Wann sollte man den Rasen kalken? | Der beste Zeitpunkt

Gartenkalk

Wer sich einen gepflegten Rasen wünscht, kommt um eine entsprechende Pflege nicht umher. Vor allem das Kalken des Rasens ist eine beliebte Maßnahme, um ein sattes Grün und gesundes Aussehen zu erreichen. Schon bei der Auswahl des richtigen Kalks sowie bei der Dosierung können Fehler gemacht werden. Entscheidend für gute Ergebnisse ist insbesondere der richtige Zeitpunkt. Informieren Sie sich vor dem Kalken.

Rasen kalken

Rasen benötigt zum gesunden, kräftigen Wachstum bestimmte Bodenverhältnisse. Das betrifft vor allem den pH-Wert, der im Idealfall zwischen 5.5 und 6.0 liegt. Durch äußere Einflüsse und zunehmendes Alter des Bodens kann sich dieser verändern. Sinkt oder steigt er über die Grenzwerte hinaus, verliert der Rasen kontinuierlich an den genannten Eigenschaften.

Notwendigkeit

Kalk findet Anwendung, wenn der pH-Wert unter 5.5 (saurer Bereich) fällt/liegt, weil er eine wertsteigende Wirkung besitzt und zu viel Bodensäure reguliert. Ein deutliches Anzeichen für einen zu niedrigen pH-Wert ist die Bildung von Moos, welches sich ausschließlich auf sauren Böden bildet. Sollte sich der pH-Wert über 6.0 befinden, würde Kalk dem Rasen schaden. Meist wächst darauf Klee, bei dessen Erblicken auf Kalkgaben verzichtet werden sollte. Allein auf optische Anzeichen sollte sich aber nicht verlassen werden. Es ist empfehlenswert, regelmäßig einen Bodentest durchzuführen, mit dem der pH-Wert zu ermitteln ist.
Die Tests sind entsprechend sinnvoll und in jedem gut sortierten Garten- und Pflanzenfachhandel oder Baumarkt erhältlich. Sie kosten nur wenige Euros.

Rasen kalken

Tipp: Wer sich den Selbsttest nicht zutraut oder diesem nicht vertraut, kann sich eines Test-Sets bedienen, bei welchem die Ergebnisse in ein entsprechendes Labor eingeschickt und dort professionell analysiert werden. Hier sind mit Kosten von circa bis zu 30 Euro zu rechnen.

Kalkart

Kalk ist vor allem aus der Baubranche bekannt. Dabei handelt es sich nicht um ein für den Rasen geeignetes Produkt und ist deshalb auf keinen Fall zu verwenden. Im Fachhandel ist spezieller Rasenkalk erhältlich. Sogenannter Dolomitkalk ist ein Naturkalk, mit dem sich der Säuregehalt im Rasenboden steigern und zusätzlich der Magnesiumhaushalt regulieren lassen. Er beinhaltet Calciumcarbonat. Mit diesem Wirkstoff sind weitere kohlensaure Produkte erhältlich, welche als sehr sicher in der Anwendung und schonend für den Rasen gelten. Die Wirkung entfaltet sich, je nachdem welcher er pH-Wert vorliegt. Je höher der pH-Wert liegt, desto geringfügiger löst sich das Calciumcarbonat auf – die Wirkung fällt entsprechend höher oder geringer aus. Auf diese Weise ist ein Überkalken kaum möglich. Branntkalk hingegen besitzt ätzende Eigenschaften und gehört nicht in unerfahrene Hände.

Kalkmenge

Grundsätzlich sollte sich bei der Bestimmung der Rasenkalk-Menge an die Dosierungsempfehlung der jeweiligen Hersteller halten, weil die Produkte unterschiedliche Intensitäten aufweisen können. Zudem sollte die Mengenbestimmung in Anpassung an die Bodenverhältnisse erfolgen. Folgende Angaben dienen als grobe Richtlinie/Orientierungshilfe:

  • Leichte und sandhaltige Böden: zwischen 100 und 200 Gramm pro Quadratmeter
  • Mittelschwere sand- bis lehmhaltige Böden: zwischen 300 und 400 Gramm pro Quadratmeter
  • Schwere Böden mit Lehm oder Ton: 400 bis 450 Gramm pro Quadratmeter

