Zum Inhalt springen
Startseite » Rasen » Rasenpflege » Rasenunkraut » Welchen Kalk gegen Moos im Rasen einsetzen?

Welchen Kalk gegen Moos im Rasen einsetzen?

Welcher Kalk gegen Moos im Rasen?

Moos oder Klee im Rasen sind erste Anzeichen für einen sauren Boden. In diesem Fall können Sie mit einem Kalken der Grünfläche entgegenwirken. Lesen Sie hier, welchen Kalk Sie gegen Moos im Rasen einsetzen sollten.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • Einsatz von Kalk hebt Boden-pH-Wert und stoppt Mooswachstum
  • nur kohlensauren Kalk („Gartenkalk“) verwenden
  • alternativ auch Einsatz von Algen- oder Dolomitkalk möglich
  • vor Behandlung pH-Wert des Bodens testen
  • Finger weg von Brannt- oder Löschkalk

Kalk stoppt Moos im Rasen

Die meisten Rasenpflanzen brauchen zum Wachsen je nach der Bodenbeschaffenheit einen pH-Wert zwischen 5,5 und 7,5. Liegt der Wert höher, wird das Wachstum von Klee und anderen Unkräutern und bei einem sinkenden pH-Wert die Ausbreitung von Moos im Rasen gefördert. Abhilfe kann hier der Einsatz von kohlensaurem Kalk, auch als Gartenkalk bekannt, schaffen. Es handelt sich hierbei um Calciumkarbonat (CaCO3).

Durch die Bodenbeigabe wird der pH-Wert neutralisiert. Rasenpflanzen erhalten gute Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum und gleichzeitig wird Moos und Unkräutern die Nahrungsgrundlage entzogen. Neben Gartenkalk können Sie auch Algen- oder Dolomitkalk gegen Moos im Rasen einsetzen. Wichtig ist, dass der Anteil an Calciumkarbonat mindestens 80 Prozent beträgt. Umso höher, desto besser.

Sack Gartenkalk

Hinweis: Erhältlich ist der Kalk in jedem Garten- und Baumarkt. Der Preis schwankt je nach Anbieter zwischen 0,25 und 2,00 Euro pro Kilogramm.

Wann Kalk ausbringen?

Normalerweise kann zu jeder Jahreszeit Kalk auf dem Rasen ausgebracht werden. Empfehlenswert sind jedoch die Monate zwischen November und Februar. Während dieser Zeit erfolgt keine Düngung und es gibt ausreichend Niederschläge. Auf keinen Fall dürfen Sie in den Sommermonaten Kalk im Rasen einsetzen. Bei Hitze und Trockenheit kann eine Kalkung schädigend für die Grünfläche sein und zu starken Verbrennungen führen.

Hinweis: Normalerweise ist es ausreichend, wenn eine Rasenfläche alle drei Jahre gekalkt wird. Genauere Auskunft kann darüber ein durchgeführter pH-Wert-Test des Bodens geben.

Optimal dosieren

Ganz gleich, ob Sie Ihren Rasen einfach kalken oder den Kalk gezielt gegen Moos einsetzen wollen, achten Sie beim Ausbringen immer auf die richtige Dosierung. Die Menge richtet sich dabei nach dem vorhandenen Bodentyp. Liegt eine starke Untersäuerung des Bodens vor, müssen die Mengen dementsprechend angepasst werden. Besser noch ist es dann zweimal im Abstand von vier Wochen zu kalken.

Hand voller Gartenkalk

Orientieren Sie sich bei der Dosierung an unserer Tabelle mit diesen Richtwerten:

pH-WertLeichter SandbodenMittlerer, sandig-lehmiger BodenSchwerer, lehmig-toniger Boden
unter 5,3150 bis 250 Gramm/m2350 bis 450 Gramm/m2370 bis 500 Gramm/m2
5,3 bis 6,5130 bis 200 Gramm/m2200 bis 300 Gramm/m2250 bis 400 Gramm/m2
ab 6,5Kalkung entfälltKalkung entfälltKalkung entfällt
Gartenkalk gegen Moos im Rasen dosieren

Richtig ausbringen

Bevor gekalkt wird, ist es notwendig den pH-Wert des Bodens zu bestimmen. Das Ausbringen von Kalk ist nur bei niedrigen pH-Werten erfolgreich. Entsprechende Teststreifen gibt es in jedem Bau- und Gartenmarkt. Der Kalk muss gut in den Boden eindringen, um den gewünschten Effekt gegen Moos im Rasen zu erzielen. Dazu sind verschiedene Maßnahmen notwendig:

  • an windstillem, bedecktem Tag ausbringen
  • bei Kalkung im Herbst vorher Rasen mähen
  • im Frühjahr nicht notwendig
  • anschließend Rasen lüften oder vertikutieren
  • Kalk mit Streuwagen oder Handstreuer breitwürfig ausbringen
  • im Anschluss Fläche gründlich wässern
Gekalkter Rasen

Tipp: Kohlensaurer Kalk ist für Mensch und Tier nicht gesundheitsschädlich. Dennoch sollte die behandelte Rasenfläche für zwei bis drei Tage nicht betreten werden, damit der Kalk sich gut lösen und in den Boden einziehen kann.

Weitere Tipps zur richtigen Rasenpflege

Diesen Kalk meiden

Einige Hobbygärtner schwören auf den Einsatz von Branntkalk oder Löschkalk zur Bekämpfung von Moos im Rasen. Bei schweren Böden zeigt sich nach der Verwendung dieser Kalkarten zwar schnell eine Verbesserung, aber nicht nur verschiedene Pflanzen vertragen den Kalk nicht, auch Bodenlebewesen, sonstige Tiere und der Mensch kann der aggressive Kalk schädigen.

Daneben lässt er sich wesentlich schwerer ausbringen als kohlensaurer Kalk. Anwender müssen dabei unbedingt entsprechende Schutzkleidung, Handschuhe und Schutzbrille tragen, da es bei Hautkontakt zu Gesundheitsschädigungen kommen kann. Gerät der Kalk in die Augen, droht unter Umständen die Erblindung.

Weißfeinkalk - Branntkalk
Weißfeinkalk – Branntkalk
Quelle: Cjp24, Calcium oxide powder-Super 40 packaged in 25 kg bags, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 4.0

Unser Fazit: Diese Kalkarten besser nicht im Garten verwenden!

Hinweis: Kalk und Dünger sollten niemals zusammen ausgebracht werden, da sich sonst die Wirkung der beiden Stoffe neutralisiert. In der Regel wird erst etwa zwei Monate nach dem Kalken gedüngt.

Häufig gestellte Fragen

Kann ein regelmäßiges Sanden Moos im Rasen unterdrücken?

Moos und Unkräuter wachsen bevorzugt auf feuchten und verdichteten Böden. Um Rasenproblemen vorzubeugen, ist es notwendig, verdichtete Böden nachhaltig in den Griff zu bekommen. Die oberste Bodenschicht sollte 10 bis 15 Zentimeter tief locker und durchlässig sein. Hilfreich ist hierbei ein regelmäßiges Sanden im zeitigen Frühjahr. Dazu wird der Rasen kurz gemäht und schließlich ein bis zwei Zentimeter Sand aufgebracht. Diese Maßnahme wird jährlich wiederholt.

Wie kann der Rasen dauerhaft moosfrei werden?

Wichtig ist das regelmäßige Mähen, mindestens einmal wöchentlich in den Monaten März bis November, aber nicht tiefer als vier Zentimeter. Nicht zu vergessen sind kontinuierliche Gaben von Nährstoffen. Im Frühjahr erfolgt eine Düngung mit einem organischem Rasenlangzeitdünger und im Herbst die Gabe von kaliumbetontem Rasendünger. Im Sommer während längeren Trockenperioden ist eine Wässerung angebracht. Wichtig ist auch das Vertikutieren der Rasenfläche im Frühjahr und im Herbst, sowie das Kalken.

Kann Kaffeesatz gegen Moos im Rasen eingesetzt werden?

Kaffeesatz ist nicht nur ein guter Dünger, sondern ist auch sehr hilfreich bei der Bekämpfung von Moos im Rasen. Zum Einsatz kommt nur getrockneter Kaffeesatz. Pro Quadratmeter sind 50 Gramm ausreichend. Er muss gleichmäßig auf der Rasenfläche verteilt werden. Am besten wird dazu ein Handstreuer verwendet. Anschließend wird der Rasen durchdringend gewässert. Beim Zersetzen liefert der Kaffeesatz den Rasenpflanzen ausreichend Nährstoffe für ein gutes Wachstum, um sich so besser gegen Moos behaupten zu können.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.
Scroll Up