Samthortensie, Hydrangea sargentiana – Pflege, Schneiden und Tipps

Samthortensie, Hydrangea sargentiana richtig pflegen
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Blütenfarbe
rot, violett, weiss, blau
Standort
Halbschatten, Absonnig
Blütezeit
Juli, August, September
Wuchsform
aufrecht, ausladend, buschig, mehrjährig, Halbstrauch
Höhe
bis zu 4 Meter hoch
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
schwach sauer, sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Hortensiengewächse, Hydrangeaceae
Pflanzenarten
Kübelpflanzen, Beetpflanzen, Balkonpflanzen, Schnittblumen, Zimmerpflanzen
Gartenstil
Bauerngarten, Blumengarten, Terrassengarten, Topfgarten, Japangarten, Waldgarten

Die Samthortensie, auch als raue Hortensie bezeichnet, gehört zu den spannendsten Hortensienarten überhaupt. Sie sind ein Sonderling in der Familie der Hortensien, denn sowohl ihr Wuchs, als auch die tellerartigen Blüten sind anders als bei den meisten Unterarten der Familie. Dank einer robusten Gesundheit ist Hydrangea sargentiana auch für Anfänger dieser Pflanzengattung ein guter Begleiter.

Steckbrief

  • gehört zur Familie der Hortensiengewächse
  • wird auch als Fellhortensie bezeichnet
  • ursprünglicher Herkunftsort ist Asien
  • wächst in der Heimat im Wald in einer Höhe von bis zu 4.000 Metern
  • wächst als Strauch oder Baum
  • Wuchshöhe beträgt im Mittel drei bis vier Meter
  • hohe Exemplare können bis zu 10 Metern groß werden
  • weist eine spärliche Verzweigung auf
  • Oberseite der Blätter ist striegelartig behaart
  • Unterseite der Blätter ist grau-weiß und dicht behaart
  • Blütezeit ist von Mitte Juli bis Mitte September
  • Blüte erscheinen schirmförmig in einer Breite von zwei bis sechs cm
  • Kronblätter weisen eine blau-violett-rote Färbung auf
  • Kelchblätter weisen eine grün-weiß-rosige Färbung auf
  • Früchte mit Samen erscheinen zwischen September und November
  • Hydrangea sargentiana ist giftig für Mensch und Tier

Samthortensie braucht einen halbschattigen Standort

Pflege

Grundsätzliche Pflege von Hydrangea sargentiana

Die Pflege einer Hortensie ist nicht schwierig, wenn man einmal vom hohen Wasserbedarf absieht. Zu starke Trockenheit führt schnell dazu dass die Pflanze ihre Blüten und im schlimmsten Fall sogar die Blätter abwirft. Staunässe ist jedoch auch nicht empfehlenswert, hier droht Wurzelfäule bis hin zum Absterben der Pflanze.

Bei der Pflege spielen vor allem folgende Aspekte eine Rolle:

  • der richtige Standort
  • das passende Substrat
  • die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit
  • die Art des Wassers
  • Düngemittel
  • Rückschnitt bei Bedarf

Samthortensie wird auch Fellhortensie genannt

Standort

Der richtige Standort für Hydrangea sargentiana

Die Samthortensie schätzt einen Platz im Halbschatten sehr. Starke Sonneneinstrahlung und insbesondere die Mittagssonne setzen der Pflanze zu und führen zu Sonnenbrand. Auch wenn die Samthortensie den Beinamen „raue Hortensie“ trägt, mag sie genau genommen kein raues Klima und schätzt es eher geschützt.

Standorttipps im Überblick:

  • hohe Luftfeuchtigkeit willkommen, guter Platz am See oder Teich
  • bevorzugt Sonneneinstrahlung am Morgen und am Abend
  • muss vor der Mittagssonne geschützt sein
  • steht am liebsten im Halbschatten
  • zu starke Sonneneinstrahlung führt zu starker Verwurzlung

Substrat

Das geeignete Substrat

Neben dem Standplatz spielt auch das Substrat eine entscheidende Rolle bei der Pflege von Hydrangea sargentiana. Sowohl im Kübel, als auch im Beet muss die Erde zwingend durchlässig sein. Gleichzeitig ist es erforderlich, dass das Substrat Wasser speichern kann. Ein kalkhaltiger Boden sollte unbedingt vermieden werden, saure Böden können von der Samthortensie gut toleriert werden.

