Dickblattgewächse, Crassulaceae – Steckbrief, Merkmale und Arten

Sedum, Fetthenne

Etwa 35 Gattungen finden sich in der Pflanzenfamilie der Dickblattgewächse (bot. Crassulaceae), die zur Ordnung der Steinbrechartigen (bot. Saxifragales) innerhalb der Gruppe der Kerneudikotyledonen gehören. Die Gattungen sind in über 1.400 Arten aufgeteilt, deren Verbreitungsgebiet sich auf den gesamten Erdball ohne die Antarktis erstreckt. Sie wachsen häufig als Sukkulenten in äußerst trockenen Gebieten und werden aus diesem Grund als Gewürz- oder Nahrungspflanze genutzt. Charakteristisch sind die fleischigen Blätter, durch die die Familie ihren Namen erhielt.

Dickblattgewächse

Niedrigere Klassifizierungen

Die Dickblattgewächse gehören zu den Steinbrechartigen, in der sie zusammen mit den folgenden Familien eine sogenannte Klade bildet.

  • Aphanopetalaceae
  • Tausendblattgewächse (bot. Haloragaceae)
  • Penthoraceae
  • Tetracarpaeaceae

Innerhalb der Familie wurden die etwa 35 Gattungen von 1930 bis 1995 in sechs Unterfamilien, danach in nur noch zwei Unterfamilien gegliedert. Nach den aktuellen phylogenetischen Erkenntnissen sind die Crassulaceae in die folgenden Unterfamilien eingeteilt.

  • Sempervivoideae: 5 Triben, etwa 27 Gattungen
  • Kalanchoideae: 4 Gattungen
  • Crassuloideae: 2 Gattung

Die Gattung Perrierosedum konnte bisher nicht direkt in eine der Unterfamilien eingegliedert werden und bezieht dadurch eine Sonderstellung. Bei der Typusgattung der Dickblattgewächse handelt es sich um die Dickblätter (bot. Crassula), die für die Bestimmung der gesamten Familie herangezogen werden können. Die Gattung teilt zahlreiche, morphologische Merkmale mit den anderen Gattungen. Sie stellt gleichzeitig eine der größten Gattungen innerhalb der Familie mit einer Artenvielfalt von über 300 Taxa dar, nur hinter Sedum, den Fetthennen. In dieser Gattung finden sich etwa 420 Arten.

Vegetative Merkmale

Dickblattgewächse sind wie der Name schon sagt an ihren dicken, fleischigen Blättern zu erkennen, die eindeutig auf eine Sukkulente hinweisen. Diese Eigenschaft zieht sich durch die alle Gattungen der Crassulaceae, mit wenigen Ausnahmen. Doch aus genau diesem Grund ist es häufig schwierig, die einzelnen Arten, vor allem im getrockneten Zustand, unterscheiden zu können, da sie sich sehr ähnlich sehen.

Die Merkmale:

  • Wuchsform: meist Sukkulenten, krautig, Sträucher, Halbsträucher, seltener Stauden und Bäume, Aufsitzerpflanze
  • Lebenszyklus: ausdauernd, einjährig, zweijährig, mehrjährig verholzend, immergrün
  • Sprossachsen: fleischig
  • Wuchshöhe: bis 3 m
  • Laubblätter: gegen- oder wechselständig, Wirtel, Rosetten (grundständig), verteilt an der Sprossachse, dickfleischig, einfach, kreuzgegenständig, Blattpaare miteinander an der Basis verwachsen
  • verfügt über anisocytische Spaltöffnungen
  • Blattrand: ganzrandig, glatt, gezähnt
  • einige Arten speichern Feuchtigkeit in den Blättern
  • Hydathode vorhanden
  • bilden keine Nebenblätter aus
  • Schutzmechanismus: Haare, Papillen, Stacheln, Wachsschicht (Cuticula)
  • Wurzeln: Rhizome, Knollen, fleischig, faserig
  • Nutzen: Gewürzpflanze, Nahrungspflanze, Zierpflanze
  • viele Arten verfügen über den Crassulaceen-Säurestoffwechsel
  • Familie gilt allgemein als ungiftig
  • wenige Arten sind schwach giftig
  • Symptome nach größeren Mengen verzehrter Pflanzenteile: Nervosität, Muskelzucken
  • Inhaltsstoffe: Alkaloide, Proanthocyanidine, Flavonole, Gerbstoffe, Saponine, Sedoheptulose

Generative Merkmale

Im Vergleich zu ihren vegetativen Merkmalen sind die Blüten und Früchte der Crassulaceae meist nicht so ausgeprägt und vor allem die Blüten häufig recht unscheinbar. Dennoch helfen die generativen Merkmale entscheidend dabei, die Familie von den anderen Familien innerhalb der Klade unterscheiden zu können.

