Melonen anbauen: so gelingt es | Zuckermelonen selber ziehen

Zuckermelonen anbauen

Zuckermelonen sind kein einfach zu kultivierendes Gewächs. Die schlichte Anwesenheit der Sonne reicht nicht aus, sie muss Tag für Tag brennen – von morgens bis abends. Nur dann kommen die kugeligen Früchte mit einer wirklich aromatischen Süße daher. Gar nicht so einfach, in unseren Breitengraden. Doch weil wir diese Früchte so lieben, geben wir die Hoffnung niemals auf. Ein Ausnahmesommer und ein Gewächshaus könnten uns den Melonentraum doch noch erfüllen.

Freiland oder Glashaus

Die Saat einer Zuckermelone ist hierzulande am besten in einem Gewächshaus aufgehoben. Licht und Wärme sind ihr tägliches Lebenselixier, welches ihr im Freien jedoch niemand garantieren kann. Wer kein solches Pflanzenhäuschen besitzt, dafür aber reichlich Platz im Beet, kann es mit dem Anbau dennoch versuchen. In milderen Gebieten und warmen Sommern bestehen dabei durchaus Chancen, die Früchte mit guter Pflege zur Reife zu bringen.

Cantaloupe-Melone

Hinweis: Trotz der ausgeprägten Süße ist die Zuckermelone keine Obstsorte, wie weithin angenommen wird. Sie gehört vielmehr zur Familie der Kürbisgewächse und ist somit eine Verwandte der Zucchini.

Der beste Standort im Freien

In milden Lagen haben es Zuckermelonen im Freien dabei leichter als in rauen Gegenden. Immer sollte ihr jedoch der sonnigste Platz im Beet reserviert werden. Windgeschützt sollte er ebenso sein. Schwarze Mulchfolie hält die Wärme im Boden und verschafft der Pflanze so ein paar zusätzliche Grad.

Tipp: Im Freiland können Sie gut eine der neuen kleinfruchtigen Sorten anbauen, deren Früchte schneller ausreifen.

Geeignetes Gewächshaus

Die Anzucht der Cucumis melo, wie der wissenschaftliche Name dieser rankenden Pflanze lautet, muss früh begonnen, und während der ganzen Vegetationsperiode optimal begleitet werden. Mithilfe einer optimalen Ausstattung des Gewächshäuschens lassen sie sich ertragreicher anbauen:

  • durchgehende Lüftungsmöglichkeit
  • selbstständig arbeitende Heizung
  • einen integrierter Frostwächter
  • automatische Tröpfchenbewässerung

Sorten

Haben Sie den passenden Platz für Ihre Zuckermelonen gefunden gilt es sich für eine oder auch mehrere Sorten zu entscheiden.

Honigmelone

  • oval
  • außen gelb und glatt, im Innern weiß-grünlich
  • süß mit einer frischen Note

Honigmelone

Netzmelone

  • z. B. Galia
  • netzartig mit rauen Linien überzogen
  • kugelrund, wechselt von grün zu gelb
  • Fruchtfleisch ist süß und von weißgrüner Färbung

Galiamelone

Futoro

  • oval, dunkelgrün mit gelben Furchen
  • knackig und dabei süß im Geschmack
  • lange haltbar

Futoro Melone

Cantaloupe

  • rund mit grünlicher Schale
  • Fruchtfleisch ist leuchtend Orange
  • schmeckt aromatisch und saftig
  • Carentais ist eine bekannte Sorte

Zuckermelone 'Cantaloupe'

Zuckermelonen anbauen

Vorbereitung

Pflanzsubstrat

Cucumis melo gehört zu den anspruchsvollsten Pflanzen, die wir in unserem Garten anbauen können. Vor allem reichlich Nährstoffe muss der ideale Boden den Melonen dabei anbieten. So kann er treffend beschrieben werden:

  • nährstoffreich, locker und feucht
  • wasserdurchlässig, neigt nicht zu Staunässe
  • hält gleichmäßig die Wärme
  • pH-Wert liegt im Bereich von 6 bis 6,8

Lehmige Böden eigenen sich jedoch nicht für die durstigen Melonen und müssen zwingend mit einer Drainage aufgelockert werden.

