Blaues Gänseblümchen, Brachyscome iberidifolia – Pflege des Dauerblühers

Blaues Gänseblümchen wächst bis zu 50 Zentimeter hoch
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Blütenfarbe
rosa, violett, blau
Standort
Halbschatten, Sonnig
Blütezeit
Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober
Wuchsform
aufrecht, ausladend, buschig, Staude
Höhe
bis zu 50 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig, lehmig, kiesig
Bodenfeuchte
mäßig trocken, frisch
pH-Wert
neutral
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Korbblütler, Asteraceae
Pflanzenarten
Beetpflanzen, Topfpflanzen
Gartenstil
Blumengarten, Topfgarten

Blaues Gänseblümchen ist ein Dauerblüher, der durch seine aparte Blütenpracht auf dem Balkon und im Garten gern gesehen ist. Mit dem heimischen Gänseblümchen hat der robuste Korbblütler nichts gemeinsam. Lediglich die Blütenform erinnert an die bekannten, weiß-gelben Wiesenblumen aus unserer Kindheit. Die Kultivierung der schönen Zierpflanzen ist simpel, Fachwissen oder ein grüner Daumen ist dafür nicht notwendig. Brachyscome iberidifolia verzeiht viele Pflegefehler und regeneriert sich durch das starke Wachstum schnell.

Steckbrief

  • Familie: Korbblütler
  • lateinischer Name: Brachyscome iberidifolia (Wildform)
  • weitere Bezeichnungen: keine bekannt
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Wuchsbreite: 45 cm
  • Wuchshöhe: 20 – 50 cm
  • Wuchsform: kugelig, kompakt
  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • Blütenfarben: blau, lila, rosa
  • Laub: fein gefiedert, sommergrün
  • Giftigkeit: nicht giftig, es sind keine Nebenwirkungen durch den menschlichen Verzehr bekannt
  • Kalkverträglichkeit: verträgt nur bedingt Kalk im Boden und Gießwasser

Blaues Gänseblümchen mit seinen zarten lila Blüten

Pflege

Das kompakt wachsende Blaue Gänseblümchen ist eine krautige Einwanderin. Die Wildform der Pflanze stammt ursprünglich aus Australien, erst in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts waren Zuchtformen des Korbblütlers als Ziergewächse im Handel erhältlich. Durch die unverwechselbare Ähnlichkeit mit dem heimischen Gänseblümchen kam Brachyscome iberidifolia zu seinem trivialen Namen. Blaues Gänseblümchen hat aus botanischer Sicht jedoch wenig mit den kleinen Zierpflanzen gemeinsam.

Standort

Der optimale Standort

Die exotische Pflanze lässt sich vielseitig im Garten einsetzen. Kombinieren Sie zum Beispiel verschiedenfarbig blühende Sorten miteinander und kreieren Sie einen optischen Blickfang im Steingarten. Die kompakt wachsenden Stauden mit ihrem kugeligen Wuchs eignen sich speziell als Vordergrundbepflanzung. Auch auf der Terrasse und dem Balkon lässt sich die buschige Staude kultivieren. Hier kommt sie in Hängeampeln gut zur Geltung.

  • der Standort sollte warm sein
  • Blaues Gänseblümchen vor Zugluft schützen
  • ein heller Platz im Halbschatten wird toleriert

Blaues Gänseblümchen mit geschlossenen Blütenknospen

Unabhängig davon, ob das australische Ziergewächs in Topf oder dauerhaft im Freiland kultiviert wird: Die Staude braucht viel Licht zur Ausbildung ihrer aparten, lang haltenden Blütenpracht. Mit einigen Sonnenstunden täglich kommt das Gewächs zurecht. Meiden Sie schattige Plätze. An diesen kümmert Blaues Gänseblümchen sichtbar und ist anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Substrat

Die Gewächse mit den faszinierenden Blüten sind anspruchslos und werden meist als einjährige Stauden verkauft. Mit der richtigen Pflege ist es möglich, sich über viele Jahre hinweg an der Blütenpracht der Pflanzen zu erfreuen. Im Freiland ist ein humusreicher, durchlässiger und leicht sandhaltiger Boden von Vorteil.

Blaues Gänseblümchen reagiert empfindlich auf ein stark verdichtetes Erdreich. Abhilfe kann beispielsweise das regelmäßige Mulchen schaffen. Lockern Sie das Substrat auf, damit Wasser und Sauerstoff an die Wurzeln der Pflanzen gelangen kann und verklebte Erdmassen nicht die Entwicklung der Gewächse erschweren.

