Brennnesseljauche für Rosen - Titelbild

Brennnesseljauche für Rosen wird immer wieder gerne als Dünger und zur Bekämpfung von Läusen und anderen Schädlingen empfohlen. Doch wie lässt sie sich herstellen und bestehen Risiken bei der Anwendung?

Auf den Punkt gebracht

  • Anwendung auf verschiedenen Wegen
  • beim Ansetzen einige Punkte beachten
  • Herstellung der Brennnesseljauche für Rosen ist sehr einfach
  • Pflanzenjauche kann verderben
  • Verdünnung muss beachtet werden

Was ist Brennnesseljauche?

Es handelt sich um eine Mischung aus Wasser und Brennnesseln, die vergoren sind. Gelegentlich wird auch der Begriff Brennnesselsud verwendet. Bei einem Sud handelt es sich jedoch lediglich um einen Aufguss, der mit einem Tee vergleichbar ist. Der Gärungsprozess fehlt also.

Herstellung

Die Herstellung der pflanzlichen Jauche gestaltet sich sehr einfach. Sie benötigen dafür lediglich:

  • 1 bis 2 Kilogramm Brennnesselblätter
  • Eimer mit Abdeckung
  • Handschuhe
  • Schere
  • Stock oder Kochlöffel mit langem Stiel
  • 10 Liter Wasser

Anleitung:

1. Schützen Sie sich: Das Nesselgift der Pflanze ist zwar an sich nicht gefährlich, wird bei direktem Hautkontakt aber unangenehme bis schmerzhafte Reaktionen hervorrufen. Tragen Sie daher schützende Handschuhe aus Latex oder feste Arbeitshandschuhe. Ideal ist es auch, wenn Sie lange Ärmel als zusätzlichen Schutz verwenden.

Handschuhe & Schere für die Herstellung von Brennnesseljauche für Rosen

2. Brennnessel schneiden und zerkleinern: Entfernen Sie die Blätter von den Stielen oder schneiden Sie direkt ganze Stängel ab. Zerkleinern Sie diese danach und geben Sie das Schnittgut in einen Eimer. 

Brennnesseln abschneiden für die Herstellung von Brennnesseljauche für Rosen

3. Auffüllen: Füllen Sie den Eimer dann mit Wasser auf. Am besten eignet sich Regenwasser oder ein anderes kalkarmes und damit weiches Wasser.

Eimer mit Wasser auffüllen

4. Abdecken: Für die Gärung muss das Gefäß möglichst luftdicht verschlossen sein. Wenn kein geeigneter Deckel vorhanden ist, können Sie dafür auch Folie, ein Brett oder eine andere Platte verwenden.

5. Umrühren: Die Mischung aus Grünschnitt und Wasser muss täglich einmal umgerührt werden. Diese Maßnahme sorgt für eine gute Durchmischung und eine gleichmäßigere Gärung.

Umrühren der Brennnesseljauche für Rosen

6. Reifung: Die Jauche benötigt abhängig von der aktuellen Temperatur eine bis zwei Wochen, um zu reifen. Sie ist fertig, wenn keine Gasbläschen mehr aus der Flüssigkeit aufsteigen.

Blässchen der Brennesseljauche

Tipp: Wählen Sie einen sonnigen Stellplatz für die angesetzte Jauche. Hierdurch gärt sie schneller.

Düngemittel

Brennnesseljauche ist ideal als Dünger für Rosen geeignet. Sie enthält zahlreiche wichtige Nährstoffe. Die Vorteile bestehen unter anderem aus:

  • einfach in der Herstellung
  • hohe Nährstoffdichte
  • kostengünstig
  • leichte Anwendung
  • umweltfreundlich

Allerdings sollten Sie bei der Verwendung auf einige Punkte achten. Bei diesen handelt es sich um:

  • Anwendungshäufigkeit
  • Verdünnung
  • Zeitpunkt

Setzen Sie das Düngemittel einmal wöchentlich ein. Verdünnen Sie dann einen Teil der Jauche mit zehn Teilen Wasser. Sieben Sie die Blätter im Vorfeld ab. Zum Einsatz kommt das natürliche Düngemittel vom ersten Austrieb bis zum Beginn der Blüte. Das ist in der Regel etwa im Juni der Fall.

Insektizid

Um die Brennnessel gegen Läuse an den Rosen zu nutzen, müssen Sie keine Jauche herstellen. Das heißt, die Gärung muss nicht stattfinden.

  1. Sie setzen die Mischung aus zerkleinerter Brennnessel und Wasser an und lassen diese lediglich einen bis maximal zwei Tage durchziehen. Die Brühe darf nicht schäumen, wenn Sie sie zur Bekämpfung von Läusen anwenden.

  2. Füllen Sie die Flüssigkeit in eine Sprühflasche und verdünnen Sie den Sud nur leicht mit Wasser. 

  3. Besprühen Sie die Pflanze rundum mit dem natürlichen Insektizid. Führen Sie diese Maßnahme nicht in der prallen Sonne durch. 
Pflanzen besprühen

Tipp: Um einen vorbeugenden Effekt zu erzielen, sollten die Rosen aller drei Wochen damit behandelt werden. Ein einfacher Pflanzensprüher reicht dafür aus.  

Geruch

Ein häufiger Punkt der Kritik gegen Brennnesseljauche ist der intensive Geruch, der während der Gärung entsteht. Dieser kann mehrere Meter weiter noch deutlich wahrzunehmen sein. Tragen Sie daher Latex-Handschuhe und vermeiden Sie einen direkten Kontakt mit der Flüssigkeit.

Tipp: Geben Sie der Jauche Gesteinsmehl bei. Dieses verringert den Geruch.

