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Collage: Schmierläuse, Wollläuse und Weiße Fliege an Pflanzenblättern

Kleine weiße Tierchen auf Blättern: was ist es?

Kleine weiße Tierchen auf den Blättern Ihrer Pflanzen deuten auf einen Schädlingsbefall hin. Für das effektive Beseitigen ist es unerlässlich, die Insekten erkennen und bestimmen zu können. 

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • kleine weiße Tierchen können sowohl adulte Käfer als auch Larven sein
  • korrektes Erkennen und Bestimmen der Art zum effektiven Bekämpfen erforderlich
  • frühzeitige Behandlung verhindert Folgeerkrankungen
  • biologische Präparate bzw. Hausmittel chemischen Wirkstoffen vorziehen

Blattlaus

Die klebrigen Ausscheidungen der Blattlaus (Aphidoidea) werden als Honigtau bezeichnet und lassen sich weitaus schneller erkennen als weiße Tierchen selbst. 

Weiße Blattläuse an Pflanze
  • Aussehen: eiförmiger Körperbau, weiße bis grüne Färbung
  • Größe: bis zu 3 Millimeter lang
  • Bevorzugtes Habit und Nahrung: bereits geschwächte Pflanzen aller Art, trockenes und warmes Milieu
  • Schadbild: eingerollte und deformierte Blätter, klebriger Belag, verminderte Blütenausbildung
  • Bekämpfung: mit kräftigem Wasserstrahl reinigen, Brennnesselsud oder Seifenlauge (30 Milliliter Seife auf 1000 Milliliter Wasser) aufsprühen, Nützlinge wie Florfliegen oder Schlupfwespen einsetzen

Lilienhähnchenlarve

Aufgrund ihrer hohen Reproduktionsrate (bis zu 350 Eier pro Legevorgang) sollte ein Befall mit Lilienhähnchen (Lilioceris lilii) schnellstmöglich behandelt werden.

Larve des Lilienhähnchens (Lilioceris lilii)
  • Aussehen: länglicher Körperbau, weiße bis gelbbraune Färbung, dunkler Kotsack am hintersten Segment
  • Größe: bis zu 8 Millimeter lang
  • Bevorzugtes Habit und Nahrung: überwiegend Blumen wie Lilien und Schachbrettblumen
  • Schadbild: vollständiges Abfressen der Blätter, im späteren Verlauf auch Befall der Stängel bis zum Absterben der Pflanze
  • Bekämpfung: Gemisch aus Schmierseife (30 Milliliter) und Wasser (1000 Milliliter) aufsprühen, bei starkem Befall auf Insektizid zurückgreifen

Schildlaus

Die Schildlaus (Coccoidea) schützt sich mithilfe einer wachsartigen Schutzhülle vor Fressfeinden und Insektiziden.

Spindelstrauch-Deckelschildlaus (Unaspis euonymi)
Quelle: Tim McCabe, USDA-ARS, Chilocorus kuwanae eating Unaspis euonymi, Bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • Aussehen: ovaler bis runder Körperbau, weiße bis hellbraune Färbung
  • Größe: bis zu 6 Millimeter lang
  • Bevorzugtes Habit und Nahrung: bereits geschwächte Pflanzen aller Art, trockenes und warmes Milieu
  • Schadbild: eingerollte und deformierte Blätter, klebriger Belag, verminderte Blütenausbildung, braune Erhebungen auf den Blattunterseiten
  • Bekämpfung: mit kräftigem Wasserstrahl reinigen, Gemisch aus Spiritus (10 Milliliter), Schmierseife (10 Milliliter) und Wasser (1000 Milliliter) aufsprühen

Schmierlaus

Neben dem bekannten Honigtau sondern Schmierläuse (Pseudococcidae) auch giftige Sekrete ab.

Schmierläuse
  • Aussehen: ovaler Körperbau, weiße bis hellbraune Färbung, mit schmieriger Behaarung besetzt
  • Größe: bis zu 1 Millimeter lang
  • Bevorzugtes Habit und Nahrung: Pflanzen aller Art, trockenes und warmes Milieu
  • Schadbild: klebriger Film auf Blättern und Trieben, Kümmerwuchs der Pflanze, Deformation, Verfärbung und Abfallen der Blätter
  • Bekämpfung: Gemisch aus Spiritus (10 Milliliter), Schmierseife (10 Milliliter) und Wasser (1000 Milliliter) aufsprühen, Einsatz von Melissengeist oder natürlichen Fressfeinden wie Florfliegen und Schlupfwespen

Hinweis: Wussten Sie, dass der Hauptbestandteil von Melissengeist Alkohol ist? Dieser ist besonders effektiv bei gepanzerten Insekten, der ein reines Seifen-Wasser-Gemisch diesen nicht durchdringen kann.

Spinnmilbe

Die Lebensdauer der Spinnmilbe (Tetranychidae) ist zwar mit maximal vier Wochen sehr kurz, in dieser Zeit legen sie aber bis zu 200 Eier. Ein frühzeitiges Bestimmen verhindert eine unkontrollierte Vermehrung der Insekten.

Spinnmilben an Rose
  • Aussehen: halbkugelförmiger Körperbau, weiße bis rote Färbung
  • Größe: bis zu 2 Millimeter lang
  • Bevorzugtes Habit und Nahrung: Pflanzen aller Art, trockenes und warmes Milieu
  • Schadbild: gelbe fleckige Verfärbung der Blätter, später vertrocknen diese und fallen ab
  • Bekämpfung: mit lauwarmem Wasser besprühen, höhere Luftfeuchtigkeit durch Einsatz einer Pflanzensauna, Einsatz von Raubmilben

Tipp: Eine Pflanzensauna lässt sich auch mit wenigen Handgriffen selbst herstellen. Die Pflanze wird hierzu großzügig mit Wasser benetzt und anschließend mit einer durchsichtigen Folie luftdicht verschlossen.