Folgend die Merkmale:

  • Blütenstand: einzeln, seiten- oder endständig, traubig, ährig, rispig, zymös
  • Blüte: zwittrig, seltener diözisch, radiärsymmetrisch, 3 – 30-zählig, meist jedoch 4 – 6-zählig, Hypanthium vorhanden
  • Kelchblätter: 3 – 30, ausschließlich an der Basis verwachsen, lange haltbar
  • Kronblätter: 3 – 30, frei, kurze Röhre
  • Staubblätter: 3 – 30 in 1 oder 2 Kreisen
  • Fruchtblätter: 3 – 30, an Basis verwachsen, oberständig, halbunterständig, verfügen über Nektarschuppen
  • Samenanlagen: 1 – 50, hängend, bitegmisch, anatrop, tenuinucellat, crassinucellat
  • Griffel mit kopfiger Narbe
  • Frucht: Balgfrüchte, Sammelfrüchte, Kapselfrüchte, verfügen über Endosperm
  • Vermehrung: Entomophilie

Arten

  • Hypagophytum abyssinicum
  • Felsen-Nabelkraut (bot. Umbilicus rupestris)
  • Tsumerenge (bot. Orostachys japonica)
  • Scharfer Mauerpfeffer (bot. Sedum acre)
  • Weiße Fetthenne (bot. Sedum album)
  • Dunkler Mauerpfeffer (bot. Sedum atratum)
  • Ockergelbe Fetthenne (bot. Sedum ochroleucum)
  • Western roseroot (bot. Rhodiola integrifolia)
  • Dudleya abramsii
  • Dudleya cymosa
  • Dudleya pulverulenta
  • Prometheum tymphaeum
  • Afrovivella semiensis
  • Adromischus subviridis
  • Adromischus leucophyllus
  • Kalanchoe blossfeldiana
  • Flammendes Käthchen (bot. Kalanchoe blossfeldiana)
  • Crassula deceptor
  • Crassula perfoliata
  • Ewers-Fetthenne (bot. Hylotelephium ewersii)
  • Yunnan-Chinadickblatt (bot. Sinocrassula yunnanensis)
  • Flammendes Käthchen, Kalanchoe blossfeldiana – Pflege von A-Z

    Das Flammende Käthchen ist eine robuste Pflanze, die an die Pflege keine großen Ansprüche stellt. Ursprünglich gab es die kleine Schönheit mit Herkunft Madagaskar nur mit roten Blüten, aber mittlerweile erfreut sie uns auch mit gelben, rosa, weißen und lila Blüten. Damit sich diese jedoch entwickeln, bedarf es eines kleinen Tricks.

  • Fette Henne, Fetthenne Pflanze – alles über Pflege und Schneiden

    Fetthennen sind ein- oder mehrjährige sowie mehr oder weniger sukkulente Pflanzen. Sie wachsen kriechend oder buschig mit Wuchshöhen von bis zu 60 cm. Ihren Namen verdankt die Fette Henne den dickfleischigen Blättern, die sich in Form und Färbung unterscheiden. Unterschiedlich sind auch die gelben, weißen oder rötlichen Blütenstände. Die Fetthenne eignet sich gut zur Dachbegrünung, macht aber auch in Stein- und Kiesgärten, Staudenbeeten und im Topf, auf Balkon oder Terrasse eine gute Figur.

  • Geldbaum, Pfennigbaum, Crassula ovata – Pflege und Vermehrung

    Sein saftig-grünes, edel glänzendes Blätterkleid schmeichelt dem Auge und filtert Schadstoffe aus der Raumluft. Der reich verzweigte Zierstrauch mit dem vielversprechenden Namen Geldbaum punktet mit anspruchsloser Genügsamkeit, was Anfänger zu schätzen wissen. Perfekt inszeniert sich der Crassula ovata als immergrüner Gegenpol zu prahlerischen Blütenpflanzen und beugt so stilsicher überladender Opulenz auf der kreativen Fensterbank vor. Diese Pflege-Anleitung erläutert detailliert, wie Sie den Pfennigbaum sachkundig kultivieren und erfolgreich vermehren.

  • Echeveria derenbergii – Steckbrief, Pflege und Überwintern

    Echeveria derenbergii ist eine genügsame Zimmerpflanze, deren Pflege nicht viel Zeit in Anspruch nimmt. Daher ist das Gewächs auch bestens für Menschen ohne grünen Daumen oder Erfahrung geeignet. Werden die wenigen nötigen Faktoren bei der Kultur der Pflanze beachtet, belohnt sie den Aufwand mit einer dekorativen und exotischen Blüte - und das ausgerechnet im Winter.

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