Weiße Maden an der Decke: woher sie kommen und was Sie tun können

Weiße Maden an de Decke

Weiße Maden, die an der Decke kriechen, lassen in uns alle Alarmglocken schrillen. Es ist doch nicht normal, dass sich diese Tierchen in unseren Lebensräumen ausbreiten! Sind sie etwa ein Zeichen von Unsauberkeit? Nein. Dennoch ist jetzt tatkräftiges Zupacken angesagt.

Weiße Maden und Ekel gehen Hand in Hand. Niemand möchte mit den kleinen Kriechern in Berührung kommen. Wird eine Made dann in den eigenen vier Wänden gesichtet, ist das Entsetzen groß. Sie muss sofort weg! Gut, wenn es bei der einen Made bleibt. Doch meist folgen mehr davon. Wo kommen sie her? Und vor allem, wie wird man sie wieder los?

Maden und ihre Begleiter

Weiße Maden, oder genauer gesagt Raupen an der Decke, sind meist Nachkommen von Motten. Doch auch diese werden gelegentlich an der Decke, den Wänden oder flatternd in den Räumen beobachtet. Abgelegte Eier und verpuppte Larven gehören ebenso zu diesem Befall, sind jedoch meist so gut versteckt, dass sie nicht sofort ins Auge fallen. Unentdeckt und dem freien Lauf der Entwicklung überlassen, vermehrt sich die Population der Motten dann schnell.

  • in der Küche fühlen sich Lebensmittelmotten wohl
  • auch Küchenmotten genannt
  • darunter sind: Mehlmotte, Kornmotte und Dörrobstmotte
Dörrobstmotte, Plodia interpunctella

Hinweis: Werden Motten gehäuft auch in anderen Räumen gesichtet, sollte überprüft werden, ob hier nicht noch die Kleidermotte am Werk ist.

Wo kommen sie her?

Zunächst einmal: Motten sind kein Ergebnis mangelnder Hygiene. Denn sie werden meist mit dem Kauf von Lebensmitteln angeschleppt. In den Tiefen der Küchenschränke vermehren sie sich dann lange im Verborgenen, bis sie zufällig entdeckt oder ihre Spuren nicht mehr zu übersehen sind.

  • Motten flattern in Küchenschränken oder im Raum
  • Larven verpuppen sich in versteckten Ritzen
  • weiße Raupen können überall in den Schränken entdeckt werden
  • oft kriechen sie an der Decke

Mögliche Quellen für Mottenlarven

Lebensmittelmotten ernähren sich von unseren Lebensmitteln und sind daher mittendrin zu finden. Sie bevorzugen trockene Lebensmittel, die ohne Kühlung auskommen. Darunter sind vor allem:

  • Mehl, Reis und stärkehaltige Produkte
  • ganze und gemahlene Nüsse
  • Hülsenfrüchte
  • Gewürze
  • Nudeln, Kekse, Müsli
  • Schokolade

Vorräte regelmäßig überprüfen

Maden & Motten loswerden

Lebensmittelvorräte überprüfen

Weiße Maden, die an der Decke der Küche zu sehen sind, sind meist nur die Spitze des Eisbergs. Der weit größere Teil der „Mottenfamilie“ lauert irgendwo mitten in unseren Lebensmitteln. Viel zu oft neigen wir nämlich dazu, uns einen Vorrat davon anzulegen. Ganz hinten in unseren Schränken lagern sie monatelang, bis sie irgendwann „vielleicht“ gebraucht werden. In der Zwischenzeit verköstigen sie die Maden.

  • alle, wirklich alle, Lebensmittel gründlich begutachten
  • in erster Linie sind die Trockenvorräte betroffen
  • darin sind oft Gespinste zu entdecken
  • je nach Fortschritt des Befalls auch weiße Maden und Falter
  • Schränke ausräumen und in allen Ecken schauen
  • auch entdeckte Mottenfalter vernichten
  • es kann mehrere Befallsherde geben
  • daher nicht nach erstem Fund die Suche abbrechen
Mehlmotte. Ephestia kuehniella
Mehlmotte. Ephestia kuehniella

Tipp: Motten und ihre Nachkommen bannen sich ihren Weg auch durch dünne Plastikverpackungen oder Pappkartons. Überprüfen Sie daher unbedingt auch ungeöffnete Lebensmittel.

Befallene Lebensmittel vernichten

Alle Lebensmittel, die in Mitleidenschaft gezogen wurden, müssen sofort entsorgt werden. Sie eignen sich nicht für den Verzehr und beherbergen zudem eine Eierbrut, die für weiteren Mottennachschub sorgt.

  • befallene Lebensmittel nicht mehr verwenden
  • sofort und restlos entsorgen
  • draußen in die Mülltonne geben
  • lieber etwas zu viel als zu wenig wegschmeißen

Tipp: Es wird auch empfohlen, befallene Lebensmittelreste für etwa 24 Stunden einzufrieren und so die Schädlinge zu vernichten. Erst anschließend werden die Lebensmittel weggeworfen. Da der Müll oft tagelang auf die Abholung wartet, besteht sonst die Gefahr, dass die fliegenden Motten zurück in die Räume gelangen.

