Porzellanröschen, Bitterwurz, Lewisia cotyledon – Steckbrief und Pflege

Porzellanröschen, Bitterwurz, Lewisia cotyledon
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Blütenfarbe
gelb, orange, rosa, weiss
Standort
Halbschatten, Sonnig
Blütezeit
Mai, Juni, Juli
Wuchsform
aufrecht, flachwüchsig
Höhe
bis zu 30 Zentimeter hoch
Bodenart
steinig, sandig, kiesig
Bodenfeuchte
sehr trocken, frisch
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
k.A.
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Montiaceae, Montiaceae
Pflanzenarten
Steingartenpflanzen, Zierpflanzen, Immergrüne Bodendecker, Alpenpflanzen
Gartenstil
Steingarten, Kiesgarten

Porzellanröschen sind anspruchslose Pflanzen, die im Sommer in den verschiedensten Farbentönen von weiß bis magenta blühen. Sie eignen sich vor allem für die Bepflanzung von Mauern und Steingärten, können aber auch im Topf oder Kübel gezogen werden. Ihr Standort sollte sehr sonnig sein. Die Zierpflanze ist winterhart, verträgt aber Stau- bzw. Winternässe überhaupt nicht.

Steckbrief

  • Herkunft: USA
  • Familie: Quellkrautgewächse
  • Gattung: Lewisia, Lewisie
  • Standort: sonnig im Garten oder als Topfpflanze
  • Erdreich: wasserdurchlässig, Drainage von Vorteil, keine kalkhaltigen Böden
  • Gießen: sparsam
  • Blütezeit: Frühsommer und Sommer
  • Blütenfarben und Blüten: weiß bis magenta, uni oder gestreift
  • Blätter: flach, Rosette
  • Höhe: bis maximal 30 cm, eher niedriger
  • Düngen: im Garten nicht notwendig
  • Vermehren: Blattstecklinge, Tochterrosetten
  • Krankheiten: Wurzelfäule durch Stau- oder Winternässe
  • Schädlinge: Blattläuse, Schnecken
  • Überwintern: winterhart, nicht immer frosthart
  • giftig: nein
  • Zimmerpflanze: eher ungeeignet

Porzellanröschen gehört zu den anspruchslosen Pflanzen

Systematik

Porzellanröschen gehören zur Gattung der Bitterwurze. Als Porzellanröschen wird in der Regel der Gewöhnliche Bitterwurz, lat. Lewisia cotyledon, bezeichnet. Neben den Porzellanröschen gibt es noch knapp zwanzig andere Arten der Gattung. Die Gattung Bitterwurz, lat. Lewisia, gehört zur Familie der Quellkrautgewächse, lat. Montiaceae, in der Ordnung „Nelkenartige“, lat. Caryophyllales.

Wen der Name Lewisia an den Namen einer Person erinnert, der irrt nicht. Die Gattung Bitterwurz wurde nach dem Forscher Meriwether Lewis benannt. Dieser hat die Zierpflanze zwar nicht entdeckt, er war Forscher und erkundetet zusammen mit William Clark das damals unbekannte Gebiet zwischen St. Louis und dem Pazifik. Auf dieser Lewis-und-Clark-Expedition Anfang des 19. Jahrhunderts hat er viele unbekannte Pflanzen und Tiere beschrieben.

Porzellanröschen für Steingärten sehr gut geeignet

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die ursprüngliche Heimat der Lewisia die heutigen USA ist. In Nordamerika sind die Pflanzen bis nach Mexiko verbreitet. Lewisia cotyledon und Lewisia var. howelli wurden Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Die Lewisia var. heckneri wurde erst 1958 beschrieben.

Lewisia ist keine Heilpflanze und auch nicht giftig. Wird ihr eine heilende Wirkung zugeschrieben, wird sie mit dem Gelben Enzian, lat. Gentiana lutea L., verwechselt. Dieser wird nämlich auch gerne Fieberwurz genannt.

Standort

Aussehen: Blätter und Blüten

Das Porzellanröschen ist an karge Standorte perfekt angepasst. Dem bevorzugten Standort entsprechend, hat die Zierpflanze eine lange Pfahlwurzel. Auf dem fleischigen Caudex wird ein sukkulenter Strauch ausgebildet. Zweige und Blätter sind flach ausgebreitet. Dabei bilden die fleischigen Blätter, die die verschiedensten Formen haben können, Rosetten aus. Die Blätter können gezahnt oder gekräuselt sein. Der Durchmesser der Rosetten liegt zwischen 10 und 15 Zentimetern. Bei Manchen Arten kann er auch bis zu 30 cm sein.

