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Kleine Käfer im Bett

Kleine braune/schwarze Käfer im Bett: was tun?

Käfer erfüllen in der Natur wichtige Aufgaben. Im Schlafzimmer haben sie dagegen nichts zu suchen. Wir verraten Ihnen, wie Sie kleine braune und schwarze Käfer bei einem Besuch im Bett wieder loswerden.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • Vorratsschädlinge auch im Schlafzimmer anzutreffen
  • Bekämpfung mit Hausmitteln meist ausreichend
  • regelmäßiges Putzen beugt vor
  • Wohnungskäfer meist ungefährlich für Menschen

Käfer im Bett

In der Wohnung haben Insekten nichts verloren. Wie verirren sich Käfer überhaupt ins Bett?

Mann leuchtet mit Taschenlampe und findet Käfer im Bett
  1. Insekten werden vom Licht angezogen. Schalten Sie das Licht im Schlafzimmer abends nie bei geöffnetem Fenster an.
  2. Die meisten Insekten lieben Wärme. Wenn es draußen kalt wird, suchen sie sich gern einen warmen Unterschlupf im Haus.
  3. Müllkübel und Komposthaufen sind voller Würmer und Insekten. Platzieren Sie diese nie in der Nähe von Türen und Fenstern. Halten Sie Mülleimer geschlossen.
  4. Wer seine Wäsche im Freien aufhängt, sollte diese beim Abnehmen auf Käfer, Nachtfalter und andere Insekten kontrollieren. Ansonsten gelangen die ungebetenen Gäste auf diesem Weg unerkannt in die Wohnung.
  5. Insekten verstecken sich oft im Fell von Katzen oder Hunden. Mit dieser „Mitfahrgelegenheit“ können auch Käfer in die Wohnung und ins Bett gelangen.

Schwarze und braune Käferarten

Australischer Teppichkäfer (Anthrenocerus australis)

Australischer Teppichkäfer (Anthrenocerus australis)
Quelle: Udo Schmidt from Deutschland, Anthrenocerus australis (Hope, 1843) (30504790893), Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 2.0
  • Farbe: hellbraun mit Zickzacklinien aus weißen Borsten auf den Flügeldecken, dunkler Kopf
  • Länge: zwei bis drei Millimeter
  • Larve: drei bis sechs Millimeter lang, hellbraun gefärbt, stark behaart mit langen Pfeilhaaren am Ende
  • Vorkommen: Larven in Bettkästen und Schränken, Käfer am Fenster
  • Schadbild: Fraßlöcher in Lebensmittelverpackungen, Textilien, Pelzen, Wolle und Leder
  • Bekämpfung: Teppich saugen, ausklopfen, reinigen, Pheromonfallen aufstellen, Kieselgur in Ritzen streuen

Berlinkäfer (Trogoderma angustum)

Berlinkäfer (Trogoderma angustum)
Quelle: Siga, Trogoderma angustum natur1, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0
  • Farbe: schwarz mit weißen Haarbinden auf den Flügeldecken
  • Länge: zwei bis vier Millimeter
  • Larve: sieben Millimeter lang, hellbraun, mit langem Borstenschwanz
  • Vorkommen: Larven unter Wollteppichen und in Dielenritzen, Käfer häufig auf der Fensterbank
  • Schadbild: Fraßlöcher in Textilien und Lebensmittelverpackungen
  • Bekämpfung: gründlich saugen, befallene Textilien waschen oder im Tiefkühlschrank einfrieren, Pheromonfallen aufstellen, Kieselgur in Ritzen streuen

Brauner Pelzkäfer (Attagenus smirnovi)

Brauner Pelzkäfer (Attagenus smirnovi)
Quelle: AJC1 from UK, Vodka Beetle – Zazdarovje! (40181929595), Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 2.0
  • Farbe: dunkelbraun bis schwarz, hellbraune Flügeldecken
  • Länge: zwei bis vier Millimeter
  • Larve: sieben Millimeter lang, goldbraun bis hellgelb gefärbt, Schuppenborsten an allen Segmenten
  • Vorkommen: Larven in Ritzen, unter Schränken und Betten, Käfer häufig auf der Fensterbank
  • Schadbild: Fraßlöcher in Lebensmittelverpackungen und Textilien, kahle Stellen in Pelzen
  • Bekämpfung: befallene Textilien waschen oder im Tiefkühlschrank einfrieren, Pheromonfallen aufstellen, Kieselgur in Ritzen streuen

