Japanische Schirmtanne, Sciadopitys verticillata: Pflege von A-Z

Japanische Schirmtanne - Sciadopitys verticillata
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Blütenfarbe
gelb
Standort
Halbschatten, Sonnig
Blütezeit
April, Mai
Wuchsform
aufrecht, buschig
Höhe
bis zu 10 m hoch (in Europa), bis zu 30 m (Japan)
Bodenart
sandig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach sauer, sauer
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Schirmtannengewächse, Sciadopityaceae
Pflanzenarten
Koniferen, Kübelpflanzen, Nadelbäume, Ziergehölze
Gartenstil
Japangarten, Innenhof, Parkanlage, Topfgarten, Vorgarten, Ziergarten

Als heiliger Tempelbaum Japans wird die Japanische Schirmtanne dort gehuldigt. In hiesigen Breitengraden ist sie trotz ihrer Anfälligkeit für gelbe Nadeln dennoch ein beliebter Zierbaum. In seiner Heimat wird Sciadopitys verticillata bis zu 30 Meter hoch, in unseren Gärten in der Regel nur bis zu 10 Meter. So ist die langsam wachsende Schirmtanne auch zu einer beliebten Kübelpflanze geworden, oft wird sie aber auch in städtischen Parkanlagen oder dem eigenen Vorgarten kultiviert.

Steckbrief

  • Herkunftsland Asien
  • bot. Name Sciadopitys verticillata
  • in hiesigen Breitengraden bis zu 10 Meter hoch
  • kegelförmiger, gleichmäßiger Wuchs
  • Breite zwischen einem und zwei Meter
  • schirmartige Doppelnadeln
  • etwa acht bis zwölf Zentimeter lang
  • langsames Wachstum von 20 cm jährlich
  • Flachwurzler
  • winterhart

Pflege

Japanische Schirmtanne - Sciadopitys verticillata
Die Japanische Schirmtanne entpuppt sich als recht pflegeleichter Vertreter der Koniferen.

Die Pflege der Japanischen Schirmtanne gestaltet sich in der Regel recht einfach. Da sie recht langsam wächst und von Natur aus einen schönen, dichten, regelmäßigen Wuchs hat, muss sie nicht zwingend geschnitten werden. Auf regelmäßiges Gießen und Düngen hingegen sollte geachtet werden. Die winterharte Tanne benötigt vor allem nur in den ersten Jahren nach der Auspflanzung ein wenig Schutz bei sehr frostigen Temperaturen. Pflegefehler können sich jedoch in auftretenden Krankheiten zeigen, die früh genug erkannt aber gut behoben werden können. So ist es wichtig, bei der Pflege vor allem auf die folgenden Punkte zu achten:

  • Bodenbeschaffenheit und Standort
  • Gießen und Düngen
  • Pflanzen im Kübel und Beet
  • Pflanznachbarn
  • Pflegefehler, Krankheiten und Schädlinge
  • Schneiden
  • Überwintern
  • Umtopfen
  • Vermehren

Bodenbeschaffenheit & Standort

An den Boden und den Standort stellt die Schirmtanne einige Ansprüche, entsprechen diese nicht ihrem Wunsch, kann sie mit gelben Nadeln reagieren. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein, wetter- und windgeschützt, im Winter idealerweise ohne direkte Sonneneinstrahlung. So eignet sich die Tanne aufgrund ihrer Größe für die Kübelkultur, einen Vorgarten oder auch für einen Standort im Garten. Der Boden sollte hier wie folgt beschaffen sein:

  • durchlässig
  • nährstoffreich, humos
  • immer feucht
  • keine Staunässe
  • dichter Gartenerde Sand untermischen

Tipp: Gibt es keine Möglichkeit, den Baum im Garten so zu setzen, dass er im Sommer sonnig und im Winter eher schattig steht, dann sollten Sie im Winter für ausreichend Schutz durch ein Sonnensegel oder ähnliches sorgen.

Gießen & Düngen

Japanische Schirmtanne - Sciadopitys verticillata
Bei der Versorgung der Schirmtanne mit Nährstoffen ist allerdings Vorsicht geboten.

