Blattläuse an Rosen

Blattläuse gehören zu den wichtigsten Rosen-Schädlingen, die Gärtner verzagen lassen. Die Läuse können in großen Gruppen auftreten, was den Pflanzen stark zusetzt. Geeignete Methoden und Hausmittel helfen gegen den Befall.

Blattläuse an Rosen beseitigen: 8 Methoden und Hausmittel

Sind Ihre Rosenbüsche geschwächt, sind sie Blattläusen hilflos ausgeliefert. In Kombination mit anhaltender Trockenheit und Wärme kann es vor allem im Frühling schnell zu einer wahren Plage an Blattläusen kommen, vor der die Rosen nicht gefeit sind. Sobald Sie die klassischen Anzeichen eines Befalls wie zum Beispiel die Läuse, Honigtau oder verkrüppelte Blätter erkennen, müssen Sie so schnell und effektiv wie möglich vorgehen. Liegt ein schwerer Befall vor, sollten Sie vor der Nutzung von Hausmitteln die Pflanzenteile entfernen, die besonders stark befallen sind. Bei diesen reicht der Einsatz der unten aufgeführten Methoden meist nicht mehr aus. Ist der Befall nicht zu intensiv, können Sie entspannt Hausmittel nutzen. Der Befall findet meist in der Zeit von Ende März oder Anfang April bis Juli statt und kann die Blüte entsprechend einschränken.

Blattläuse an Rosen

Hinweis: Unternehmen Sie ebenfalls etwas gegen Ameisen, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach in der Nähe oder unter der Rose eingenistet haben. Die Lebensweise der einzelnen Kolonien kann Ihre Exemplare noch stärker schwächen.

Dusche

Zu den klassischen Methoden, um schnell Blattläuse an Rosen zu beseitigen, zählt das Abbrausen der Schädlinge. Wasser sorgt dafür, dass die Insekten keinen Halt mehr haben und auf den Boden fallen. Ab diesem Punkt können Sie die Läuse aufsammeln und entsorgen. Wichtig ist bei dieser Methode, dass Sie den Wasserstrahl nicht zu stark einstellen, da sonst die Rosa beschädigt werden könnten. Aus diesem Grund bietet sich die Nutzung eines Wasserschlauchs an. Niemals sollten Sie für diese Methode einen Hochdruckreiniger verwenden. Gehen Sie wie folgt vor:

  • Blattlausbefall lokalisieren
  • Strahl direkt auf Insekten richten
  • Blattunterseiten nicht außer Acht lassen

Ein wichtiger Punkt bei dieser Methode ist die Auswahl des richtigen Zeitpunkts. Wählen Sie einen Tag aus, an dem die Rose schnell wieder trocknen kann, da übermäßige Feuchtigkeit zu einem Befall mit Pilzen führen kann. Falls es sich bei Ihren Exemplaren um Kübelrosen handelt, können Sie ebenfalls mit Wasser die Läuse bekämpfen. Dafür decken Sie das Substrat und den Kübel mit Frischhaltefolie oder etwas Vergleichbarem ab, bevor Sie den Gartenschlauch einsetzen. Wie bei den Beetrosen muss das Gewächs danach schnell trocknen können. Da der Befall durch die Blattläuse in vielen Fällen erneut auftritt, müssen Sie häufiger auf diese Methode zurückgreifen.

Wasserstrahl

Seifenlauge

Falls das Abbrausen der Rosen nicht ausreicht, um die Blattläuse zu vertreiben, sollten Sie eine Seifenlauge zur Hilfe nehmen. Seifenlauge legt sich als Film auf die Insekten und sorgt dafür, dass sie ersticken, wodurch der Befall effektiv eingedämmt wird. Zudem handelt es sich bei der Lauge um ein Hausmittel, das den Rosen nicht schaden wird, da natürliche Seifen verwendet werden. Geeignet sind:

