Kratzspuren an den Terrassenmöbeln, Fraßspuren an Beetpflanzen und Gemüsen sowie hinterlassener Tierkot sind sichere Zeichen für nächtliche Besucher im heimischen Garten. Während so manches Tier sehr willkommen ist, sollten andere hingegen schnellstmöglich vertrieben werden – Ratten etwa hat wohl niemand gern in seiner Nähe. Welches Tier die unerwünschten Hinterlassenschaften verursacht hat, erkennen Sie an der Farbe, der Form und der Größe der Fäkalien. Mit dieser Kenntnis finden Sie schließlich wirksame Gegenmittel.

Tierkot richtig bestimmen

Nun ist die Bestimmung von Tierkot keine exakte Wissenschaft, denn die Beschaffenheit der Fäkalien hängt vor allem von der jüngst gefressenen Nahrung des Übeltäters ab. Je nachdem, ob das Tier mehr Obst oder mehr Fleisch zu sich genommen hat (viele Wildtiere sind im Grunde Allesfresser), variiert der Kot stark in Farbe und Beschaffenheit. Dennoch gibt es einige Merkmale, die einen ersten Anhalt auf den Verursacher liefern. Weitere Erkennungszeichen liefern Ihnen schließlich Sicherheit. In der folgenden Auflistung beschreiben wir Ihnen das Aussehen der jeweiligen Fäkalien und liefern Ihnen weitere Hinweise auf den konkreten Verursacher.

Dachs

Wer einen Garten nahe eines lichten Waldgebiets besitzt, hat manchmal einen Europäischen Dachs (Meles meles) als tierischen Untermieter. Zwar wird der scheue Geselle nicht unbedingt seinen Bau ausgerechnet in Ihrem Gemüsegarten anlegen, sucht allerdings oft im Umkreis von einigen Kilometern rund um seine Behausung nach Nahrung. Dabei ist das zur Familie der Marder zählende Wildtier wenig wählerisch und verspeist neben pflanzlicher Kost wie Mais, Knollen, Wurzeln, Samen, Beeren, Obst und Getreide auch kleine Tiere, darunter hauptsächlich Regenwürmer, Insekten und Kleinsäuger. All dies findet er in einem Garten reichlich vor, wobei er auch Fallobst und auf dem Kompost entsorgte Küchenabfälle nicht verschmäht.

Nun sind Dachse sehr reinliche Tiere und legen regelrechte Latrinen an, in denen sie ihren Tierkot ablegen. Dabei handelt es sich um längliche, kleine Erdlöcher, die sich oft versteckt an oder in einer Gehölzpflanzung befinden. Dachskot erkennen Sie zudem an diesen Merkmalen:

  • Konsistenz und Farbe stark abhängig von der Nahrung
  • kann wurstförmig und trocken oder auch breiig sein
  • enthält häufig Nahrungsreste, etwa von Insekten, Obst, Körnern oder Tierhaaren
  • leicht mit Fuchskot zu verwechseln
  • Unterschiede: raue und unebene Oberfläche, zylindrische Form

Dachs und Dachskot

Eichhörnchen

Das Eichhörnchen (Sciurus) ist überall dort zu finden, wo es Bäume und reichlich Nahrung gibt. Der kleine und flinke Nager ernährt sich vornehmlich von Samen und Nüssen, verspeist aber auch Früchte und andere Pflanzenteile sowie Eier und kleine Tiere. Die Tiere sind typische Kulturfolger und machen selbst vor einem Besuch auf einem Balkon nicht Halt. Daran erkennen Sie Eichhörnchenkot:

  • kann praktisch überall abgelegt werden
  • meist von fester Struktur, eher trocken
  • klein und walzenförmig
  • enthält oft Nahrungsreste
  • dunkelbraun bis schwarz
  • geruchslos
Eichhörnchenjunges
Eichhörnchenjunges

Feldhase

In der intensiv genutzten Kulturlandschaft Mitteleuropas hat der selten gewordene Feldhase (Lepus europaeus) nur noch wenige Rückzugsräume. Kein Wunder also, dass die scheuen Langohren gelegentlich auf Gärten ausweichen – hier finden sie sowohl Sicherheit vor hungrigen Beutegreifern als auch reichlich Nahrung. Hier allerdings ist nicht nur das Salatbeet in Gefahr, sondern vor allem Obstgehölze – die Nager knabbern vor allem im Herbst sowie im Winter an der Rinde von Sträuchern und Bäumen. Der Tierkot ist unverkennbar:

  • feste, recht gleichmäßig runde Köttel
  • bis zwei Zentimeter im Durchmesser
  • durchsetzt mit groben Pflanzenteilen
  • gelb bis hellbraun im Winter, dunkler im Sommer