Vorziehen

Bei lauernden Spätfrösten wird es in einem ungeheizten Raum jedoch ungemütlich für diese kälteempfindliche Pflanze. Damit sie dabei keine wertvolle Zeit verliert, sollte ab März die Anzucht an einem warmen Platz starten. Das gilt auch, wenn sie im Freiland kultiviert wird. Unberechenbare Außentemperaturen erlauben eine Direktaussaat erst ab Mitte Mai. Die ihr verbleibende Zeit könnte dann knapp werden, um ihren Früchten den letzten geschmacklichen Schliff zu geben.

1. Befüllen Sie kleine Anzuchttöpfe mit einer Mischung aus Blumenerde und normaler Gartenerde.
2. Stecken Sie in jeden Topf einen Samen etwa 1 bis 2 cm tief hinein.
3. Drücken Sie die Erde leicht an und wässern Sie sie mit lauwarmem Wasser.
4. Bedecken Sie die Töpfe mit einer wärmeisolierenden Folie, die allerdings Licht durchlässt.
5. Stellen Sie die Töpfe auf das Fensterbrett eines Südfensters und möglichst über einer Heizung. Achten Sie darauf, dass sich die Temperatur im Bereich von 25 °C bewegt.
6. Halten Sie die Erde durchgehend feucht aber nicht zu nass.
7. Nach ein paar Tagen keimen die Kerne und die ersten Blätter folgen. Nehmen Sie jetzt die Folienabdeckung ab.

Rankhilfe

Melonen bilden lange Ranken aus, die sich auf der Erde nach allen Seiten ausbreiten können. Aus Platzgründen können Sie Melonen auch in die Höhe ziehen. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass das Blattwerk vor der Fäulnis begünstigenden Bodenfeuchtigkeit geschützt ist.

  • an Rankgittern oder Schnüren ziehen
  • schwere Früchte durch Netze auffangen
  • reifende Melonen auf Brettchen, Styropor oder Stroh betten

Auspflanzen

Die Pflege der kleinen Zuckermelonen muss an ihrem warmen Platz weiter gehen, bis Mitte Mai die Zeit des Umzugs gekommen ist. Die zarten Pflanzen können jetzt ins Glashaus oder in ein sonnig gelegenes Beet umgepflanzt werden.

  • behutsam einpflanzen, Wurzelwerk ist empfindlich
  • Pflanzabstand beträgt 80 x 80 cm
  • zunächst vor der prallen Sonne schützen
  • dafür Stroh- oder Bastmatten aufstellen

 Cantaloupe-Melone

Pflege

Gießen

Der Wasserdurst ist enorm und so darf die Gießkanne kaum Pausen machen. Die Exemplare im Treibhaus sind in dieser Hinsicht noch fordernder, schließlich wachsen sie in der Wärme schneller.

  • regelmäßig gießen
  • an kühlen Tagen bedarfsorientiert
  • an heißen Tagen täglich
  • in der Herbstzeit häufiger, dafür mit geringeren Mengen
  • stets lauwarmes Wasser verwenden
  • Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser sind ideal
  • nur morgens gießen
  • Feuchtigkeit auf der Pflanze macht anfällig für Pilzerreger
  • unmittelbaren Wurzelbereich aussparen
  • Blätter nicht mit Wasser benetzen
  • verlegte Tropfschläuchen optimal
  • Luftfeuchtigkeit niedrig halten

Tipp: Vermeiden Sie sowohl eine Über- als auch Unterversorgung mit Wasser, da ansonsten die Fruchtqualität leidet. Der Boden ist ideal gewässert, wenn die Feuchtigkeit 20 cm tief vorgedrungen ist.

Düngen

Wie nährstoffreich der Boden beim Start der Zuckermelonen ins neue Leben auch war, auf regelmäßige Düngergaben kann nicht verzichtet werden. Denn sie gehören zu den sogenannten Starkzehrern, die den Boden bis zur Neige schröpfen.

  • organischer Dünger bestens geeignet
  • beispielsweise Kompost oder Mist
  • kann aufgelöst mit Gießwasser verabreicht werden
  • auch Flüssigdünger ist geeignet
  • während der Wachstumszeit wöchentlich düngen

Hacken und jäten

Konkurrenz um die begrenzten Nährstoffe kann die Cucumis melo ebenfalls nicht gebrauchen. Gerade im Freiland muss aufkeimendes Unkraut schnellstens aus der Erde gezogen werden. Regelmäßiges Hacken belüftet zudem den Boden und sorgt für eine gute Feuchtigkeitsaufnahme.

