Zierspargel, Asparagus – Pflege, Schneiden und Hilfe bei Problemen

Zierspargel, Asparagus
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Blütenfarbe
weiss
Standort
Halbschatten, Sonnig
Blütezeit
Juni, Juli, August
Wuchsform
aufrecht, ausladend, mehrjährig, Überhängend
Höhe
bis zu 100 Zentimeter hoch
Bodenart
lehmig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, alkalisch
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Spargelgewächse, Asparagaceae
Pflanzenarten
Zimmerpflanzen
Gartenstil
Topfgarten, Wintergarten, Wohngarten

Der Zierspargel trägt die botanische Bezeichnung Asparagus densiflorus und stammt ursprünglich aus Südafrika. Aufgrund der fehlenden Winterhärte kommt dieser hauptsächlich als Topfpflanze für die Zimmerkultur zum Einsatz. Es gibt verschiedene Arten, welche sich in der Größe der Scheinblätter unterscheiden. Aufgrund der dekorativen Eigenschaften und der relativ einfachen Pflege ist der Asparagus in den heimischen Wohnräumen sehr beliebt geworden. Allerdings muss dieser unter speziellen Bedingungen überwintern.

Steckbrief

  • Gehört zu der Pflanzenfamilie der Spargel (Asparagus)
  • Immergrüne Pflanze mit dekorativem Laubwerk
  • Stellt normale Ansprüche bei der Pflege
  • Braucht hellen, aber nicht zu sonnigen Standort
  • Verträgt keine pralle Mittagssonne
  • Wuchshöhe liegt artenabhängig zwischen 30-150 cm
  • Kletternde Arten können auch höher wachsen
  • Mehrjähriger, aber nicht winterharter Halbstrauch
  • Bildet fein gegliederte und fiedrige Scheinblätter aus
  • Hat während der Vegetationsperiode hohen Wasserbedarf
  • Verträgt geringen Kalkanteil im Gießwasser
  • Nur die Beeren sind giftig

Standort

Der Zierspargel und seine verschiedenen Unterarten benötigen einen relativ hellen und warmen Standort. Die Temperaturen dürfen eine bestimmte Grenze nach unten nicht unterschreiten. Dagegen wird die direkte Sonneneinstrahlung nicht besonders gut vertragen. Speziell die starke Mittagshitze im Sommer führt zu Verbrennungen und das Laubwerk wird gelb. Jedoch stellt die Sonne am Morgen und am Abend für die Zimmerpflanze kein Problem dar. Wenn es längerfristig zu einem Lichtmangel kommt, reagiert der Asparagus darauf mit abgeworfenem Laub oder mit der Ausbildung von Lichttrieben. In den Sommermonaten darf der Zierspargel an einen halbschattigen Platz ins Freie umziehen, entweder auf der Terrasse, dem Balkon oder im Garten.

  • Braucht leicht sonnigen bis halbschattigen Standort
  • Verträgt keine direkte Mittagssonne
  • Optimal sind Ost- und Westfenster
  • Südfenster im Sommer während Mittagszeit beschatten
  • Ideal ist Zimmertemperatur, zwischen 18-20° C
  • Temperaturgrenze nach unten liegt bei 13° C
  • Bevorzugt Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit
  • Ideal sind Bad und Küche
  • Empfindlich gegenüber anhaltender Zugluft
  • Im Freien langsam an neuen Standort gewöhnen

Zierspargel als Zimmerpflanze

Substrat & Düngen

Bei der Pflege und dem Pflanzsubstrat ist der Zierspargel nicht besonders anspruchsvoll, allerdings sollte das Pflanzgefäß groß genug und stabil sein. Der Asparagus entwickelt im Laufe der Zeit viele kräftige Wurzeln, dazu wächst dieser noch recht schnell. Wenn der Blumentopf ausreichend groß ist, dann wird verhindert, dass die Wurzeln die Erde zu sehr nach oben drücken. Auf diese Weise lässt sich auch das zu häufige Umtopfen vermeiden. In der Hauptwachstumszeit freut sich die Zimmerpflanze über zusätzliche Düngergaben.

