ist die Hyazinthe giftig für Mensch und Tier

Bei der Hyazinthe handelt es sich um ein Zwiebelgewächs, welches eine Höhe von bis zu 40 cm erreicht. Die glänzenden, grünen Blätter sind der Ursprung des Blütenstandes. Je nach Züchtungsform haben die Blüten eine rosa, rote, blaue oder weiße Färbung. Die röhrenförmigen Blüten strömen einen sehr angenehmen, süßlichen Geruch aus. Ursprünglich stammen Hyazinthen aus dem Mittelmeergebiet und Südwestasien.

Giftigkeit

Für Haustiere

Wie gefährlich ist die Pflanze für Tiere?

Hyazinthen sind sowohl für Haustiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen, als auch für Pferde, Schafe und Ziegen giftig. Die Inhaltsstoffe der Pflanze reizen die Schleimhaut und es kann zu starken Beschwerden im Magen-Darm-Bereich kommen.

Typische Symptome für eine Vergiftung mit Hyazinthen sind:

  • starker Speichelfluss und Schmerzen beim Schlucken
  • wässrige Durchfälle
  • Übelkeit und Erbrechen (letzteres tritt bei Pferden nicht auf)
  • Magen-Darmschmerzen, insbesondere bei Pferden kommt es zu heftigen Koliken

Hyazinthen sind für Tiere giftig

Für Menschen

Giftigkeit der Hyazinthe für Menschen

Es gibt Pflanzenarten, die ausschließlich für Tiere giftig sind. Auf Hyazinthen trifft das jedoch nicht zu, die Pflanze ist für Mensch und Tier gleichermaßen gefährlich. Das ist auch die Ursache, warum Hyazinthen in der Naturheilkunde keine Anwendung finden. Zeitweise wurden die Zwiebeln der Pflanze als Behandlungsmittel für Gelbsucht genutzt, jedoch waren die Nebenwirkungen (Hyazinthenkrätze) zu stark und so finden die Pflanzen heute keine Anwendung mehr. Auch beim Mensch führt der Verzehr von Pflanzenteilen vor allem zu Symptomen des Magen-Darm-Trakts.

Typische Symptome sind:

  • Durchfall und Erbrechen
  • Übelkeit
  • starke Bauchschmerzen

Giftstoff

Wie entsteht Hyazinthenkrätze?

In der Hyazinthe ist Calciumoxalat enthalten, welches einen stark reizenden Einfluss auf die menschliche Haut hat. In Gärtnereien berichten die Mitarbeiter beim häufigen Umgang mit den Pflanzen daher oft über ein krätzenartiges Hauterscheinungsbild. Für einen erwachsenen Menschen ist diese Nebenwirkung in der Regel ohne Folgen, Kinder sollten jedoch keinen ungeschützten Umgang mit der Pflanze ausüben.

Hyazinthe kann Vergiftungssymptome auslösen

Pflanzenteile

Welche Teile der Hyazinthe sind giftig?

Hyazinthen sind als gering giftig eingestuft und das trifft auf alle Pflanzenteile zu. Sowohl der Stiel, als auch die Blüten und Samen enthalten Reizstoffe die den menschlichen und tierischen Organismus stören können. Die Ursachen für toxische Reaktionen variieren allerdings je nach verzehrtem Pflanzenteil.

Blätter

In Blättern und Blütenstielen ist Salicylsäure enthalten, welche überwiegend Auswirkungen auf den Magen-Darm-Bereich hat. Werden jedoch große Mengen dieser Teile verzehrt, kann es im Ernstfall zu Nierenschäden und Atemlähmung kommen. Die letale Dosis für Tiere ist bislang nicht bekannt.

Zwiebeln

Die Zwiebeln enthalten als Giftstoff Kalziumoxalat, welches ebenfalls seine Hauptwirkung auf den Magen-Darm-Trakt hat. Gleichsam gibt es jedoch auch Hautsymptome, die sich in Hautkrätze äußern können. Die Hauptsymptomatik beim Verzehr besteht aus Erbrechen, Übelkeit und Durchfall.

Zwiebeln und Samen

In Zwiebeln und Samen sind zusätzlich Saponine enthalten, die ebenfalls für Hautreizungen sorgen können. Was zunächst als Juckreiz beginnt, äußert sich in schweren Fällen als blutig anmutendes Hautbild mit starken Entzündungserscheinungen. Die Behandlung erfolgt in diesem Fall per Kortison, um die Entzündung zur Abheilung zu bringen.

Hyazinthen sind auch für den Menschen gefährlich

Erste Hilfe

Bei Verzehr

Erste Hilfe beim Verzehr von Hyazinthen

Hat ein Haustier oder ein Kind Teile von Hyazinthen verzehrt, ist dies kein medizinischer Notfall, sollte aber dennoch ärztlich abgeklärt werden. Als Erste Hilfe Maßnahme bei Kindern hat sich die Gabe von großen Mengen Flüssigkeit bewährt, allerdings keine Milch. Am besten geeignet sind Wasser und Tee. Zur Linderung der starken Durchfälle und zur Bindung der Giftstoffe wird zudem medizinische Kohle verabreicht.

In jedem Fall ist aber ein Anruf bei der Giftnotrufzentrale empfehlenswert, dort werden weitere Maßnahmen erörtert. Das betroffene Tier sollte bei starken Symptomen dem Tierarzt oder dem tierärztlichen Notdienst vorgestellt werden. Auch Kinder sollten in ärztliche Obhut gebracht werden, der Kinderarzt sollte einen Notfall auch ohne Termin drannehmen. Wenn sich der Zwischenfall außerhalb der allgemeinen Praxisöffnungszeiten ereignet, ist ein Besuch beim ärztlichen Bereitschaftsdienst in aller Regel ausreichend. Nur wenn starke Symptome oder Bewusstseinseintrübungen auftreten, ist der Notarzt die beste Wahl.

Folgeerscheinung

Folgen beim unbeabsichtigten Verzehr der Pflanze

In aller Regel ist nicht mit lebensgefährdenden Reaktionen auf den Verzehr der Pflanze zu rechnen. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn nur kleine Teile konsumiert wurden. Die Symptome halten in der Regel zwischen 24 und 48 Stunden an und eliminieren sich dann von selbst. Die Gabe von lindernden Medikamenten ist insbesondere bei Kindern und Haustieren jedoch Standard, da die Bauchsymptomatik unangenehm empfunden wird. Wie stark die Symptomatik ausgeprägt ist, hängt maßgeblich von der Menge der verzehrten Pflanzenteile ab.

Quellen:

https://www.botanikus.de/Botanik3/Ordnung/Hyazinthe/hyazinthe.html

http://gizbonn.de/156.0.html

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