Springschwanz

Der Springschwanz (Collembola) wird aufgrund seiner Sprungfähigkeiten in der Praxis oft mit dem Floh verwechselt.

Springschwanz (Collembola)
  • Aussehen: länglicher Körperbau, weiße bis graue Färbung mit dunklen Kopfantennen
  • Größe: bis zu 5 Millimeter lang
  • Bevorzugtes Habit und Nahrung: Jungpflanzen und frische Triebe
  • Schadbild: angefressene Blatt- und Blütenränder
  • Bekämpfung: mit kräftigem Wasserstrahl reinigen

Trauermückenlarve

Die Trauermücken (Sciaridae) und ihre Larven übertragen häufig weitere Krankheitserreger wie Pilze und Bakterien auf die Pflanze. Einen Befall sollte man daher möglichst schnell loswerden.

Trauermückenlarve (Sciaridae)
  • Aussehen: länglicher Körperbau, weiße Färbung mit schwarzem Kopfteil
  • Größe: bis zu 7 Millimeter lang
  • Bevorzugtes Habit und Nahrung: Gemüse- und Zierpflanzen sowie Pilze, feuchtes Milieu
  • Schadbild: verminderter Wuchs, verkümmerte Blätter, Absterben der gesamten Pflanze
  • Bekämpfung: Tabak in die Erde einarbeiten, Gelbsticker ausbringen, karnivore Pflanzen setzen

Thripsenlarve

Die Thripse (Thysanoptera) gehört zu den besonders lichtempfindlichen Insekten und ist daher überwiegend an den Blattunterseiten zu finden.

  • Aussehen: länglicher Körperbau, weiße bis gelbe Färbung mit leicht verdunkeltem Kopfteil
  • Größe: bis zu 1 Millimeter lang
  • Bevorzugtes Habit und Nahrung: Pflanzen aller Art, warmes und trockenes Milieu
  • Schadbild: gelbe fleckige Verfärbung der Blätter, später vertrocknen diese und fallen ab
  • Bekämpfung: mit kräftigem Wasserstrahl reinigen, Gelbsticker ausbringen, Luftfeuchtigkeit erhöhen, Einsatz von Raubmilben

Weiße Fliege

Die weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum) ist umgangssprachlich auch als Gewächshausmottenschildlaus bekannt.

Weiße Fliegen
  • Aussehen: ovaler Körperbau, weiße Färbung, dachziegelartiges Flügelpaar
  • Größe: bis zu 3 Millimeter lang
  • Bevorzugtes Habit und Nahrung: Pflanzen aller Art, warmes und feuchtes Milieu
  • Schadbild: helle Farbsprenkel auf den Blättern, fallen im späteren Verlauf ab, klebriger Belag durch Honigtau
  • Bekämpfung: Standortwechsel an einen kühlen und belüfteten Ort, Gelbsticker ausbringen, Einsatz von Schlupfwespen

Wolllaus

Die watteähnliche Ummantelung der Wolllaus (Pseudococcidae) schützt diese vor Fressfeinden.

Wollläuse
  • Aussehen: ovaler Körperbau, weiße bis rote Färbung, mit watteähnlicher Behaarung besetzt
  • Größe: bis zu 4 Millimeter lang
  • Bevorzugtes Habit und Nahrung: Pflanzen aller Art, vor allem aber Sukkulenten, trockenes und warmes Milieu
  • Schadbild: gelbe punktuelle Verfärbung der Blätter, Deformationen und später Absterben der befallenen Pflanzenteile
  • Bekämpfung: mit kräftigem Wasserstrahl reinigen, Gemisch aus Spiritus (10 Milliliter), Schmierseife (10 Milliliter) und Wasser (1000 Milliliter) aufsprühen, Einsatz eines Neem-Präparates

Hinweis: Der Einsatz eines Neem-Präparates zeigt erst nach einigen Tagen seine Wirkung. Neben der Vergiftung der saugenden und fressenden Insekten wirkt es vor allem appetithemmend auf Schädlinge.

Häufig gestellte Fragen

Wieso sollten natürliche Mittel den chemischen Insektiziden vorgezogen werden?

Die im Handel erhältlichen Insektizide wirken in der Regel generalisiert. Dies bedeutet, dass sie nicht nur einer Insektenart im Speziellen den Garaus machen, sondern vielmehr für ganze Gruppen wirken. Durch den Einsatz werden daher neben den unliebsamen Schädlingen auch viele Nützlinge abgetötet. Die Anwendung sollte deshalb gut überlegt und nur in Ausnahmefällen eine Alternative sein.

Welche Maßnahmen gegen weiße Tierchen können auch vorbeugend ergriffen werden?

Der beste Schutz vor einem möglichen Schädlingsbefall ist eine artgerechte Pflege der Pflanze. Dies sorgt für ein stabiles Immunsystem, das eventuelle Angriffe gut verkraften kann. Als weitere Stärkungsmittel können vorbeugend Brennnesselsud, Ackerschachtelhalmbrühe oder eine Zwiebeljauche verwendet werden.

Wo halten sich die Insekten während ihrer inaktiven Zeit auf?

Weiße Tierchen halten sich zu ihrer aktiven Zeit vornehmlich auf und unter den Blättern auf, sind sie während ihrer Ruhezeiten überwiegend in der Erde vorzufinden. Die Larven verbleiben aufgrund ihrer eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten meist durchgängig auf dem Laub. Die Käfer hingegen verstecken sich in Erdnähe vor potenziellen Fressfeinden. Darüber hinaus legen einige der vorgenannten Arten ihre Eier unterhalb der Erde ab.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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