angefressene Rosen

Rosen gehören noch heute zu den beliebtesten Gewächsen im eigenen Garten. Egal ob es sich um Kletter-, Duft-, Stauden- oder Wildrosen handelt, die Pflanzen verführen mit ihrer Wuchsform, den Blüten und dem Geruch. Viele Rosengärtner haben Angst vor Schädlingen, die sich an den Pflanzen vergreifen und deren Vitalität stören. Sobald Sie diese kennen, können Sie diese mit entsprechenden Maßnahmen bekämpfen.

Rosen angefressen

Wer hat Ihre Rosenknospen- und Blätter angefressen? Wie viele andere Gewächse der Gattung Rosa und der Familie der Rosengewächse (bot. Rosaceae) sind diese Pflanzenteile ein gefundenes Fressen für verschiedenste Insekten, die sich an diesen genüsslich vergreifen. Angefressene Rosen sind kein schöner Anblick, da sie schwach und nicht mehr gesund wirken. Aus diesem Grund sollten Sie über die möglichen Verdächtigen Bescheid wissen, wenn etwas an Ihren Exemplaren frisst. Glücklicherweise deuten die Art des Schadens und die mögliche Präsenz des Schädlings auf diesen hin, was mögliche Maßnahmen einfacher umzusetzen macht. Welche der sieben Verdächtigen Ihre Blätter und Knospen frisst, erfahren Sie hier.

Tipp: Falls Sie die Möglichkeit haben, Vögel in Ihren Garten zu locken, steht Ihnen ein äußerst guter Schutz gegen einen Großteil der Fressfeinde zur Verfügung. Diese nutzen die Insekten als Nahrung und entlasten somit Ihre Rosen, was die Blätter und Knospen rettet.

Verdächtige

Dickmaulrüssler

Beim Dickmaulrüssler, eigentlich Gefurchter Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus), handelt es sich um einen der größten Schädlinge an Ihren Rosen. Nicht nur die adulten Exemplare, sondern die Larven ernähren sich von Ihren Exemplaren, wodurch neben den Blättern und Knospen die Wurzeln und im Extremfall sogar die Triebe der Rosen angefressen werden. Ob der Dickmaulrüssler Ihre Rosen angefressen hat, erkennen Sie am folgenden Schadbild:

  • Blattränder angefressen (buchtenförmig)
  • meist nur die Blattränder
  • am Abend sind deutlich erkennbare, dunkle Käfer auf den Blättern zu sehen
  • neue Fraßspuren am nächsten Morgen
  • sie fressen nur nachts
gefurchter Dickmalrüssller
gefurchter Dickmalrüssller

Der Befall durch die adulten Dickmaulrüssler ist nicht das Problem und in den meisten Fällen hört dieser von alleine auf. Sie können die Dickmaulrüssler am Abend einfach von den Rosa absammeln. Dafür warten Sie bis es dunkel wird und nutzen eine Taschenlampe, um die Käfer ausfindig zu machen. Ein größeres Problem sind die Larven, die sich im Boden tummeln und die Rosenwurzeln anfressen. Das kann auf Dauer zu einer schwächeren Rose führen, die eingeht und sich nicht mehr retten lässt. Wenn Sie sich den Boden um die Pflanzen genauer anschauen, finden Sie weiße, recht große Larven. Diese bekämpfen Sie folgendermaßen:

  • Nematoden einsetzen
  • diese über das Gießwasser verabreichen
  • notwendige Bodentemperatur: 12°C oder höher

Die Nematoden sorgen dafür, dass die Larven aufhören zu fressen und langsam verenden, was gleichzeitig den Bestand der erwachsenen Tiere verringert.

