Die gängigen 12 Getreidearten vorgestellt | Getreidesorten mit Bild

Weizen,Roggen,Dinkel,Hafer

Getreide wird praktisch weltweit täglich gegessen, inzwischen aber auch von vielen Menschen verteufelt. Doch kaum jemand kennt sich wirklich gut mit diesem Thema aus und könnte die folgenden Fragen aus eigenem Wissen richtig beantworten. Was zählt alles zum Getreide, welche Sorten sind dabei glutenfrei und welche können Allergikern gefährlich werden? Wir klären auf über die gängigen Getreidesorten und ebenso deren Verwendung.

Die gängigsten Getreidearten und ihre Verwendung

Weizen

  • bot.Triticum
  • keine oder sehr kurze Grannen, kurze dicke rötliche Körner, dabei aufrechtes Wachstum, dichte kantige Ähren
  • am häufigsten zum Backen verwendetes Getreide, Verwendung dabei als Weiß- und Vollkornmehl
  • ebenso wichtiges Futtermittel in der Nutztierhaltung
  • gehört zu den ältesten Getreidearten
Winterweizen, Triticum
Winterweizen

Unterarten des Weizens

Hartweizen

  • bot. Triticum durum
  • koch- und bissfeste Struktur
  • daher Hauptbestandteil von original italienischer Pasta, Grieß

Hartweizen, Triticum durum

Weichweizen

  • bot. Triticum aestivum
  • glutenarm
  • beispielsweise als Mehl, Backwaren, Malz und als Futtermittel verwendet

Weichweizen, Triticum aestivum

Einkorn

  • bot. Triticum monococcum
  • Vorläufer des Dinkel
  • hoher Eiweißgehalt
  • jedoch hoher Glutenanteil

Einkorn, Triticum monococcum

Dinkel

  • bot. Triticum spelta
  • Urform des Weizens, Anbau als Intensivfrucht mit hohen Erträgen jedoch nicht möglich
  • wird wie moderner Weizen verwendet, ist dabei aber oft besser verträglich

Dinkel, Triticum spelta

Grünkern

  • bot. Triticum aestivum ssp. spelta
  • in der Milchreife geernteter und gedarrter Dinkel
  • zum Backen wie normaler Weizen, als Bratlinge
  • dabei sehr spezieller intensiver Geschmack der Backwaren durch Röstaromen

Grünkern, Triticum aestivum ssp. spelta

Gerste

  • bot. Hordeum vulgare
  • sehr lange Grannen, die auf gleicher Höhe enden, dicke, spitz zulaufend Körner, sehr leicht zu erkennen („wogendes Getreidefeld“)
  • eins der wichtigsten Futtergetreide, Hauptzutat beim Bierbrauen, seltener zum Backen verwendet
  • neben Weizen die älteste Getreideart
  • enthält jedoch nur wenig Klebereiweiß
  • gilt ebenso als Heilnahrung
  • zum Bierbrauen wird spezielle Brauereigerste angebaut
Gerste, Hordeum vulgare
Wintergerste

Hafer

  • bot. Avena
  • keine Grannen, Rispen statt Ähren
  • wichtiges Futtermittel, in der Küche hauptsächlich in Form von Haferflocken verwendet, Haferbrei (Porridge)
  • kein Klebereiweiß, daher eingeschränkt zu verwenden beim Backen (nur in Verbindung mit glutenhaltigem Getreide wie Weizen oder Dinkel)
  • nussartiges Aroma
  • fettreich und vollwertig
  • galt bis ins 19. Jahrhundert als tägliches Essen der armen Leute
Flug-Hafer, Avena fatua
Flug-Hafer, Avena fatua

