Honigbeere, Lonicera Kamtschatica: Pflege der Maibeere von A-Z

Honigbeere Maibeere Lonicera kamtschatica
Steckbrief und Pflege-Infos öffnenschließen
Blütenfarbe
weiss
Standort
Halbschatten, Sonnig, Vollsonne
Blütezeit
April, Mai
Wuchsform
aufrecht, buschig
Höhe
bis zu 150 cm hoch
Bodenart
sandig, kiesig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach alkalisch, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusarm
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Geißblattgewächse, Caprifoliaceae
Pflanzenarten
Nutzpflanzen, Kübelpflanzen, Beetpflanzen, Heckensträucher
Gartenstil
Nutzgarten, Ziergarten

Geschmacklich erinnert sie zwar an die Blaubeere, es ist jedoch die Maibeere bzw. Honigbeere, die für ein fruchtiges Vergnügen im eigenen Garten sorgt. Pflegeleicht, dekorativ und Winterhart kommt das freche Früchtchen daher und ist eigentlich ein Muss für Obstliebhaber.

Steckbrief

  • Familie: Geißblattgewächse (Caprifoliaceae)
  • Gattung: Heckenkirschen (Lonicera)
  • Pflegeintensität: gering
  • Kalkverträglich: ja
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Giftigkeit: nein
  • Erntezeit: zwischen Mai und Juli, abhängig von der Sorte
  • Blütezeit: April bis Mai
  • Wuchshöhe: 100 – 150 cm Höhe und Breite
  • Wuchsart: aufrechter Wuchs, wächst langsam
  • Laub: eiförmig, zugespitztes Laub, hellgrüne Farbe
  • Pflanzzeit: ganzjährig, außer bei Frost
  • Schnittzeit: nicht zwingend, im Frühjahr möglich
  • Winterhart: ja

Die Herkunft von Lonicera Kamtschatica

onigbeere Maibeere Lonicera kamtschatica
Die Früchte der Honigbeere machen sich beispielsweise im Frühstücksmüsli sehr gut.

Lonicera Kamtschatica, auch als sibirische Blaubeere bezeichnet, stammt tatsächlich aus Sibirien. Mittlerweile hat sie sich auch hierzulande zu einem populären Gartengewächs entwickelt. Sie zeichnet sich durch eine absolute Pflegeleichtigkeit aus, sie hat kaum Ansprüche und ihre Früchte sind äußerst aromatisch.

Bedingt durch ihren kalten Herkunftsort kann die Honigbeere problemlos bei hiesigen Temperaturen überwintern. Da die Pflanze äußerst robust ist, sind Pflegefehler nahezu ausgeschlossen. Selbst Laien unter den Gärtnern haben keinerlei Probleme den Strauch in ihrem Garten zu integrieren.

Standort

Lonicera Kamtschatica wächst in ihrer Heimat in den Gebirgen Sibiriens. Auch in Wäldern der Berge ist die Pflanze anzutreffen. Sie hat kaum Standortprobleme, verträgt Sonne und Schatten und ist auch hinsichtlich des Substrats nicht anspruchsvoll. Dennoch gibt es auch für die Honigbeeren den idealen Standort, durch den der Fruchtertrag gesteigert werden kann:

  • sonniger Platz oder Halbschatten ist für Honigbeere optimal
  • Boden sollte leicht feucht und frisch sein
  • sowohl ein sandiger Untergrund, als auch ein kiesiges Substrat sind möglich
  • optimaler pH-Wert liegt zwischen dezent sauer und leicht alkalisch

Problematisch ist Staunässe für Honigbeeren. Das Gehölz braucht einen feuchten, durchlässigen Gartenboden, darf aber nicht dauerhafter Nässe ausgesetzt sein. Es drohen sonst Schäden der Wurzel, die auf Dauer der Pflanze schaden.

Lonicera Kamtschatica kann auch im Kübel kultiviert und auf der Terrasse oder dem Balkon positioniert werden. Die Kübelhaltung hat den Vorteil, dass der Standort variabel bestimmt werden kann. Es sind keine Überwinterungsmaßnahmen erforderlich, im Kübel sollten Maibeeren jedoch einen trockenen Platz gebracht innehaben.

Tipp: Als Standortpartner sind Maiglöckchen empfehlenswert. Es wurde bereits beobachtet, dass eine Verpartnerung der beiden Pflanzenarten den Ertrag der Honigbeeren steigert.

