braune Blattspitzen an Zimmerpflanzen

Ganz gleich ob frei im Zimmer stehend oder an der Wand hängend, Zimmerpflanzen können jeden Raum aufwerten und gleichzeitig die Raumluft verbessern. Sie können sehr pflegeleicht aber auch besonders anspruchsvoll sein. Auch wenn sich alle Zimmerpflanzen in ihren Grundbedürfnissen gleichen, hat jede einzelne Pflanzenart ganz spezifische Ansprüche. Eine verallgemeinernde Pflege für sämtliche Arten gibt es nicht. Pflegefehler passieren und können schnell zu gelben oder braunen Blattverfärbungen führen.

Ursachen

Ursachen Blattverfärbunen

Braune Blattspitzen und Blattränder können ein Indiz sowohl für einen Wassermangel als auch zu viel Nässe sein, häufig im Zusammenhang mit einer zu hohen oder niedrigen Luftfeuchtigkeit. Stehen die Pflanzen dauerhaft zu trocken, sterben die Blätter irgendwann ab. Trockene Heizungsluft im Winter oder im Sommer ein Standort im Freien lässt die Erde relativ schnell austrocknen. Wird dann nicht gegossen, kommt es zu diesen Trockenheitsschäden. Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann vor allem für einige tropische Pflanzen zum Problem werden. Aber auch einheimische Zimmerpflanzen können unter Lufttrockenheit leiden, besonders im Winter, und sind an sehr warmen Tagen für die eine oder andere Dusche dankbar.

Blattspitzen an Zimmerpflanzen werden braun
braune Blattspitzen an Dieffenbachia

Wasserungleichgewicht

Wassermangel- oder Überschuss

Die Blätter von Zimmerpflanzen können sich auch bei zu viel Nässe gelb oder braun verfärben und welken. Oft werden diese Symptome falsch gedeutet und zum Anlass genommen, vermehrt zu gießen. Das kann das Problem natürlich noch verschlimmern. Wenn zu viel Nässe die Ursache für braune Blattverfärbungen oder Vergilben ist, ist Gießen das Schlechteste, was man tun kann. In den meisten Fällen ist zu viel Nässe schädlicher für Zimmerpflanzen als ein zeitweiliger Wassermangel. Die Nässe im Boden verdrängt die Bodenluft. Das führt dazu, dass die Wurzeln ersticken und weder Wasser noch Nährstoffe aufnehmen können, sie verwelken. Verantwortlich für Staunässe können neben zu häufigem Gießen, verstopfte Abzugslöcher oder stehendes Wasser in Untersetzern oder Übertöpfen sein.

Abhilfe schaffen

  • betroffene Pflanze nicht sofort zu stark gießen
  • das könnte die Pflanze eher schädigen
  • Gießmengen allmählich auf ein ausreichendes Maß steigern
  • bei warmen Raumtemperaturen häufiger gießen, als in kühlen Räumen
  • bei gelben Blättern oder braunen Blattspitzen aufgrund von zu viel Nässe, vorerst nicht gießen
  • Substrat gut abtrocknen lassen
  • erst gießen, wenn Erde oberflächlich etwa in Daumentiefe leicht feucht ist
  • sind bereits Teile der Wurzel verfault, die Pflanze besser umtopfen
  • dabei alte Erde und verfaulte Wurzelteile entfernen
  • anschließend in frisches Substrat und einen kleineren Topf umtopfen
  • um die Bildung neuer Wurzeln zu fördern, betroffene Pflanzen wie Stecklinge behandeln
  • dazu  eine lichtdurchlässige Plastiktüte über Pflanze samt Topf stülpen
  • das Ganze ab und zu belüften
gelbe Blätter an Zimmerpflanzen
gelbe Blätter am Philodendron

Diese Maßnahme bietet sich vor allem bei kleineren Pflanzen an. Darüber hinaus sollten Untersetzer und Übertöpfe regelmäßig auf Restwasser kontrolliert und gegebenenfalls entleert werden. Eine Ausnahme bilden Sumpfpflanzen wie das Zyperngras, das jederzeit im Wasser stehen sollte sowie Kakteen, die es eher trocken als feucht lieben. Um für eine höhere Luftfeuchtigkeit zu sorgen, sollten die Pflanzen hin und wieder mit Wasser, vorzugsweise mit kalkarmem Wasser besprüht werden. Auch hier gibt es Ausnahmen, denn  Zimmerpflanzen mit samtartig behaarten Blättern mögen es in der Regel nicht, besprüht zu werden.

Eisenmangel

Färben sich die Blätter gelb, kann das auch auf einen Mangel an Nährstoffen, insbesondere einen Eisenmangel hinweisen. In frischem Substrat sind die wichtigsten Nährstoffe anfangs reichlich vorhanden. Einen Teil davon verbraucht die Pflanze aber ein gewisser Teil wird auch mit dem Gießwasser ausgewaschen und steht den Pflanzen so nicht mehr zur Verfügung.

Wird dann nicht für Nachschub in Form bedarfsgerechter Düngergaben gesorgt, kommt es zu Mangelerscheinungen und diesen Blattverfärbungen. Sehr häufig führt zu kalkhaltiges Wasser zu einem erhöhten pH-Wert des Bodens und damit zu einem Eisenmangel, insbesondere bei Säure liebenden Zimmerpflanzen. Der Kalk reichert sich im Boden an, hemmt dort das Wurzelspitzenwachstum, was wiederum die Aufnahme von Eisen verhindert.

