Madagaskarpalme, Kaktus-Palme, Pachypodium lamerei – Pflege + Vermehren

Madagaskarpalme, Pachypodium lamerei
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Blütenfarbe
weiss
Standort
Halbschatten, Absonnig, Sonnig, Vollsonne
Wuchsform
aufrecht
Höhe
bis zu 200 Zentimeter hoch
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig trocken, mäßig feucht
pH-Wert
neutral
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Hundsgiftgewächse, Apocynaceae
Pflanzenarten
Zimmerpflanzen
Gartenstil
Wintergarten, Wohngarten

Auch wenn der Name anderes vermuten lässt, ist die Madagaskarpalme keine Palme und auch nicht mit ihnen verwandt. Sie gehört zu den Sukkulenten. Während der bedornte, säulenförmige Stamm auf einen Kaktus hinweist, ähneln die Blätter eher denen einer Palme. Der Stamm, der auch als Dickfuß bekannten Pflanze dient, wie bei vielen Sukkulenten üblich, als Wasserspeicher. Die Pflege der Madagaskarpalme ist unkompliziert und selbst für Pflanzenneulinge problemlos händelbar.

Steckbrief

Die Madagaskarpalme ist eine pflegeleichte Pflanze, auch wenn man das nicht vermutet. Die einem Kaktus ähnelnde Sukkulente ist relativ schnellwüchsig und kann bereits innerhalb von 2 – 3 Jahren eine beachtliche Größe erreichen. Pro Jahr legt sie ca. 15 – 30 cm an Wachstum zu, sodass man getrost mit einer kleinen Pflanze beginnen kann. Je älter diese werden, desto größer ist in der Regel der jährliche Zuwachs. Blüten zeigen sich in Kultur eher selten und ausschließlich an älteren Exemplaren. Das setzt voraus, dass man den Grundansprüchen dieser Sukkulente gerecht wird, wobei sie den einen oder anderen kleinen Pflegefehler durchaus verzeiht.

  • Pflanzenfamilie: Hundsgiftgewächse (Apocynayeae)
  • Herkunft: Madagaskar, südliches Afrika
  • Botanische Bezeichnung: Pachypodium lamerei
  • Deutsche Namen: Madagaskarpalme, Dickfuß
  • Wuchs: Laub abwerfend, sukkulent, säulenförmiger, dornenbesetzter, kaum verzweigter Stamm
  • Wuchshöhe: in Kultur bis zu 200 cm
  • Blatt: Blattrosette dunkelgrün, ledrig, gestielt, ca. 25 cm lang und 3 cm breit
  • Blüte: fünf weiße trichterförmige Kronblätter, Blütenbildung eher selten
  • Kalkverträglichkeit: kalkverträglich
  • Giftigkeit: stark giftig für Mensch und Tier

Standortansprüche

An ihren natürlichen Standorten wachsen diese außergewöhnlichen Pflanzen zu stattlichen bis zu 800 cm hohen Bäumen mit einem Stammdurchmesser von etwa 100 cm heran. In Zimmerhaltung bleibt Pachypodium lamerei deutlich kleiner, ist aber nicht weniger attraktiv. Dementsprechend liebt sie auch im heimischen Wohnzimmer ein wohlig warmes und idealerweise vollsonniges Plätzchen vor einem Südfenster. Ist volle Sonne nicht möglich, dann sollte sie zumindest sehr hell stehen.

Temperaturen im Sommer von 30 Grad und etwas mehr sind für diese Pflanze kein Problem. Selbst trockene Heizungsluft oder ein Platz direkt vor einer Heizung im Winter schaden ihr nicht, ganz im Gegenteil. Im Sommer kann sie auch problemlos im Freien an einem sonnigen, aber vor Wind und Starkregen geschützten Platz stehen.

Bodenbeschaffenheit

Was die Beschaffenheit des Bodens betrifft, mag die Madagaskarpalme keine schweren Böden. Besser sind lockere, durchlässige und mäßig nährstoffreiche Substrate. Zudem ist eine gewisse Bodenwärme das ganze Jahr über unerlässlich. Bei der Wahl des richtigen Substrats kann man auf handelsübliche Kakteenerde zurückgreifen oder eine eigene Mischung herstellen.

