Avocado bekommt braune oder trockene Blätter – was tun? | Avocadobaum

Der Avocado-Anbau in den eigenen vier Wänden wird immer beliebter. Nur ein Kern der passenden Avocado-Sorte reicht aus, um daraus einen Baum zu ziehen, der mit seinem Flair ansprechend ins Wohnambiente eingefügt werden kann. Es ist nicht schwer, eine Butterfrucht zu ziehen, bei der Pflege jedoch können zahlreiche Fehler auftreten, die zu braunen und vertrockneten Blättern führen.

Ihre Avocado bekommt braune oder trockene Blätter? Der große Vorteil: Meist sind nur geringe Maßnahmen vonnöten, um die Pflanze wieder auf Vordermann zu bringen und sich an dem tropischen Gewächs zu erfreuen. Bevor Sie entsprechende Maßnahmen ergreifen, müssen Sie die Ursache für das Problem herausfinden.

Avocadoblatt

Ursachen

Braune oder vertrocknete Blätter an der Avocado sind meist auf Pflegefehler zurückzuführen, da es sich bei diesen Lorbeergewächsen (bot. Lauraceae) um äußerst robuste Pflanzen handelt, die nur selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen sind. Da die Avocado aber auf genaue Pflegemaßnahmen angewiesen ist, können kleine Fehler zu einer Stresssituation führen, die sich in braunen und trockenen Blättern zeigt. Dabei gibt es nicht nur eine Ursache, auf die Sie achten müssen, denn Avocados lassen sich von mehreren Fehlern aus der Ruhe bringen. Der Vorteil: Zu all diesen gibt es eine passende Lösung, mit der Sie Ihr Bäumchen retten können.

Wassermangel

Der Wassermangel ist die häufigste Ursache für braune und trockene Blätter an der Persea americana. Da es sich um ein Tropengewächs handelt, benötigt diese ausreichend Feuchtigkeit und übersteht längere Trockenperioden nur schlecht. Ob es sich um einen Wassermangel handelt, erkennen Sie an den folgenden Symptomen:

  • Erde stark angetrocknet
  • Blätter verfärben sich an der Spitze bräunlich und trocknen
  • in schweren Fällen bröseln sie
  • kann sich auf den Blattrand ausweiten

Dieses Problem tritt gerne an besonders heißen Tagen oder im Winter auf, wenn das Gewächs zu nah an der Heizung steht und aus diesem Grund viel trockene Luft abbekommt. Erhöhen Sie in diesem Fall die Wasserzugaben und beobachten Sie, ob sich die Avocado wieder erholt. Nur wenn ganze Blätter vertrocknet sind oder sich braun gefärbt haben, werden diese entfernt. Vergessen Sie nicht: Gegossen wird, wenn die Avocado ihre Blätter hängen lässt. Erst ab diesem Zeitpunkt ist sie auf Wasserzugaben angewiesen.

Geringe Luftfeuchtigkeit

Häufig im Einklang mit zu viel Trockenheit steht eine geringe Luftfeuchtigkeit. Gerade im Winter ist das der Fall, da deutsche Wohnungen meist trocken sind und ausschließlich über stehende Luft verfügen. Das macht sich vor allem in Blättern bemerkbar, die trotz regelmäßiger Wasserzugaben immer mehr vertrocknen und sich braun färben. Gehen Sie in diesem Fall wie folgt vor:

  • lauwarmes Wasser verwenden
  • dieses sollte kalkarm sein
  • im Rhythmus von zwei bis drei Tagen Blätter direkt besprühen

Das ist ganz wichtig über den Winter. Über den Sommer müssen Sie seltener die Blätter besprühen, außer es ist sehr heiß und das Gewächs steht direkt in der Sonne. Sie benötigen keine speziellen Utensilien für diesen Pflegeschritt, eine herkömmliche, saubere Sprühflasche genügt. Alternativ können Sie einen Luftbefeuchter in die direkte Nähe der Avocado stellen. Dieser reguliert diese automatisch und Sie können sich das zusätzliche Besprühen sparen.