  • Normale Blumenerde ist ausreichend
  • Alternativ Rosenerde oder Lauberde mit Lehmanteil verwenden
  • Bevorzugt feuchtes und humoses Pflanzsubstrat
  • Beim Einpflanzen mit Kompost anreichern
  • Von März bis September alle 2 Wochen Flüssigdünger verabreichen
  • Alternativ im Frühling und Sommer Düngerstäbchen setzen

Umtopfen

Der Zierspargel wächst schnell und stark, deshalb muss dieser nach einiger Zeit umgetopft werden. Wenn die Wurzeln bereits den ganzen Blumentopf ausfüllen, dann braucht Pflanze frische Erde und ein größeres Gefäß. Wenn die ersten Wurzeln unten aus dem Gefäßloch wachsen, dann ist das Umtopfen dringend notwendig. Dabei sollte immer die Pflanze immer behutsam aus dem alten Topf gezogen werden. Vor den Dornen ist Vorsicht angeraten, besser Handschuhe bei der Arbeit tragen. Wenn der Wurzelballen im Blumentopf festhängt, sollte nicht mit Gewalt an den Trieben gezogen werden. Durch das Eindrücken der Seitenwand lässt sich der Ballen schonender lösen. Zur Not mit einem scharfen Messer innen am Rand des Topfes entlang schneiden.

  • Etwa alle 2-3 Jahre umtopfen
  • Idealer Zeitpunkt ist im Frühling
  • Pflanze so weit wie möglich von unten fassen
  • Vorsichtig herausziehen
  • Alte Erde entfernen
  • Eventuelle Kalkablagerungen entfernen
  • Deutlich größeren Blumentopf auswählen
  • Erstmal Drainageschicht anlegen
  • Ideales Drainagematerial sind Blähton und kleine Kieselsteine
  • Danach dünne Substratschicht ausbringen
  • Dann Wurzelballen einstellen
  • Mit frischem Pflanzsubstrat auffüllen
  • Erde leicht andrücken und ausreichend wässern

Gießen

Während seiner Wachstumsphase muss der Zierspargel viel gegossen werden, allerdings führt gestaute Nässe schnell zu Wurzelfäule. Deshalb empfiehlt es sich, die Zimmerpflanze auf einen Untersetzer zu stellen, statt einen Übertopf zu verwenden. Auf diese Weise lässt sich das überschüssige Wasser besser kontrollieren. Wenn das Pflanzsubstrat zu stark austrocknet, dann wirft der Asparagus seine Scheinblätter ab und im Anschluss verkahlt er. Während der Sommermonate sollte der Wurzelballen in einen Wassereimer getaucht werden, sodass sich dieser komplett vollsaugen kann. In den Wintermonaten ist das Gießen jedoch einzuschränken, dann sollte der Topfballen vor der nächsten Gießeinheit oberflächlich antrocknen. Wenn der Zierspargel in dieser Ruhephase zu viel gegossen wird, dann wirft dieser ebenfalls seine Blätter ab.

  • Hoher Wasserbedarf während der Vegetationsperiode
  • Wurzelballen stets feucht halten
  • Staunässe unbedingt vermeiden
  • Überschüssiges Gießwasser stets entfernen
  • Im Sommer wöchentlich Tauchbad vornehmen
  • Von November bis März deutlich weniger gießen
  • Auf ausreichende Luftfeuchtigkeit achten
  • Am Standort täglich und ausreichend lüften
  • Bei zu niedriger Luftfeuchte mit Wasserdampf besprühen

Arten

Der Zierspargel ist unter dem Namen Asparagus densiflorus in der Botanik bekannt. Diese Bezeichnung steht für die ursprüngliche Art, aus der sich die vielfältigen Züchtungen mit dem gefiederten Laubwerk entwickelt haben. Es gibt sowohl aufrecht wachsende als auch kletternde Pflanzen.

Asparagus densiflorus sprengeri

Asp. asparagoides

  • Kletterpflanze mit 2- 3 cm langen Scheinblättern
  • Laubwerk ist glänzend und ledrig
  • Scheinblätter verankern sich dort, wo diese Halt finden

Asp. asparagoides Myrtifolius

  • Unterart der asparagoides
  • Bildet kleinere Blätter aus
  • Ebenfalls geringerer Wuchs

Asp. Meyeri

  • Aufrecht wachsendes Spargelkraut
  • Blätter ähneln Fuchsschwänzen
  • Wedel werden bis zu 50 cm lang und 8 cm breit

Asp. Sprengen

  • Herabhängende Triebe, bis zu 1 m lang
  • Eher spärliches und nadelförmiges Laubwerk
  • Scheinblätter ca. 1-3 cm lang
  • Scheinblätter entspringen zu dritt aus einem Knoten
  • Robuste Ampelpflanze für Hängekörbe