Entspitzen

In der Wohlfühlumgebung ihrer Heimat können Melonen dem Lauf der Natur überlassen werden. Sie bilden von allem reichlich: Triebe und Früchte. Hierzulande müssen einige Pflanzenteile weichen. Die Finger des Gärtners sind dabei das beste Werkzeug. Flach wachsende Melonen werden im Juni wie folgt entspitzt:

  • vor dem sechsten Blatt den Haupttrieb kappen
  • neu entstehende Seitentriebe ebenfalls entspitzen
  • nach etwa 8 bis 10 Blättern
  • weitere Verzweigungen folgen
  • es bilden sich weibliche Blüten

Tipp: Sobald die Früchte kräftiger sind, reichen an den Fruchttrieben 2 bis 3 Blätter für deren Versorgung aus. Die Triebspitzen werden einfach mit den Fingern abgezwickt.

Melonen, die in die Höhe ranken sollen, benötigen jedoch einen langen Haupttrieb. Daher wird bei ihnen die Entspitzung anders durchgeführt.

  • Haupttrieb lang wachsen lassen
  • sämtliche untere Seitentriebe entfernen
  • bis auf einer Höhe von 80 cm
  • pro Pflanze max. fünf Früchte lassen

 Melonenblüte

Befruchtung

In einem Gewächshaus flattern und summen keine fleißigen Bienen, wie es im Freien der Fall ist. So sind trotz zahlreicher Blüten keine Früchte in Sicht. Es sei denn, Sie helfen nach und bringen die weiblichen und männlichen Blüten zusammen. Nehmen Sie den Pollen von der männlichen Blüte mit einem weichen Pinsel auf und streichen anschließend damit über die Narbe der weiblichen Blüte.
Morgens ist dabei die aussichtsreiche Zeit für eine erfolgreiche Befruchtung. Weibliche Blüten erkennen Sie übrigens an einer Verdickung unterhalb der gelben Blüte.

Ernte

Die ersten Sorten liefern ihre Früchte schon Ende Juli ab. Ein aromatischer Duft wird oft als Vorbote der Reife entsandt. Doch es gibt noch weitere Anzeichen, die für eine baldige Ernte sprechen:

  • Stielansatz bildet kreis- oder strahlenförmige Risse
  • Zuckertröpfchen treten aus diesen Rissen heraus
  • die typische Außenfarbe ist von einem kräftigen Ton
  • es haben sich arttypische Musterungen ausgebildet

Schneiden Sie den Stiel mit einem scharfen Messer oder einer Schere ab. Denn ein Reißen an der Frucht kann andere Pflanzenteile beschädigen.

Melonen ernten

Krankheiten & Schädlinge

Krankheiten

Melonen nehmen mit ihren Wurzeln einerseits viel Wasser auf, andererseits bevorzugen sie eine trockene Luft. Ist diese zu feucht, können sich Pilzkrankheiten wie die Fusariumwelke und Mehltau ausbreiten. Halten Sie Ihre Melonenpflanzen gesund, indem Sie folgende Tipps beherzigen:

  • ausreichend Pflanzabstand einhalten
  • nicht nach anderen Kürbisgewächsen anbauen
  • Jauche aus Ackerschachtelhalm vorbeugend spritzen
  • alle zwei Wochen, drei Tage hintereinander
  • gegen Mehltau resistente Sorten anbauen
  • vierjährige Fruchtfolge einhalten

Schädlinge

Im Gewächshaus machen sich trotz bester Pflege häufiger Blattläuse breit und wandern von Pflanze zu Pflanze. Der Einsatz von Chemie kann trotzdem vermieden werden. Florfliegen können diesen Schädling schnell ausschalten, wenn Sie rechtzeitig auf ihn losgelassen werden. Sie können über das Internet bestellt werden und sind für Menschen und Pflanzen vollkommen ungefährlich.
Rote Spinnen werden dagegen von Raubmilben vertilgt. Diese können ebenfalls über das Internet bezogen werden. Auch wenn ihr Name etwas Furcht einflößend klingt, sind sie für uns Menschen ausschließlich nützliche Tierchen.

Charentais-Melone