Avocadobaum ziehen

Tipp: Neben der eigentlichen Luftfeuchtigkeit im Raum können die Blätter vertrocknen, wenn die Pflanze in direkter Zugluft steht. Wählen Sie aus diesem Grund am besten einen Platz abseits von Fenstern und Türen aus, die häufig geöffnet werden, vor allem im Winter.

Staunässe

Meist schlimmer als Trockenheit ist Staunässe. Durch diese fangen die Wurzeln an zu faulen und diese Fäulnis kann sich bis in den Stamm fortsetzen. Checken Sie Ihr Substrat und wenn dieses zu nass ist, topfen Sie die Pflanze sofort um. Beim Umtopfen sollten Sie unbedingt die Wurzeln überprüfen und alle verfaulten und abgestorbenen mit einem scharfen Messer entfernen. Nur dadurch umgehen Sie die Ausbreitung der Fäulnis, was zu einem möglichen Verenden Ihrer gesamten Pflanze führen könnte. Entfernen Sie ruhig mehr von den Wurzeln. Avocados sind robust und halten das aus, solange alles Verfaulte entfernt wurde.

Überdüngung

Avocados werden von vielen Menschen gerne zu viel gedüngt, obwohl die Pflanzen in den ersten vier bis sechs Monaten noch recht genügsam sind. In dieser Zeit nutzen sie die Nährstoffe aus dem Kern und können dadurch so schnell und effektiv austreiben. Daher sollten Sie erst ein halbes Jahr nach dem Austreiben aus dem Kern eine Düngung vornehmen. Gedüngt werden die Pflanzen im Rhythmus von vier bis sechs Wochen mit einem der folgenden Dünger, die ins Gießwasser gegeben werden:

  • Zitrusdünger
  • Grünpflanzendünger
  • Balkonpflanzendünger
  • Universaldünger
  • Kübelpflanzendünger

Falsches Substrat

Achten Sie unbedingt darauf, dass richtige Substrat für die Avocado zu nutzen. Die Bäume vertragen häufig klassische Erde nicht und reagieren darauf mit vertrocknenden und bräunlichen Blättern. Für die tropischen Gewächse ist vor allem Palmenerde zu empfehlen, da diese die besten Eigenschaften für das Wachstum bietet. Besonders schlimm ist verdichtendes Substrat, da dieses die empfindlichen Wurzeln an ihrer Funktion hindert. Topfen Sie also Ihre Avocados mit der richtigen Erde um, um die Blätter wieder mit Vitalität zu versorgen.

Platzprobleme

Überprüfen Sie, ob die Wurzeln der Persea americana bis an den Topfrand reichen oder noch ausreichend Platz haben. Je eingeengter die Avocado ist, desto schwieriger wird es für sie, sich mit Nährstoffen zu versorgen. Das Ergebnis sind trockene und braune Blätter, die trotz der idealen Pflege einfach keine Besserung zeigen. Ist das der Fall, topfen Sie einfach wie gewohnt um und bieten dem Gewächs etwas mehr Platz. Der Effekt ist meist innerhalb kurzer Zeit bemerkbar.

Avocado

Falscher Standort

Steht Ihre Avocado vielleicht in der prallen Sonne? Dann leidet das Gewächs an Sonnenbrand und Hitzestress. Die Lorbeergewächse sollten niemals zu lange in der direkten Sonne stehen, da sie dadurch an einem Sonnenbrand leiden können, der genau in den oben genannten Symptomen endet. Der Standort sollte wie folgt beschaffen sein:

  • Lichtbedarf: hell
  • keine direkte Sonne, vor allem über die Mittagszeit
  • nur alte Avocados vertragen die Mittagssonne

Im Sommer können Sie Ihr Exemplar ruhig in den Garten stellen, denn die frische Luft und die Sonne optimieren den Wuchs im Freien. Zudem schützt es vor dem Vergeilen, was ein typisches Problem der Avocado ist. Stellen Sie einfach Ihr Exemplar um und es wird sich an einem geeigneten Ort wohlfühlen.