Die Blütenstände sind aufrecht und haben eine Höhe von 10 bis 12 cm. Die maximale Höhe der Blüten beträgt 30 cm. Pro Blütenstand können zwischen zehn und 50 Blüten ausgebildet werden. Die Blüten der Bitterwurz haben einen Durchmesser von zwei bis vier Zentimeter. Die Blütenblätter sind oval. Die Farbe der Blüten ist rosa, weiß, cremefarben, orange oder gelb. Bei der bekanntesten Art sind die Blütenblätter weiß-rosa gestreift. Heute kann man im Fachhandel viele Hybridsorten der Lewisia kaufen.

Bitterwurz mit weißer Blütenfarbe

Blütezeit

Die Wachstums- oder Vegatationszeit der Lewisia ist von April bis September. Die Blühphase ist von Mai bis Juli. Im Herbst und Winter sind die Blattrosetten grüne Farbtupfer auf der Steinmauer, da viele Arten der Lewisia zu den immergrünen Pflanzen zählen.

Pflege

Pflege im Garten

Die Lewisia cotyledon liebt Felsritzen und steinige Böden. So wächst sie beispielsweise in Kalifornien auf Felsen in Höhen zwischen 300 bis 2.300 Metern. Deshalb wird sie manchmal auch zu den alpinen Pflanzen gezählt. Eher selten findet man einzelne Arten auch in offenen Wäldern in den USA.

Aufgrund ihrer Herkunft eignet sich die Lewisia sehr gut für Steingärten oder für die Bepflanzung von Mauern. Auch sind sie sehr hübsch an Wegrändern. Werden sie in den Boden gepflanzt, sollte dieser mit einer Drainage versehen werden. Denn, Staunässe mögen die sonst anspruchslosen Pflanzen überhaupt nicht. Auch vertragen sie keine kalkhaltigen Böden, ebenso keine schweren oder verdichtete Böden. Dafür lieben sie die Sonne. Ein sonniger oder halbsonniger Platz ist für sie ideal.

Bekommen sie zu wenig Sonne oder ist der Standort zu schattig führen die Pflanzen ein karges Dasein und gehen in der Regel auch nach wenigen Monaten ein. Deshalb eignen sie sich nicht für die Bepflanzung unter Bäumen. Der Pflanzabstand sollte rund zehn Zentimeter betragen. Einen tollen Effekt erzielt man, wenn immer drei bis fünf Pflanzen zusammengesetzt werden.

Gießen

Die Lewisia cotyledon ist, wenn der Standort passt, sehr anspruchslos in der Pflege. Sind die Blüten verblüht, sollte sie abgeschnitten werden. Das stärkt die Pflanze, und sie kann Tochterrosetten ausbilden. Auch muss beim Gießen nicht viel beachtet werden, weil die Pflanze aufgrund ihrer Herkunft an trockene Standorte gewöhnt ist. Der Boden kann zwischen den Gießvorgängen auch schon mal fast komplett austrocknen. Das vollkommene Austrocknen des Bodens verträgt Lewisia cotyledon auch, dies sollte allerdings nicht der Dauerzustand sein. Beim Gießen gilt also, weniger ist mehr.

Schädlingsbefall oder Krankheiten sind bei der Gattung an und für sich kein Problem. Trotzdem kann ein Befall von Blattläusen vorkommen. Und auch vor Schnecken sollten die Pflanzen geschützt werden. Bei den Krankheiten ist Gefahr von Wurzelfäule durch Staunässe bei Lewisie groß.

Bitterwurz nur sparsam gießen

Für die Pflege bzw. das gute Gedeihen im Garten gilt:

  • sonniger Standort
  • wasserdurchlässiger Boden
  • keine Staunässe
  • Schutz vor Schnecken

Pflege im Topf oder Kasten

Im Topf oder Kasten muss noch mehr auf die Vermeidung von Staunässe geachtet werden. Deshalb sollte die Pflanze nur sehr sparsam gegossen werden.

Da der Bitterwurz eine karge Umgebung gewöhnt ist, muss es auch nicht allzu oft gedüngt werden. So kommt er nach Kauf oder Umtopfen in frisches Substrat bis zu einem Jahr ohne Dünger aus. In der Folge reicht es, wenn die Pflanze einmal im Monat gedüngt wird. Am besten nimmt man dazu einen Flüssigdünger. Mit diesem werden die Nährstoffe gleichmäßig in der Erde verteilt. Sind die Blüten verblüht, sollten sie, wie im Beet oder im Steingarten, abgeschnitten werden.