So lässt sich beispielsweise eine entsprechende Mischung aus 2 Teilen handelsüblicher Blumenerde und jeweils 1 Teil Tongranulat oder Bimskies sowie Vogelsand herstellen. Alternativ dazu kann man auch einen Mix aus hochwertiger Blumenerde, Kakteenerde und Sand herstellen oder lehmige Landerde und Kakteenerde zu gleichen Teilen miteinander mischen.

Gießen

Gießen ist ein wichtiger Bestandteil bei der Pflege der Madagaskarpalme. In der freien Natur ist Pachypodium lamerei sowohl auf Trockenphasen als auch Regenperioden angewiesen. Folglich sollte auch das Gießverhalten in Innenräumen entsprechend angepasst werden. Da diese Pflanze in der Lage ist, in ihrem Stamm Wasser zu speichern, sollte man eher zurückhaltend gießen. Dennoch benötigt sie deutlich mehr Wasser als die meisten anderen Sukkulenten.

Das weiche Fasergewebe im Innern des Stammes saugt sich mit Wasser voll und fungiert so als eine Art Wassertank. Zu viel bzw. stauende Nässe würde dieser außergewöhnlichen Pflanze schaden. Das könnte zu Wurzelfäule führen und dazu, dass der Stamm einfach in sich zusammenfällt. Als Sukkulente toleriert die Madagaskarpalme auch längere Trockenzeit ohne Schaden zu nehmen, wobei sie bei regelmäßiger Versorgung mit Wasser meist wesentlich zügiger wächst. Am besten lässt man vor jedem erneuten Gießen das Substrat oberflächlich abtrocknen. Zum Bewässern sollte vorzugsweise Regenwasser oder gut abgestandenes Leitungswasser verwendet werden.

Die Madagaskarpalme ist nicht Winterhart

Tipp: Es ist ratsam, die Madagaskarpalme in ein Tongefäß zu pflanzen, denn das kann im Gegensatz zu Kunststofftöpfen, die Feuchtigkeit gut regulieren.

Düngen

Um den Nährstoffbedarf zu decken, ist vom Frühjahr bis zum Somme eine einmalige monatliche Düngung meist ausreichend. Geeignet sind handelsübliche Kakteendünger ebenso wie entsprechende Voll- bzw. Flüssigdünger. Die sollten immer in schwächerer Konzentration als vorgegeben verabreicht werden. Im ersten Jahr nach dem Kauf kann man in der Regel auf eine Düngung verzichten.

Schneiden

Auch wenn diese Pflanze relativ zügig wächst, sollte sie auf keinen Fall verschnitten bzw. eingekürzt werden. Gegebenenfalls kann man die Wuchsgeschwindigkeit etwas eindämmen, indem man diese Sukkulente etwas kühler stellt und etwas weniger gießt und düngt. Lediglich die gelben Blätter können bei Bedarf entfernt werden. Normalerweise fallen die aber irgendwann ganz von allein ab.

Überwintern

Hat die Sukkulente den Sommer über im Freien gestanden, sollte sie, sobald die Temperaturen sowohl innen als auch außen etwa gleich hoch sind, ins Haus umziehen, denn sie ist nicht winterhart. Das ist ungefähr dann der Fall, wenn die Außentemperaturen bei 18 Grad liegen, spätestens aber, wenn sie auf 15 Grad fallen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Sukkulentenarten möchte Pachypodium lamerei auch im Winter eher warm stehen, gegebenenfalls auch unmittelbar vor einer Heizung. Dabei stellt selbst trockene Heizungsluft kein Problem dar.