Rosenblattwespen

Wenn Blätter an Ihren Rosen angefressen sind, handelt es sich häufig um die Rosenblattwespe, die zu den typischen Rosenschädlingen gehört. Die folgenden Symptome deuten auf die Insekten hin:

  • Mai bis September kleine, durchsichtige Larven erkennbar
  • diese befallen die Blätter
  • fressen diese von der Unterseite an
  • dabei starten sie von der Blattmitte aus
  • am Ende bleiben nur die Blattadern zurück
  • die Löcher an den Blättern sind nicht komplett rund

Nicht alle Jahre ist ein Befall durch die Rosenblattwespen zu verzeichnen. Jedoch kann dieser sehr schwer ausfallen und innerhalb kurzer Zeit selbst ein vitales Exemplar dahinrichten. Sobald Sie die Larven und deren Fraßschäden entdecken, sollten Sie diese so gut es geht absammeln, denn nur dadurch lässt sich der Befall auf lange Sicht bekämpfen. Sie können diese ebenfalls zerquetschen, wofür Sie unbedingt Handschuhe tragen sollten. Zudem sollten Sie befallene Blätter und noch nicht verholzte Triebe entfernen. Hier zählt Schnelligkeit, damit die Wespen nicht mehr Ihre Rosen anfressen.

Schwarze Rosenblattwespe, Endelomyia aethiops

Tipp: Auf ähnliche Weise ist ein Befall durch die Weißgegürtelte Rosensägewespe (Allantus cinctus) feststellbar, denn die Fraßspuren sehen genau gleich aus, nur gehen diese vom Rand und nicht der Mitte aus. Sie bekämpfen die Rosensägewespe auf die gleiche Weise wie die Rosenblattwespe.

Gartenlaubkäfer

Phyllopertha horticola ist eine der zahlreichen Käfer, der zu den Arten gehört, die als Junikäfer bezeichnet werden. Sie erkennen diese sofort an ihrem Aussehen, das einem Junikäfer mit einer Größe von acht bis elf Millimetern entspricht. Das Schadbild sind unregelmäßig angefressene Laub- und Blütenblätter, die mit der Zeit immer schwächer aussehen. Manchmal können Sie sogar die Tiere auf den Pflanzenteilen erkennen, da diese recht eifrig unterwegs sind. Typische Flugzeiten über das Jahr sind:

  • Ende Mai bis erste Juliwoche
  • vor allem an warmen Tagen
  • nur während des Tages
  • sie ruhen bei Nacht

Der Befall durch Gartenlaubkäfer wirkt sich nur negativ auf Ihre Rosenbüsche und -hecken aus, sobald diese in großer Zahl auftreten. Sie vermehren sich ebenfalls über Larven im Boden, was das Bekämpfen der Junikäfer recht einfach macht. Die Larven setzen den Gewächsen nicht zu, tragen aber zur Erhaltung des Bestands bei, der wiederum für die Rosen gefährlich werden kann. Hier wenden Sie ebenfalls Nematoden an und versuchen Sie so viele der Käfer über den Tag abzusammeln. Sie lassen sich problemlos einfangen und abtransportieren.

Gartenlaubkäfer, Phyllopertha horticola

Goldglänzender Rosenkäfer

Ebenfalls als Goldkäfer bekannt, ist Cetonia aurata eine der angenehmeren Gesellen, da er die Blätter nicht anfrisst und sich ausschließlich die Blüten und seltener Knospen schmecken lässt. Zu erkennen sind diese an ihrer goldglänzenden Farbe der Flügelschilde. Sie halten sich hauptsächlich in den Blüten auf und fressen diese von innen an, ohne sie wirklich komplett zu beschädigen. Falls Sie jedoch einmal eine größere Zahl der Käfer finden, gehen Sie wie folgt vor:

  • morgens von den Blüten entfernen
  • umsiedeln
  • mittags fliegen sie zu schnell

Da die Käfer in Deutschland geschützt sind, dürfen Sie diese nicht töten, aber problemlos umsiedeln. Um eine Ansiedlung zu verhindern, können Sie den Standort auf die folgende Weise anpassen:

  • modrige durch frische Gartenerde ersetzen
  • verrottende Pflanzenreste entfernen
  • Komposthaufen klein halten

Auf diese Weise wird sich der Käfer nicht bei Ihnen ansiedeln. Wer sich frägt, ob die Larven der Käfer die Wurzeln anfressen, kann sich entspannt zurücklehnen. Diese haben kein Interesse an den Rosenwurzeln und fokussieren sich hauptsächlich auf verrottende Pflanzenreste. Aus diesem Grund müssen Sie nichts gegen diese unternehmen.