Optimale Bedingungen:

  • geeignet ist ein humoser Standplatz im sauren Milieu
  • Mulm ist das ideale Substrat für die Samthortensie
  • Boden muss zwingend eine Drainage erhalten
  • fetthaltiger Boden verzögert die Triebbildung
  • sandhaltige und tonhaltige Böden werden nicht gut akzeptiert
  • auf kalkhaltige Böden muss verzichtet werden
  • pH Wert sollte unter sieben liegen

Düngen, Gießen

Hydrangea sargentiana ist wie fast alle Artgenossen sehr trinkfreudig und braucht eine ausreichende Versorgung mit Wasser. In den warmen Sommermonaten verdunstet die Samthortensie große Mengen an Wasser über ihre Blätter. Für stetigen Nachschub muss der Hobbygärtner daher teils zweimal am Tag sorgen. Staunässe ist allerdings ebenfalls nicht empfehlenswert, da die Pflanze dann von der Wurzel aus fault.

So wird die Samthortensie gepflegt:

  • im Sommer zweimal täglich gießen
  • auf keinen Fall darf die Pflanze austrocknen
  • Topfpflanzen haben einen höheren Wasserbedarf
  • Wasser muss kalkfrei sein, optimal ist Regenwasser
  • stickstoffhaltige Volldünger sind erlaubt, kein Blaukorn
  • Hortensiendünger ist geeignet, ebenso kann Rhododendrondünger verwendet werden
  • zweimal pro Jahr wird Langzeitdünger gegeben
  • Topfpflanzen brauchen zwischen März und August einmal pro Monat Flüssigdünger

Hydrangea sargentiana wächst als Strauch oder Baum

Schneiden

Hydrangea sargentiana schneiden

Es ist nicht zwingend erforderlich die Samthortensie zu schneiden. Da sie an den Vorjahrestrieben blüht, würde ein Schnitt im Frühjahr die Blüte des Sommers ruinieren. Im frühen Frühjahr können jedoch alte Blütenstände entfernt werden. Grundsätzlich muss gar nicht geschnitten werden, durch den sparsamen Wuchs ist ein Wachstumsschnitt jedoch manchmal sinnvoll. Dieser erfolgt unmittelbar nach der Blüte.

Gab es aufgrund des Winters einen Frostschaden, können zurückgefrorene Triebe abgeschnitten werden. In diesem Jahr gibt es dann zwar keine Blüte, die Hortensie erholt sich jedoch wieder und treibt im kommenden Jahr aus.

Überwintern

Überwintern der Samthortensie

Hydrangea sargentiana ist eine winterharte Pflanze, wenn der Winter nicht zu kalt wird. Um generell einen Frostschaden zu verhindern, kann das Beet mit Reisig abgedeckt werden. So kann verhindert werden, dass die Triebe abfrieren. Riskant sind vor allem Spätfröste, die erst nach dem Austrieb einsetzen. Vor allem die jungen Triebe erleiden dann häufig einen Frostschaden. Wenn der Wetterbericht Frost ankündigt, sollten die Pflanzen daher mit einem Vlies geschützt werden. Bei Hortensien die im Kübel wachsen ist es ratsam, diese zum Überwintern an einen warmen Platz zu bringen.

Wintertipps für die Samthortensie:

  • die Pflanze mag es kalt, aber frostfrei
  • die perfekte Temperatur liegt zwischen drei und fünf Grad
  • ein dunkler Platz ist gut geeignet, das Blattwerk wird ohnehin abgeworfen
  • im Winter muss nur wenig gegossen werden
  • keine Gabe von Dünger im Winter
  • Kontrolle auf Schädlinge ist erforderlich, die größte Gefahr geht von Blattläusen aus
  • Überwinterung von Kübelpflanzen im Freien möglich, wenn diese in Vlies verpackt sind
  • Styroporplatten unter dem Kübel minimiert das Risiko von Frostschäden
  • die Erde der Hortensien darf auch im Winter nicht komplett austrocknen

Samthortensie ist giftig für Mensch und Tier

Vermehren

Vermehren der Samthortensie

Es ist möglich die Hortensie durch Stecklinge zu vermehren. Die folgende Schritt-für-Schritt Anleitung hilft bei der Vermehrung.