Düngen und Gießen

Honigbeere Maibeere Lonicera kamtschatica
Beim Gießen der Honigbeere ist es wichtig, die richtige Balance zu finden.

Trockenheit und überschüssige Nässe sind zwei Problematiken, mit denen die Honigbeere nicht zurecht kommt. Deswegen müssen Sie als Hobbygärtner darauf achten, dass die Wurzelballen nicht austrocknen. Das passiert im Kübel schneller als im Erdreich, wo immer noch eine gewisse Menge Restfeuchtigkeit herrscht.

Wenn die hochsommerliche Trockenzeit ins Haus steht, muss der Strauch regelmäßig gegossen werden. Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, wenn die Bodenoberfläche trocken geworden ist.

Der Nährstoffbedarf ist weit geringer als der Wasserbedarf. Eine Düngung im frühen Frühjahr, sowie hin und wieder eine Gabe Kompost reichen aus, um die Nährstoffbedürfnisse des Maibeerenstrauchs zu befriedigen.

Gießen und Düngen in der Übersicht:

  • gleichmäßiges Feuchthalten der Maibeere zwingend notwendig
  • im Frühjahr ist ein Beerendünger erforderlich
  • bei trockener Erdoberfläche immer gießen
  • Kübelpflanzen brauchen mehr Wasser als Beetpflanzen
  • mehrmals pro Jahr eine kleine Menge Kompost verabreichen

Sonderfall Kübelpflanze

Besondere Aufmerksamkeit brauchen Maibeeren bei Kübelkultivierung. Da das Platzangebot gering ist, ist der Bedarf an Nährstoffen und Wasser bedeutend höher. Mit Hilfe der Daumenprobe können Sie prüfen, ob die Pflanze wieder Wasser braucht.

Kübelpflanzen sollten alle 14 Tage mit einem Flüssigdünger behandelt werden, beendet wird die Düngergabe im Juli. Dann kann sich die Maibeere auf die kühlere Jahreszeit einstellen.

Schneiden

Die sibirische  Blaubeere muss zwar nicht zwingend geschnitten werden, es ist jedoch höchst ratsam, einmal pro Jahr einen Pflegeschnitt durchzuführen. Das Ergebnis ist ein reicher Ertrag und eine lange Lebensdauer. Der beste Schnittzeitpunkt ist unmittelbar nach der Ernte.

Schneiden der Maibeere Schritt für Schritt:

  1. Schnittzeitpunkt ein trockener Tag nach der Ernte
  2. zunächst werden alte Triebe bodennah abgeschnitten
  3. ältere Triebe lassen sich an ihrer Rinde erkennen, sie weist Borken auf
  4. acht bis zehn Triebe sind nach dem Schnitt ausreichend
  5. eine zu große Triebzahl sorgt für mangelnde Nährstoffe und Qualitätsmangel
  6. nach dem Schnitt werden ca. 3 cm Erde um die Wurzel angehäufelt
  7. Schnittwerkzeug: desinfizierte Gartenschere
  8. existieren mehr als 10 Triebe, müssen überschüssige Triebe abgeschnitten werden
  9. Jungtriebe lassen sich an ihrer grünen Rinde erkennen

Vermehren

onigbeere Maibeere Lonicera kamtschatica
Um am Ende des Tages ertragreich zu ernten, empfiehlt sich die Vermehrung der Honigbeere über Absenker oder Stecklinge.

Die Honigbeere lässt sich problemlos vermehren, auch hier zeigt sich ihre Pflegeleichtigkeit. Es gibt mehrere Methoden, wie eine Vermehrung stattfinden kann.

Durch Absenker

Am populärsten ist die Vermehrung durch Absenker:

  • suchen Sie einen biegsamen Trieb der Mutterpflanze und ziehen ihn zu Boden
  • berührt die Mitte des Zweiges die Erde, ziehen Sie eine Rinne mit dem Spaten
  • entlauben Sie den Zweig, legen ihn in die Rinne und bedecken ihn mit Erde
  • lassen Sie die Zweigspitze aus der Erde ragen und befestigen sie an einem Holzstab
  • halten Sie die Erde und den Absenker regelmäßig feucht, Trockenheit ist ein Problem

Tipp: Um eine Bewurzelung voranzutreiben, können Sie den Absenker vor der Bedeckung mit Erde mit einer Rasierklinge leicht einritzen. Das Wundgewebe wandelt sich meist schon binnen eines Jahres in ein solides Wurzelsystem um und ist der Lage den Trieb zu versorgen. Ist der Absenker widerspenstig und will nicht in der Erde verharren, können Sie ihn mit Steinen oder Zeltheringen fixieren.

