Oleander von Schildläusen befreien: 5 Hausmittel zum Bekämpfen

Oleander von Schildläusen befreien

Eine signifikante Toxizität bewahrt Oleander nicht vor Schädlingsbefall. Primär Schildläuse haben die immergrünen Blätter im Visier, um sich am reichhaltigen Pflanzensaft zu laben. Solange die exotische Blütenschönheit zur Sommerzeit draußen verweilt, halten emsige Nützlinge die Schädlinge in Schach. Im Winterquartier hingegen droht eine explosionsartige Ausbreitung der Parasiten. Dieser Ratgeber hat 5 Hausmittel zum Bekämpfen zusammengetragen. So befreien Sie einen Rosenlorbeer von Schildläusen im Einklang mit der Natur.

Schildläuse am Oleander

Typische Symptome

So erkennen Sie Schildlausbefall

Von den mehr als 3.000 Schildlaus-Arten tummeln sich etwa 100 in Europa. Bekannteste Vertreter sind Deckelschildläuse (Diaspididae), Napfschildläuse (Coccidae) sowie die gefürchteten Woll- und Schmierläuse (Pseudococcidae). Die Unterschiede zwischen den Kategorien kann allerdings nur ein Entomologe identifizieren, der sich in der Insektenkunde auf Schildläuse spezialisiert hat. Ungeachtet des breit gefächerten Arten-Spektrums verraten sich die Schad-Insekten dem Oleander-Gärtner durch korrespondierende, unverkennbare Symptome:

  • Gelb verfärbte und befleckte Blätter
  • Verkrüppeltes Wachstum von Laub, Knospen und Trieben
  • Klebriger Belag infolge von Honigtau-Ausscheidungen der Läuse
  • Braune, schwarze oder gelbliche Höcker auf den Blättern und Trieben
  • Weißer, wolliger Überzug, der bei Berührung verschmiert
  • Verstärkter Blattfall im fortgeschrittenen Stadium

Befindet sich ein Oleander im Kübel auf Balkon und Terrasse, deutet vermehrtes Aufkommen von Ameisen auf einen Schildlaus-Befall hin. Denn Ameisen trachten nach dem zuckerhaltigen Honigtau, den die Schädlinge ausscheiden. Bildet sich eine Ameisen-bevölkerte Laufstraße in Richtung Rosenlorbeer, untersuchen Sie das Blütengehölz zeitnah auf Schildläuse und andere Pflanzenläuse.

Oleander mit gelben Blättern kann unterschiedliche Ursachen haben

Schildläuse bekämpfen

Sofortmaßnahme – Standortbedingungen ändern

Bevor Sie sich dem Einsatz eines schlagkräftigen Hausmittels widmen, stehen die Rahmenbedingungen am Standort auf dem Prüfstand. Hauptursache für den Befall mit Schildläusen sind Lichtmangel und zu hohe Temperaturen im Winterquartier. Da eine räumliche Trennung von anderen Pflanzen ohnehin sinnvoll ist, verordnen Sie dem betroffenen Oleander einen Standortwechsel. Am hellen Platz mit kühlen 5 °C bis 10 °C geht es den Schädlingen an den Kragen.

Hausmittel

Wasser und Zahnbürste

Tauchen die ersten Schildläuse auf dem glänzend-grünen Laub auf, ist der Oleander angezählt. Handelt der umsichtige Gärtner dann zeitnah, erstickt das simpelste aller Hausmittel die drohende Plage im Keim. So bekämpfen Sie Schildläuse mit Wasser:

  • Befallene Blätter abduschen mit kräftigem Wasserstrahl
  • Wurzelballen zuvor mit einem Plastiksack vor dem Wasserschwall schützen
  • Hartnäckigen Befall mit ausgedienter Zahnbürste und lauwarmem Seifenwasser entfernen
  • Schmierige Gespinste mit feuchtem Lappen abwischen
  • Stark befallene Oleanderblätter auszupfen

Bearbeiten Sie stets die Ober- und Unterseiten der Blätter. Denn Schildläuse beherrschen die Kunst der Tarnung perfekt und verstecken sich gerne unter dem Laub oder in den Blattachseln. Sehen Sie sich gezwungen, Schildlaus-befallene Blätter zu entfernen, werfen Sie die Reste bitte in den Hausmüll und nicht auf den Kompost.

Seifenlösung

Dem hohen Wirkungsgrad von Seifenlösung haben penetrante Schildläuse nichts entgegenzusetzen. Hauptbestandteil des Hausmittels ist reine Kernseife oder Schmierseife. Herkömmliche Seifenprodukte sind für diesen Zweck jedoch ungeeignet und richten mehr Schaden als Nutzen in der Schädlingsbekämpfung an. Rezeptur und Anwendung sind denkbar einfach:

  • 1 Liter Wasser abkochen und abkühlen lassen
  • dann 1 Esslöffel flüssige Kern- oder Schmierseife unterrühren
  • 1 Teelöffel Spiritus hinzufügen
  • Seifenlösung in einen Handsprüher einfüllen
  • Oleander gründlich einsprühen

Da die Seifenlösung auf empfindlichen Böden unerwünschte Spuren hinterlassen kann, breiten Sie vor der Anwendung des Hausmittels eine alte Decke oder Folie aus. Achten Sie bitte darauf, dass sich der Rosenlorbeer zum Zeitpunkt der Behandlung nicht unter direkter Sonneneinstrahlung befindet.