Alternativ können Sie auf kleine Kieselsteine zurückgreifen. Das Material ist fein und behindert Sie in keinster Weise in der Pflege des Gartens. Gleichzeitig sorgen die Steine dauerhaft dafür, dass das Erdreich sich nicht zu einer harten Masse verdichtet. Brachyscome iberidifolia im Kübel stellt ähnliche Bedingungen an das Substrat.

Nährstoffversorgung

Versorgung mit Nährstoffen

Die Blauen Gänseblümchen sind unter anderem aufgrund ihrer lang anhaltenden Blüte beliebt. Um die aparte Pracht von Mai bis Oktober präsentieren zu können, braucht das Ziergewächs viele Mineralstoffe. Wird die Pflanze als einjährige Staude im Beet kultiviert, sollten Sie vor der Pflanzung eine große Menge halb reifen Kompost in den Boden einarbeiten.

Dieser versorgt die Stauden 6 bis 8 Wochen lang mit genügend Nährstoffen. Danach können Sie organischen Dünger, wie beispielsweise Hornspäne, rings um die Pflanzen herum ausbringen. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Langzeit- bzw. Flüssigdünger.

  • flüssiger Dünger wird über das Gießwasser verabreicht
  • halten Sie sich an die Angaben auf der Packungsanleitung
  • im Winter sollte die Versorgung mit Nährstoffen ruhen

Blaues Gänseblümchen mag einen sonnigen Standort

Bei Gewächsen im Kübel sollten Sie auf Kompost und anderes organisches Material verzichten. Im Topf sind die für die Zersetzung notwendigen Mikroorganismen nur bedingt vorhanden. Kaffeesatz und Co. werden nur unzureichend abgebaut und es kommt zu einer Schimmelbildung. Diese kann sich schädlich auf die Korbblütler auswirken.

Eine Über- bzw. Überversorgung mit Dünger macht sich bei Brachyscome iberidifolia in Form von fahlen Blättern und dem Verlust der Blüten bemerkbar. Reagieren Sie bei Bedarf schnell, um die Gewächse vor dem Dahinvegetieren zu schützen. Düngen Sie mit flüssigen Nährstoffen nach bzw. gönnen Sie den Gewächsen ein frisches, mageres Substrat.

Eine starke Blattaufhellung kann auch auf einen Eisenmangel zurückzuführen sein. Verwenden Sie hin und wieder einen speziellen Eisendünger, der die Pflanzen mit dem wichtigen Mineralstoff versorgt. Dieser kann vorbeugend verwendet werden.

Aussaat

Blaues Gänseblümchen besitzt wenige Anforderungen in puncto Pflege. Das zeigt sich nicht nur in der Kultivierung, sondern auch in der Anzucht der beliebten Zierpflanze. Warme Temperaturen, ein feuchtes Substrat und Sonnenlicht sind die einzigen Faktoren, die zur erfolgreichen Keimung notwendig sind. Die Aussaat der Samen im Beet ist ebenso mit Erfolg gekrönt wie die Anzucht im Pflanzgefäß.

  • bereiten Sie im Frühjahr das Beet vor
  • welke Pflanzenreste und alte Wurzeln entfernen
  • Bereich abstecken
  • Furchen ziehen
  • Samen großflächig ausbringen
  • vorsichtig gießen

Bei der Aussaat reicht es aus, das Saatgut von Brachyscome iberidifolia großzügig im Beet zu verteilen. Die Korbblütler gehören zu den lichtkeimenden Pflanzen. Sonnenlicht bricht die Keimhemmung der Samen und regt diese zum Wachstum an. Zum Schutz vor Windabtrag können Sie die feinen Körner leicht festdrücken. Das Substrat darf nicht austrocknen.

Blaues Gänseblümchen blüht von Mai bis Oktober

Anzucht im Blumenkasten

Das Blaue Gänseblümchen braucht Wärme. Temperaturen zwischen 15° bis 20° Grad sind ideal, damit die Keimung einsetzt. Im Freiland verzögert sich die Entwicklung der australischen Pflanzen. Schneller gelingt es mit der Aussaat im Kübel. Diese kann bereits Ende Februar auf der heimischen Fensterbank erfolgen.