Durch Stecklinge

Die Vermehrung der Maibeere kann auch über Stecklinge erfolgen. Diese werden im Sommer geschnitten, hierfür werden einjährige Zweige genutzt. Sie dürfen noch nicht komplett verholzt sein, wenn der Schnitt erfolgt. Die Nutzung hygienisch einwandfreien Schneidewerkzeugs ist äußerst wichtig. Der scharfe Schnitt muss 3 – 5 mm unterhalb eines Auges mit schräger Schnittführung erfolgen.

So vermehren Sie die Honigbeere Schritt für Schnitt durch Stecklinge:

  1. der Ableger sollte idealerweise eine Länge von 20 – 30 cm aufweisen
  2. am Ableger sollten sich mindestens drei bis vier Knoten befinden
  3. der Ableger wird zur Hälfte komplett entlaubt, das restliche Laub wird ausgedünnt
  4. vor der Einsetzung ins Erdreich muss dieses aufgelockert werden
  5. reichern Sie die Erde mit ausreichend Kompost an
  6. abschließend Versenken der Stecklinge im Boden, 10 cm. sollten noch hervorschauen
  7. als Alternative eignen sich Anzuchttöpfe mit einem Torf-Sand-Substrat

Während der Bewurzelungsphase ist regelmäßiges Gießen von wichtiger Bedeutung. Je nach Standortbedingungen ist es möglich, dass es mehrere Wochen oder Monate dauert, bis sich eigenständige Pflanzen entwickelt haben. Die Stecklinge sind noch nicht winterhart und müssen deshalb mit einer dicken Strohschicht bedeckt werden. Stecklinge im Topf anschließend in einen hellen, trockenen und kühlen Raum verbringen.

Auspflanzen

Egal ob eigenständig herangezogen oder gekauft, der beste Zeitpunkt um die Honigbeere auszupflanzen ist im Frühjahr. Wahlweise eignet sich auch der Herbst. Um den Ertrag zu steigern ist es empfehlenswert, den Boden einige Tage vor der Einpflanzung mit Kompost anzureichern. Hinzu kommt, dass die Maibeere optimalerweise nicht allein gepflanzt wird, da sie Gesellschaft schätzt und die Befruchtung vorangetrieben wird.

So funktioniert die Auspflanzung:

  1. Boden einige Tage vor der Auspflanzung vorbereiten
  2. Pflanzloch sollte doppelt so groß sein wie der Wurzelballen
  3. um Staunässe zu vermeiden, Beigabe einer Drainage aus Bims
  4. die Maibeeren für 30 Minuten in ein Wassergefäß stellen um die Wurzeln zu wässern
  5. nach 30 Minuten sofort in die Erde setzen, auffüllen und angießen

Perfekte Nachbarschaft: Wurde die Honigbeere im Frühjahr ausgepflanzt ist das der beste Zeitpunkt, um Maiglöckchen zu säen. Sie stärken die Ertragskraft der Maibeere.

Überwintern

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Aufgrund ihrer Herkunft ist die Honigbeere – wenig überraschend – äußerst winterhart.

Extreme Kälte macht dem Strauch aus Sibirien keine Probleme, selbst bei -45 Grad Celsius kann die Pflanze überwintern. Das Gehölz ist von Natur aus mit einem Frostpanzer ausgestattet. Bei genauem Hinsehen erkennen Sie auf jedem Trieb hauchfeinen Haarwuchs, die einen effizienten Schutz gegen die Kälte darstellen.

Winterschutz ist daher nicht erforderlich, wenn sich Ihre Honigbeere in einem Beet befindet. Anders sieht es bei Kübelpflanzen aus. Zwar ist auch hier der natürliche Frostschutz vorhanden, allerdings kann der Wurzelballen einfrieren.

Überwintern im Kübel

  • Lagerung in kühlem, hellem Raum
  • isolierende Sockel wie Holzblöcke sind ebenfalls gut als Frostschutz geeignet
  • Einschlagen des Kübels mit Luftpolsterfolie
  • Gießmenge drastisch reduzieren, nur bei Trockenheit gießen
  • weitere Pflege ist im Winterquartier nicht nötig

Krankheiten und Schädlinge

Die Honigbeere gilt als äußerst robuste Pflanze. Deshalb sind für sie weder besondere Schädlinge noch Pflanzenkrankheiten relevant. In Ausnahmefällen kann ein Mehltaubefall auftreten.

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