Schmierseife als Hausmittel gegen Läuse

Tipp: Nehmen Sie die Schildläuse mit den beiden Hausmitteln Wasser und Seifenlösung in die Zange. Im ersten Schritt brausen Sie den Oleander aufrecht und kopfüber gründlich ab. Im unmittelbaren Anschluss sprühen Sie das Laubkleid mit Seifenlösung ein. Die Maßnahmen-Kombination wiederholen Sie dann im Abstand von einigen Tagen, bis Sie Ihren Oleander restlos von Schildläusen befreit haben.

Paraffinöl-Lösung

Statt Kern- oder Schmierseife können Sie Paraffinöl als Hauptbestandteil für das Bekämpfungsmittel verwenden. Die Wirksamkeit dieses Hausmittels beruht darauf, dass sich ein dünner Ölfilm über die Schädlinge und deren Panzerung legt und von der Sauerstoffversorgung abschneidet. Wichtig zu beachten ist, dass Sie den Oleander während der Behandlung sowie in den folgenden zwei Wochen an einen halbschattigen Standort verbringen. So stellen Sie eine Paraffinöl-Lösung sachkundig her:

  • 1 Liter kalkfreies Wasser in einen Topf füllen und leicht erwärmen
  • 12 bis 15 Gramm Paraffinöl einrühren
  • Einige Spritzer Seifenwasser oder Spülmittel als Emulgator untermischen
  • Paraffinöl-Lösung in eine Sprühflasche füllen
  • Am schattigen Standort auf den befallenen Oleander sprühen

Ersatzweise können Sie Pflanzenöl verwenden, wie Raps- oder Sonnenblumenöl. Wichtig ist die Zugabe eines Emulgators als Vermittler zwischen Öl und Wasser. Über eine verstärkende Wirkung des Hausmittels berichten Oleander-Gärtner, wenn einige Tropfen hochprozentiger Alkohol, wie Spiritus oder Melissengeist, hinzugegeben werden.

Schildläuse mit Hausmitteln bekämpfen

Alkohol

Hochprozentiger Alkohol besitzt die Eigenschaft, die Schutzhüllen von Schildläusen zu durchdringen und die darunter verborgenen Läuse mitsamt ihrer Brut abzutöten. Die folgenden Anwendungsoptionen haben sich dabei in der Praxis gut bewährt, um Oleanderblätter von Schildläusen zu erlösen:

  • Wattestäbchen in Spiritus tunken und Schildläuse einzeln betupfen
  • Melissengeist in alten Glaszerstäuber füllen und auf alle Unter- und Oberseiten sprühen
  • Lappen mit Weingeist anfeuchten und Schildlaus-besiedelte Blätter abwischen

Wie für alle Hausmittel angemessen und sinnvoll, kommen Sie auch bei der Verwendung von Alkohol nicht um einen wiederholten Einsatz herum. Je dicklaubiger ein Oleander, desto kürzer dürfen die Zeitabstände der Behandlung sein. Beenden Sie die Bekämpfung erst dann, wenn Sie selbst mit der Lupe keine Schildläuse mehr ausfindig machen.

Pflanzensud

Mit mehr als 1.000 Arten ist die Familie der Woll- und Schmierläuse innerhalb der Überfamilie der Schildläuse besonders stark vertreten. Entsprechend häufig werden Oleander-Gärtner mit dieser Schädlingsart konfrontiert. Vorteilhaft für die erfolgreiche Bekämpfung ist der Umstand, dass Woll- und Schmierläuse nicht über einen robusten, ausgehärteten Panzer verfügen, wie Deckel- und Napfschildläuse. Das eröffnet die Option einer vergleichsweise sanften Bekämpfung mit Pflanzensud.

Bewährte Grundzutaten für einen wirksamen Pflanzensud gegen Woll- und Schmierläuse sind beispielsweise Wermutblätter, Farnkraut, Zwiebelschalen und Knoblauchzehen. So stellen Sie den Sud richtig her:

  • 1.000 g frische Farnkaut- oder Wermutblätter in einen Kessel geben
  • Alternativ 500 g frische Knoblauchzehen und 500 g Zwiebelschalen
  • Aufgießen mit 1 Liter Wasser
  • Kurz aufkochen und 30 Minuten leicht köcheln lassen
  • Einen Tag stehen lassen und absieben
  • Sud mit kalkfreiem Wasser verdünnen im Verhältnis 1 : 10

Den fertigen, verdünnten Pflanzensud füllen Sie anschließend in eine Sprühflasche. Benetzen Sie alle Oleanderblätter tropfnass auf den Ober- und Unterseiten. Im Abstand von 2 bis 3 Tagen sollte die Behandlung dann wiederholt werden, bis sich keine Symptome für einen Schädlingsbefall mehr nachweisen lassen.

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