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Malve, Malva sylvestris: Pflege und Steckbrief

Die Malve ist ein Dauerblüher
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Blütenfarbe
rosa, rot, violett, blau
Standort
Sonnig, Vollsonne
Blütezeit
Juni, Juli, August, September
Wuchsform
aufrecht, mehrjährig
Höhe
bis zu 80 Zentimeter hoch
Bodenart
lehmig, tonig
Bodenfeuchte
mäßig trocken, mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach sauer, sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Giftig
Nein
Pflanzenfamilien
Malvengewächse, Malvaceae
Pflanzenarten
Zierpflanzen, Arzneipflanzen, Balkonpflanzen, Heilkräuter, Heilpflanzen, Topfpflanzen, Wildkräuter
Gartenstil
Ziergarten, Apothekergarten, Topfgarten, Wildgarten, Wintergarten

Sie gehört zu den ältesten und bekanntesten Nutzpflanzen, die vielseitig Verwendung finden: die Wilde Malve. Aber sie ist auch eine dekorative und anspruchslose Sommerblume für den Garten und eine Kübelhaltung.

Standort

Die Wilde Malve (Malva sylvestris) ist sehr anpassungsfähig. In freier Natur findet man sie auf Wiesen, Äckern und an Wegrändern. Selbst in Mauerritzen kann sie problemlos Fuß fassen. Dementsprechend fühlt sie sich auch im Garten an sonnigen Standorten am wohlsten, kommt aber auch im lichten Halbschatten gut zurecht. Mindestens drei Stunden Sonne pro Tag sollten es sein.

Malven benötigen einen sonnigen Standort

Tipp: Sagt ihr ein Standort besonders zu, samt sich die Malve bereitwillig selbst aus, auch ohne jegliche Unterstützung.

Boden

Grundsätzlich wächst die Wilde Malve auf jedem guten Gartenboden. Neben Wärme und Sonne bevorzugt sie einen lockeren, humus- und nährstoffreichen sowie leicht kalkhaltigen, mäßig feuchten, lehmigen bis lehmig-sandigem Boden. Selbst mit sauren Böden kommt sie gut zurecht, wobei der pH-Wert problemlos zwischen 5,5 und 7,5 liegen kann. Einzig und allein torfhaltige Untergründe sind selbst bei optimaler Pflege ungeeignet.

Pflanzung

Im Beet

Die auch Käsepappel genannte Pflanze kann sowohl im Beet als auch im Kübel gepflanzt werden. Eine Pflanzung im Beet ist von Mitte Mai bis August möglich. Zuvor ist es ratsam, den Boden entsprechend vorzubereiten.

  • Boden tiefgründig auflockern
  • bei Bedarf Kompost, Hornspänen, Kalk oder Sand einarbeiten
  • Pflanzloch ausheben
  • etwa doppelte Ballengröße
  • Pflanzabstände von ca. 50 cm empfehlenswert
  • auf Boden der Pflanzgrube Kiesdrainage einbringen
  • etwas lockere Erde einfüllen
  • Pflanze einsetzen und mit Erde auffüllen
  • Pflanzen gut wässern
Die Blütezeit der Malve ist von Juni bis September

Tipp: In kleinen Gruppen gepflanzt wirkt die Wilde Malve am schönsten.

Im Kübel

Möglich ist auch eine Pflanzung im Kübel. Dieser sollte ein Fassungsvermögen von 30-40 Litern aufweisen bzw. wegen der Pfahlwurzeln mindestens 60 cm tief sein und über ausreichend Abzugslöcher verfügen.

  • zunächst Kübelboden mit Drainagematerial bedecken
  • aus Kies, Tonscherben oder Splitt
  • Drainage mit wasserdurchlässigem Vlies abdecken
  • darauf einen Teil des Substrats
  • Malve mittig einsetzen
  • so tief wie zuvor im Topf
  • mit Erde auffüllen, Erde gut andrücken und angießen
  • in ersten Tagen an halbschattigen Platz stellen
  • weitere Pflege entspricht der ausgepflanzter Exemplare

Tipp: Ein Vlies auf der Drainage sorgt dafür, dass keine Erde zwischen dem Kies durchsickert und die Abzugslöcher verstopft.

Pflege-Anleitung

Die vor allem wegen ihrer schleimlösenden Wirkung beliebte Heilpflanze erweist sich als äußerst pflegeleicht. Diese Pflegetipps gilt es dennoch unbedingt zu beachten.

