Korallenbegonie, Begonia corallina: Pflege von A-Z

Korallenbegonie - Begonia corallina
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Blütenfarbe
rosa, rot
Standort
Halbschatten, Absonnig
Blütezeit
April, Mai, Juni, Juli, August, September
Wuchsform
Überhängend
Höhe
bis zu 200 Zentimeter
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig trocken, mäßig feucht, frisch
pH-Wert
schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Schiefblattgewächse, Begoniaceae
Pflanzenarten
Balkonpflanzen, Topfpflanzen, Zimmerpflanzen
Gartenstil
Terrassengarten, Topfgarten, Wintergarten

Die Korallenbegonie besticht durch großformatige, markante Blätter und intensiv korallenrote Blüten und ein rasantes Wachstum. Wir erklären alles Wichtige rund um die Pflege der beliebten Begonia corallina.

Standort

Begonia corallina liebt Ihrem brasilianischen Ursprung entsprechend einen hellen Standplatz mit viel Licht. Da Sie aber in der Natur häufig unter weit größeren Bäumen gedeiht, sollten auch Sie einen halbschattigen Standort der uneingeschränkten Besonnung vorziehen. Vor allem im Sommer führt ein ungeschützter Standplatz im Freien rasch zu Verbrennungen von Blüten und Blättern. In den Übergangszeiten kann dagegen gut eine Südterrasse oder ein Südbalkon genutzt werden, um eine hohe Ausbeute des weniger intensiven Sonnenlichts zu erreichen.

Topf

Als kleine Pflanze kann die Korallenbegonie gut auf dem heimischen Fensterbrett gezogen werden. Wegen ihres raschen Wuchses bietet sich aber auf Dauer eher ein Pflanzkübel an, in dem die Staude in Abhängigkeit von Jahreszeit und Temperatur verschiedene Standorte im Freien, sowie im Wohnungsinneren besuchen kann.

Junge Korallenbegonie in Topf an Fenster
Jungpflanze im Topf am Fenster

Das Wurzelwachstum von Begonia corallina dringt mäßig in die Tiefe vor. Die optimale Topf- oder Kübelform ist daher kompakt mit einer in etwa der Breite entsprechenden Tiefe.

Substrat

Die Korallenbegonie überzeugt Hobbygärtner, wie auch die meisten anderen Begonienarten, durch eine üppige Blüte. Das erfordert ein hohes Maß an Nährstoffen, die vor allem über den Boden zur Verfügung gestellt werden müssen. Dabei stellt die Pflanze keine besonders speziellen Anforderungen, sondern kommt mit einer universellen Versorgung mit folgenden typischen Nährstoffen gut zu Recht:

  • Stickstoff
  • Kalium
  • Phosphor

Darüber hinaus sind Magnesium, Calcium und weitere Mineralien in geringerer Menge hilfreich. Erreicht wird eine Grundausstattung des Substrats mit diesen Stoffen über die Verwendung einer Universal-Blumenerde mit Vordüngung. Idealerweise ergänzen Sie diese Erde mit weiteren Zugaben, um eine lockere Zusammensetzung zu erlangen und Staunässe gut vorzubeugen:

  • Sand (ca. 1 Teil Sand auf 2 Teile Blumenerde)
  • Perlite (Blähton – maximal 1 Teil auf 2 Teile Blumenerde)
  • Holzhäcksel (ca. 10 bis 15 % des Erdvolumens)

pH-Wert

Ideal ist ein Substrat im leicht saurem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Erreichen können Sie diesen Wert, indem Sie entweder die bereits erwähnten Holzhäcksel zugeben, oder aber geringe Mengen Sauerkalk unter die Erde mischen.

Boden saurer machen - Korea-Tanne
Lästiger Nadelstreu von Kiefern- oder Tannenarten (hier: Abies koreana) eignet sich hervorragend als Mulchmaterial.

Tipp: Vor allem Eichenhäcksel und Mulch von Nadelbäumen ist geeignet, den pH-Wert des Bodens saurer zu gestalten.

Pflege

Hat sich Ihr Vertreter der Gattung Begonia corallina erst einmal in seinem Trog oder Topf etabliert, haben Sie den ersten Schritt zu dauerhafter Pflanzenfreude erreicht. Nun kommt es auf die richtige Pflege an, um Ihren Liebling auch in Zukunft mit optimalen Wachstumsbedingungen zu versehen.

Gießen

Die Korallenbegonie mag Feuchtigkeit, verträgt jedoch keine Staunässe. Diese kann rasch zu Wurzelfäule führen und begünstigt die Entwicklung von Schimmelpilzen und anderen Mikroorganismen. Achten Sie daher auf eine ausreichende Wassergabe, ohne die einzelnen Gießmengen zu großzügig zu dimensionieren. Öfter wenig Wasser führt sicherer zum gewünschten Erfolg, als eine seltenere Gabe großer Wassermengen. Im Zweifelsfall sollten Sie lieber ein etwas zu trockenes Erdreich in Kauf nehmen, da die Folgen beim erneuten Gießen rasch überwunden sind. Die Folgen von Staunässe erscheinen dagegen weit gravierender, da schädliche Mikroorganismen das Wurzelwerk zerstören und so irreversible Schäden verursachen.

Feuchte Korallenbegonie
Obwohl die Korallenbegonie es feucht mag, sollten Sie davon absehen, die Pflanze direkt einzusprühen, da sonst Pilzkrankheiten wie etwa Mehltau perfekte Bedingungen vorfinden.

