Säulenkaktus, Cereus – Pflege-Infos und Vermehren

Säulenkaktus, Cereus
Steckbrief und Pflege-Infos öffnenschließen
Blütenfarbe
weiss
Standort
Sonnig, Vollsonne
Blütezeit
Juli, August, September
Wuchsform
aufrecht
Höhe
bis zu 300 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig
Bodenfeuchte
mäßig trocken
Kalkverträglichkeit
k.A.
Humus
k.A.
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Kakteengewächse, Cactaceae
Pflanzenarten
Zimmerpflanzen
Gartenstil
Wintergarten, Wohngarten

Bei einem Säulenkaktus handelt es sich um ein beeindruckendes Gewächs, welches der Familie Cactaceae angehört. Sein weit verzweigter Wuchs bietet einen echten Hingucker. Ursprünglich stammt Cereus aus Südamerika, hierzulande wird er meist als Zimmerpflanze kultiviert. Zu den größten Besonderheiten dieser hübschen Sukkulente gehört die Blüte, die ausschließlich nachts erblüht.

Steckbrief

  • der deutsche Name lautet Säulenkaktus, Felsenkaktus
  • der botanische Name lautet Cereus
  • stammt aus der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae)
  • blüht zwischen Juli und September ausschließlich nachts
  • gilt als pflegeleichte Pflanze
  • wird im Topf bis zu drei Meter hoch, in freier Wildbahn bis zu 15 Metern

Arten

Es gibt insgesamt rund 44 verschiedene Arten dieser Sukkulente, allerdings sind längst nicht alle für die Heimhaltung empfehlenswert. Zu den gut geeigneten Arten mit geringem Pflegeanspruch gehören:

  • Cereus jamacaru und Cereus peruvianus
  • Cereus peruvianus ‚Monstrosus‘

Sorte jamacaru:

Dieser Säulenkaktus ist einstämmig und weißt eine blau-grüne Färbung auf. Bei reiner Wohnungskultivierung verzweigt er kaum. Die Rippen treten in Gruppen von sechs bis zehn Stück auf und verfügen über tiefe Einschnitte.

Auf den Rippen befinden sich die Areolen, welche ebenfalls behaart sind und Dornen besitzen. Nur sehr alte oder große Pflanzen zeigen eine Blüte, die dann bis zu 30 cm. lang werden kann.

Sorte peruvianus:

Diese Sorte ähnelt der Sorte jamacaru sehr stark. Allerdings weist dieses Exemplar fünf bis acht Rippen auf und an den Areolen zeigen sich bis zu acht Dornen. Die ebenfalls selten auftretenden Blüten erreichen eine Länge von bis zu 15 cm. und sind von innen weiß, von außen rot.

Sorte peruvianus ‚Monstrosus‘:

Diese Sorte trägt den Namen Felsenkaktus und ist beinahe ein Muss für jeden Kakteen Freund. Die Besonderheit ist, dass diese Sorte über mehrere Vegetationspunkte verfügt und somit mehrere Blüten und Blätter austreiben kann. Optisch wirkt dieser Kaktus eher knochig und rippig, allerdings verwandelt er sich in ein Highlight, wenn er im hohen Alter einmal Blüten trägt.

Säulenkaktus wird bis 15 m hoch

Neue Pflanzen einpflanzen

Sobald Sie einen Säulenkaktus erworben haben, sollten Sie diesen in frische Erde pflanzen. Andernfalls droht die Gefahr, dass Sie Schädlinge aus dem Handel mitbringen.
Verwendet werden Plastiktöpfe, da in diesen das Substrat kaum austrocknet und die Wurzeln nicht so gut an der Topfwand haften.

Schritt für Schritt in den neuen Topf:

  • entfernen Sie den alten Topf
  • reinigen Sie den Wurzelstock des Säulenkaktus und entfernen Sie alte Erde
  • es ist erlaubt den Säulenkaktus mit Wasser abzuspülen
  • füllen Sie den neuen Topf beispielsweise mit Kakteenerde
  • setzen Sie den Kaktus hinein und füllen den Rest des Topfes auf
  • Gegossen wird frühstens nach zwei Wochen
  • tragen Sie Handschuhe aus Leder, um Verletzungen vorzubeugen

Standort

In seiner Heimat ist der Säulenkaktus in heißen, trockenen Gefilden angesiedelt. Auch als Zimmerpflanze schätzt er eine möglichst natürliche Umgebung. Nach folgenden Kriterien sollten Sie den Standort für Ihren Kaktus auswählen:

  • der Platz sollte volles Sonnenlicht bekommen
  • Südfenster werden stets bevorzugt
  • Gewächshäuser und Frühbeete eignen sich als Standort
  • in der warmen Jahreszeit darf der Kaktus draußen stehen
  • ein Regenschutz ist in freier Natur dringend erforderlich
  • frische Luft sorgt für eine Verlängerung der Stacheln
  • der Säulenkaktus braucht eine Winterruhe
  • Überwinterung muss bei kühlen Temperaturen erfolgen

Wichtig: Drehen Sie den Kaktus bei einem Standplatz auf der Fensterbank regelmäßig, damit sich seine Wuchsrichtung nicht einseitig herausbildet.