Brotkäfer (Stegobium paniceum)

Brotkäfer (Stegobium paniceum)
  • Farbe: rotbraun, dicht behaart
  • Länge: drei bis fünf Millimeter
  • Vorkommen: in getrockneten Pflanzen, Brot, Getreide, Büchern, Papier, Leder
  • Larve: drei bis fünf Millimeter lang
  • Schadbild: Fraßlöcher in Lebensmittelverpackungen, Textilien, Büchern
  • Bekämpfung: Klebefallen, Pheromonfallen

Hinweis: Brotkäfer sind auch als Kornkäfer oder Tabakkäfer bekannt.

Gefleckter Pelzkäfer (Attagenus pellio)

Gefleckter Pelzkäfer (Attagenus pellio)
Quelle: AfroBrazilian, Attagenus pellio 01, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • Farbe: dunkelrotbraun bis schwarz, helle Flügeldecken mit weißem Haarfleck, drei weiße Haarflecken am Hals
  • Länge: drei bis fünf Millimeter
  • Larve: sieben Millimeter lang, bräunlich gefärbt, stark behaart
  • Vorkommen: Larven in Ritzen, unter Schränken und Betten, Käfer häufig auf der Fensterbank
  • Schadbild: Fraßlöcher in Lebensmittelverpackungen und Textilien, kahle Stellen in Pelzen
  • Bekämpfung: befallene Textilien waschen oder im Tiefkühlschrank einfrieren, Pheromonfallen aufstellen, Kieselgur in Ritzen streuen

Gemeiner Speckkäfer (Dermestes lardarius)

Gemeiner Speckkäfer (Dermestes lardarius)
  • Farbe: schwarz mit gelblichen Haaren auf der Hälfte der Flügeldecken, drei schwarze Punkte im hellen Bereich
  • Länge: zehn Millimeter
  • Larve: sieben Millimeter lang, braun, stark behaart
  • Vorkommen: Larven in Fußbodenritzen, in Bettkästen und Schränken, Käfer am Fenster Schadbild: Fraßlöcher in Textilien, kahle Stellen in Pelzen, Löcher in Möbeln, Tapeten, Büchern, Lebensmittelverpackungen
  • Bekämpfung: gründlich saugen, befallene Textilien waschen oder im Tiefkühlschrank einfrieren, Pheromonfallen aufstellen, Kieselgur in Ritzen streuen

Hinweis: Der gemeine Speckkäfer ist in Deutschland weit verbreitet. Er tritt besonders in Häusern, in denen Tauben brüten, auf. Er ernährt sich von Federresten.

Kabinettkäfer (Anthrenus museorum)

Kabinettkäfer (Anthrenus museorum)
  • Farbe: schwarz mit hellen Schuppen auf den Flügeldecken
  • Länge: zwei bis drei Millimeter
  • Larve: fünf Millimeter lang, hellbraun, stark behaart mit langem Borstenschwanz
  • Vorkommen: Larven in Wollteppichen und Dielenritzen, Käfer häufig auf der Fensterbank und an der Fensterscheibe
  • Schadbild: Fraßlöcher in Textilien, Wollteppichen, Pelzen, Papier
  • Bekämpfung: gründlich saugen, befallene Textilien waschen oder im Tiefkühlschrank einfrieren, Pheromonfallen aufstellen, Kieselgur in Ritzen streuen

Hinweis: Finden sich die langen Pfeilhaare der Larven dieses Käfers im Bett oder anderswo in der Wohnung können Sie bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen.

Kugelkäfer (Gibbium psylloides)

Kugelkäfer (Gibbium psylloides)
Quelle: Luis Fernández García, Gibbium psylloides 20120821 2, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • Farbe: rotbrauner kugeliger unbehaarter Körper mit langen Fühlern
  • Länge: zwei bis drei Millimeter
  • Larve: drei bis fünf Millimeter lang, hellbraun
  • Vorkommen: Larven und Käfer in Dielenritzen von Holzfußböden
  • Schadbild: Fraßlöcher in Textilien, Papier, Lebensmittelverpackungen
  • Bekämpfung: gründlich saugen, Kieselgur in Ritzen streuen, Pheromonfallen aufstellen

Hinweis: Alte Fachwerkhäuser mit Holzbalkendecken und Hohlraumfüllungen bieten perfekte Lebensbedingungen für den auch Buckelkäfer genannten Schädling.