  • Bei ausschließlicher Wohnungshaltung ganzjährig südseitig platzieren
  • Beheizte Wintergärten oder Gewächshäuser optimale Winterquartiere
  • Wohnräume zum Überwintern, sollten so hell sein
  • Winterquartier darf nicht zu kalt sein
  • Raumtemperatur möglichst nicht unter 18 Grad
  • Deutlich weniger gießen als im restlichen Jahr
  • Zu viel Nässe im Winter besonders gefährlich
  • Madagaskarpalme mag weder nasse noch kalte Füße
  • Beides in Kombination kann zu Wurzelfäule führen
  • Je kühler der Standort, desto weniger gießen
  • Vor Freilandaufenthalt Eingewöhnungsphase empfehlenswert
  • Ersten zwei Wochen an halbschattigen Platz stellen

Unter günstigen Bedingungen kann die Sukkulente ihre Blätter das ganze Jahr über behalten. In den meisten Fällen wirft sie sie im Winter jedoch ab, dann sieht sie aus wie ein Kaktus. Jetzt sollte noch sparsamer gegossen werden.

Umtopfen

Nach der Überwinterung ist der beste Zeitpunkt zum Umtopfen. Generell sollte man etwa alle 2 – 3 Jahre in frisches Substrat umtopfen, dann ist der Topf meist komplett durchwurzelt. Um sich vor den üblen Dornen zu schützen, sollten die Handschuhe schon etwas dicker sein oder man nutzt zwei dickere Styroporplatten, mit denen man die Pflanze anhebt und wieder einsetzt.

Zunächst nimmt man sie vorsichtig aus dem Topf und entfernt die lose Erde vom Ballen. Der neue Topf sollte nur wenig größer sein als der alte. Als unterste Schicht gibt man eine Drainage aus grobem Kies, Tonscherben oder Ähnlichem in den neuen Topf. Darauf kommt ein Teil des frischen Substrates. Anschließend wird die Pflanze mittig und in derselben Tiefe wie zuvor, eingesetzt. Nun füllt man den Topf bis auf ca. 2 cm unter den Rand mit Substrat auf, drückt es fest und gießt die Pflanze an.

Die Madagaskarpalme lässt sich schwer vermehren

Tipp: Nicht nur wegen der Dornen, auch aufgrund der Giftigkeit der Madagaskarpalme ist es ratsam, zum Umtopfen dicke Handschuhe zu tragen. Kinder und Haustiere sollten von diesen Pflanzen ferngehalten oder für sie unerreichbar platziert werden.

Vermehren

Jungpflanzen der Madagaskarpalme können im Fachhandel erworben und zu Hause weiter kultiviert werden. Das ist in der Regel die leichteste Methode an Pflanzen zu kommen. Man kann sie auch selbst ziehen, sowohl aus Samen als auch über Seitentriebe. Eine Aussaat ist sehr langwierig aber mit entsprechenden Hilfsmitteln auf jeden Fall möglich. Etwas unkomplizierter lassen sie sich über Seitentriebe vermehren.

Aussaat

Bester Zeitpunkt zum Aussäen ist im Frühjahr. Für eine Aussaat benötigt man neben keimfähigen Saatgut, geeignete Anzuchterde, ein Aussaatgefäß oder kleine Anzuchttöpfe und im Idealfall ein beheizbares Minigewächshaus. Als Anzuchtsubstrat eignen sich beispielsweise Bimskies oder Perlite. Beide können mit einer geringen Menge Kakteenerde und Sand vermischt werden. Das komplette Substrat sollte keimfrei sein. Im Backofen oder der Mikrowelle lassen sich möglich Keime problemlos abtöten.

  • Vorbehandlung der Samen nicht erforderlich
  • Saatgut gleichmäßig auf Anzuchtsubstrat verteilen
  • Größere Samen minimal mit Erde bedecken, feinere auf Substratoberfläche liegen lassen
  • Erde anfeuchten und bis zur Keimung gleichmäßig feucht halten
  • Aussaatgefäß mit lichtdurchlässiger Folie oder Glas abdecken
  • Abdeckung zur Belüftung täglich kurzzeitig entfernen
  • Anzuchtgefäß an halbschattigen Platz stellen
  • Zur Keimung Temperaturen von 23 – 30 Grad optimal
  • Nachts Absenkung auf 20 – 22 Grad möglich
  • Nach etwa einem Jahr Jungpflanzen in geeignete Substratmischung umpflanzen

Staunässe sollte bei der Madagaskarpalme vermieden werdenWird in kleine 6 cm Töpfe ausgesät, bietet sich die Verwendung von Druckverschlussbeuteln (12 cm x 17 cm) an, die man mit wenigen Tropfen eines Universaldüngers und so viel Wasser befüllt, wie das Substrat aufnehmen kann. Dann stellt man den Topf in den Beutel. Nachdem das Substrat das Wasser aufgenommen hat, sollten nur noch wenige Millimeter Wasser im Beutel verbleiben. Der wird anschließend luftdicht verschlossen, was für optimale Keimbedingungen sorgt. Zusätzliches Gießen entfällt bei dieser Methode.