Asp. Sprengen Nanus

  • Zwergform mit feinen, fiedrigen Blättern
  • Ideal für kleine Pflanzgefäße
  • Passt gut in übersichtliche Räumlichkeiten

Asp. Sprengen Robustus

  • Extrem robuste und stark wachsende Sorte
  • Ideal für Zimmerkultur

Asp. falcatus

  • Kletterpflanze mit enorm langen Trieben
  • Triebe verholzen
  • Schmale und etwa 5 cm lange Scheinblätter

Asp. setaceus

  • Wächst mit drahtigen Stielen
  • Bildet flach verzweigte Krone aus
  • Trägt 1 cm lange Scheinblätter
  • Wird im Fachhandel auch als Federspargel bezeichnet

Asp. setaceus Nanus

  • Kleinwüchsige Form
  • Empfindlich bei der Kultivierung

Asp. setaceus Robustus

  • Großwüchsige Form, deutlich robuster
  • Ältere Exemplare bilden Ranken aus, mit Länge bis zu 1,4 m
  • Triebe sind anfänglich oft kahl
  • Erst später wachsen kleine und hellgrüne Scheinblätter

Blätter, Blüten & Wuchs

Der Zierspargel ist vor allem wegen seiner filigranen Blätter sehr populär für die Zimmerkultur geworden. Allerdings handelt es sich dabei um Scheinblätter, das sind leicht abgeflachte und umgewandelte Zweige. Manche der Sorten bilden dünne und ineinander verschlungene Triebe aus, andere gefiederte Wedel. Bei ausgewachsenen Pflanzen können die einzelnen Wedel sogar über einen Meter lang werden. In ihrem Wuchs und dem Laubwerk ähneln Asparagus den Farnen, allerdings sind ist der Zierspargel mit den Liliengewächse eng verwandt.

  • Bildet fiedrige und fein gegliederte Scheinblätter aus
  • Knollenartige Wurzeln speichern wichtige Nährstoffe
  • Verfügt über dornigen Blattsporn
  • Zu lange Triebe an Rankgerüst oder mit Stäben befestigen
  • Blüten sind klein und unscheinbar, aber dafür stark duftend
  • Bildet orangefarbene, rote oder purpurrote Beeren aus
  • Achtung: Beeren sind giftig!

Asparagus densiflorus myersii

Schneiden

Beim Zierspargel ist es nicht erforderlich, diesen regelmäßig zu schneiden. Wenn die Triebe und anderen Pflanzenteile jedoch vertrocknet oder bereits verkahlt sind, dann ist ein Rückschnitt notwendig. Wenn der Wurzelballen noch intakt ist, dann treibt die Pflanze selbst beim radikal angesetzten Schnitt nach einiger Zeit erneut aus.

  • Relativ schnittverträglich
  • Abgestorbene Triebe direkt über dem Boden abschneiden
  • Regelmäßig Verblühtes entfernen
  • Rückschnitt regt buschiges Wachstum an

Überwintern

Der Zierspargel ist nicht winterhart, deshalb benötigt dieser während der Wintermonate einen etwas kühleren Standort, der aber nicht zu kalt sein darf. Zwar sollten die Gießeinheiten deutlich reduziert werden, aber das Pflanzsubstrat darf in der winterlichen Ruhezeit niemals ganz austrocknen. Bereits ausgewachsene Exemplare können normalerweise an ihrem Standort verbleiben, wenn dieser nicht direkt über einem ständig laufenden Heizkörper liegt. Die Heizungsluft führt oft zu einer sehr geringen Luftfeuchtigkeit, dann sollte die Pflanze gelegentlich besprüht werden. Wenn der Asparagus bei Zimmertemperatur überwintern muss, dann führt dies oft zum Befall mit Spinnmilben.

  • Nicht winterhart, darf im Winter nicht ins Freie
  • Bei extrem beheizten Standorten ist Umzug notwendig
  • Ideal sind wenig benutzte Gästezimmer oder Korridore ohne Zugluft
  • Temperaturen knapp über 10° C werden noch vertragen
  • Optimale Temperaturwerte liegen zwischen 10-15° C
  • Pflanzsubstrat mäßig feucht
  • Erde nicht komplett austrocknen lassen
  • Bei geringer Luftfeuchte zwischendurch mit Wassernebel besprühen
  • Während Winterruhe nicht dünge