  • Schnitt der Stecklinge erfolgt im Juli
  • es werden ausschließlich neue Triebe geschnitten, keine verholzten
  • Triebe werden in Stücke von 10 – 15 cm geteilt
  • die Triebspitze wird mit einer sauberen Schere gekappt
  • nur das oberste Blattpaar bleibt, alle anderen werden entfernt
  • bleibende Blätter müssen halbiert werden
  • Stecklinge werden zwei bis vier Zentimeter tief in Anzuchterde gesteckt
  • Erde muss gut angefeuchtet werden
  • Pflanzgefäß wird mit einer Plastiktüte oder Folie bedeckt
  • Standort schattig, aber an der frischen Luft
  • täglich muss die Erde befeuchtet und die Tüte gelüftet werden
  • Wurzeln bilden sich innerhalb weniger Tage
  • nach ca. vier Wochen werden die Stecklinge einzeln in Töpfe gesetzt
  • Standort bleibt im Schatten
  • den ersten Winter müssen Jungpflanzen drin verbringen
  • Auspflanzung im Frühjahr Ende Mai möglich

Samthortensie mit striegelartig behaarten Blättern

Schädlinge

Schädlinge und Erkrankungen der Samthortensie

Diese Hortensienart ist relativ robust und daher nicht krankheitsanfällig. Schädlinge treten ebenfalls selten auf, bei Kübelpflanzen sind sie im Winter jedoch möglich. Meist sind falsche Kulturbedingungen oder Pflegefehler die Ursache warum die Hortensie erkrankt oder einem Schädlingsbefall ausgesetzt ist.

Folgende Schädlingsarten stellen eine Gefahr dar:

  • Blattläuse
  • Schildläuse
  • Spinnmilben
  • Mehltau

Blattläuse

Bei einem Befall mit Blattläusen ist es ausreichend mit einem starken Wasserstrahl alle Blätter abzuspülen. Der Vorgang wird sooft wiederholt, bis alle Blattläuse verschwunden sind.

Schildläuse

Wurde die Samthortensie hingegen von Schildläusen befallen, kann nur der Einsatz eines chemischen Schädlingsbekämpfungsmittels helfen.

Spinnmilben

Spinnmilben lassen sich verhindern oder behandeln, wenn die Luftfeuchtigkeit erhöht wird. Das lässt sich mit einer Blumenspritze, die täglich verwendet wird, innerhalb kürzester Zeit realisieren.

Mehltau

Mehltau ist ein Pilz, welcher sich fast ausschließlich bei schönem Wetter bildet. Zu bekämpfen ist er mit einer Mischung aus Wasser und Kuhmilch, die im Verhältnis 9:1 auf die Pflanze gesprüht wird.

Hydrangea sargentiana blüht von Juli bis Mitte September

Pflegefehler

Grobe Fehler bei der Hortensienpflege können sich auf verschiedene Arten auf die Pflanze auswirken. Die folgenden Fehler können im Umgang mit der Samthortensie passieren.

  • zu viel Sonne
  • zu viel oder zu wenig Wasser
  • keine optimalen Bedingungen im Winter
  • Jungpflanzen zu früh ausgepflanzt
  • fehlender Handschutz, die Pflanze ist giftig

Zu viel Sonneneinstrahlung

Auch wenn es sich um eine robuste Pflanze handelt, gibt es hin und wieder Pflegeprobleme bei der Samthortensie. So kann ein falscher Stehplatz beispielsweise zu Sonnenbrand führen. Dieser lässt sich daran erkennen, dass die Blätter gelb werden, an den Rändern bräunliche Verfärbungen aufweisen und schließlich absterben.

Fehlbewässerung

Ein zu viel an Wasser ist ebenso schädlich wie zu wenig Flüssigkeit, wobei die Hortensie tendenziell viel Wasser benötigt. Erkennbar ist ein Wasserschaden leider erst spät. Dauerhafte Staunässe führt schließlich zum Blattverlust mit dem Risiko des Pflanzenverlusts.

Auspflanzungszeitpunkt

Bei Jungpflanzen ist es wichtig zu beachten, dass diese im ersten Winter nicht draußen bleiben sollten. Wenn sie doch außerhalb des Hauses überwintern müssen, ist eine gute Abdeckung mit Vlies unerlässlich, da es sonst zu massiven Frostschäden kommen kann.

Wichtig für den Gärtner: Hortensien niemals ohne Handschuhe anfassen, die Pflanzen sind giftig!

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