Seitensprosse

Seitensprosse und Blüten bildet die Madagaskarpalme erst nach mehreren Jahren. Aus ihnen lassen sich dann neue Ableger zur Vermehrung ziehen. Grundsätzlich sollten sie nur von einer gesunden Mutterpflanze geschnitten werden, denn das Entfernen eines Seitentriebes kostet der Pflanze sehr viel Kraft. Eine bereits geschwächte Pflanze würde das gegebenenfalls nicht überstehen. Wie bereits erwähnt, ist diese Pflanze giftig, also Handschuhe besser nicht vergessen.

  • Bester Zeitpunkt zum Schneiden ist zu Beginn der Wachstumsperiode
  • Nur mit einem scharfen und sauberen Messer schneiden
  • Schnitt kurz unterhalb eines Knotens setzen
  • Im Anschluss Schnittstellen einige Stunden an der Luft trocknen lassen
  • In der Zwischenzeit die Anzuchttöpfe mit Anzuchterde befüllen
  • An den abgetrockneten Stecklingen die unteren Blätter entfernen, sofern vorhanden
  • Danach die Ableger einpflanzen
  • Maximal so tief, dass mindestens ein Auge aus dem Substrat herausschaut

Ist der Steckling eingepflanzt, feuchtet man das Substrat an und stülpt eine lichtdurchlässige Folie oder Plastiktüte über die Töpfe, die man täglich belüftet. An einem warmen und hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung lässt man die Ableger dann bewurzeln. War die Bewurzelung erfolgreich, zeigt sich das bald an neuem Austrieb. Dann kann die Abdeckung entfernt werden.

Die Madagaskarpalme benötigt einen sonnigen Standort

Tipp: Die Stecklinge können sowohl im Wasserglas als auch direkt in der Erde bewurzeln. Bei einer Bewurzelung im Wasserglas ist beim Einpflanzen etwas Fingerspitzengefühl gefragt, denn die feinen Wurzeln sind sehr empfindlich und könnten leicht abreißen.

Krankheiten und Schädlinge

Wurzelfäule

Wurzelfäule wird durch zu viel Nässe und einem zeitgleich zu kalten Boden ausgelöst und äußert sich in faulenden und welken Blättern. Ist der Befall noch nicht zu weit fortgeschritten, kann man die Pflanze retten, indem man sie unverzüglich in frisches Substrat und einen sauberen Topf umpflanzt und einige Zeit lang nicht gießt.

Blattfall

Verliert Pachypodium lamerei ihre Blätter, ist das ein Indiz dafür, dass sie eine Ruhephase einlegt. Meist passiert das bei kühleren Umgebungstemperaturen. Mit Beginn der Wachstumsphase treibt sie aber wieder aus. Aber auch bei zu viel Nässe, Trockenheit oder einer Überdüngung kann es zu Blattverfärbungen und Abwurf der Blätter kommen.

Schildläuse

Gelegentlich kann es bei der Madagaskarpalme zu einem Befall mit Schildläusen kommen, überwiegend während der kalten Jahreszeit, bei zu trockener Luft oder einem zu warmen und dunklen Standort. Erkennbar ist er an den kleinen dunklen Schildchen der Läuse, an den Blattunterseiten und dem Stamm sowie an klebrigem Honigtau, den Ausscheidungen der Larven. Einen anfänglichen Befall kann man bekämpfen, indem man die Schädlinge mit einem in Teebaumöl getränkten Wattestäbchen betupft. Hilfreich kann auch der Einsatz spezieller Schlupfwespenarten sein. Am effektivsten wirken in der Regel spezielle Spritzmittel aus dem Fachhandel, die auch bei einem herkömmlichen Kaktus Anwendung finden.

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