Mais

  • bot. Zea mays
  • kleine meist gelbe Körner in dicken Kolben mit grünen Hüllblättern, bis zu drei Meter lange kräftige Stängel, ebenso bunte Sorten möglich (orange, rot, blau, schwarz)
  • Verwendung: weltweit wichtiges Futtermittel, Energiegewinnung in Biogasanlagen, in der Küche zum Beispiel als Mehl, Grieß, Maisstärke und ganze Körner zum Kochen, Popcorn, gegrillte Maiskolben
  • enthält kein Klebereiweiß, braucht daher beim Backen zusätzliche Treibmittel (z. B. Eier, Backpulver)
  • eine der weltweit wichtigsten Getreidesorten, setzt sich immer mehr durch

Mais, Zea mays

Reis

  • bot. Oryza
  • 20 bis 30 Halme je Pflanze, wächst zumeist im Wasser, viele kleine Ähren an einzelnen Rispen
  • ebenso eine der weltweit wichtigsten Getreidearten
  • Grundnahrungsmittel in Asien, meist als Beilage verwendet, aber auch als Reismilch, Reisessig, Reiswein oder Arrak (vergorene Reismaische)

Reis, Oryza

Roggen

  • Secale cereale
  • mittellange Grannen, längliche grau-gelbe Körner, zweireihige Ähren
  • geringer Glutenanteil, hoher Mineralgehalt, sehr dunkler Mehlkörper
  • wird hauptsächlich zum Backen von lange haltbarem Brot verwendet, z. B. für Pumpernickel und Schwarzbrot
  • verschiedene Ausmahlungsgrade des Mehls möglich
Roggen, Secale cereale
Winterroggen

Triticale

  • bot. Triticosecale
  • Kreuzung aus Roggen und Weizen, gewinnt zunehmend an Bedeutung in der deutschen Landwirtschaft
  • vorwiegend als Futtergetreide und zur Energiegewinnung in Biogasanlagen verwendet, immer häufiger aber auch zur menschlichen Ernährung (Bier, Brei, Backwaren)
  • Backeigenschaften jedoch weniger gut als beim Weizen

Triticale, Triticosecale

Pseudogetreide

Was ist Pseudogetreide?

Als Pseudogetreide werden Pflanzen bezeichnet, die im Aussehen und der Verwendung dem Getreide ähneln, aber nicht wie diese zu den Süßgräsern zählen. Denn sie bilden Körnerfrüchte aus und haben ähnliche Inhaltsstoffe wie Getreide, nämlich Eiweiß, Ballaststoffe, Mineralien und Aminosäuren. Da sie aber kein Gluten enthalten, sind sie für Menschen mit Allergien und Glutenunverträglichkeit besonders interessant. Die wichtigsten Pseudogetreide im Überblick:

Amaranth

  • bot. Amaranthus caudatus
  • bis zu drei Meter hohe Pflanzen, Samen nur ca. 1 mm groß
  • Mehl und Schrot zum Backen, ganze Körner als Popcorn, zum Kochen, als Füllung, im Müsli
  • junge Blätter können wie Spinat zubereitet werden
  • nussiger, leicht bitterer Geschmack
  • galt bei den Azteken als heilig
  • Grundnahrungsmittel in weiten Teilen Asiens, Mittel- und Südamerika
  • gilt als Heilpflanze

Amaranth, Fuchsschwanz, Amaranthus caudatus

Buchweizen

  • bot. Fagopyrum
  • Knöterichgewächs, dreikantige Samen
  • beispielsweise als Flocken im Müsli, Mehl zum Backen
  • kein Klebereiweiß, daher bei Backen glutenhaltiges Mehl beimischen
  • bekanntestes Erzeugnis aus Bauchweizenmehl: Niedersächsische Buchweizentorte

Buchweizen, Fagopyrum

Hanf

  • bot. Cannabis
  • eine der ältesten Nutzpflanzen der Erde, kann dabei bis zu fünf Meter hoch werden
  • leicht am Aussehen zu erkennen durch handförmig zusammengesetzte Blätter
  • zum Beispiel in Müsli oder Joghurt, als Zutat für Brotaufstrich, Öl im Salat, Mehl als Backzutat
  • Blätter und Blüten als Tee
  • Mineral- und vitaminreich