Feldhasen Kot

Fuchs

Der scheue und vorsichtige Fuchs (Vulpes vulpes) meidet zwar die Nähe von Menschen, kann aber oft dem überreichlichen Nahrungsangebot in den Gärten nicht widerstehen – intensiv duftende Komposthaufen, leicht zugängliche Mülltonnen, Fallobst und Beerensträucher locken die wenig wählerischen Wildhunde an. Dabei sind nicht nur auf dem Land gelegene Gärten von einem Fuchsbesuch betroffen, denn die Tiere halten sich auch in den großen Städten auf. Fuchskot ist durch bestimmte Charakteristika recht einfach zu erkennen, sollte jedoch umgehend entsorgt und vor allem niemals mit bloßer Haut berührt werden: Über die Exkremente können sich beispielsweise Kinder und Haustiere leicht mit dem gefährlichen Fuchsbandwurm infizieren. Den Tierkot erkennen Sie an diesem Aussehen:

  • ca. zwei Zentimeter dicke und bis zu zehn Zentimeter lange „Wurst“
  • typisch ist das spitz zugezogene Ende
  • schwarze bis graue Farbe
  • enthält häufig Nahrungsreste wie beispielsweise Früchte und deren Samen (Kirschkerne!) sowie Haare

Fuchskot

Tipp: Füchse legen ihren Kot gern auf etwas erhöht liegenden Plätzen wie etwa auf Steinen, auf Beeträndern oder auf kleinen Erdhügeln ab.

Igel

Der nachtaktive Igel (Erinaceidae) ist ein gern gesehener Gast im Garten, verschlingt er doch mit Vorliebe Schnecken und andere Schädlinge und lässt stattdessen die Gemüsebeete und Obststräucher unberührt. Zeigt sich dieser Tierkot, so haben Sie einen der stacheligen Gesellen daheim. Machen Sie es ihm gern gemütlich, beispielsweise mit einem großen Reisighaufen als Versteckmöglichkeit:

  • bilden keine Kothaufen, sondern setzen diesen im Laufen ab
  • Fäkalien sind über eine größere Fläche verteilt
  • walzenförmig mit spitzem Ende
  • schwarz und glänzend
  • ca. drei bis vier Zentimeter lang und einen Zentimeter dick
  • enthält oft Nahrungsreste, vor allem Insektenpanzer, Federn oder Obstreste
Igel im heimischen Garten
Igel im heimischen Garten

Tipp: Da Igel Winterschlaf halten, ist frisch abgesetzter Igelkot während der kalten Jahreszeit immer ein Hinweis auf einen Igel in Not, der Hilfe und Nahrung braucht.

Katze

Katzen sind beliebte Haustiere, allerdings hinterlassen vor allem in Eigenheimsiedlungen viele Freigänger ihren übel riechenden Kot vorzugsweise in Nachbars Garten. Ob frisch umgegrabenes Gartenbeet, der nicht abgedeckte Sandkasten der Kinder oder bei den frisch gepflanzten Tomaten im Gewächshaus: Die etwa zwei Zentimeter dicken, länglichen und tiefbraunen Kothaufen sind praktisch überall zu finden. Doch Vorsicht: Verdächtigen Sie die Nachbarskatze nicht gleich der Täterschaft, denn ihre Fäkalien sehen denen des Marders häufig sehr ähnlich. So mancher Streit unter Nachbarn könnte durch eine genaue Analyse, welches Tier tatsächlich für abgesetzte Kothaufen verantwortlich ist, vermieden werden.

Das unterscheidet Katzen- von Marderkot:

  • Katzen vergraben ihren Kot in weicher Erde
  • Marder koten direkt auf den Boden
  • Katzenkot enthält keine sichtbaren pflanzlichen Nahrungsreste, etwa von Früchten

Anhand des Geruchs lässt sich jedoch keine Unterscheidung treffen, da auch die Hinterlassenschaften eines Marders ebenfalls sehr streng riechen.

Katzenkot

Marder

Steinmarder (Martes foina), die aus gutem Grund manchmal auch als Hausmarder bezeichnet werden, sind kleine, nachtaktive Raubtiere, die sich gern in Häusern und Gärten einrichten und hier ihre Jungen großziehen. Im Hinblick auf ihre Nahrung sind die Räuber nicht sonderlich wählerisch und fressen sowohl pflanzliche (vor allem Früchte und Beeren) und tierische (Kleinsäuger, Vögel, Frösche, Insekten) Nahrung. Das ist auch an ihrem Tierkot erkennbar, denn dieser enthält oft sichtbare Reste wie etwa Obstkerne, Frucht- und Nussstücke oder Haare. Marder verteilen ihre Fäkalien nicht wahllos, sondern richten sich zumeist einen Toilettenplatz ein. Wird dieser gesäubert, sucht sich das Tier für seine Hinterlassenschaften eine neue Stelle.
An diesen Merkmalen erkennen Sie Marderkot:

