Drahtstrauch, Mühlenbeckia complexa: Pflege von A-Z | Ist es winterhart?

Mühlenbeckia Complexa - Weißfrüchtiger Drahtstrauch
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Blütenfarbe
weiss
Standort
Halbschatten, Sonnig
Blütezeit
Juni, Juli
Wuchsform
aufrecht, Kriechend
Bodenart
sandig, kiesig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach sauer, sauer
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
humusreich
Pflanzenfamilien
Knöterichgewächse, Polygonaceae
Pflanzenarten
Topfpflanzen, Zimmerpflanzen, Heckenpflanzen, Bodendecker, Kübelpflanzen, Beetpflanzen
Gartenstil
Terrassengarten, Wintergarten, Steingarten

Der sogenannte Drahtstrauch gehört mittlerweile zu den beliebtesten Bodendeckern im Garten. Die Pflanze ist relativ anspruchslos und erfordert nur einen relativ geringen Pflegeaufwand. Gleichzeitig eröffnet sie aber auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Möglichkeiten für die kreative Gartengestaltung. Egal, ob nun als Beeteinfassung, als grüner Akzent in einem Steingarten oder ganz allgemein in Kombination mit anderen Pflanzen – der Drahtstrauch ist in den meisten Fällen eine wirklich gute und sehr unkomplizierte Wahl.

Steckbrief

  • Name: Drahtstrauch
  • botanischer Name: Mühlenbeckia complexa
  • andere Bezeichnungen: Kiwi-Knöterich, Mühlenbeckie
  • Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)
  • Herkunft: Neuguinea, Australien, Neuseeland, Zentral- und Südamerika
  • Blüten: klein, weislich, in Ähren zusammengefasst
  • Blätter: grüne Laubblätter und kleinere Nebenblätter
  • Wuchsform: aufrecht oder am Boden kriechend
  • Wuchshöhe: 5 bis 10 Zentimeter
  • Giftig: nein
  • Winterhart: bedingt, je nach Art

Boden

Mühlenbeckia Complexa - Weißfrüchtiger Drahtstrauch
Der Drahtstrauch eignet sich als Heckenpflanze …

Unabhängig davon, ob Mühlenbeckia complexa nun als Zimmerpflanze oder im Garten kultiviert werden soll – sie ist in beiden Fällen extrem anspruchslos. Das gilt auch für die Anforderungen, die sie an den Boden bzw. das Pflanzsubstrat stellt. Verwendet werden kann dafür jede Art von Erde. Wichtig ist nur, dass sie möglichst locker und wasserdurchlässig ist. Staunässe verträgt die Pflanze nicht. Sollte der Boden im Garten einen hohen Lehmanteil haben, empfiehlt es sich deshalb eine Drainage aus Kies einzubringen. Dem vorhandenen Boden Sand beizumischen ist ebenfalls eine gute Idee. Und auch ein gewisser Humusanteil ist sicherlich nicht schädlich.

Düngen

Auch wenn die Pflege des Drahtstrauchs sehr einfach ist, ist dennoch regelmäßiges Düngen angesagt. In den Monaten April bis Ende September sollte etwa einmal im Monat Dünger gegeben werden. Idealerweise greift man dabei auf Flüssigdünger zurück, der einfach in das Gießwasser gekippt werden kann. Alternativ kann auch auf einen Langzeitdünger zurückgegriffen werden, der dann beispielsweise in Stäbchenform ins Erdreich bzw. das Pflanzsubstrat gesteckt wird. Dann reicht eine Düngung jeweils im April und Ende Juni, Anfang Juli aus. Bei der Dosierung muss unbedingt die Empfehlung des Düngerherstellers beachtete werden. Je nach Art und Marke kann die Dosierung erheblich abweichen.

Gießen

Mühlenbeckia Complexa - Weißfrüchtiger Drahtstrauch
… als auch zur Veredlung von Mauern.

Der Drahtstrauch benötigt relativ viel Wasser. Um regelmäßiges Gießen kommt man deshalb nicht herum. Es gilt: Der Wurzelballen darf auf gar keinen Fall austrocknen. Das Erdreich direkt um die Pflanze herum sollte deshalb immer leicht feucht sein. Am besten, man überprüft das regelmäßig mit der Hand. Sobald es dort beginnt anzutrocknen, sollte unbedingt gegossen werden. Wie bereits erwähnt verträgt Mühlenbeckia complexa keine Staunässe. Sie würde dazu führen, dass die Wurzeln zu faulen beginnen. Außerdem wird die an sich sehr robuste Pflanz dadurch anfälliger für Krankheiten. Deshalb sollte immer mit Bedacht und nicht zu viel auf einmal gegossen werden.

Pflanzung

Die Pflanzung des Drahtstrauchs ist denkbar einfach. Man hebt einfach eine kleine Mulde aus, in die der Wurzelballen der Pflanze bequem hineinpasst. Anschließend füllt man die Freiräume mit Erde auf, drückt diese fest und gießt sofort reichlich an. Soll der Strauch als Zimmerpflanze kultiviert werden, muss ein Pflanzgefäß zum Einsatz kommen, das über einen Wasserablauf verfügt. Empfehlenswert ist das Einbringen einer Drainageschicht. Diese Schicht kann aus Scherben oder Steinen bestehen. Das Gießwasser muss jederzeit gut abfließen können. Werden im Freien mehrere Drahtsträucher gepflanzt, sollte ein Pflanzabstand von 20 bis 30 Zentimetern eingehalten werden.

