Frisches Gemüse ist nicht nur gesund, sondern es bereichert den Speiseplan um eine vielseitige, schmackhafte und frische Komponente. Ein besonderes Highlight sind dabei Zuckererbsen. Knackig, erfrischend und zugleich mild-süßlich eignen sie sich sowohl für klassisch deutsche Küche, als auch für eine Vielzahl exotischer Gerichte. Hier erfahren Sie, wie auch das Anbauen im eigenen Gemüsegarten an Hand unserer einfachen Anleitung gelingt, so dass Sie eine leckere und bewusste Ernährungsweise durch Zuckerschoten aus eigenem Anbau ergänzen können.

Standort

Grundlage für das erfolgreiche Anbauen der auch als Kefe bekannten Zuckererbsen ist ein geeigneter Standort. Denn er stellt vom Keimen bis hin zur Ernte die Weichen, ob die Aufzucht gelingt, oder zumindest, wie viel Aufwand für die spätere Ernte im heimischen Garten angestrengt werden muss. Besonders gut gedeihen die Zuckerschoten an einem Standort mit diesen Eigenschaften:

  • Lockerer, stark humoser Boden
  • Gleichmäßige Bodenfeuchte, nicht zu trocken
  • Luftiger Standort, gerne auch außerhalb geschützter Lagen
  • Sonnige bis maximal halbschattige Bereiche im Hausgarten
  • Als Schwachzehrer gut mit intensiv zehrenden Gemüsesorten kombinierbar

Weniger erfolgreich lassen sich Zuckererbsen dagegen auf zu schweren, lehmigen Böden anbauen. Auch Staunässe mögen die recht zierlichen und schnellwachsenden Gewächse nicht. Einerseits wird das Wurzelwachstum durch kompakte Bodenbeschaffenheiten behindert, andererseits erleichtert stehende Nässe Schimmelpilzen und Fäulniserregern die Ansiedelung zum Nachteil der Pflanze.

Zeitpunkt

Da Zuckererbsen, wie auch alle anderen Erbsensorten, zu den sogenannten Langtagpflanzen gehören, stellen Sie das Wachstum mit zunehmender Tageslänge von Blattwachstum zu Blüten- und nachfolgend Fruchtwachstum um. Daher sollte die Aussaat im zeitigen Frühjahr erfolgen, so dass die Pflanzen im Garten genügend Blattmasse entwickeln können, bevor sie mit der Reproduktion über Blüten und Schoten beginnen. Direkt im Freiland lassen sie sich ab Ende April kultivieren. Werden die Pflänzchen in geschützter Umgebung vorgezogen, kann damit bereits Anfang April begonnen werden, so dass das Umsetzen ins Freiland ebenfalls Ende April erfolgen kann.

Zuckererbsen, Pisum sativum var. saccharatum

Dauer

Je nach Witterung, Temperaturen und sonstigen Rahmenbedingungen kann die Entwicklung vom Samen bis zu erntereifen Zuckerschoten variieren. Im Allgemeinen kann man jedoch für den Anbau mit einer Zeitspanne von rund drei Monaten rechnen.

Zuckererbsen anbauen

Zuckererbsen sind einjährige Pflanzen, die den Winter nicht überleben. Daher muss der Anbau in jedem Jahr aufs Neue erfolgen. Für die Aussaat besteht die Möglichkeit, sie direkt ins Freiland durchzuführen, oder die Sprösslinge zuvor in geschützten Bereichen vorzuziehen und später auszupflanzen. Das Vorgehen ist jedoch in beiden Fällen dasselbe, nur dass bei einer Direktaussaat der Zuckerschoten das Umsetzen aus den Saattöpfchen in den Garten unterbleibt. Im Folgenden wird die Anleitung Schritt für Schritt für beide Vorgehen erläutert, so dass die Aufzucht der Kefe sowohl mit Vorzucht, als auch in der Direktaussaat verdeutlicht wird.

Vorbereitung

Vor dem eigentlichen Anbauen gilt es, die Samen und auch die Pflanzgefäße bzw. die Pflanzerde vorzubereiten. So keimen die einzelnen Saatkörner leichter und mitunter auch schneller. Dies geschieht, indem die Samen für ungefähr einen halben Tag in warmem Wasser eingeweicht werden.

Einsaat mit Vorziehen

Zunächst werden die Zuckerschoten in kleinen Saattöpfchen ausgesät, wo sie in geschützter Umgebung keimen und an Größe zulegen können. Dieser erste, nicht zwingend erforderliche Schritt erleichtert das Anbauen durch die Vermeidung ungünstiger Einflussfaktoren.

  • Saattöpfchen, z.B. kleine Joghurtbecher, zu drei Viertel mit Saaterde füllen und Erde leicht andrücken
  • Je Töpfchen ein bis zwei Saatkörper in drei bis vier Zentimeter tiefe Vertiefung einlegen und zudecken
  • Vertiefung z.B. mit dem Finger eindrücken
  • Erde mit Samen feucht halten, dabei häufiger und jeweils nicht zu intensiv wässern
  • Umgebungstemperatur bei mindestens 10 °C bis 15°C halten
  • idealerweise ca. 18 °C Raumtemperatur für rasche Keimung

Auspflanzen

Sind die im Becher oder Töpfchen gekeimten und aufgewachsenen Pflänzchen ca. acht bis zehn Zentimeter groß geworden, können sie an ihre endgültigen Standorte im Gemüsegarten umgesetzt werden. Durch die erste Wachstumsphase in geschützter Umgebung sind die Zöglinge nun widerstandsfähig genug, um den Widrigkeiten des Freilands zu trotzen.