Hanf, Cannabis

Hirse

  • bot. Panicum miliaceum
  • 4 bis 5 mm große Körner, 10 bis 60 cm lange Rispen mit kleinen Ähren daran
  • beispielsweise zur Zubereitung von Brei, zum Backen, zum Brauen traditioneller afrikanischer Biere
  • sehr mineralstoffreich
  • in weiten Teilen Afrikas Hauptnahrungsmittel
  • aber auch als Futtermittel verwendet

Hirse, Panicum miliaceum

Quinoa

  • bot. Chenopodium quinoa
  • braune kleine Körner
  • Gänsefußgewächs, daher verwandt mit Rote Bete, Mangold und Spinat
  • verwendet werden Samen, junge Sprosse und Blätter
  • als Reisersatz, ebenso in Suppen, Soßen, Müsli und Salaten
  • in Südamerika ein wichtiges Grundnahrungsmittel
Quinoa, Chenopodium quinoa
roter Quinoa

Sommer- und Wintergetreide

Was ist der Unterschied?

Die Begriffe Sommer- und Wintergetreide bezeichnen dagegen keine Getreidearten sondern lediglich die Zeit der Aussaat und des Wachstums. Wintergetreide wird schon im Herbst vor dem Erntejahr ausgesät und keimt dann bereits vor dem Winter. Dadurch ist die Vegetationszeit relativ lang und das Getreide früher erntereif als Sommergetreide. Dieses wird erst ab März ausgesät. Alle Getreidearten können als Sommergetreide angebaut werden. Als Wintergetreide gibt es dagegen nur Gerste, Roggen, Triticale und Weizen.

Gluten

Enthalten alle Getreidesorten Gluten?

Alle Sorten außer Reis und Mais enthalten Gluten, ein spezielles Klebereiweiß. Dieses sorgt dafür, dass das Mehl in Verbindung mit Wasser einen klebrigen, aber auch elastischen Teig bildet, der auch nach dem Backen gut zusammenhält und nicht zerbröselt. Besonders viel Klebereiweiß enthält dabei der Weizen mit seinen Unterarten. Relativ wenig davon finden Sie in Gerste und Hafer, daher sind Gersten- und Hafermehle weniger gut beziehungsweise nur zusammen mit anderen Mehlen zum Backen geeignet.

Das Klebereiweiß ist auch verantwortlich für die Zöliakie. Diese Autoimmunkrankheit ist chronisch. Durch den Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln entzündet sich dabei der Darm. Stellen Betroffene ihre Ernährung nicht um und ernähren sich in Zukunft glutenfrei, dann wird die Darmschleimhaut dauerhaft geschädigt und es kommt zu einer Mangelernährung. Die Symptome der Zöliakie ähneln denen einer allergischen Reaktion, es handelt sich jedoch um verschiedene Krankheiten, die allerdings auch gleichzeitig auftreten können. Das heißt aber nicht, dass alle empfindlichen Menschen auf glutenfreie Ernährung achten müssen und Getreide meiden sollten.

Glutenfreie Getreidesorten

  • Reis
  • Mais
  • alle Arten von Pseudogetreide

Worauf sollten Allergiker beim Getreidekonsum achten?

Allergiker sollten auf alle Lebensmittel verzichten, die sie nicht vertragen, im Falle einer Getreideallergie also auch auf die entsprechenden Getreidesorten. Grundsätzlich können jedoch alle Sorten Allergene enthalten. Allerdings sind Getreideallergien nicht allzu häufig anzutreffen, am ehesten treten Weizenallergien auf. Dinkel, Grünkern und Kamut sind zwar Unterarten des Weizens, sie werden in der Regel aber von vielen Allergikern besser vertragen als moderne Weizenarten.

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