Tipp: Fühlen Sie die Feuchtigkeit mit den Fingern an der Oberfläche des Substrats. Tritt bei leichtem Druck Wasser aus, ist der Boden übersättigt und sollte vorerst nicht mehr gegossen werden. Fühlt sich die Oberfläche trocken an, können Sie weiteres Wasser verabreichen.

Düngen

Da Begonia corallina zwar einen hohen Nährstoffbedarf hat, dieser aber keine nennenswerten Besonderheiten gegenüber der „üblichen“ Nährstoffkombination blühender Pflanzen aufweist, können Sie problemlos auf Universaldünger in flüssiger oder fester Form zurückgreifen. Achten Sie bei der Verabreichung der Düngergaben auf die jeweilige Konzentration des Präparates und die Angaben des Herstellers zu Häufigkeit und Dosis. Auch hier gilt: Lieber häufiger kleinere Mengen verabreichen. Bei selteneren Gaben großer Düngermengen erfährt Ihre Korallenbegonie zunächst ein Überangebot, auf das sie mit einem übermäßigen Wachstumsschub reagiert. Nimmt die Versorgung ab, kann dieses Wachstum nicht mehr unterstützt werden und kommt ins Stocken. Eine möglichst regelmäßige Versorgung führt zu einem ebenso regelmäßigen Wachstum.

Umtopfen

Begonia corallina wächst sehr schnell und muss daher gerade in den ersten Jahren ein- oder sogar zweimal jährlich umgetopft werden. Achten Sie dabei auf folgende Aspekte, um das nachfolgende Wachstum bestmöglich vorzubereiten:

  • ideale Zeit Frühjahr und Sommer
  • frisches Substrat verwenden, um mögliche Belastungen durch Schimmel und Bakterien nicht zu übertragen
  • neuer Topf allseitig mindestens 2 bis 3 Zentimeter größer als altes Gefäß
  • Erde nicht zu fest andrücken, um Wurzelwachstum nicht zu behindern und Wasserabfluss zu erhalten

Schneiden

Gerade weil die Korallenbegonie ein so rasantes Wachstum aufweist, werden Sie sie immer wieder schneiden und einkürzen müssen. Die Maßnahme wird in aller Regel sehr gut vertragen und das schnelle Wachstum lässt auch Fehler im Schnitt rasch verschwinden.

  • Schnitt einzelner Triebe immer knapp oberhalb von Blättern
  • je häufigerer Schnitt, umso buschigeres Wachstum
  • bei zu dichtem Wuchs Haupttriebe am Ansatz entfernen
  • für Formschnitt alle Triebe gleichmäßig einkürzen
Blätter der Korallenbegonie
Die markanten Blätter der Korallenbegonie

Tipp: Weist ein eingekürzter Trieb am Abschnitt ausreichend Blätter auf, können Sie diesen als Steckling nutzen und daraus eine neue Pflanze ziehen.

Überwintern

Wegen ihren Ursprungs aus den warmen Gefilden Südamerikas zeigt sich Begonia corallina nicht winterhart. Sobald die Temperaturen unter 5 Grad Celsius sinken, sollten Sie die Pflanze im Pflanzkübel zum Überwintern an einen sicheren Winterstandort verlegen. Dieser zeichnet sich wie folgt aus:

  • hell, aber keine direkte Besonnung
  • gleichbleibende Temperaturen zwischen mindestens 10 und höchstens 15 Grad Celsius
  • moderate Luftfeuchte, nicht zu nass (andernfalls Gefahr von Schimmelbildung)

Reduzieren Sie im Winterquartier sowohl die Wasser- als auch die Düngergaben. Die Korallenbegonie verfällt in eine Art Winterruhe mit einem stark reduzierten Wachstum. Der allgemeine Bedarf sinkt dementsprechend. Kontrollieren Sie insbesondere die Bodenfeuchte regelmäßig, um bei Bedarf nachzugießen. Düngen sollten Sie dagegen in der Winterruhe nicht, sondern lediglich rund zwei Wochen vor dem Umzug in das Winterquartier die letzte Gabe durchführen.

Häufig gestellte Fragen

Warum bekommt meine Begonia corallina immer wieder Mehltau?

Diese Krankheit ist bei Begonien weit verbreitet und rührt vor allem von ungünstigen Standortbedingungen. Achten Sie auf einen hellen, nicht zu feuchten Standort. Feuchtigkeit vermeiden Sie durch eine gute Belüftung. Damit entziehen Sie dem Mehltau eine der Grundvoraussetzungen für seine Entstehung.

Wie lässt sich Staunässe im Pflanztopf trotz geeigneter Erde verhindern?

Sammelt sich trotz angepasster Wassergaben und einem durchlässigen Erdgemisch immer wieder Wasser im Topfboden, sollten Sie unter der eigentlichen Erde eine Drainageschicht aus Ton oder Sand einbringen. Hier kann das Wasser dann ungehindert zu den Drainagelöchern im Topfboden fließen.

Wie gehe ich mit welken Trieben meiner Begonie um?

Auch außerhalb der formgebenden Schnitte sollten Sie welkende Triebe oder Triebteile immer großzügig entfernen. Denn auch hier können sich Mikroorganismen besonders gut entwickeln und von hier aus auf weitere Pflanzenteile übergreifen.