Gießen

Der Boden sollte nicht austrocknen. Kurzzeitige Trockenphasen übersteht die Käsepappel ohne Probleme. Je nach Beschaffenheit des Bodens und vorherrschender Witterung muss regelmäßig oder vorwiegend bei andauernder Hitze und Trockenheit gegossen werden. Staunässe ist zu vermeiden. Kübelpflanzen gießt man häufiger, da hier das Substrat deutlich schneller austrocknet. Da die Wilde Malve Kalk gut verträgt, kann bedenkenlos auch mit Leitungswasser gewässert werden. Eine zusätzliche Mulchschicht auf dem Wurzelbereich kann ein zu schnelles Austrocknen verhindern.

Die gilt als Winterhart
Die Wilde Malve darf nicht zu trocken stehen.

Düngen

Der Nährstoffbedarf ist abhängig von der Größe der Pflanzen. Sinnvoll kann hier schon eine Mulchschicht sein, die nicht nur die Feuchtigkeit im Boden hält, sondern auch Nährstoffe liefert.

  • als Ergänzung von Mai bis August düngen
  • alle zwei bis vier Wochen
  • mit Kompost, Hornspänen, Stallmist oder Brennnesselsud
  • auch Teichwasser als Dünger geeignet
  • zu viel Stickstoff vermeiden
  • bei Kübelpflanzen dieser Teil der Pflege verzichtbar
  • sofern regelmäßig umgetopft wird
  • ansonsten Kompost und Hornspäne auch für Kübelpflanzen geeignet

Tipp: Düngen sollte man ausschließlich organisch, nur dann sind die Pflanzen bedenkenlos zum Verzehr bzw. als Heilkräuter nutzbar. Wird zu viel Stickstoff verabreicht, kann das zu einer erhöhten Anreicherung mit Nitrat bzw. Nitrit führen, was wiederum die Bildung giftiger Inhaltsstoffe fördert.

Schneiden

Zwingend notwendig sind Schnittmaßnahmen nicht. Sollte sie jedoch zu ausufernd wachsen oder die Samenbildung verhindert werden, ist ein Rückschnitt kein Problem. Um die Bildung von Samen zu verhindern, schneidet man im Laufe der Blüte immer wieder die verwelkten Blüten ab. Im Frühjahr kann man die Malve dann von abgestorbenen Pflanzenteilen befreien. Bei Bedarf kann man sie um bis zu zwei Drittel zurückschneiden.

Tipp: Oft ist es besser, die Pflanzen jedes Jahr aussamen zu lassen, denn in der Regel blühen Jungpflanzen am schönsten.

Überwintern

Wilde Malven verfügen über eine gute Winterhärte und halten Temperaturen von bis minus 23 Grad aus. Aufgrund dessen kann meist auf einen Winterschutz verzichtet werden. In besonders kalten Lagen kann eine Abdeckung mit Laub dennoch sinnvoll sein. Bekanntermaßen sind Exemplare im Kübel deutlich empfindlicher gegenüber Frost und müssen entsprechend geschützt werden. Am besten überwintert man sie in einem dunklen, frostfreien Raum bei Temperaturen um acht Grad.

Malven benötigen wenig Wasser
Die Wilde Malve ist eine tolle Sommerbienenweide.

Vermehren

Für die Vermehren der Malve stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Aussaat

Wie bereits erwähnt, ist es am vielversprechendsten, die Selbstaussaat der Käsepappel zuzulassen. Für eine zusätzliche Aussaat kann man Saatgut aus dem Gartenfachhandel oder Eigenes aus dem Vorjahr verwenden. Der beste Zeitpunkt, die Saat auszubringen, ist zwischen April und Mai/Juni. Wird im Frühjahr direkt ins Freie ausgesät, blühen diese Pflanzen ab dem zweiten Standjahr. Sät man sie noch im Herbst draußen aus oder zieht sie im Haus vor, blühen sie schon im ersten Jahr.