  • Auspflanzen ab Wuchshöhe von ca. 8 bis 10 Zentimetern
  • Pflanzabstand, wie Direktaussaat, rund 5 Zentimeter
  • Pflanztiefe ca. 3 bis 4 Zentimeter, hier gerne auch Löcher mit Finger in Boden drücken, Sprösslinge einstellen und Erde von allen Seiten leicht andrücken
  • Zunächst gut angießen, nach Anwachsen nur noch bei starker Trockenheit Wassergaben erforderlich

Direkteinsaat ins Freiland

Werden Zuckerschoten direkt ins Freiland oder den Balkonkasten eingesät, entfällt natürlich die Vorbereitung für die Anzucht. Stattdessen werden die Samen gleich an den endgültigen Standorten in den Boden gebracht und dort mit allen zur Keimung erforderlichen Faktoren versorgt.

  • Bei Bedarf Aussaatbereiche mit Saaterde aufbereiten, dazu Saaterde andecken und mit der Hacke leicht einarbeiten, jedoch nur im direkten Saatbereich erforderlich
  • Pflanzkulen im Abstand von vier bis sechs Zentimeter Abstand und mit einer Tiefe von rund fünf Zentimeter in den Boden eindrücken
  • Vorgeweichte Saatkörper einzeln einlegen und Kulen mit Erde überdecken
  • Gut angießen und während der Keimphase dauerhaft feucht halten, wegen größerem Erdvolumen Wassergaben intensiver gestalten, als bei Vorziehen im Töpfchen erforderlich

Tipp: Bei kühler Witterung sollten Sie die Saatbereiche mit transparenten Folientunneln oder beispielsweise auch transparenten Kunststoffbechern oder Ähnlichem abdecken. So lassen sich die Temperaturen im Bereich der Saat erhöhen und die Keimung vorteilhaft beeinflussen. Bereits ab etwa 5 °C  Bodentemperatur gelingt die Keimung. Je höher die Temperatur ist, umso schneller entstehen aus den einzelnen Erbsen die gewünschten Sprösslinge.

Aussäen

Pflege

Ist die Etablierung der Zuckererbsen gelungen, gelten die Pflanzen als pflegeleicht und unkritisch. Dennoch bedürfen Sie einiger Pflegemaßnahmen, um zuletzt mit der gewünschten Ernte belohnt zu werden.

  • Bei Trockenheit regelmäßig alle zwei bis vier Tage gießen
  • im Frühjahr bei „normaler“ Witterung mit gelegentlichen Niederschlägen aber meist kein Gießen erforderlich
  • Durch nur schwach zehrende Eigenschaften keine Nährstoffzufuhr über Dünger erforderlich
  • ab Wuchshöhe von ca. 15 Zentimeter Pflänzchen leicht anhäufeln
  • für besseres Höhenwachstum, bessere Belichtung und höheren Ertrag Rankhilfe anbieten
  • ca. 50 bis 70 Zentimeter hohes Rankgitter, z.B. aus Weidengeflecht, senkrecht eingestellter Baustahlmatte oder Ähnlichem
  • Triebe locker durch die Rankhilfe führen

Ernte

Am Ende steht für all die Mühen im heimischen Garten die Belohnung in Form einer reichhaltigen Ernte. Erntereif sind die Schoten, sobald sie die für den Verbraucher gewünschte Größe erreicht haben, was meinst nach ungefähr drei Monaten der Fall ist.

  • Zuckerschoten mit Stielansatz durch Abschneiden, Abknipsen oder Abbrechen vom Strauch entfernen
  • Nach Ernte Pflanzen mitsamt Wurzel aus dem Boden ziehen und entsorgen, z.B. auf dem heimischen Kompost
  • Pflanzfeld kann anschließend für weitere Pflanzungen vorbereitet werden, dabei meist wegen schwach zehrender Eigenschaft der Zuckererbsen kaum Bodenverbesserung erforderlich

Tipp: Je länger die Schoten im Garten verbleiben, umso größer werden sie. Mit zunehmender Größe nimmt jedoch die Zartheit, für die sie so bekannt sind, ab. Man sollte daher bis zur Ernte nicht zu lange warten, um zusätzliche Quantität nicht durch geringere Qualität zu erkaufen.

Aufbewahrung

Wurden die Zuckererbsen erfolgreich geerntet, können sie entweder sofort zubereitet, oder für einen späteren Verzehr aufbewahrt werden. Die kurzfristige Aufbewahrung gelingt gut im Kühlschrank, indem man die Schoten in ein feuchtes Tuch einschlägt. Möchten Sie sie dagegen länger aufbewahren, empfiehlt es sich, die Ernte einzufrieren. Wer das Gemüse vor dem Einfrieren wäscht und die Stiele entfernt, kann sie später dem Gefrierschrank entnehmen und ohne weiteren Aufwand zubereiten

Zuckererbsen, Pisum sativum var. saccharatum

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