Korbblütler, Asteraceae – Steckbrief, Merkmale und Arten

Blaues Gänseblümchen, Brachyscome iberidifolia

Bei den Korbblütlern (bot. Asteraceae) handelt es sich um größte Pflanzenfamilie innerhalb der Ordnung der Asternartigen (bot. Asterales), die wiederum zur Gruppe der Asteriden gehört, genauer den Campanuliden, die als Untergruppe unter der Bezeichnung Euasteriden II zu finden sind. Zwischen 1.600 bis 1.700 Pflanzengattungen finden sich in der Familie mit um die 24.000 Arten, die auf dem gesamten Erdball zu finden sind, außer der Antarktis.

Korbblütler

Niedrigere Klassifizierungen

In Europa gehören die Korbblütler aufgrund ihrer Artenvielfalt zu den bekanntesten Wald- und Wiesenpflanzen und viele der Gewächse werden als Nahrungs- oder Heilmittel genutzt. Die Familie unterteilt sich in zwölf niedrigere Klassifizierungen, die weiterhin in 43 Triben eingeteilt werden.

  • Asteroideae: 20 Triben
  • Barnadesioideae: 1 Tribus
  • Carduoideae: 4 Triben
  • Cichorioideae: 7 Triben
  • Corymbioideae: 1 Tribus
  • Gochnatioideae: 1 Tribus
  • Gymnarrhenoideae: 1 Tribus
  • Hecastocleioideae: 1 Tribus
  • Mutisioideae: 3 Triben
  • Pertyoideae: 1 Tribus
  • Stifftioideae: 1 Tribus
  • Wunderlichioideae: 2 Triben

Die jeweiligen Triben unterteilen sich in die einzelnen Gattungen der Asteraceae und ermöglichen so einen Einblick in die Vielfalt der Familie, wobei die Asteroideae die größte Untergruppe darstellen. Sie enthält mindestens über 65 Prozent aller Arten, die in der Familie vorkommen und etwa 1.135 Gattungen.

Vegetative Merkmale

In Bezug auf die vegetativen Merkmale sind die Korbblütler sehr übersichtlich und unterscheiden sich nur wenig in ihrem morphologischen Erscheinungsbild, was die Einteilung sehr einfach macht.

Die Merkmale:

  • Wuchsform: krautig, verholzend, Sträucher, Halbsträucher, Bäume, Lianen, Aufsitzer- und Wasserpflanzen kommen seltener vor
  • Lebenszyklus: einjährig, zweijährig, seltener ausdauernd
  • Höhe: bis 20 m
  • einige Arten sind hapaxanthe Pflanzen: diese blühen nur einmal überhaupt und verenden danach
  • einige Arten bilden einen Milchsaft in den Pflanzenteilen
  • einige Arten bilden Harze
  • wenige Arten wirklich giftig
  • giftige Taxa verfügen über Alkaloide, Sesquiterpenlactone oder Blausäure-Glykoside
  • Blätter: wechselständig, weniger gegen- oder quirlständig
  • häufigste Form entspricht der einer Rosette (grundständig)
  • Laubblätter sind entweder gestielt oder sitzend
  • Blattspreiten: gefiedert, fiederteilig, seltener einfach
  • Beschaffenheit: ledrig, krautig
  • einige Arten bilden Blätter als Dornen aus
  • Blattrand: gezähnt, gelappt, gezackt, gesägt, gewellt, glatt
  • bildet keine Nebenblätter aus
  • unterirdische Pflanzenteile bilden Inulin statt Stärke aus
  • essbare Arten sind für Diabetiker geeignet

Generative Merkmale

Korbblütler sind recht schnell an ihren Blüten zu erkennen, da diese sich trotz der zahlreichen Arten vom Aufbau her ähneln. Die Blüten sind der Grund, warum viele Arten dieser Familie als Zierpflanze eingesetzt werden und das schon seit Jahrhunderten. Besonders in Europa haben die Menschen eine starke Verbindung zu den Asteraceae.

Die Merkmale:

  • Einzelblüte
  • zwischen einer und 2.000 Blüten je nach Art
  • Blütenstand: wenig- oder vielblütig, unbeblättert
  • viele Blüten bilden zusammen die Blume
  • Blütentypen: Röhren- und Zungenblüten (nicht alle Arten weisen beide Typen auf)
  • Röhrenblüten: röhrenförmig verwachsene Kronblätter, meist direkt im Blütenstandzentrum
  • Zungenblüten: steril, häufig außerhalb des Zentrums
  • Tragblätter: klein, rudimentär, Spreuschuppen
  • Blütenstandsachse: kugelförmig, abgeflacht, gewölbt
  • Blüten sind häufig Pseudanthien
  • Wirtel: 4 – 5-zählig
  • fünf Kelchblätter, frei stehend
  • Kelchblätter entwickeln sich zu einem Pappus
  • beim Großteil der Arten 5 verwachsene Kronblätter
  • Blüte radiärsymmetrisch, seltener zygomorph
  • Staubgefäße: 5 auf der Kronblattröhreninnenseite
  • bildet feste Staubblattröhre aus, seltener zusammengepresst
  • Griffel verfügt über Fegehaare
  • Samen enthalten viel fette Öle
  • bildet Früchte (Achaene) aus
  • Achaene sind Nussfrüchte
  • Pappus meist gebildet
  • Pappusform: Borsten, Haare, Schuppen

Arten

  • Löwenzahn (bot. Taraxacum officinale)
  • Mutterkraut (bot. Tanacetum parthenium)
  • Weichhaariges Schwefelkörbchen (bot. Urospermum dalechampii)
  • Echte Goldrute (bot. Solidago virgaurea)
  • Echte Kamille (bot. Matricaria chamomilla)
  • Arnika (bot. Arnica montana)
  • Artischocke (bot. Cynara scolymus)
  • Benediktenkraut (bot. Cnicus benedictus)
  • Gänseblümchen (bot. Bellis perennis L.)
  • Garten-Ringelblume (bot. Calendula officinalis)
  • Huflattich (bot. Tussilago farfara)
  • Katzenpfötchen (bot. Antennaria dioica)
  • Margerite (bot. Chrysanthemum leucanthemum)
  • Mariendistel (bot. Silybum marianum)
  • Sonnenblume (bot. Helianthus annuus)
  • Roter Sonnenhut  (bot. Echinacea purpurea)
  • Wegwarte (bot. Cichorium intybus)
  • Wermut (bot. Artemisia absinthium)
  • Wiesen-Bocksbart (bot. Tragopogon pratensis)
  • Kopfsalat (bot. Lactuca sativa convar. sativa)
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