Da Sciadopitys verticillata ein Flachwurzler ist, kann es für den Baum schwierig werden, an Wasser im unteren Bereich des Bodens zu gelangen. Gerade an sehr heißen, trockenen Tagen trocknet die Erde oberflächlich schnell aus, so dass hier immer genügend gegossen werden muss, damit die Wurzeln an das Wasser gelangen und dieses aufnehmen können. Auch benötigte Nährstoffe befinden sich oft in den unteren Bereichen der Erde, an die die Wurzeln ebenfalls schlecht gelangen können. Daher sollte beim Gießen und auch beim Düngen wie folgt vorgegangen werden:

  • wenn Boden oberflächig trocken, gießen
  • an heißen Tagen täglich
  • vor allem an einem sonnigen Standort
  • immer in den frühen Morgen- und späten Abendstunden
  • direkt an die Wurzeln
  • mit Tannendünger versorgen
  • im Handel Langzeitdünger erhältlich
  • das ganze Jahr mulchen
  • gibt Nährstoffe ab
  • hält Boden feucht

Der erwachsene Baum benötigt nicht viele Nährstoffe, wenn jedoch die Nadeln gelb werden, könnte dies an einem Nährstoffmangel liegen, der zeitnah behoben werden sollte.

Tipp: Die Japanische Schirmtanne mag auch Luftfeuchtigkeit. So können Sie den Baum auch mit dem Schlauch von oben mit Wasser besprengen. Achten Sie jedoch unbedingt darauf, dass danach keine Sonneneinstrahlung erfolgt, sonst könnten die Nadeln verbrennen. Daher sollte die Pflanze von oben nur in den dunklen Abendstunden begossen werden.

Pflanzen im Beet

Die richtige Zeit für das Einpflanzen der in der Regel als Ballenware erhältlichen Gewächse ist von Oktober bis April. Hierbei sollte auf einen frostfreien Tag geachtet werden. Bevor der Baum an den gewünschten Standort im Garten gesetzt wird, sollte das Beet entsprechend vorbereitet werden. Hierzu wird die normale Gartenerde mit Sand und Kompost gemischt. Idealerweise wird diese Arbeit bereits ein paar Wochen vor der Pflanzung durchgeführt, damit sich das Gemisch verbinden kann. Am Tag der Pflanzung sollte dann wie folgt vorgegangen werden:

  • Pflanzloch doppelt so breit und tief wie Wurzeln
  • hierbei auch Drainagenhöhe berücksichtigen
  • auf Boden Drainage anlegen
  • hierzu Kies- oder Steinschicht anlegen
  • Wurzelballen zwischenzeitlich in Wasser tauchen
  • Baum in Pflanzloch setzen
  • auf senkrechte Ausrichtung achten
  • Erde einfüllen und gut andrücken
  • danach gut wässern
  • die ersten Wochen gut gießen

Zeigen sich die ersten hellgrünen Nadeln und grünen Triebe hat die Schirmtanne gewurzelt und ist angewachsen.

Pflanzen im Kübel

Japanische Schirmtanne - Sciadopitys verticillata
Entscheiden Sie sich für die Kübelkultur der Schirmtanne, ist die Wahl des richtigen Topfes unerlässlich.

Soll der Baum aufgrund von Platzmangel im Garten in einem Kübel kultiviert werden, so ist dies ebenfalls möglich. Das Gefäß sollte in Breite und Tiefe doppelt so groß gewählt werden, wie der Wurzelballen. Als Substrat eignet sich hier Rhododendronerde. Auf den Boden über dem Abflussloch sollte immer eine Drainage angelegt werden, damit Staunässe vermieden werden kann. Danach wird weiter wie folgt vorgegangen:

  • Kübel mit Rollen wählen
  • alternativ in Gestell mit Rollen setzen
  • so kann die schwere Pflanze besser verschoben werden
  • Kies oder Tonscherben über Abflussloch
  • hierüber Pflanzenvlies
  • etwa Hälfte Erde einfüllen
  • Schirmtanne einsetzen
  • auf eine gerade Ausrichtung achten
  • restliche Erde einfüllen
  • gut angießen

Tipp: Wenn Sie die Japanische Schirmtanne in einem Kübel kultivieren, dann ist dies über das ganze Jahr möglich. Erfolgt die Pflanzung im Winter, dann sollten Sie den Kübel bis zum Frühling jedoch vor Frost geschützt stellen, zum Beispiel in einen hellen Hausflur/Treppenhaus oder einen unbeheizten Wintergarten.