Blätter an Pflanzen können durch Eisenmangel gelb werden
gelbe Blätter am Aeonium undulatum

Gegenmaßnahmen

  • mit Regenwasser oder enthärtetem Leitungswasser gießen
  • Leitungswasser sollte mindestens zwei Tage abgestanden sein
  • so kann sich Kalk am Boden absetzen
  • Eisendünger hilft der Pflanze, wieder zu Kräften zu kommen
  • speziellen Eisendünger über das Gießwasser verabreichen
  • oder die Pflanze in ein lockeres und saures Substrat umtopfen

Überdüngung

Zu viel Dünger kann die Wurzeln von Zimmerpflanzen verbrennen. Was folgt, ist eine Gelbfärbung der Blätter, die im weiteren Verlauf vertrocknen und schließlich absterben. Bei den ersten Anzeichen einer Überdüngung sollte man die betreffende Zimmerpflanze in frisches Substrat umpflanzen.

Blätter von Pflanzen können sich durch Nährstoffmangel gelb verfärben
gelbe Blätter am Aeonium undulatum

Bei weniger empfindlichen Arten kann man gegebenenfalls versuchen, einen Teil des Düngers aus der Erde auszuwaschen, indem man sie für wenige Sekunden unter fließendes Wasser hält. Danach sollte einige Tage aufs Gießen verzichtet werden, damit das Substrat abtrocknen kann. Um einer erneuten Überdüngung vorzubeugen, sollte man sich bei den Düngergaben immer an den individuellen Bedürfnissen der jeweiligen Pflanzenart und den Herstellerangaben zur Dosierung des jeweiligen Düngers orientieren.

Falscher Standort

Ungünstige Standortbedingungen

Braune Blattspitzen können auch die Folge eines plötzlichen Standortwechsels oder eines für die betreffende Pflanze ungeeigneten Standorts sein. Verfärben sich die Blattränder braun und die Wasserversorgung ist in Ordnung, steht die Pflanze vermutlich zu warm. Es gibt Pflanzen z.B. Tropenpflanzen, die es lieben in einem warmen Süd- oder Westfenster in der Sonne zu stehen. Andere bevorzugen ein warmes Plätzchen ohne pralle Sonne am Nordfenster oder eher schattig und kühl an einem nach Osten ausgerichteten Fenster.

auch Überdüngung kann zu gelb verfärbten Blättern führen
braune Blattspitzen an Phoenix canariensis

Dementsprechend sollte der Standort in Wohnräumen ausgewählt werden. Berücksichtigt man die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanze nicht, kann das schnell zu solchen unschönen Blattverfärbungen führen. Viele Zimmerpflanzen reagieren auch empfindlich auf Zugluft oder Berührung, wenn sie beispielsweise in einem zugigen Durchgangsbereich stehen und man sie im Vorbeigehen immer wieder streift. Ihren Unmut zeigen sie dann an braunen Blattspitzen. Auch in Wohnungen in denen geraucht wird, sind an Zimmerpflanzen häufig Verfärbungen der Blätter, Blattränder oder Blattspitzen zu beobachten, denn auch verschmutzte Luft kann eine Ursache dafür sein.

Abhilfe schaffen

  • an den Gegebenheiten dieser Pflanzen an ihren natürlichen Standorten orientieren
  • dazu zählen Licht- und Niederschlagsmenge sowie Bodenqualität
  • diese im heimischen Wohnzimmer so gut wie möglich umsetzen
  • das kann Pflanzenschäden aufgrund ungünstiger Standortbedingungen vermeiden
  • darüber hinaus Zugluft und stärkere Temperaturschwankungen vermeiden

Falsches Überwintern

In den Wintermonaten passieren in der Regel die meisten Pflegefehler, die neben einem Schädlingsbefall auch die genannten Blattverfärbungen hervorrufen können. Grund hierfür ist u.a. eine deutlich verminderte Lichtausbeute. Aus diesem Grunde sollten Zimmerpflanzen im Winter einen möglichst hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung bekommen, selbst dann, wenn sie generell als schattenverträglich gelten.

Während der Lichtbedarf auch im Winter hoch ist, ist der Bedarf an Wasser geringer. Je nach Umgebungstemperatur verdunsten Zimmerpflanzen über die Blätter auch im Winter Wasser. Je mehr Blattmasse vorhanden ist, desto mehr Wasser wird verdunstet. Folglich muss auch im Winter gegossen werden, wenn auch reduziert. Je kühler die Überwinterung erfolgt, desto weniger muss gegossen werden und desto trockener sollte es im Topf sein. Ein nasser Boden ist immer auch ein kalter Boden und eine zu niedrige Bodentemperatur hindert die Pflanzen daran, Nährstoffe aufzunehmen.

Pflegefehler können zu Blattverfärbungen bei Pflanzen führen
braune Blattstellen an Dieffenbachia

Wird dennoch normal weitergegossen, kommt es schnell zu Ballenfeuchte, die insbesondere bei einer kühlen Überwinterung schnell zu Fäulnis führt. Pflanzen, die in der Nähe einer Heizquelle stehen, benötigen etwas mehr Wasser. Im Idealfall gießt man seltener als im restlichen Jahr und prüft vorher, ob die Erde noch feucht ist. Es schadet den Pflanzen auch nicht, wenn gerade in der Ruhephase das Substrat zeitweise etwas austrocknet.

Ein weiteres Problem im Winter ist zu trockene Luft, die die Blattspitzen braun werden lässt. Um dem vorzubeugen, bietet sich ein gelegentliches Besprühen der Pflanzen mit kalkarmem Wasser an. Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, kann man eine Schale mit feuchtem Tongranulat befüllen und darauf die Pflanzen stellen. Kleinere Zimmerpflanzen können einmal im Monat abgeduscht werden. Das Substrat sollte aber vorher abgedeckt werden. Auch mit Dünger sollte im Winter wesentlich sparsamer umgegangen werden, teilweise sollte es komplett eingestellt werden.

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