Vermehren durch Teilen

Das Vermehren lässt sich ganz einfach durch die Teilung der Wurzelstöcke bewerkstelligen, idealerweise zum Ende der Winterruhe. Dabei handelt sich um eine ungeschlechtliche Vermehrung, sodass die Jungpflanze die gleichen Eigenschaften wie deren Mutterpflanze aufweisen wird. Für die Teilung eignen sich nur ältere Exemplare, die gesund sind und kräftig wachsen. Außerdem sollte der Zierspargel bereits über einen ausgeprägten Wurzelballen verfügen. Genauso wie beim Umtopfen ist auch beim Vermehren ein vorsichtiger Umgang entscheidend, um die leicht brechenden Wurzeln nicht unnötig zu beschädigen. Je sauberer die Schnittfläche, desto geringer ist die Gefahr durch Krankheiten. Als Werkzeug dient ein scharfes und steriles Messer.

  • Idealer Zeitpunkt ist der zeitige Frühling
  • Pflanze behutsam aus dem Topf lösen
  • Substrat ausreichend entfernen
  • EinzelneTeile der Wurzelknolle abschneiden
  • Optimal sind selbstständig bewurzelte Knollenteile
  • Möglichst glatte und wenige Schnittflächen produzieren
  • Schnittfläche sollte leicht antrocknen
  • Alternativ mit Holzkohlestaub desinfizieren
  • In neues Pflanzsubstrat einsetzen
  • Ausreichende Pflanztiefe lassen
  • Jungpflanze wie ältere Exemplare kultivieren

Asparagus setaceus, Federspargel

Vermehren durch Aussaat

Beim Zierspargel erfolgt die geschlechtliche Vermehrung über das Aussäen, die Samen werden in den kleinen und runden Beeren ausgebildet. Diese Vermehrungsart gestaltet sich ebenfalls einfach, da die Samen bei Zimmertemperatur gut keimen. Die Samen keimen noch besser, wenn diese vor der Aussaat einen ganzen Tag in lauwarmem Wasser eingeweicht wurden. Allerdings verfügt das Saatgut über keine dauerhafte Lagerfähigkeit, deshalb sollte es recht schnell ausgesät werden. Jedoch entwickeln sich die Triebe der neuen Pflanzen nur sehr langsam und der generelle Wuchs dauert lange. Da die normale Blumenerde Dünger enthält, sollte diese nicht für die Anzucht verwendet werden.

  • Idealer Zeitpunkt vom Januar bis März
  • Samen in feuchtes Pflanzsubstrat legen
  • Optimales Substrat ist Anzucht- oder Kakteenerde
  • Mit extrem dünner Schicht aus feiner Erde bedecken
  • Feuchtigkeit im Topf dauerhaft erhalten
  • Mit Glasscheibe bedecken
  • Alternativ mit durchsichtigem Plastik umwickeln
  • Perfekte Keimtemperatur liegt bei 20° C
  • Auf warme und helle Fensterbank stellen
  • Nach etwa einem Monat Sämling pikieren
  • Nach weiteren 2 Monaten in Blumentopf pflanzen

Krankheiten & Schädlinge

Wenn die Standortbedingungen und die Pflege nicht stimmen, dann schwächt dies das Immunsystem beim Zierspargel. Wenn die Blätter herab rieseln und vergilben, dann deutet das auf zu trockene Bedingungen hin. Ein Mangel an Feuchtigkeit kann sich sowohl im Wurzelballen als auch bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit einstellen. In manchen Fällen gibt es einen Nährstoffmangel und das Laubwerk wird gelb. Die Zimmerpflanze ist anfällig für den Befall durch Schildläuse und Schmierläuse. Jedoch reagiert diese auf die chemischen Mittel zur Schädlingsbekämpfung extrem empfindlich. Deshalb ist es zu empfehlen, entweder nur natürliche Mittel zu verwenden oder zuerst nur einen Trieb zu besprühen. Die darauf folgende Reaktion zeigt die Verträglichkeit gegenüber dem jeweiligen Produkt.

  • Pflanzen regelmäßig und akribisch auf Befall untersuchen
  • Schildläuse haben hoch gewölbte und feste Rückenschilder
  • Färbung dient als Tarnung, Befall wird schnell übersehen
  • Schmierläuse bilden weißes Gespinst auf den Blättern aus
  • Sieht wie kleine Wattebäusche aus
  • Mit Seifenlauge abwaschen
  • Wirksam sind auch Präparate mit Niem-Öl
  • Lösung wiederholt auftragen oder aufsprühen
  • Synthetische Mittel durch Granulat oder Stäbchen in Erde einbringen

Asparagus setaceus, Federspargel

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