Pflege und Substrat

Bei der Pflege von Säulenkakteen müssen Sie nur ein paar Rahmenbedingungen beachten. Die Pflanze gilt allgemein als sehr pflegeleicht. Wichtig ist die Wahl des passenden Substrats, denn handelsübliche Blumenerde ist für Sukkulenten ungeeignet.

Folgende Mischungen haben sich als Substrat bei Kakteen bewährt:

  • 1/4 Quarzsand, 1/4 torffreie Blumenerde, 2/4 Bims, Seramis oder Lava
  • 1/3 Cocos-Substrat, 1/3 Gartenerde, 1/3 Sand
  • klassisches Kakteensubstrat, angereichert mit Bims

Gießen und Düngen

Die sukkulenten Pflanzen sind in der Lage Wasser zu speichern und brauchen daher nicht zu jeder Jahreszeit gleichviel Wasser. Die Wachstumsperiode beginnt sobald die Außentemperaturen konstant über 15 Grad liegen.

Säulenkaktus 2 mal täglich gießen

In dieser Phase braucht der Säulenkaktus regelmäßig Wasser. Liegen die Außentemperaturen bei mehr als 35 Grad, hört der Kaktus vorübergehend auf zu wachsen. Jetzt ist weniger Wasser erforderlich, erst wenn das Substrat getrocknet ist, braucht die Pflanze erneut Flüssigkeit.

In der Winterruhephase braucht der Kaktus überhaupt kein Wasser. Das trifft auch dann zu, wenn er optisch verkümmert wird. Es ist normal dass Säulenkakteen während der Winterperiode schrumpfen, sie entfalten sich im Frühjahr wieder.

Die wichtigsten Gießtipps:

  • zweimal pro Tag geringfügig gießen (morgens und abends)
  • nicht während der Mittagssonne gießen
  • immer nur mäßig gießen, Staunässe vermeiden
  • Erde darf bis zu zwei cm. tief trocknen
  • gute Gießmethode ist das Besprühen mit der Blumenspritze

Düngen ist während der Wachstumsperiode sinnvoll, hier reicht zweimal pro Monat ein normaler Kakteendünger. Wichtig ist, dass dieser eine geringe Menge Kalk, viel Kali und viel Phosphor enthält. Handelsüblicher Pflanzendünger enthält zu viel Nitrat und sollte daher nicht zum Einsatz kommen.

Überwinterung

Der Säulenkaktus ist im Winter in der Ruhephase und braucht vor allem einen kühlen, ruhigen Rückzugsort. Am besten ist ein Kellerraum geeignet, der aber keinesfalls feucht sein darf. Hier droht andernfalls die Gefahr von Schimmelbildung.

Die optimalen Überwinterungstemperaturen liegen zwischen acht und zehn Grad. Es ist nicht ratsam dem Kaktus auf dem Fensterbrett über der Heizung zu lagern, da er zu schnell austrocknet.

Dünger und Wasser sind nicht erforderlich, wenn die optimalen Temperaturen eingehalten werden. Gegossen wird dann erst wieder im Frühjahr.

Vermehren

Ihren Säulenkaktus können Sie durch Ableger vermehren. Geeigneter Zeitpunkt ist im Frühjahr oder Sommer. Folgende Schritte sind beim Vermehren erforderlich:

  • geeigneten Trieb mit einem desinfizierten Messer abschneiden
  • zur Vermeidung von Fäulnis lassen Sie die Schnittstelle nun einige Wochen trocknen
  • stellen Sie den Ableger in ein leeres Glas zur Trocknung
  • wenn die Schnittstelle komplett getrocknet ist, setzen Sie den Ableger in einen Topf
  • der Topf muss Kakteenerde enthalten
  • befeuchten Sie die Erde in den ersten Wochen nur leicht, um Fäulnis zu verhindern

Vermehrung durch Aussaat

Wenn Sie geduldig sind, können Sie Ihren Kaktus auch durch die Aussaat von Samen vermehren. Die Aussaat sollte im Februar erfolgen. Bis zum Eintritt der Kälteperiode sind die Jungpflanzen dann bereits stabil und können den Winter mühelos überstehen.