Gründlich Reinigen

Nachdem die Behausung der Motten entdeckt und beseitigt wurde, sollten Sie die Küche gründlich reinigen. Dafür ist ein Essigreiniger gut geeignet. Es sollte dabei nach Möglichkeit keine Ritze oder Bohrloch ausgelassen werden. Eine weitere Möglichkeit die Eier zu vernichten ist Hitze. Unzugängliche Stellen können dann einige Minuten mit heißer Föhnluft bearbeitet werden.

heiße Föhnluft gegen Mottenmaden

Maden und Motten auf Wanderschaft

Weiße Maden bleiben nicht für immer in ihrer Nahrungsquelle. Viele verlassen ihr Schlaraffenland und machen sich dann auf die Wanderschaft. Vor allem die Decke ist dabei ein beliebtes Ausflugsziel. Doch auch Falter finden den Weg aus dem Küchenschrank und flattern umher oder werden an den Wänden gesichtet.

  • Jeden Winkel der Küche begutachten
  • Wände, Decken und Schränke
  • Funde mit einem Tuch einsammeln und vernichten
  • in der Dämmerung kommen Falter zum Vorschein
  • Falter ebenfalls vorsichtig einsammeln und vernichten
  • ggf. klebrige Mottenfallen aufstellen

Hinweis: Wenn ein Mottenfalter von einer Fliegenklatsche getroffen wird, ist er definitiv vernichtet. Andererseits hinterlässt diese Art der Beseitigung hässliche Spuren an der Decke bzw. Wand. Absaugen und den Staubsaugerinhalt sofort entsorgen, wäre eine mögliche Alternative.

Nachwuchs in den Startlöchern

Wenn Sie alle wandernden Maden und Mottenfalter entdeckt und beseitigt haben, ist damit noch lange nicht deren Ende besiegelt. Denn die nächste Generation wartet schon in den Startlöchern. Jetzt heißt es, in der Küche die Eier bzw. verpuppte Larven suchen. Und das ist eine Menge Arbeit, denn an möglichen Aufenthaltsorten mangelt es nicht.

  • Motteneier sind sehr klein
  • daher schwer erkennbar
  • werden meist in der Nähe möglicher Nahrungsquellen platziert
  • Mottenlarven ziehen sich zur Verpuppung zurück
  • bevorzugen entlegene Orte
  • in den Ritzen der Küchenschränke
  • auch in Ritzen der Tupperdosen schauen
  • in Bohrlöchern, Steckdosen, Abschlussleisten, etc.,
  • hinter Möbeln

Maden

Tipp: In einer Küche gibt es unzählige Verstecke für die verpuppten Larven. Sogar bei gründlichster Untersuchung können einige der Verstecke unentdeckt bleiben. Deswegen ist es wichtig, in den darauf folgenden Wochen weiterhin nach der Mottenfamilie Ausschau zu halten und ggf. sofort zu reagieren.

Schlupfwespen machen Jagd auf Motteneier

Ein chemisches Mittel eignet sich nicht für den Einsatz in der Küche, da Spuren davon in unser Essen gelangen können. Bei sehr starkem Befall von Motten steht uns jedoch eine wirksame biologische Bekämpfungsmaßnahme zur Verfügung: die Schlupfwespe. Schlupfwespen sind mit den uns bekannten Wespen nicht zu vergleichen.

  • spezielle Züchtung für die Mottenbekämpfung
  • Nützlinge sind nur etwa 0,3 mm klein
  • kommen in jede Ritze hinein
  • auch für den Einsatz in der Küche geeignet
  • für Menschen und Haustiere vollkommen unbedenklich
  • fliegen nicht, betätigen sich als „Fußgänger“
  • stechen nicht

Sobald die Schlupfwespen ihre Nahrungsquelle restlos aufgespürt und vertilgt haben, sterben sie ab. Sie zerfallen zu feinem Staub und hinterlassen sonst keine Spuren.

Schupfwespe, Ichneumonidae
Schupfwespe, Ichneumonidae

Hinweis: Schlupfwespen können Sie über das Internet bestellen. Hinsichtlich der Anwendung sind die Anweisungen des Lieferanten unbedingt einzuhalten, damit die Bekämpfung erfolgreich abgeschlossen wird.

Maden und Motten vorbeugen

Vorratshaltung überdenken

Ganz ohne Lebensmittel geht es nicht, schließlich müssen wir täglich essen. Daher gilt es jetzt, die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden.

  • in der Küche nur wirklich notwendige Lebensmittel lagern
  • Mengenbedarf kritisch überprüfen
  • Inhalt geöffneter sofort Packungen umfüllen
  • in dicken Plastikdosen, verschließbaren Gläsern u. Ä.
  • dadurch wird ein evtl. Befall örtlich begrenzt
  • weiße Maden können sich nicht ungehindert ausbreiten

Tipp: Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen Ihre Trockenvorräte. So können Sie rechtzeitig reagieren und einen möglichen Befall noch im Keim ersticken.

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