  • wurstförmig, bis zu zehn Zentimeter lang und zwei Zentimeter dick
  • meist spiralförmig
  • dunkelgrau bis schwarz gefärbt
  • sichtbare Nahrungsreste
  • intensiv unangenehmer Geruch
Steinmarder
Steinmarder

Ratte

Abgesehen von den als Haustieren beliebten Farbratten möchte wahrscheinlich niemand Ratten im Garten oder gar im Haus haben: Die je nach Art zwischen acht und 30 Zentimeter langen Nager übertragen Krankheiten, verursachen schwere Beschädigungen und vermehren sich dank mehrerer Würfe im Jahr überaus rasch. Frischer, weicher Rattenkot ist immer ein Zeichen für einen Rattenbefall, denn die ebenso scheuen wie intelligenten Tiere werden Sie kaum in Aktion zu sehen bekommen. Allerdings kann der Kot einer Ratte sehr verschieden aussehen, je nachdem, welche Art sich bei Ihnen eingefunden hat. Von den rund 65 unterschiedlichen Arten sind bei uns vor allem die Hausratte (Rattus rattus) sowie die deutlich größere Wanderratte (Rattus norvegicus) heimisch.
Hausrattenkot erkennen:

  • ein bis zwei Zentimeter lang
  • längliche, leicht gebogene „Würstchen“
  • schmal
  • frischer Kot ist braun und glänzend
  • alter Kot trocken und schwarz
  • über eine größere Fläche verteilt

Rattenkot erkennen

Tipp: Mäusekot sieht den Exkrementen einer Hausratte recht ähnlich, ist aber deutlich kleiner. Sofern Sie also Fäkalien mit einer Länge von weniger als einem Zentimeter Länge vorfinden, handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Mäusebefall.

Aussehen von Wanderrattenkot

Im Gegensatz zu Hausratten verstreuen Wanderratten ihren Kot nicht flächig, sondern legen diesen häufchenweise auf einer Fläche ab. Anhand der Menge der Fäkalien können Sie übrigens die Stärke der Rattengruppe abschätzen, denn jede Ratte legt täglich etwa 40 dieser „Würste“ ab. Wanderrattenkot ist meist dunkelbraun bis schwarz, etwa zwei bis drei Zentimeter lang und etwas dicker als die Hinterlassenschaften der Hausratte. Doch Vorsicht bei der Einschätzung: Jungtiere produzieren ebenfalls kleineren Kot und können daher leicht mit der Hausratte verwechselt werden.

Tipp: Ein strenger Ammoniakgeruch weist ebenfalls auf einen akuten Rattenbefall – ganz gleich welcher Art – hin, denn sowohl die Fäkalien als auch der Urin der Tiere verströmt diesen unangenehmen Duft.

Reh

Sofern Ihr Garten sich in der Nähe eines Waldes befindet, ist ein gelegentlicher Besuch eigentlich scheuer Rehe nicht ausgeschlossen. Die Tiere verschmähen keine Leckerbissen wie beispielsweise Kräuter, zarter Knospen (vor allem haben sie es dabei auf Rosenknospen abgesehen!) und Triebe sowie die Rinde junger Bäume und Sträucher. Leider verwüsten die Tiere einen Garten schnell, da sie stets in größeren Gruppen (der Fachmann spricht von „Sprüngen“) auftreten. Einen Besuch erkennen Sie also sowohl an den teils schwerwiegenden Schäden an Ihren Gartenpflanzen als auch an dem oft reichlich hinterlassenem Tierkot:

  • sehr kleine „Köttelchen“, maximal bis zu 14 Millimeter lang
  • bis zu einem Zentimeter breit
  • dunkelbraun bis schwarz gefärbt
  • im Sommer in größeren Haufen abgelegt
  • im Winter eher zylindrisch bis kugelig

Rehe mit Rehkot

Waschbär

Der nachtaktive Waschbär (Procyon lotor) ist erst seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts in Europa heimisch und hat sich in manchen Gegenden mittlerweile zu einer regelrechten Plage entwickelt. Ein solches Tier hält sich gern in der Nähe des Menschen auf, findet es doch hier in den Inhalten Mülltonnen, auf Komposthaufen und in den Gartenbeeten reichlich leicht zu besorgendes Futter.

Waschbärkot lässt sich schnell mit den Hinterlassenschaften eines kleinen Hundes verwechseln, weshalb Sie bei verdächtigen Funden nicht sofort Nachbars Fifi beschuldigen sollten. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal sind die meist enthaltenen Nahrungsreste, wobei sich vor allem Haare darin befinden – ein domestiziertes Tier wie der Hund frisst dagegen eher selten Mäuse und andere kleine Säugetiere. Waschbären sind zudem sehr reinliche Tiere und legen ihre Exkremente in oft erhöht liegenden Latrinenlöchern ab.

Waschbärkot

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