Im Topf oder Kasten muss beachtet werden:

  • Vermeidung von Staunässe
  • maximal einmal im Monat düngen
  • Verblühtes abschneiden

Verwendung als Topfpflanze

Das Porzellanröschen im Topf oder Kasten

Wer keinen Steingarten oder eine Mauer im Garten hat, kann die Lewisia auch im Topf oder Kasten ziehen. Natürlich will die Pflanze auch dann einen sonnigen Standort haben. Für Blumenkästen an der Nordseite des Hauses sind sie nicht geeignet. Das Substrat sollte dem bevorzugten Boden des Porzellanröschens nahekommen, also gut durchlässig sein. Weiter sollte es mineralisch sein. Eine Mischung aus Blumen- oder Gemüseerde, Sand und Bimskies lässt die anspruchslose Pflanze gut gedeihen.

Überwintern

Lewisia cotyledon gehört zu den winterharten Stauden. D.h., der mitteleuropäische Winter mit seinen durchaus tiefen Temperaturen ist für die meisten Arten kein Problem. Was ihr mehr zu schaffen macht, ist die Nässe im Winter. Damit das Wasser gut ablaufen kann, sollte vor dem Einsetzen der Pflanze der Boden mit einer Drainageschicht versehen werden. Weiteren Schutz vor den Wintertemperaturen braucht der Bitterwurz nicht.

Allerdings sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass die Jungpflanzen tatsächlich winter- und frosthart sind, denn nicht alle Arten sind für den deutschen Winter geeignet. Ob die Pflanze nun winterhart ist oder nicht, erkennt man an den sog. Winterhärtezonen, die WHZ abgekürzt werden. Die Angabe steht in der Regel auf dem Schild oder Topf der Pflanze. Für den deutschen Winter sollte bei Lewisia unbedingt die WHZ 7 ausgewiesen sein.

Ist man sich bezüglich der Winternässe bzw. der Winterhärtezone nicht sicher, können die Pflanzen auch ausgegraben und im Topf oder Kasten überwintert werden.

Porzellanröschen mag einen sonnigen Standort

Überwintern als Topfpflanze

Obwohl er zu den winterharten Pflanzen gehört, sollte der Bitterwurz in der kalten Jahreszeit nur an frostfreien Tagen gegossen werden und dies dann auch sehr sparsam. Da im Topf oder Kasten die Wurzeln nicht so gut vor der Kälte geschützt sind wie im Boden, sollte man der Lewisia einen geschützten Standort gönnen.

Idealerweise wird sie an die Hauswand gestellt. Man kann sie aber auch im Haus überwintern. Die Temperatur sollte so zwischen 0 bis 5 Grad liegen. Dabei gilt aber auch, nicht zu viel Gießen. Denn sonst können im schlimmsten Fall die Wurzeln verfaulen.

Überwinterung als Topfpflanze kurz gesagt:

  • im Garten: geschützter Standort
  • im Haus: Keller oder Garage bei einer Temperatur von 0 bis 5 Grad
  • wenig gießen – Staunässe vermeiden

Pflege als Zimmerpflanze

Zimmerpflanze ist Lewisia weniger gut geeignet, da sie viel Licht benötigen. Auch sollte die Zierpflanze nicht zu nahe an Heizkörpern stehen.

Vermehrung

Lewisia wird auf drei Arten vermehrt:

  • Tochterrosetten
  • Samen
  • Blattstecklinge

Tochterrosetten und Samen sind die natürlichen Verbreitungsformen der Lewisia cotyledon. In der Frucht der Lewisia befinden sich zwischen vier und 15 Samen. Bei der Vermehrung mit Samen ist zu beachten, dass das Porzellanröschen zu den Kaltkeimern gehört. Im Grunde genommen, ist die Vermehrung mit Samen bei der Gattung umständlich.

Die einfachste Art Lewisia zu vermehren sind Tochterrosetten. Sie werden abgeschnitten und an der gewünschten Stelle eingepflanzt werden. Der ideale Zeitpunkt dafür ist der Spätsommer. So können die jungen Rosetten noch vor dem Winter anwurzeln. Die Vermehrung mit Blattstecklingen erfolgt im Sommer.

Porzellanröschen, Bitterwurz ist eine winterharte Pflanze

Einfach kräftige Blätter abschneiden und in einen Topf mit Erde stecken. Hierbei wieder auf die Durchlässigkeit achten. Nach dem Überwintern können die jungen Pflanzen dann im April eingesetzt werden. Bei Hybridsorten der Lewisia kann es vorkommen, dass die Ableger in einer anderen Farbe als die Mutterpflanze blühen.

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