Pflanznachbarn

Die Japanische Schirmtanne besticht durch ihre Optik und sollte daher eigentlich ohne direkte Pflanznachbarn als Solitär gepflanzt werden, damit nichts anderes von ihrem schönen Wuchs ablenken kann. Dennoch können rund um den Stamm Bodendecker gepflanzt werden, die an einem schattigen Platz wachsen können. Denn so können die Wurzeln vor zu viel Sonneneinstrahlung geschützt werden. Da die Schirmtanne auch nur wenige Nährstoffe benötigt, werden ihr diese von den rund um ihren Stamm kultivierten Pflanzen auch nicht genommen. Zu den Bodendeckern an schattigen Standorten gehören:

  • Dickmännchen (Pachysandra terminalis)
  • Efeu (Hedera)
  • Elfenblume (Epimedium x perralchicum ‚Frohnleiten‘)
  • Gedenkemein (Omphalodes verna)
  • Golderdbeere (Waldsteinia fragarioides)
  • Kriechender Günsel (Ajuga reptans)
  • Teppich-Knöterich (Polygonum affine)

Tipp: Auch wenn es sich bei Efeu eigentlich um eine Kletterpflanze handelt, kann sie ohne Rankhilfe auch als Bodendecker kultiviert werden, dann rankt sie sich über den Boden und bedeckt hier alles.

Pflegefehler, Krankheiten & Schädlinge

Japanische Schirmtanne - Sciadopitys verticillata
Gelbliche oder bräunliche Nadeln an der Schirmtanne sind oft das Resultat von Pflegefehlern.

Ein großer Schaden, der dem Aussehen der Schirmtanne sehr schaden kann, ist, wenn sich plötzlich gelbe Nadeln bilden. Hierbei handelt es sich jedoch nicht direkt um eine Krankheit, sondern um verschiedene Pflegefehler, wenn die Nadeln gelb oder braun werden. So kann der Nährstoffhaushalt nicht stimmen oder der Baum wird falsch gegossen und steht entweder zu nass oder zu trocken. In seltenen Fällen in einer Kübelkultur kann es zudem auch zu einem Spinnmilbenbefall kommen, der zu den gelben Nadeln führen kann. So kann hier wie folgt gegen die gelben Nadeln vorgegangen werden:

  • einmal im Jahr Tannendünger nutzen
  • alternativ Kompost im Frühjahr
  • nur mit Regenwasser gießen
  • sonst zu viel Kalk im Boden
  • Schirmtanne steht zu nass
  • kommt im Kübel oft vor
  • ausgraben, Wurzelballen trocknen lassen
  • in frische Erde einsetzen
  • bei Trockenheit vermehrt gut wässern
  • Spinnmilben abduschen

Wurde die Fehlerquelle gefunden und behoben, sollten die geschädigten Zweige mit einer Astschere gekappt werden. Jedoch nur so weit, dass alle gelben Nadeln entfernt wurden. Die Japanische Schirmtanne kann hier dann wieder neu austreiben.

Tipp: Wird das ganze Jahr über gemulcht, dann erhält der Baum auch das ganze Jahr über genügend Nährstoffe und der Boden bleibt immer leicht feucht und trocknet auch bei direkter Sonneneinstrahlung nicht sofort wieder aus.

Schneiden

Sciadopitys verticillata benötigt in der Regel keinen Schnitt. Sie wächst sehr langsam und erhält von Natur aus ihren schönen, dekorativen Wuchs. Doch es kann dazu kommen, dass dennoch, aus welchen Gründen auch immer, der Baum geschnitten werden muss. So kann der Baum im Kübel zu groß oder für den Standort im Beet zu breit geworden sein. Zudem sollten regelmäßig, wenn erkannt, abgestorbene oder kranke Zweige sowie braune Nadeln entfernt werden. Bei dem Schnitt, um die Größe zu reduzieren, sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • idealer Zeitpunkt später Winter
  • zwischen Februar und März
  • frostfreier und bedeckter Tag
  • desinfizierte und scharfe Astschere nutzen
  • alternativ Astsäge
  • immer nur Seitentriebe einkürzen
  • nur so weit wie nötig
  • Formschnitt ist nicht nötig
  • Tanne muss nicht zu Verzweigung angeregt werden

Hinweis: Wenn Sie Ihre Japanische Schirmtanne doch einmal schneiden müssen, dann dürfen Sie niemals den Leittrieb einkürzen. Denn dann stellt der Baum das Wachstum ein, da er nach oben hinauswächst. Wird die Spitze oben eingekürzt, fehlt die Grundlage für das Wachstum.