gemeiner Rosenkäfer, Cetonia aurata

Erdbeerblütenstecher

Anthonomus rubi ist ein Verwandter des Dickmaulrüsslers und erkennbar an seiner schwarzbraunen Farbe und einem langen Rüssel. Die Käfer sind besonders gefährlich für die noch jungen Knospen, da sie ihre Eier in diese ablegen und die Larven geschützt heranwachsen können. Das Schadbild an den Rosenknospen gestaltet sich wie folgt:

  • Knospen an Rändern leicht angefressen
  • öffnen sich nicht mehr
  • hängen nach unten
  • fallen vom Stiel ab

Charakteristisch für den Erdbeerblütenstecher ist die Schnittstelle der Knospe, durch die der Käfer die Nährstoffzufuhr unterbricht. Diese wirkt so genau geschnitten wie mit einer Gartenschere, was viele Gärtner verblüfft. Als einzige Maßnahme gegen diese hilft die Verwendung von Präparaten auf Neem-Basis, die um die Rosen angewandt werden. Die befallenen und schon abgefallenen Rosenknospen sollten Sie unbedingt im Restmüll entfernen oder verbrennen, damit sich die Larven nicht weiter ausbreiten können.

Erdbeerblütenstecher, Anthonomus rubi

Frostspanner

Beim Frostspanner (Operophtera brumata) handelt es sich um einen Nachtfalter, dessen Larven Blüten, Blätter und Knospen von Rosen anfressen. Zu erkennen ist das an Fraßspuren, die bogenförmig über die Blätter verlaufen. Zudem deuten die deutlich erkennbaren Raupen auf den Befall hin, die Sie ganz einfach absammeln können. Wenn der Befall sehr groß ist, kommt es zum Skelettieren der Blätter. Hier hilft es, im Frühling Neem-Pulver zu verstreuen und ausgiebig zu gießen. Dadurch wird die Pflanze gestärkt, wodurch ein Befall nicht mehr möglich ist. Alternativ können Sie während des Befalls ein Spritzmittel aus Rapsöl und Wasser herstellen und direkt auf die Rosen anwenden.

Operhophtera brumata Larve, kleiner Frostspanner Larve
Operhophtera brumata Larve, kleiner Frostspanner Larve

Tipp: Ähnliche Auswirkungen auf die Rosenknospen- und Blätter haben Rosen- oder Heckenwickler, die sich nur ein wenig im Schadbild unterscheiden. Gehen Sie hier auf dieselbe Weise vor, damit Ihre Exemplare nicht mehr durch die Schädlinge angefressen werden.

Blattschneiderbienen

Zu guter Letzt sind die Blattschneiderbienen, besser bekannt unter dem Namen Tapezierbienen, zu nennen. Bei diesen Insekten handelt es sich nicht um Schädlinge, sondern um Wildbienen, die solitär leben. Sie nutzen Teile der Rosenblätter für den Nestbau und fressen diese sauber an, ohne sie anfällig für Krankheiten zu machen. Die Fraßschäden der Bienen sind an kreisrunden Löchern zu erkennen, die vom Blattrand aus beginnen. Das Blatt bleibt trotz der Schäden gesund und daher müssen Sie nicht gegen die Bienen tun. Sollten Sie auch nicht, denn sie sind aufgrund einer Vielzahl von Ursachen gefährdet:

  • Umweltverschmutzung
  • Lebensraumverlust

Aufgrund ihrer Gefährdung stehen sie in Deutschland unter besonderem Schutz und dürfen weder getötet noch eingefangen werden. Zudem sind sie wichtige Bestäuber zahlreicher Pflanzen in Ihrem Garten und einer der wichtigsten für die Luzerne (bot. Medicago sativa). Bienen der Gattung Megachile nutzen nur so viele Blattstücke, wie sie wirklich benötigen und richten nur einen äußerst kleinen Schaden an. Daher sollten Sie sich über diese Besucher in Ihrem Garten freuen.

Blattschneiderbiene, Megachile

Tipp: In seltenen Fällen kann es dazu kommen, dass Ihre Rosenknospen und Blüten aufgrund von Verbiss durch Rehe fehlen. Den Tieren schmecken die Rosen nur allzu gut und sobald Sie nahe einem Waldstück oder weit weg von urbanen Zentren wohnen, können Ihre Rosa darunter leiden.

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