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Heimische Schneckenarten

Schneckenarten bestimmen: 15 im DACH-Raum heimische

Schnecken sind eine der wenigen Tierklassen, die an Land und im Wasser heimisch sind. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es viele Schneckenarten. Wir stellen die häufigsten vor.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • Garten- und Hain-Bänderschnecken gehörten zu den verbreitetsten Schneckenarten
  • Tigerschnegel sind wichtige Helfer im Garten
  • Weinbergschnecken benötigen kalkreiche Habitate
  • Gehäuseschnecken bevorzugen als Nahrung häufig abgestorbene Pflanzen
  • im DACH-Raum nur wenig schädliche Schneckenarten verbreitet

Gehäuseschnecken

Garten-Bänderschnecke (Cepaea hortensis)

Die Garten-Bänderschnecke ist ein Kulturfolger in Deutschland, Österreich und der Schweiz und geht bei Futtermangel auch gerne an frische und zarte Salate.

Garten-Bänderschnecke (Cepaea hortensis)
  • Aussehen: Gehäuse bis zu 2 cm Durchmesser, gelegentlich völlig gelb, meist mit dunkler Bänderung, Körper beige
  • Größe: bis zu 2,5 cm lang
  • Nahrung: frische und welke Pflanzenteile, Algen
  • Vorkommen: Gärten, Parks, Gebüsche, Waldränder, Böschungen
  • Lebenserwartung: bis zu 5 Jahre

Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum)

Die Gefleckte Schnirkelschnecke hat geringe Ansprüche an ihre Umgebung und ist deshalb eine der seltenen heimischen Schneckenarten, die auch im europäischen Hochgebirge anzutreffen sind.

Gefleckte Schnirkelschnecke (Arianta arbustorum)
  • Aussehen: Gehäuse kugelig, kegelförmig erhobenes Gewinde, kastanienbraun mit gelben Flecken, dunkles Band, Körper grau bis schwarz
  • Größe: bis zu 2,5 cm lang
  • Nahrung: frische Kräuter, gelegentlich Aas bzw. Kot
  • Vorkommen: Wälder, offene Biotope, Gebirge, feuchte Gebiete bevorzugt
  • Lebenserwartung: durchschnittlich 5 Jahre

Gemeine Heideschnecke (Helicella itala)

Die Heideschnecke und die Kartäuserschnecke sind häufig gemeinsam anzutreffen, da sie ähnliche Habitate bevorzugen.

Gemeine Heideschnecke (Helicella itala)
Quelle: AnRo0002, 20180902Helicella itala2, Bearbeitet von Plantopedia, CC0 1.0
  • Aussehen: Gehäuse mit bis zu 2,5 cm Durchmesser, weißliche bis bräunliche Grundfarbe, mehrere Längsbänder, Körper weißlich bis bräunlich
  • Größe: bis zu 2,5 cm lang
  • Nahrung: absterbende und verrottende Pflanzenteile
  • Vorkommen: Trockenwiesen, Böschungen, Bahndämme, Dünen, Wegränder
  • Lebenserwartung: bis zu 3 Jahre

Glatte Schließmundschnecke (Cochlodina laminata)

Die Glatte Schließmundschnecke ist in Europa heimisch und fällt durch ihr spitz zulaufendes Gehäuse auf.

Glatte Schließmundschnecke (Cochlodina laminata)
  • Aussehen: Gehäuse bis zu 1,7 cm lang, bis zu zwölf Windungen, gelblich braune bis dunkelbraune Grundfarbe, unregelmäßige weißliche Stellen
  • Größe: bis zu 0,4 cm
  • Nahrung: welke Pflanzenteile, Pilze
  • Vorkommen: Laub-, Misch- und Nadelwälder, Gebüsche
  • Lebenserwartung: durchschnittlich bis zu 4 Jahre

Hain-Bänderschnecke (Cepaea nemoralis)

Die Hain-Bänderschnecke hat, obwohl sie viele Fressfeinde in Form von verschiedenen Vögeln hat, eine hohe Lebenserwartung in der Natur.

Hain-Bänderschnecke (Cepaea nemoralis)
  • Aussehen: gelbes bis gelegentlich auch oranges Gehäuse, eine oder mehrere längs verlaufende Bänder, Querband am Gehäuserand.
  • Größe: bis zu 4,5 cm lang
  • Nahrung: abgestorbene Pflanzenteile, gelegentlich frische Pflanzen, Algen Pilze
  • Vorkommen: Gärten, Parks, Wiesen, Unkrautflure, Mauern, Gebüsche, Wälder
  • Lebenserwartung: bis zu 8 Jahre

Hinweis: Beim Bestimmen werden Hain-Bänderschnecke und Garten-Bänderschnecke gerne verwechselt. Bei der Garten-Bänderschnecke fehlt jedoch immer das Querband am Gehäuserand.