Überwintern

Japanische Schirmtanne - Sciadopitys verticillata
Trotz erwiesener Winterhärte sollten während der kalten Jahreszeit Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Schirmtannen sind winterhart, allerdings sollten die jungen, gerade eingepflanzten Gewächse im Winter noch ein wenig geschützt werden. Bei den älteren Bäumen kann dann ein Winterschutz in der Regel ganz entfallen. Was jedoch wichtig ist, ist dass der Baum immer vor der Wintersonne geschützt werden sollte, da diese die Nadeln schnell verbrennen könnte und die eventuell gefrorene Erde zu trocken wird. So sollte beim Überwintern das Folgende beachtet werden:

  • junge Gewächse schützen
  • Erde rund um Wurzeln mulchen
  • auch die älteren Pflanzen
  • hilft gegen Austrocknung
  • oder Reisigmatten auslegen
  • Kübel immer umwickeln
  • hier kann Frost leichter an Wurzeln dringen
  • in frostfreien, trockenen Perioden gießen
  • Sonnensegel zum Schutz vor Sonne

Tipp: Nicht immer kann ein idealer Platz gefunden werden, der im Sommer genügend Sonne und im Winter Schatten bietet. Ist der Baum jedoch noch nicht allzu groß, dann kann der Flachwurzler im Winter auch an einen schattigen Platz umgesetzt werden. Die Umpflanzung verträgt die Japanische Schirmtanne gut.

Umtopfen

Flachwurzler wie die Schirmtannen benötigen keinen tiefen, sondern einen breiten Kübel. Wenn die Wurzeln jedoch zu breit werden, sollte der Baum in ein größeres Gefäß umgetopft werden. Auch wenn die Wurzeln noch genügend Platz zu den Wänden haben, ist es sinnvoll, die Pflanze mindestens alle zwei bis drei Jahre dem Topf zu entnehmen, das Substrat zu erneuern und die Tanne wieder in dasselbe, kurz gereinigte Gefäß zu setzen. Hierzu wird das Gewächs vorsichtig dem Topf entnommen und alle alte Erde von den Wurzeln entfernt. Danach wird weiter vorgegangen wie unter dem Punkt „Pflanzen im Kübel“.

Vermehren

Japanische Schirmtanne - Sciadopitys verticillata
Das erfolgreiche Vermehren der Schirmtanne ist oftmals auch ein Geduldsspiel.

Wer die Japanische Schirmtanne vermehren möchte, der braucht Zeit. Denn weder die Aussaat noch die Entnahme von Stecklingen sind besonders gut geeignet, um das Gewächs zu vermehren. Dennoch kann es einen Versuch wert sein. Die Aussaat ist hierbei gebräuchlicher, als die Entnahme von Stecklingen. Hierzu werden halbreife Triebe genutzt, die in Anzuchterde gesteckt werden. Der Topf sollte mit Folie abgedeckt sein und täglich gelüftet werden. Ist die Anzucht erfolgreich, zeigen sich kleine Wurzeln, dann kann die neue Pflanze in einem Topf weiter herangezogen werden. Bei der Aussaat sollte wie folgt vorgegangen werden:

  • Zapfen mit Samen wachsen erst an älteren Tannen
  • Samen fallen aus Zapfen
  • können aufgesammelt werden
  • Samen auch im Handel erhältlich
  • im April in kleinen Töpfen aussäen
  • mit Folie abdecken
  • täglich lüften
  • feucht halten
  • Keimung erst nach 100 Tagen
  • zwei Jahre später etwa vier Zentimeter groß

Erst dann können die kleinen Schirmtannen ein einen Kübel umgesetzt werden. Natürlich wäre dies auch im Freiland möglich, doch da die Pflanzen lange sehr klein bleiben, sind diese ungeschützt vor kleinen Tieren und Vögeln im Garten, die die Schirmtannen einfach umknicken könnten.

Tipp: Günstige Schirmtannen sind bereits mit Preisen von 15,00 bis 20,00 Euro im Gartenfachhandel erhältlich. Daher ist es wenig sinnvoll, die Pflanzen selbst vermehren zu wollen.

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