Richtiger Zeitpunkt

Jahreszeit

Als Jahreszeit eignen sich das Frühjahr und der Herbst. Ersteres ist grundsätzlich der Herbstkalkung vorzuziehen, weil sich durch die winterliche Feuchtigkeit Moos gebildet haben kann und der Rasen eine optimale Basis für die Gartensaison erhält. Bevor im Frühjahr die Vegetationsperiode beginnt, profitiert der Rasen am meisten von der Kalkgabe. Ende März/Anfang April bieten einen guten Zeitpunkt.
Der Herbst ist nur empfehlenswert, wenn das Rasenkalken im Frühjahr vergessen wurde. Der pH-Wert ist dann zwar immer noch optimierbar, aber eine wirkliche Regeneration des Rasens ist unter Umständen vor Wintereinbruch nicht mehr möglich. Überrascht frühzeitig Frost, ist die Wirkung beschränkt und meist bis nach dem Frost vollständig weg. Deshalb: das Frühjahr ist der ideale Zeitpunkt zum Kalken – der Herbst nur, wenn Kalk erforderlich ist.

Feuchtigkeit

Gekalkt sollten Böden nicht nach Regen, denn es besteht die Gefahr, dass das Granulat verklumpt und sich in der Folge schlechter auflöst. Zudem kann beim Betreten von nassen Rasenflächen die Grasnarbe beschädigt und unschöne Kahlstellen provoziert werden. Ideal ist es, wenn auf trockenem Boden gekalkt wird und es anschließend regnet. Ist der Rasenkalk aufgebracht, löst er sich durch Regen gut auf und dringt zügiger ins Erdreich. Wind kann ihn dann nicht mehr wegtragen. Ein Blick auf die Wettervorhersage ist entsprechend ratsam. Alternativ kann die gekalkte Rasenfläche auch gesprengt werden.

Tageszeit

Wann am Tag gekalkt wird, hängt in erster Linie von den Wetterverhältnissen ab. Zu beachten ist hier, dass nicht während direkter Sonneneinstrahlung gekalkt werden sollte, denn es besteht Verbrennungsgefahr. Ein bewölkter Himmel eignet sich gut für diese Rasenpflege, birgt während des Tages aber das Risiko, dass die Sonne unvorhersehbar durchkommt. Deshalb lieber die Abendstunden für die Kalkmaßnahme nutzen.

Rasen kalken: Vorbereitung

Kalken vor Düngen

Die Düngesaison beginnt im Frühjahr, wenn auch die optimale Zeit zum Kalken gekommen ist. Von einer gleichzeitigen Verabreichung ist abzuraten. Der Kalk sollte immer vor der Düngung vorgenommen werden, weil dieser dafür sorgt, dass der Dünger maximale Wirkung erzielen kann. Zwischen der Rasenkalkung und dem Düngen ist ein Zeitabstand zwischen vier und sechs Wochen einzuhalten, damit der Kalk ausreichend Zeit erhält, den Boden optimal für das folgende Düngen vorzubereiten.

Erst Vertikutieren

Bevor es mit dem Rasenkalken losgeht, sollte vorher die Fläche vertikutiert werden. Das hat den Sinn, den Rasen aufzulockern und zu lüften, damit der Rasenkalk besser seine Wirkung entfalten kann. Zu beachten ist hierbei, dass gelöste Filz-, Moos- und Rasenpartikel gut von der Fläche aufgesammelt werden, damit dem Kalk der Zugang zum Boden nicht erschwert oder unmöglich gemacht wird. Mit der Kalkauftragung sollte nach dem Vertikutieren nicht lange gewartet werden. Mit dem nächsten Regenguss kann sich die Bodenoberfläche wieder verdichten und das Vertikutieren verliert den Sinn.

Rasen vertikutieren und regelmäßig kalken

Weitere wichtige Details

  • Gleichmäßiges Aufbringen des Kalks am besten durch Verwendung eines Streuwagens
  • Handschuhe beim Einfüllen des Kalks verwenden
  • Nach dem Kalken Rasenfläche nicht betreten und für vier Wochen „ruhen“ lassen
  • Hunde und Katzen möglichst von gekalkter Rasenfläche fernhalten
  • Nach Kalkgabe meist die folgenden zwei bis drei Jahre kein erneutes Rasenkalken erforderlich

Tipp: Wem das Rasenkalken zu aufwendig ist oder es sich einfacher machen möchte, kann eine zwei Zentimeter dicke Sandschicht auf dem Boden verteilen und ebnen. Das führt zu einer Bodenauflockerung und erspart ein Kalken meist für deutlich mehr Jahre.