Schneiden

Mühlenbeckia Complexa - Weißfrüchtiger Drahtstrauch
Die Blüten der Mühlenbeckia complexa sind unauffällig weiß.

Ein Schnitt ist bei Mühlenbeckia complexa nicht zwingend erforderlich. Die Pflanze kann allerdings geschnitten werden, um sie in Form zu bringen oder grundsätzlich das Wachstum anzuregen. Bei der Kultivierung im Garten als Bodendecker reicht es dabei aus, den Strauch einmal im Frühjahr einfach komplett abzumähen. Bei Höhenwachstum und bei der Kultivierung im Pflanzkübel empfiehlt es sich bei Bedarf zu lange oder ungünstig wachsende Triebe einzukürzen. Dies ist jederzeit möglich. Gerade im Freien entfaltet der Drahtstrauch häufig gerade dann seine Pracht, wenn man ihn einfach wild wuchern und unangetastet lässt.

Standort

Der Strauch mag es ausgesprochen hell. Ein möglichst sonniger bis halbschattiger Standort ist deshalb Pflicht. Das gilt sowohl im Freien als auch, wenn die Pflanze in der Wohnung kultiviert wird. Die pralle Mittagssonne sollte dabei allerdings grundsätzlich vermieden werden. Zwar kommt die Mühlenbeckie zur Not auch damit zurecht, jedoch fällt das Wachstum meist kümmerlicher aus. Bei der Kultivierung in der Wohnung muss zudem darauf geachtet werden, dass eine regelmäßige Durchlüftung erfolgt. Grundsätzlich darf der Ort auch gerne etwas kühler sein. Durchgehende Hitze bzw. hohe Temperaturen sollten hingegen vermieden werden.

Überwintern

Mühlenbeckia Complexa - Weißfrüchtiger Drahtstrauch
Mit seiner kriechenden Wuchsform macht der Drahtstrauch auch als Bodendecker eine gute Figur.

An der Frage, ob der Drahtstrauch nun grundsätzlich winterhart ist oder nicht, scheiden sich unter Gartenfreunden die Geister. Das Problem dabei: Es kommt entscheidend auf die jeweilige Züchtung bzw. Art an. Mittlerweile sind rund 30 unterschiedliche Arten im Fachhandel verfügbar – und nicht jede davon ist wirklich winterhart. Entscheidend sind die Informationen zu der Pflanze darüber. Ganz allgemein lässt sich aber sagen, dass die Pflanze überwintert werden sollte, um auf der sicheren Seite zu stehen. Bei der Kultivierung als Zimmerpflanze ist das kein Problem:

  • zwischen Oktober und März das Düngen einstellen
  • Pflanze nur noch mäßig gießen
  • sie jedoch nie austrocknen lassen
  • für eine echte Winterruhe für eine Raumtemperatur von 5 bis 10 Grad Celsius sorgen
  • nicht im Dunklen abstellen

Tipp: Auch wenn der Drahtstrauch im Warmen überwintert werden kann, empfiehlt sich dennoch die Überwinterung in einem kühlen, lichtdurchfluteten Raum. Das verhindert die Ausbildung von Lichtmangeltrieben, die man dann bei der ersten Pflege im Frühjahr auch nicht schneiden muss.

Das Überwintern im Freien ist naturgemäß nur bedingt möglich. Dauerfrost und Temperaturen unter minus 5 Grad Celsius verträgt die Pflanze nicht. Meist ist es aber möglich, sie je nach Art einigermaßen gut geschützt durch den Winter zu bringen. Dazu sollte der komplette Strauch in ein Vlies gehüllt oder mit Reisig bedeckt werden. Eine Garantie, dass die Pflanze den Winter auch tatsächlich übersteht, kann jedoch nicht gegeben werden. Es kommt eben stets darauf an.

Vermehren

Die Mühlenbeckie lässt sich sehr leicht durch Teilung der Pflanze und durch Stecklinge vermehren. Der beste Zeitpunkt für die Teilung ist dabei das Frühjahr. So geht man vor:

  • Wurzelballen vorsichtig ausgraben
  • Ballen mit den Händen in zwei gleich große Teile brechen
  • keine Messer oder anderes Werkzeug verwenden
  • die beiden Teile an einem passenden Standort einpflanzen
  • sofort nach dem Pflanzen gut wässern

Die Vermehrung über Stecklinge kann in der Wohnung das ganze Jahr über stattfinden. So macht man es richtig:

  • nur Triebe mit mindestens drei Blättern abschneiden
  • in herkömmliche Anzuchterde stecken
  • an einen möglichst hellen Ort verbringen
  • auf eine durchgehende Temperatur von 20 bis 25 Grad Celsius achten
  • mit Folie abdecken
  • Erde durchgängig feucht halten
  • regelmäßig für Belüftung sorgen
  • nach Ausbildung von Wurzeln umpflanzen
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