  • Kernseife
  • Kaliseife
  • Neutralseife
  • Schmierseife

Achten Sie beim Erwerb einer geeigneten Seife darauf, dass sie keine chemischen Inhaltsstoffe aufweist. So gehen Sie auf Nummer sicher, dass die Lauge nicht schädlich für ihre Exemplare ist. Sobald Sie sich für eine Seife entschieden haben, können Sie gegen die Blattläuse vorgehen:

  • 50 Gramm Kern-, Neutral oder Kaliseife oder 30 Gramm Schmierseife
  • in 1 Liter Wasser auflösen
  • Wasser sollte lauwarm sein
  • in Sprühflasche füllen

Beim Anmischen sollten Sie ein genaues Auge auf die Struktur der Lauge werfen. Sie sollte nicht zu dünnflüssig sein, da sie sonst zu schnell von den Blattläusen tropft, was sich negativ auf den Film auswirkt, der sich auf die Insekten legen sollte. Sollte die Lösung eine wässrige Konsistenz haben, fügen Sie noch etwas mehr Seife hinzu, damit sie dicker wird. Anschließend besprühen Sie die Läuse mit der Lauge und überprüfen täglich, ob die Tiere verendet sind. In den meisten Fällen ist es notwendig, die Lauge öfter zu nutzen, da die Läuse ziemlich hartnäckig sein können. Hat das Mittel gewirkt, brausen Sie die Rosen gut ab. Falls Sie keine Sprühflasche zur Verfügung haben, können Sie ein Tuch benutzen, um die Seifenlauge zu verwenden. Tunken Sie das Tuch in die Lösung und behandeln Sie alle befallenen Pflanzenteile.

Sprühflasche

Essig

Neben der Seifenlauge darf ein weiteres, klassisches Hausmittel nicht vergessen werden, um die Rosen vor den Blattläusen zu schützen. Essig wirkt zur Vorbeugung und Bekämpfung von Blattläusen und lässt sich daher auf verschiedene Weisen einsetzen. Wenn Ihre Rosenbüsche Opfer der Läuse wurde, können Sie mit der Essiglösung als Spritzmittel effektiv gegen diese vorgehen. Ebenso können Sie noch nicht befallene Exemplare schützen, wenn Sie das Mittel auf diesen anwenden. Dank der Säure im Essig können sich Blattläuse nicht ansiedeln, wenn die Rosen bereits damit behandelt wurden. Angemischt wird das Hausmittel nach folgender Rezeptur:

  • 100 Milliliter Essigessenz
  • 1 Liter Wasser

Mehr benötigen Sie nicht für das Mittel, die 100 Milliliter reichen vollkommen aus, um den Blattläusen den Garaus zu machen. Beim Auftragen ist es wichtig, dass das gesamte Gewächs tropft, denn ansonsten funktioniert die Lösung nicht. Warten Sie mit einer weiteren Behandlung etwas ab, damit die Rosen nicht zu häufig mit Essig eingesprüht werden. Lassen Sie die Läuse aber nicht aus den Augen und sprühen Sie bei Notwendigkeit nach.

Achtung: Erhöhen Sie niemals die Konzentration der Essiglösung, da sonst der Säuregehalt im Mittel zu hoch wäre, was sich negativ auf die Gesundheit der Rose auswirken könnte. Gehen Sie sparsam mit der Dosierung um, damit die Pflanzen nicht geschwächt werden.

Essig

Brennnesseljauche

Als effektives Mittel gegen Blattläuse an Rosenbüschen hat sich Brennnesseljauche bewährt. Selbst wenn die Herstellung einige Tage in Anspruch nimmt, ist die Wirkung effektiv gegen die Läuse, sogar wenn es sich um einen mittelschweren Befall handelt. Blattläuse halten den Gärstoffen in der Jauche nicht stand und aus diesem Grund sollten Sie von dieser Gebrauch machen. Sie benötigen:

  • 1 Kilogramm Brennnesseln (frisch)
  • 10 Liter Wasser
  • großer Behälter (Regentonne)

