorgung mit Kalzium
- Bekämpfung: betroffene Früchte entfernen, Mangel mit flüssigem Kalkdünger rasch ausgleichen
- Vorbeugung: mineralischen Langzeitdünger verwenden
Hinweis: Die Blütenendfäule wird gelegentlich mit unbefruchteten Zucchinifrüchten verwechselt. Die Zucchini bildet nämlich sogenannte „Vorfrüchte“, die jedoch im Vergleich zur Blütenendfäule schon in einem deutlich früheren Stadium unbefruchtet abfallen.
Blütenendfäule betrifft häufig Tomaten. Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen:
Eckige Blattfleckenkrankheit
Die Blattfleckenkrankheit betrifft nicht nur die Blätter, auch die Früchte können davon befallen sein. Zu eng stehende Zucchinipflanzen begünstigen die durch das Bakterium „Pseudomonas syringae pv. lachrymans“ ausgelöste Krankheit.
Quelle: Clemson University – USDA Cooperative Extension Slide Series, Angular leaf spot of cucumber 5359665, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
- Schadbild: Blätter weisen glasige bis ölige eckige Flecken auf, Schleim an den Blattunterseiten, faulige und matschige Früchte
- Ursache: feucht-warme Witterung
- Bekämpfung: Pflanzen entfernen
- Vorbeugung: ausreichend Pflanzabstand, Fruchtfolge einhalten
Echter Mehltau
Der auf dem Bild zu sehende Echte Mehltau wird durch verschiedene Pilze der Ordnung „Erysiphales“ verursacht. Die Pilzerkrankung gehört zu den häufigsten Krankheiten an Pflanzen und befällt nicht nur die Zucchini. Bei einer für den Pilz günstigen Witterung kann sie sich schnell auf andere Pflanzen ausbreiten.
- Schadbild: weißer Pilzrasen auf der Blattoberfläche, Stiele und Triebe sowie befallene Blätter vertrocknen und sterben ab
- Ursache: hohe Luftfeuchtigkeit (regelmäßig Morgentau ausreichend), Temperaturen um die 15 °C
- Bekämpfung: betroffene Blätter entfernen, Pflanzen mit einer Mischung aus Milch und Wasser besprühen
- Vorbeugung: ausreichend Pflanzabstand, bevorzugt resistente bzw. tolerante Sorten anpflanzen
Für die Milch-Wasser-Mischung mischen Sie bei einem akuten Befall Milch und Wasser im Verhältnis 1:1. Verwenden Sie bevorzugt Rohmilch, wenn Sie nur handelsübliche fettreduzierte Milch zur Verfügung haben, können Sie bei einem starken Befall die Milch direkt auf die Blätter sprühen. Bei einer für den Pilz günstigen Witterung ist es empfehlenswert, die umliegenden Pflanzen präventiv mit der Milch-Wasser-Mischung zu behandeln.
Tipp: Echten und Falschen Mehltau an Zucchini zu unterscheiden, ist nicht immer einfach. Lässt sich der weiße Belag einfach abwischen, haben Sie es mit der Echten Variante zu tun.
Falscher Mehltau
Beim Falschen Mehltau handelt es sich ebenfalls um eine Pilzerkrankung, die von Pilzen der Ordnung „Peronosporales“ ausgelöst wird. Im Vergleich zum Echten Mehltau bildet sich nicht nur oberflächlich ein weißlicher Belag, sondern auch an der Blattunterseite ist geschädigt.
- Schadbild: violettschwarzes Myzel, gelbe bis braune Flecken anfangs begrenzt zwischen den Blattadern, Blätter und Pflanzen sterben langsam ab
- Ursache: hohe Luftfeuchtigkeit, bevorzugt niedrige Temperaturen
- Bekämpfung: betroffene Blätter entfernen, Pflanzen mit einer Mischung aus Milch und Wasser besprühen
- Vorbeugung: ausreichend Pflanzabstand, bodennah gießen, Pflanzen mit Brennnesseljauche düngen
Die Brennnesseljauche ist ein beliebtes Hausmittel, das die Pflanze nicht nur mit Nährstoffen versorgt, sondern vorbeugend auch die Zellstruktur verbessern kann. Dadurch ist die Pflanze robuster. Für die Jauche geben Sie zerkleinerte Brennnesselblätter in einen Eimer und füllen mit Wasser auf. Sobald die Blätter zersetzt sind, können Sie die Jauche mit Wasser im Verhältnis 1:10 verdünnt verwenden.