Vorkultur

  • ab Februar möglich
  • kleine Töpfe mit Anzuchtsubstrat befüllen
  • einzelnes Samenkorn jeweils in Mitte des Topfes legen
  • mit Substrat bedecken
  • Erde leicht andrücken
  • anfeuchten und nächsten zwei Wochen feucht halten
  • an warmen und hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen
  • Keimlinge zu gegebener Zeit auspflanzen

Direktaussaat

  • Aussaatfläche von Unkräutern befreien
  • Samen in Abständen von 5-10 cm verteilen
  • etwa zwei Zentimeter mit Erde bedecken
  • großzügig angießen und feucht halten
  • optimale Keimtemperaturen 20-23 Grad
  • Keimdauer etwa zwei Wochen
  • vereinzeln, wenn Keimlinge über mehr als drei Blattpaare verfügen
  • dazu überzählige Pflanzen vorsichtig ausgraben
  • bei verbleibenden Pflanzen Abstände von mindestens 50 cm empfehlenswert
Keimling einer Wilden Malve im Beet

Tipp: Das Auspflanzen der jungen Sämlinge sollte man nicht zu lange hinausschieben. Denn aufgrund der langen Pfahlwurzeln wird das umso schwieriger, je länger man damit wartet.

Stecklingsvermehrung

Ein guter Zeitpunkt für die Stecklingsvermehrung ist im Juni. So haben die frisch gezogenen Pflänzchen ausreichend Zeit, bis zum ersten Frost gut einzuwurzeln. Aber wie geht man dabei vor?

  • 10 bis 15 cm lange Stecklinge von blütenlosen Trieben schneiden
  • untere Blätter entfernen
  • zwei obersten Blattpaare stehen lassen
  • größere Blätter halbieren, um Verdunstung zu reduzieren
  • kleine Töpfe mit Anzuchterde befüllen
  • einen Steckling pro Topf einsetzen
  • Substrat um Steckling andrücken
  • anfeuchten und feucht halten
  • an sonnengeschützten Platz stellen
  • Temperaturen von 20-30 Grad optimal
  • nach erfolgter Bewurzelung auspflanzen

Krankheiten

Eine häufige auftretende Krankheit ist der sogenannte Malvenrost (Puccinia malvacearum), eine Pilzkrankheit. Meist ist ein zu feuchtes Milieu die Ursache. Braune bis orangefarbene, punktartige Flecken auf den Blättern und gelblich-rote Pusteln auf den Unterseiten deuten auf einen Befall hin. Betroffene Blätter welken und fallen ab. Das Einzige, was man tun kann, ist das zügige Entfernen und entsorgen befallener Blätter. Der beste Schutz ist Vorbeugen, indem man Malven nicht zwei Jahre hintereinander am selben Standort pflanzt, nicht über die Blätter gießt und beim Umtopfen von Kübelpflanzen den Kübel gründlich reinigt.

Malven werden bis zu 80 cm hoch

Tipp: Möglich ist auch der Einsatz von Fungiziden, allerdings nur, sofern die wilde Malve ausschließlich als Zier- und nicht als Nutzpflanze kultiviert wird. Ist die betreffende Pflanze großflächig befallen, sollte man sie komplett entsorgen.

Schädlinge

Blattläuse

Gelegentlich kann es zu einem Befall mit Blattläusen kommen.

  • mit starkem Wasserstrahl abbrausen
  • Pflanze mit Lösung aus einem Liter Wasser und zehn Milliliter Spülmittel einsprühen
  • natürliche Regulierung durch Marienkäfer- oder Florfliegenlarven

Malvenspitzmäuschen (Malvapion malvae)

Das Malvenspitzmäuschen ist keine Maus, sondern ein zweifarbiger, weißlich behaarter Käfer. Seine Larven entwickeln sich in den Samenkapseln der Malve und fressen diese leer. Die Blätter weisen Fraßspuren auf. Meist treten sie in geringer Zahl auf und bedürfen keiner Behandlung.

  • einfaches Ablesen
  • natürliche Fressfeinde fördern
  • z.B. Igel, Spinnen, Tausendfüßler oder Mäuse
  • Nematoden aus dem Fachhandel einsetzen

Häufig gestellte Fragen

Ist es ratsam, Malven umzupflanzen?

Durch die tief reichenden Pflahlwurzeln ist das Umpflanzen kaum möglich. Es wäre zumindest nicht ohne gravierende Schäden an der betreffenden Pflanze möglich, die sich auch mit der besten Pflege nicht mehr reparieren ließen.

Ist Malva sylvestris eine mehrjährige Staude?

Die Wilde Malve ist eine kurzlebige, sprich ein- bis zweijährige Pflanze. Dafür samt sie sich aber sehr gut selbst aus, wodurch man junge Pflanzen gewinnen kann.

Gibt es Sorten, die sich besonders für eine Kübelhaltung eignen?

Für eine Kübelhaltung sind vor allem die blau-violette, bis zu 150 cm hohe Sorte ‚Demar Marina‘ und die weiß-violette, bis zu 100 cm hohe Sorte ‚Zebrina‘ empfehlenswert.


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