Empfehlenswert für die Herstellung der Jauche ist die Nutzung von Regenwasser. Ebenfalls muss das verwendete Gefäß aus Kunststoff oder Holz sein, damit es nicht zu Beschädigungen kommt. Metallgefäße sind völlig ungeeignet, da sie von der Jauche beschädigt werden. Aus diesem Grund werden am häufigsten Regentonnen zur Herstellung genutzt, da sie die besten Voraussetzungen bieten. Folgen Sie dieser Anleitung, um die Jauche herzustellen und anzuwenden:

  • Brennnesseln in Behälter geben
  • an warmen Ort ohne direkte Sonne stellen
  • mit Wasser auffüllen
  • kurz umrühren
  • ziehen lassen
  • Ziehdauer: etwa zwei Wochen

Während der zwei Wochen Wartezeit wird die Jauche gären und auf diese Weise die gewünschte Wirkung erzielen. Im Rhythmus von zwei Tagen rühren Sie die Mischung gut um. Wundern Sie sich nicht, der penetrante Gestank ist normal. Wenn er Ihnen zu stark ist, geben Sie etwas Gesteinsmehl in die Mischung, um die Geruchsbildung zu hemmen. Nach etwa zwei Wochen müsste die Jauche fertig sein. Erkennbar ist das daran, ob die Jauche noch Bläschen bildet. Falls alle verschwunden sind, ist die Jauche einsatzbereit. Vor der Verwendung wird sie im Verhältnis von 1:10 mit Wasser vermischt. In eine Sprühflasche füllen, Rosen besprühen und bei Bedarf nach zwei Wochen wiederholen.

Brennnesselsud gegen Blattläuse an Rosen
Brennnesselsud

Jauche aus Ackerschachtelhalm

Wenn Sie gerade keine Brennnesseln zur Verfügung haben, können Sie als Alternative eine Jauche aus Ackerschachtelhalm ansetzen. Diese hat genau die gleiche Wirkung auf die Läuse wie die Brennnesseljauche und wird ebenfalls so hergestellt. Der einzige Unterschied findet sich in der Dosierung:

  • 1 Kilogramm Ackerschachtelhalm (frisch)
  • oder 200 Gramm Ackerschachtelhalm (getrocknet)
  • 10 Liter Wasser

Nicht vergessen, das Wasser sollte kalt sein, damit die Inhaltsstoffe über einen langen Zeitraum abgegeben werden können. Um nur die Blattläuse mit der Jauche zu bekämpfen und nicht die Rosen, muss die Jauche verdünnt werden. Im Gegensatz zur Variante mit Brennnesseln verdünnen Sie zwei Liter Jauche mit zehn Litern Wasser. Anschließend können Sie die Jauche als Spritzmittel gegen die Läuse benutzen.

Tipp: Eine schnellere Variante der Jauche ist die Nutzung von Brühen aus Rainfarn (Tanacetum vulgare), Wurmfarn (Dryopteris) oder Adlerfarn (Pteridium aquilinum), die jeweils mit zehn Litern Regenwasser für 24 Stunden angesetzt werden. Vom Wurm- und Adlerfarn benutzen Sie dafür 200 Gramm getrocknete Blätter, während beim Rainfarn 300 Gramm der getrockneten Blütenstände für die Brühe zum Einsatz kommen.

Ackerschachtelhalmsud gegen Blattläuse an Rosen
Ackerschachtelhalm

Pflanzensud

Falls Sie keine Zeit zur Herstellung einer Jauche haben und der Befall weit vorangeschritten ist, sollten Sie auf einen Pflanzensud umsteigen. Die Brühen haben den Vorteil, dass sie aus den verschiedensten Kräutern und Pflanzen innerhalb kurzer Zeit hergestellt werden können, was sie unverzichtbar für Ihre Rosenbüsche macht, wenn die Blattläuse für Schaden sorgen. Im Vergleich zur Jauche wird ein Sud erhitzt, was die Anreicherung der Flüssigkeit mit den Wirkstoffen der Gewächse bewirkt. Neben dem Einsatz als Insektenschutz haben sie weitere Vorteile, wenn sie regelmäßig verwendet werden:

  • verbessert Vitalität der Rosenbüsche
  • schützt vor Krankheiten und anderen Schädlingen
  • versorgt das Gewächs mit Nährstoffen

Wenn Sie von einem Sud Gebrauch machen wollen, stehen Ihnen verschiedene Arten zur Verfügung. Dabei müssen Sie immer das Mischverhältnis mit Wasser beachten:

  • Knoblauch: 80 bis 100 Gramm auf 10 Liter Wasser
  • Zwiebeln: 80 bis 100 Gramm auf 10 Liter Wasser
  • Bohnenkraut: Handvoll aus zwei Liter Wasser
  • Oregano: 100 Gramm (frisch) oder 10 Gramm (getrocknet)

Während Sie den Knoblauch, das Bohnenkraut und die Zwiebeln im Wasserbad kochen, brühen Sie sich mit Oregano ein Mittel auf, indem Sie die Kräuter mit heißem Wasser aufgießen. Lassen Sie die einzelnen Sude für 30 bis 60 Minuten ziehen, bevor Sie sie verdünnen. Abschließend können Sie die Pflanzen einsprühen.

Tipp: Wenn Sie keinen Knoblauchsud aufkochen können, sollten Sie die Knoblauchzehen als Schutz vor Blattläusen und deren Hirten verwenden. Drücken Sie einige Knoblauchzehen vorsichtig an und verteilen Sie diese als Barriere um die Rosen, damit die Inhaltsstoffe gegen die Schädlinge helfen.

Oregano ernten zu welcher Zeit
Oregano

Kartoffelwasser

Eines der einfachsten und häufig am schnellsten verfügbaren Hausmitteln stellt Kartoffelwasser dar. Aphidoidea reagieren empfindlich auf eine Vielzahl von Stoffen, zu denen ebenfalls das in Nachtschattengewächsen (Solanaceae) enthaltene Solanin gehört. Die Insekten vertragen Solanin nicht und je nach verwendeter Menge verenden sie oder fliehen. Dank der simplen Herstellung stehen große Mengen Kartoffelwasser zur Verfügung, da es als Abfallprodukt beim Kochen der köstlichen Knollen entsteht. Genutzt wird es auf die folgende Weise:

  • Kartoffelwasser abkühlen lassen
  • in Sprühflasche füllen
  • direkt auf die Blattläuse auftragen
  • wirken lassen
  • nach Bedarf mehrmals in regelmäßigen Abständen auftragen

Falls Sie es mit einem dauerhaften Befall zu tun haben, wird sich Kartoffelwasser als wirksames und leicht verfügbares Mittel etablieren, das Sie nach kurzer Zeit verwenden können.

Kartoffelsud gegen Blattläuse an Rosen

Schwarztee gegen Blattläuse

Zu guter Letzt folgt der Schwarztee als Hausmittel, mit dem Sie gegen die Läuse auf Ihren Rosa vorgehen können. Der Grund: Koffein. Koffein stellt für zahlreiche Insekten ein starkes Nervengift dar und schwarzer Tee enthält hohe Mengen, die sich als effektiv gegen die Läuseplage etabliert haben.  Das können Sie sich zu Nutze machen, indem Sie ein Spritzmittel aus dem beliebten Getränk herstellen:

  • zwei Teebeutel in eine Kanne lege
  • mit 500 ml Wasser (kochend) aufgießen
  • Ziehzeit: 15 min
  • Beutel entfernen
  • abkühlen lassen

Ist der Tee komplett abgekühlt, wird dieser in eine Sprühflasche gefüllt. Besprühen Sie die Läuse und wenden die Behandlung nach Notwendigkeit öfter an. Falls Sie keine Sprühflasche zur Hand haben, können Sie ein Tuch in den Tee tunken und die befallenen Blätter, Blattachsen und Triebe damit abreiben. Alternativ zu Schwarztee können Sie erneut aufgebrühten Kaffeesatz als Mittel verwenden. Lassen Sie den Kaffee abkühlen und tauchen Sie ein Tuch in die Mischung, mit dem Sie die Insekten von den Blättern wischen können.

Kaffeesatz