Teppichkäfer (Anthrenus scrophulariae)

Teppichkäfer (Anthrenus scrophulariae)
Quelle: picture taken by Kurt Kulac, Anthrenus scrophulariae wien 01, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 3.0
  • Farbe: braun mit rot-weiß-schwarzen Flecken auf den Flügeldecken
  • Länge: drei bis vier Millimeter
  • Larve: fünf Millimeter lang, schwarzbraun, stark behaart mit langem Schweif
  • Vorkommen: Larven in Bettkästen und Schränken, Käfer am Fenster
  • Schadbild: Fraßlöcher in Lebensmittelverpackungen, Textilien und Teppichen
  • Bekämpfung: Teppich saugen, ausklopfen, reinigen, Pheromonfallen aufstellen

Hinweis: Teppichkäfer erfüllen in der Natur eine wichtige Aufgabe. Sie helfen, Kadaver mit Fell zu beseitigen.

Hausmittel gegen Käfer im Bett

1. Kieselgur

Kieselgur gegen Käfer im Bett
Kieselgur ist besonders effektiv gegen Hautparasiten bei Haus- und Nutztieren sowie gegen Läuse, Milben und Zecken.

Eine gute Alternative zu Insektiziden ist die Bekämpfung von Käfern im Bett mit fein gemahlenen Kieselalgen, die unter der Bezeichnung „Kieselgur“ angeboten werden. Die fein gemahlenen Partikel sind sehr scharfkantig. Sie beschädigen die Wachsschicht des Chitinpanzers der Käfer und führen zum Absterben des Insekts. Kieselgur muss direkt an den Verstecken der Käfer ausgebracht werden. Es ist notwendig, dass die Käfer mit dem Mittel direkt in Kontakt kommen.

2. Niemöl

Das Öl des indischen Niembaumes kann helfen, Käfer aus der Wohnung zu vertreiben. Niemöl ist ein natürliches Insektizid, dass die Fortpflanzung der Insekten hemmt. Es ist als Spray zur Bekämpfung von Insekten erhältlich. Beachten Sie die Packungsanleitung.

Tipp: Im Handel sind Kombiprodukte erhältlich, die sowohl Niemöl als auch Kieselgur enthalten.

3. Textilien waschen

Wäsche waschen

Beim Waschen mit 60 Grad werden Sie Käfer und Larven aus kochfesten Textilien schnell wieder los. Auch in der Sauna können Sie befallene Textilien von Käfern oder Larven befreien.

4. Textilien kühlen

Plüschtiere oder Kleidungsstücke, die nicht mit 60 Grad gewaschen werden können, können Sie in eine Plastiktüte eingehüllt in den Tiefkühlschrank legen. Bei einer Temperatur von minus 18 Grad Celsius sterben unerwünschte Schädlinge ab.

Tipp: Nutzen Sie die Kälte im Winter, um Schädlingen in der Wohnung vorzubeugen. Hängen Sie Decken im Freien auf und klopfen Sie Teppiche im Schnee aus.

Häufig gestellte Fragen

Wie kann man Schädlingsbefall in der Wohnung vorbeugen?

Sauberkeit ist die beste Methode, um Schädlingen in der Wohnung vorzubeugen. Saugen Sie regelmäßig und wischen Sie abwischbare Flächen feucht ab. Reinigungsmittel mit Zitrone oder Essig wirken gut gegen Insekten. Kontrollieren Sie Ihre Textilien regelmäßig auf Veränderungen. Je schneller Sie bei einem Schädlingsbefall reagieren, umso besser gelingt die Bekämpfung.

Was ist zu tun, wenn die Hausmittel gegen Käfer im Bett nicht helfen?

Wenn Sie Käfer oder andere Insekten aus der Wohnung nicht mit Sauberkeit und den genannten Hausmitteln vertreiben können, zögern Sie nicht, einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen. Diese erkennen die Schädlinge schnell und können geeignete Maßnahmen ergreifen.

Sind Käfer in der Wohnung für Menschen oder Haustiere eine Gefahr?

Einige der genannten Käferarten können allergische Reaktionen bei empfindlichen Menschen auslösen. Im Allgemeinen geht von ihnen keine Gefahr für Menschen und Haustiere aus.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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