Hinweis: Bringen Sie Pflanzenjauchen am besten abends und keinesfalls bei Sonnenschein aus. Es drohen sonst Verbrennungen.
Ist die Krankheit zu weit vorgeschritten, helfen auch keine Hausmittel mehr. Die Pflanzen sollten im Restmüll entsorgt werden, um eine Ausbreitung auf umliegende Kulturen zu verhindern.
Fusariumwelke
Die Fusariumwelke, verursacht durch den Pilz „Fusarium oxysporum“, befällt vor allem Jungpflanzen in der Anzucht.
Quelle: Jerzy Opioła, Fusarium oxysporum a1 (1), bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0
- Schadbild: Wurzelhals fängt an zu vertrocknen, Pflanzen fallen um
- Ursache: sehr feuchte Erde, minderwertige Erde
- Bekämpfung: betroffene Pflanzen sterben immer ab
- Vorbeugung: Pflanzgefäße immer grundreinigen, hochwertige Erde ohne Torf verwenden, mäßig gießen
Grauschimmel
Der Grauschimmel befällt vorwiegend die Früchte. Verursacher der Krankheit ist der Pilz „Botrytis cinerea“.
- Schadbild: grauer Pilzrasen auf den Früchten, Pilz kann sich auf die Pflanze ausbreiten
- Ursache: hohe Luftfeuchtigkeit, wenig Licht, Temperaturen um 20 °C
- Bekämpfung: betroffene Pflanzenteile entfernen, mäßiger gießen, Stickstoffdüngung reduzieren
- Vorbeugung: Geräte regelmäßig grundreinigen, großer Pflanzabstand, Boden mit Stroh mulchen
Gurkenmosaikvirus
Das auf dem Bild gut zu erkennende Gurkenmosaikvirus zählt zu den gefürchtetsten Krankheiten bei Kürbisgewächsen, zu denen die Zucchini gehört. Große Probleme bereitet sie vor allem in kleinen Gärten, die nur begrenzte Möglichkeiten zur Fruchtfolge haben. Bei einem Befall darf mindestens vier Jahre kein Kürbisgewächs mehr an der gleichen Stelle stehen.
Quelle: DieterO, Gurkenmosaikvirus, Bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
- Schadbild: hellgrüne bis gelbliche mosaikartige Blattverfärbungen, Früchte stark deformiert mit unregelmäßigen Dellen
- Ursache: Virus dringt über Verletzungen an der Pflanze ein
- Bekämpfung: erkrankte Pflanzen unverzüglich entfernen und im Restmüll entsorgen
- Vorbeugung: Pflanzen unkrautfrei halten, auf Fruchtfolge achten, resistentes Saatgut verwenden
Häufig gestellte Fragen
Ja, sind die Blätter von Mehltau befallen, sind die Früchte in der Regel noch essbar. Lediglich Früchte von Pflanzen, die weitgehend schon abgestorben sind, sollten sie nicht mehr essen. Der Grund dafür ist nicht der Mehltau, sondern die zu verrottende Pflanze, von der noch Pflanzensäfte von der Frucht aufgenommen werden. Oftmals sind solche Früchte am Stielansatz bereits matschig.
Schmeckt eine Zucchini bitter, sollten Sie sie keinesfalls essen. Die Früchte enthalten dann das giftige Cucurbitacin, das in größeren Mengen tödlich sein kann. Kürbisgewächse, zu denen neben der Zucchini auch die Gurke gehört, können den Giftstoff aus unterschiedlichen Gründen ausbilden. Neben Verkreuzungen oder Rückmutationen können Stressfaktoren wie Pflanzenkrankheiten die Bildung der Giftstoffe begünstigen.
Die Gänge werden durch die sogenannte Minierfliege (Liriomyza) verursacht. Sie frisst das Gewebe zwischen der Blatthaut, was dazu führt, dass auch bestimmte Bereiche nicht mehr von der Pflanze richtig versorgt werden können. Dadurch bilden sich helle Stellen. Entfernen Sie betroffene vollständig und entsorgen Sie sie im Restmüll, um die Verbreitung einzudämmen.