Der Säulenkaktus wird auch als Felsenkaktus bezeichnet

Folgende Schritte sind bei der Vermehrung per Aussaat nötig:

  • befüllen Sie eine Saatschale mit gesiebtem Substrat und streuen die Samen drauf
  • die Samen dürfen nicht mit Erde bedeckt werden, da es sich um Lichtkeimer handelt
  • stauen Sie vorsichtig von unten mit Wasser
  • nutzen Sie Klarsichtfolie, um die Schale abzudecken
  • die Temperatur sollte 25 – 30 Grad betragen, ein warmer, heller Standort ist nötig
  • nach etwa ein bis sechs Wochen keimen die Samen
  • pro Tag müssen Sie die Schale zwei- bis dreimal lüften
  • achten Sie auf ein feuchtes, aber nicht nasses Substrat
  • bei einer Sämlingsgröße von mindestens fünf mm. können Sie pikieren
  • die einzeln gesetzten Jungpflanzen brauchen keine Abdeckung mehr
  • während der ersten drei Monate sollten Sie täglich dreimal gießen

Schneiden

Der Säulenkaktus kann ein rasantes Wachstum hinlegen, innerhalb von fünf bis sieben Jahren ist eine Wuchshöhe von einem Meter nicht selten. Wenn Ihnen der Kaktus zu groß wird, können Sie ihn jederzeit stutzen oder kürzen, das abgetrennte Teil fungiert als Steckling.

  • zum kürzen wird die gewünschte Stelle markiert und mit einer Eisensäge abgeschnitten
  • der abgetrennte Steckling sollte etwa einen Monat trocknen
  • den Steckling können Sie nun in die Kakteenerde setzen
  • erste Wassergabe erfolgt nach zehn Tagen
  • innerhalb von sechs Wochen zeigen sich Wurzeln

Es ist nicht zwingend erforderlich den Säulenkaktus zu stutzen oder zu schneiden, wenn Sie das Wachstum nicht stört, können Sie ihn ohne zu kürzen im Zimmer gedeihen lassen.

Krankheiten und Schädlinge

Kakteen sind verhältnismäßig anfällig für diverse Schädlinge und können bei einem Befall geschwächt werden. Diese drei Schädlingsarten treten besonders häufig auf:

  • Wollmäuse
  • Wurzelläuse
  • Spinnmilben

Wollmäuse als Schädling

Die Wollmaus ist ein etwa ein bis drei mm großes Insekt, welche meist im Scheitelbereich von Kakteen entdeckt wird. Auffällig bei dieser Schädlingsart ist das Wollgespinst, welches sie hinterlässt.

Wurzelläuse als Schädling

Wurzelläuse sind mit einer Größe von einem Millimeter recht klein und siedeln sich im Wurzelbereich an. Dort hinterlassen sie Gespinste, welche erst beim Umtopfen bemerkt werden.

Spinnmilben als Schädling

Sehr gefährlich und mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind Spinnmilben. Die gerade einmal 0,5 Millimeter großen Insekten breiten sich schnell aus und werden oft erst erkannt, wenn der Kaktus bereits Symptome des Befalls zeigt.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Schädlinge

Da sowohl Spinnmilben, als auch Wollmäuse und Wurzelläuse dem Säulenkaktus den Pflanzensaft aussaugen, werden die Pflanzen bei einem Befall schnell geschwächt. Vorbeugende Maßnahmen sind jedoch möglich:

  • sorgfältige und regelmäßige Nährstoffversorgung mit Phosphor und Kalium
  • regelmäßig frische Luft
  • regelmäßige Kontrolle der Wurzeln
  • Verfärbungen zum Anlass nehmen den Kaktus zu untersuchen
  • jeden Befall sofort bekämpfen

Die Behandlung im Fall von Schädlingen:

  • eingesetzt werden chemische Mittel wie Rogor
  • das Mittel wird auf den Kaktus gesprüht
  • das Gießwasser wird ebenfalls mit Pflanzenschutzmittel versehen
  • die Behandlung kann vorbeugend zwischen Mai und September erfolgen
  • Wechsel des Wirkstoffs nach etwa 14 Tagen, dann eignet sich Metasystox

Pilze als häufigste Krankheit

Säulenkakteen sind nicht nur ein beliebtes Opfer von zerstörerischen Insekten, sondern können auch an Pilzbefall erkranken. Oftmals ist die falsche Pflege ursächlich hierfür und die Symptomatik wird erst spät entdeckt.

Säulenkaktus durch Aussat vermehren

Folgende Anzeichen weisen auf einen Pilzbefall hin:

  • Kaktus verliert alle Wurzeln
  • die Pflanze trocknet von innen aus
  • es zeigt sich Fäulnis vom Wurzelhals an aufwärts
  • Innenleben des Kaktus wird schleimig und löst sich auf
  • Schimmelbefall an der Pflanze erkennbar

Die folgenden, vorbeugenden Maßnahmen können dabei helfen Pilze zu verhindern

  • regelmäßiges Lüften oder im Sommer einen Standortwechsel ins Freie
  • ausreichend beleuchteter Standplatz, viel Sonne!
  • regelmäßige Versorgung mit Kalium und Phosphor
  • Umtopfarbeiten nur mit sterilem Werkzeug und sauberen Töpfen vornehmen

Sind Säulenkakteen einmal bereits vom Pilz befallen, muss er restlos vernichtet werden, eine Heilung gibt es nicht.