Ist Buchsbaum giftig für Menschen, Hunde oder Katzen?

Buchsbaum im Gartenbereich

Der Buchsbaum, manchmal auch Buxbaum geschrieben, ist hierzulande eine sehr beliebte Pflanze für den Ziergarten. Ob in Form einer Kugel, eines Vierecks oder als tierische Form geschnitten, findet das Bäumchen immer einen schönen Platz im Garten. Und eine Buchsbaumhecke ist für viele der ideale Sichtschutz. So hübsch die Pflanze auch anzusehen ist, für Tier und Mensch ist sie nicht zum Verzehr geeignet.

Gift im Buchsbaum

Buchs gehört der Gattung Buxus an. Vom Gewöhnlichen Buchsbaum, botanisch Buxus sempervirens, gibt es heutzutage mehr als sechzig Sorten. Sie unterscheiden sich in Blattfarbe, -größe, -form und -abstand sowie in ihrer Wuchsform und -geschwindigkeit. Gemeinsam ist allen Sorten, dass all ihre Teile giftig sind. Da die Blätter einen sehr bitteren Geschmack haben, werden sie in der Regel nicht verschluckt, sondern sofort wieder ausgespuckt. So kommt die Aufnahme von größeren Mengen und somit eine Vergiftung eher selten vor, aufpassen sollte man trotzdem.

Der beliebte Buchs ist sehr giftig. Mit rund 70 Alkaloiden enthält er einen wahren Giftcocktail. Der Anteil aller Alkaloide in Blättern und Rinde beträgt drei Prozent. Stark giftig sind auch die Blüten und Früchte des Buchsbaums. In der Pflanze wurden neben dem Hauptwirkstoff Cyclobuxin (Buxin) auch andere Gifte gefunden.

Dazu gehören:

  • Buxantin
  • Buxanin
  • Buxandrin

Buchsbaum ist sehr giftig

Wirkung des Gifts

Der Giftcocktail im Buchs entfaltet seine Wirkung, wenn Teile der Pflanze gegessen werden. Das bloße Berühren der Pflanze löst keine Vergiftung aus. Allerdings sollten Sie, wenn Sie an der Pflanze arbeiten, Handschuhe tragen und nach dem Schneiden die Hände immer gründlich waschen.

Vergiftungssymptome

Wie bei allen Giften hängt auch beim Buchsbaum der Grad der Vergiftung von der zugeführten Dosis, der Körpergröße und dem Gewicht ab. Deshalb sind z.B. kleine Tiere im Vergleich zu Kindern stärker gefährdet. Da erwachsene Menschen, wenn überhaupt, nur kleine Mengen an Buxbaum verschlucken, sind Vergiftungen, die zum Tode geführt haben, hierzulande zum Glück gar nicht bekannt bzw. dokumentiert.

Mensch

Trotzdem sollten Sie im Fall der Fälle nicht zögern, die entsprechende Notrufnummer anzurufen. Eine Kontrolle durch einen Mediziner oder Tierarzt gibt Ihnen Sicherheit. Denn im schlimmsten Falle kann eine Buchsbaumvergiftung doch zum Tod führen.

Buchsbaum ist ein idealer Sichtschutz

Vergiftungssymptome, die durch den Buchsbaum hervorgerufen werden, sind:

  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Krämpfe
  • Lähmungen
  • Zittern
  • Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps

Haben Kinder vom Buchs oder von seinen Früchten genascht, bewahren Sie Ruhe. In erster Linie sollten Sie das Kind dazu bringen, eventuelle Reste auszuspucken. Im Gegensatz zu anderen Vergiftungen muss bei einer Vergiftung durch Buchsbaum kein Gegengift gegeben werden. Der Körper kann kleine Mengen des Giftes sogar selbst abbauen und die Symptome klingen nach einiger Zeit ab.

Eine erste Maßnahme ist die Verabreichung von medizinischer Kohle. Sie bindet die Giftstoffe im Magen. Bringen Sie das Kind nicht zum Erbrechen. Zielführender ist, wenn das Kind kleine Mengen Tee oder Wasser trinkt. Von Milch ist abzuraten. Sie ist kein Gegengift. Unter Umständen kann sie die Giftaufnahme im Darm sogar fördern.

Tier

Die Vergiftungserscheinungen bei Haustieren sind ähnlich wie beim Menschen. Hat Ihr Liebling am Buchs geknabbert, wirkt das Gift zuerst erregend, dann allerdings sehr schnell lähmend und blutdrucksenkend. Magen- und Darmreizungen sowie Erbrechen und Durchfall gehören ebenso zu den Symptomen wie Krämpfe und Zittern.

Da bei Haustieren die gefressene Menge schwer zu bestimmen ist, sollten Sie beim Auftreten der Symptome sofort einen Tierarzt aufsuchen. Versuchen Sie nicht, das Haustier zum Erbrechen zu bringen, bieten Sie ihm besser Wasser zum Trinken an. Dies verdünnt das Gift im Magen- und Darmtrakt.

Buchsbaum ist eine beliebte Ziergartenpflanze

Wie beim Menschen gilt auch für Haustiere: Jungtiere vertragen eine kleinere Menge Gift als ausgewachsene Tiere. So sind für eine vier Kilo schwere Katze bereits rund 20 Gramm Buchs tödlich, für einen 30 Kilo schweren Hund 150 Gramm. Die Faustregel lautet: 5 Gramm der Pflanze pro Kilogramm Körpermasse bei Hunden bzw. Katzen sind tödlich.

Vorsichtsmaßnahmen

Damit es erst gar nicht zu einer Vergiftung mit Buchs kommt, sollten einige Vorsichtsmaßnahmen für den eigenen Balkon bzw. Garten getroffen werden.

  • auf Balkon oder Terrasse außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustiere stellen
  • bei kleinen Kindern besser auf das Anpflanzen im Garten verzichten

Buchs kommt aber nicht nur im eigenen oder in Nachbars Garten als Buchsbaumhecke vor. Die langsam wachsende Pflanze wird auch gerne als Randabschluss für Gräber oder als Zierpflanze in Parks oder in Nähe von Spielplätzen verwendet. Für den öffentlichen Bereich gilt: Achten Sie darauf, ob Buchs in der Nähe ist.

Tiere

Die Pflanze ist nicht nur für Kinder, sondern auch für Haustiere giftig. Zu den gefährdeten Tieren zählen nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch Hasen oder Meerschweinchen und andere kleinere Käfigtiere. Um ihre Lieblinge vor einer Vergiftung zu schützen, sollten folgende Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

  • kein Buxbaum im Garten, wenn Haustiere vorhanden sind
  • Buchs tiersicher einzäunen
  • Katzen sollten nicht hochklettern können
  • Außengehege für Kaninchen und Meerschweinchen in großer Entfernung zum Buchs aufstellen

Buchsbaum ist für Mensch und Tier giftig

Buchsbaum als Heilpflanze

Trotz seiner Giftigkeit wurde der Buchs bereits in der Antike als Heilpflanze verwendet. Er wurde v.a. als Mittel gegen Husten und Magen- und Darmkrankheiten eingesetzt. Heute wird die Pflanze nicht mehr als Heilmittel verwendet, da ihre Dosierung äußerst problematisch ist. So führt eine Überdosierung zu Erbrechen und Krämpfen. Sie kann sogar tödlich sein. Einzig in der Homöopathie wird Buxus gegen Rheuma noch gelegentlich verschrieben.

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