Sie benötigen:

  • mageres Substrat
  • ein flaches Gefäß
  • Wasserzerstäuber

Keimfähige Samen von Brachyscome iberidifolia sollten Sie von Gärtnereien kaufen. Es ist eine Seltenheit, dass Blaues Gänseblümchen keimfähiges Saatgut in ausreichender Menge ausbildet. Der Grund: Um die Dauerblüte zu fördern, müssen Sie verwelkte Blüten regelmäßig schneiden. Bereiten Sie das Anzuchtgefäß vor und streuen Sie die feinen Samenkörner darüber.

Das Substrat wird mit dem Wasserzerstäuber angefeuchtet. Halten Sie das Erdreich gleichmäßig feucht. Trockenheit setzt den älteren Gewächsen zu, bei Keimlingen kann es zum Tod führen. Bis sich die ersten Triebspitzen zeigen, können 10 bis 14 Tage vergehen. Als Standort ist ein heller Platz auf der warmen Fensterbank optimal. Schirmen Sie das Gefäß gegen direktes Sonnenlicht ab.

Mittels einer zeitweiligen Anhebung der Luftfeuchtigkeit lässt sich die Keimung von Brachyscome beschleunigen. Decken Sie das Gefäß mit einer durchsichtigen Folie ab. Das Wasser im Substrat kann nicht verdunsten und sorgt für ein Klima, ähnlich wie in einem Treibhaus. Um Schimmel- und Fäulnisbildung auf der Anzuchterde zu verhindern, muss die Folie täglich für ein paar Stunden abgenommen werden. Sobald die einzelnen Pflanzen eine Höhe von ungefähr 8 bis 10 cm erreicht haben, sollten Sie die jungen Stauden pikieren.

Pflanzen

Die zierlichen Ziergewächse mit den blauen oder violetten Blüten sind kälte- und frostempfindlich. Mit Temperaturen unter 6°C kommt Blaues Gänseblümchen nur bedingt zurecht.  Ein guter Grund, um mit der Pflanzung ins Beet bzw. in die Blumenampel auf dem Balkon bis nach den Eisheiligen zu warten.

Bereiten Sie das Beet vor:

  • das Pflanzloch sollte den doppelten Umfang als der Wurzelballen von Brachyscome haben
  • vermischen Sie das Substrat mit Humus, Sand und Kieselsteinen
  • ein paar Handvoll Kompost im Pflanzloch ausbringen
  • Gewächs bis zum oberen Wurzelhals einsetzen
  • den Hohlraum mit Erde auffüllen und festdrücken
  • kräftig angießen

Blaues Gänseblümchen gehört zu den Korbblütlern

Wenn Sie mehrere Exemplare vom Blauen Gänseblümchen miteinander kombinieren, sollten Sie auf einen Mindestabstand von ungefähr 30 cm achten. Bei Kübelpflanzung erleichtert eine Drainage am Gefäßboden die Pflege. Dafür wird eine ca. 3 bis 5 cm dicke Schicht aus Lavasplitt, Kieselsteinen oder Tonscherben angelegt. Die Wurzeln der Stauden dürfen nicht in unmittelbaren Kontakt mit diesem Material kommen. Das hemmt das Wachstum der Stauden. Als Puffer dient eine 6 cm hohe Schicht aus Substrat.

Auf der warmen Fensterbank vorgezogene Gewächse reagieren häufig mit Blattverfärbungen auf den Einfluss vom direkten Sonnenlicht. Diese Verbrennungen regenerieren sich nicht mehr. Mit etwas Vorbereitung können Sie Ihre Pflanzen davor schützen: Setzen Sie die Stauden in den ersten Tagen nur für kurze Zeit dem Sonnenlicht aus. In der Mittagszeit ist es empfehlenswert, die Gänseblümchen mit einem Sonnenschirm zu beschatten.

Gießen

Richtig gießen

Denkt man an Australien, hat man unweigerlich das Bild einer trockenen und wüstenähnlichen Landschaft vor Augen. Der Kontinent hat jedoch mehr zu bieten und nicht jede Pflanze dort kommt mit einer lang anhaltenden Dürre zurecht. Dies zeigt sich eindrucksvoll an Brachyscome iberidifolia. Die zartgliedrige Schönheit mit dem sommergrünen Laub braucht ein feuchtes Substrat.