Erfahrungen mit Brennnesseljauche

Brennnesseljauche als Dünger für Rosen spaltet die Welt der Gärtner. Viele schwören auf sie, Andere meiden die Jauche. Profitieren Sie von den Erfahrungen, die andere Hobby-Gärtner bereits mit dem Düngen von Rosen mit Brennnesseljauche gemacht haben. Wir haben für Sie recherchiert.

Hinweis: Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurden kleine Rechtschreibfehler (Leerzeichen, Buchstabendreher, etc.) in den Zitaten korrigiert. Die genauen Quellen sind dabei unter der Angabe des jeweiligen Forums verlinkt.

Brennnesseljauche ist für Rosen sicher zu stickstoffhaltig. Geeignet ist die Jauche z.B. für Tomaten oder andere raketenartig wachsende Gemüse, wie Zucchini. Aber auch bei denen verdünnt man mindestens 1:10. [Empfehlung:] organische/organisch-mineralische Dünger, wie sie von Rosenzüchtern empfohlen werden.

Außerdem: So eine Jauche stinkt ganz schön und muss dauernd umgerührt werden. Ganz schön viel Aufwand.

Quelle: www.schmid-gartenforum.de; Nutzer: Calville; Datum: 06.06.2012

Ich habe erstmals Brennnesseljauche ausprobiert und möchte alle anderen Neulinge ernsthaft davor warnen. Der Gestank ist unbeschreiblich und in kleinen Gärten weder sich selbst noch den Nachbarn zuzumuten. Ich habe meine jedenfalls nach der ersten Anwendung im nahegelegenen Acker entsorgt. Aber die Tücke liegt ja im Detail: Auf den Händen ging der Gestank auch nach oftmaligen Händewaschen nicht weg. Mein Tipp: Einweghandschuhe verwenden. Meine gesamte Kleidung musste ich nach dem Entsorgen gleich in die Waschmaschine stecken und mich selbst auch erst mal in der Badewanne einweichen. […] Brennesseljauche wird es bei mir auch nicht mehr geben (Bio hin oder her). […]


Quelle: www.forum.mein-schoener-garten.de; Nutzer: Antigone; Datum: 01.06.2006

Brennnesseljauche muss nicht stinken. Steinmehl oder Baldrianextrakt in den Kübel mit den sich zersetzenden Brennnesseln und der Gestank ist weg. Dann auch nicht sprühen, sondern mit Wasser verdünnen, dass es die Farbe von (dünnem) Schwarztee hat und auf den Boden gießen. [Brennnesseljauche] ist ein phantastischer Stickstofflieferant für alle Starkzehrer. Meine Rosen bekommen auch ab und an was ab. Gegen Blattläuse habe ich Brennnesseln noch nie eingesetzt. […]


Quelle: www.forum.mein-schoener-garten.de; Nutzer: roswitha; Datum: 01.06.2006

Bohnen, Erbsen, Zwiebeln und Knoblauch solltest Du keine Brennnesseljauche verabreichen. Denn dies sind Schwach- bzw. Mittelzehrer. Brennnesseljauche hat einen hohen Stickstoffanteil und fördert das Blattwachstum. Ideal also z.B. bei Kohlpflanzen. Doch nicht nur Kohl, auch andere z.B. Tomaten, Zucchini usw. mögen die Jauche, wollen aber auch den für sie speziellen Dünger. Bei Pflanzen, wo man besonders die Blütenbildung fördern möchte wie Erdbeeren, Johannisbeeren, Bohnen, Erbsen, Tomaten, sollte zusätzlich noch ein Dünger eingesetzt werden, der überwiegend phosphorhaltig ist.

Leider stinkt die Brennnesseljauche weiterhin. Einfach abdecken mit einem alten Topfdeckel oder einem Brennesselblatt. Eine Hand voll Steinmehl hat meiner Erfahrung nach nicht die optimale Wirkung zum Binden des Geruches. Ich ignoriere den Duft einfach und sage mir, die früher viel häufiger eingebrachten Gaben von Mist in die Gärten haben auch nicht gerade angenehm die Nase gekitzelt.

Da Brennnesseljauche ein reiner Stickstoffdünger ist, fördert er weniger die Blüten als die Blattmasse. Daher nehme ich für die meisten Blumen einen Blütendünger und für die Rosen speziellen Rosendünger. Es spricht natürlich nichts dagegen, zusätzlich ab und zu mit der Jauche zu düngen. Geb ich meinen Rosen auch mal zwischendurch.

Quelle: www.forum.mein-schoener-garten.de; Nutzer: wildkrautfee (Gast); Datum: 19.06.2004

Häufig gestellte Fragen

Warum gibt es Kritik an der Pflanzenjauche?

In Frankreich ist das Düngemittel mittlerweile verboten. Eine Vermutung ist, dass dies allein aus wirtschaftlichem Interesse der Konzerne erfolgte. Da es sich bei dem bewährten Hausmittel um eine günstige Lösung handelt, die Abwehrkräfte der Rosen zu stärken und zugleich Parasiten zu bekämpfen. Zudem ist eine weitere Kritik der intensive Geruch der Jauche.

Brennnesseljauche nur für Rosen?

Nein, auch andere Starkzehrer können davon profitieren. Aufgrund des hohen Nährstoffgehalts sollten Gewächse mit einem geringeren Bedarf jedoch nicht in einer größeren Verdünnung oder in größeren Abständen damit versorgt werden.

Kann die Brennnesseljauche verderben?

Ja, das ist möglich. Sie sollte daher nicht länger als ein bis zwei Wochen verwendet werden. Zudem darf sie nicht mehr zum Einsatz kommen, wenn sich darauf Schimmel bildet oder andere Beläge vorhanden sind.