Folgende Tipps haben sich beim Gießen bewährt:

  • überprüfen Sie regelmäßig die Feuchtigkeit des Erdreichs
  • gegossen wird am Vor- bzw. Nachmittag
  • der Wurzelballen darf in der Hauptvegetationszeit nicht austrocknen
  • weniger ist mehr, dafür öfter gießen

Mit Kalk kommt die exotische Pflanze nur bedingt zurecht. Ein zu hoher Gehalt im Boden bzw. Gießwasser verklebt die Tracheen der Gewächse und vermindert die Aufnahme von Feuchtigkeit und Nährstoffen. Greifen Sie bei den Korbblütlern auf abgestandenes Regenwasser zurück. Dieses lässt sich bequem über im Garten stehende Behältnisse auffangen und ist zum Gießen von fast allen Pflanzenarten geeignet. Blaues Gänseblümchen reagiert mit Wachstumsstopp und verwelkten Blüten auf Wassermangel.

Staunässe kann dem Gewächs auch gefährlich werden. Stehendes Wasser im Beet bzw. Übertopf schafft eine Brutstätte für Schlauchpilze. Diese Erreger sind für die von vielen Gärtnern gefürchtete Wurzelfäule verantwortlich. Beugen Sie der Krankheit vor und vermeiden Sie Staunässe. In Blumenrabatten wirkt der beigemischte Kies wie eine Drainage. Bei Kübelpflanzen übernimmt diese Aufgabe poröses, anorganisches Material am Gefäßboden.

Ein wichtiger Hinweis für das Gießen der Dauerblüher: Das Wasser sollte langsam zugeführt werden. Vermeiden Sie es, unmittelbar über die Blüten und Blätter der Pflanzen zu gießen.

Schneiden

Wird Blaues Gänseblümchen als einjährige Staude kultiviert, können Sie auf einen Rückschnitt der bis zu 30 cm langen Triebe verzichten.

  • welke Blüten mit einer Schere bzw. dem Fingernagel entfernen
  • abgestorbene Pflanzenteile schneiden
  • mehrjährige Gewächse im Frühjahr stark einkürzen

Brachyscome iberidifolia ist für den Menschen nicht giftig. Reinigen Sie vor und nach der Arbeit trotzdem das verwendete Werkzeug. Diese Maßnahme ist wichtig, um das potenzielle Risiko von verschleppten Keimen und schadhaften Insekten auf andere Gewächse im Garten zu minimieren.

Überwintern

Das Einsetzen des ersten Frosts bedeutet normalerweise den Tod des beliebten Dauerblühers. Mit geringem Aufwand können Sie die Pflanze auch überwintern. Damit müssen Sie die Gewächse nicht jährlich neu kaufen bzw. aussäen. Speziell bewährt hat sich dafür die mehrjährige Sorte Brachyscome multifida. Blaues Gänseblümchen sollte seinen Platz im Garten räumen, sobald die Temperatur in den einstelligen Bereich absinkt und die Frostgefahr steigt.

  • der Raum für die Überwinterung sollte hell und kühl sein
  • Temperaturen zwischen 5° bis 10° C sind ideal
  • gegossen wird nur spärlich
  • die Nähe zu Heizquellen meiden
  • Pflanzen vor Zugluft schützen

Brachyscome iberidifolia bzw. Brachyscome multifida dürfen in der kalten Jahreszeit nicht gedüngt werden. Die Zufuhr von Nährstoffen regt das Wachstum an und stresst die Gewächse nur unnötig.

Blaues Gänseblümchen, Brachyscome iberidifolia

 

Krankheiten

Krankheiten und Schädlinge

Für Pilzerreger und Zellsaft saugende Insekten ist das Blaue Gänseblümchen eher uninteressant. Kommt es dennoch zu einem Befall mit Blattläusen, ist es ratsam, die Pflanze mit einem Sud aus Brennnesseln oder Ackerschachtelhalmen zu behandeln. Staunässe lässt sich durch das richtige Gießen bzw. mittels einer Drainage vermeiden.

Wirksame Fungizide für die von Schlauchpilzen hervorgerufene Krankheit gibt es nicht. Leidet Brachyscome iberidifolia trotzdem unter einem starken Befall von schadhaften Insekten, sollten Sie das Gewächs komplett entsorgen. Durch diese Maßnahme verhindern Sie, dass die Schädlinge auf andere Pflanzen übersiedeln.