Kartäuserschnecke (Monacha cartusiana)

Die Kartäuserschnecke ist eine der wenigen Arten, die häufig in Wiesen anzutreffen sind, wenn sie extensiv bewirtschaftet werden.

Kartäuserschnecke (Monacha cartusiana)
  • Aussehen: Gehäuse mit 1,8 cm Durchmesser, niedrige Kegelform, matt glänzend bis weiß, gelegentlich auch gelblich, häufig braune Flecken Körper hellgelb mit dunkeln Pigmentflecken
  • Größe: bis zu 4 cm lang
  • Nahrung: abgestorbene Pflanzenteile
  • Vorkommen: Wiesen, Wegränder, Parks, Böschungen
  • Lebenserwartung: bis zu 2 Jahre

Weinbergschnecke (Helix pomatia)

Die Weinbergschnecke ist eine der bekanntesten Arten und sogar das Wappentier der Gemeinde Zell in der Schweiz.

Weinbergschnecke (Helix pomatia)
  • Aussehen: Gehäuse bis zu 5 cm Durchmesser, strohgelb bis dunkelbraun, quer verlaufende Riefen, Körper beige
  • Größe: bis zu 20 cm lang
  • Nahrung: welke Pflanzenteile, Algen, als Notnahrung auch frische Pflanzenteile
  • Vorkommen: kalkreiche mäßig feuchte Böden, teilweise Kulturfolger auf extensiv genutzten Flächen
  • Lebenserwartung: bis zu 8 Jahre, in Gehegen bis zu 30 Jahre

Hinweis: In der Regel ist das Gehäuse bei Weinbergschnecken nach rechts gedreht. Gelegentlich kommt eine links Schraube vor und diese Exemplare werden als Schneckenkönig bezeichnet.

Wirtelschnecke (Aegopis verticillus)

Die Wirtelschnecke ist vorwiegend im alpinen Raum in Deutschland und Österreich anzutreffen.

Wirtelschnecke (Aegopis verticillus)
Quelle: Robert Nordsieck (RNordsieck), Aegopis verticillus1, Bearbeitet von Plantopedia, CC BY-SA 2.0 DE
  • Aussehen: kugelförmiges Gehäuse, bis zu 3 cm Durchmesser, braune Grundfarbe, hellere Zonen, Körper schwarz
  • Größe: bis zu 6 cm lang
  • Nahrung: abgestorbenes Pflanzenmaterial, Aas, gelegentlich kleinere Gehäuseschnecken
  • Vorkommen: feuchte Böden, Sickerstellen, Bergwälder, Waldwege
  • Lebenserwartung: nicht bekannt

Hinweis: Bei anhaltender Trockenheit gräbt sich die Wirtelschnecke in den Boden ein, um diese Phase zu überdauern.

Nacktschnecken

Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)

Die Genetzte Ackerschnecke ist im Garten gefürchtet, da sie auch zartes Gemüse anfrisst.

Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum)
  • Aussehen: hellbraune oder cremefarbene Grundfarbe, dunkle netzartige Flecken, in Färbung und Musterung variabel
  • Größe: bis zu 6 cm lang
  • Nahrung: frische und verrottende Pflanzenteile, Algen, Pilze, Aas
  • Vorkommen: Gärten, Parks, Wiesen, Äcker
  • Lebenserwartung: bis zu 4 Jahre

Rote Wegschnecke (Arion rufus)

Die Rote Wegschnecke ist durch die Spanische Wegschnecke fast verdrängt worden und kommt nur noch eingeschränkt in einigen Habitaten vor.

Rote Wegschnecke (Arion rufus)
  • Aussehen: variable Färbung, grau, rot, rotbraun, dunkelbraun, orange, schwarz, große Runzeln über den gesamten Körper, Jungtiere meist heller
  • Größe: bis zu 15 cm lang
  • Nahrung: frische Pflanzen, Pilze, gelegentlich Aas
  • Vorkommen: Wälder, feuchte Wiesen
  • Lebenserwartung: bis zu 3 Jahre

Hinweis: Da es bei der Roten Wegschnecke (Arion rufus) auch schwarze Exemplare gibt, lassen sich diese optisch meist nicht von der Schwarzen Wegschnecke (Arion ater) unterscheiden.

Schwarzer Schnegel (Limax cinereoniger)

Der Schwarze Schnegel wird gerne mit anderen schädlichen Schneckenarten, wie Wegschnecken verwechselt, ist jedoch wie der Tigerschnegel ein Nützling.

Schwarzer Schnegel (Limax cinereoniger)
  • Aussehen: schlanker Körper, einheitlich schwarze Färbung, gelegentlich mit etwas helleren Flecken
  • Größe: bis zu 20 cm lang (derartig große Exemplare eher selten)
  • Nahrung: abgestorbene Pflanzenteile, Pilze, Algen, gelegentlich tote Artgenossen
  • Vorkommen: Wälder, Gebüsche, Nadelwälder, nicht in Nutzwäldern
  • Lebenserwartung: bis zu 3 Jahre

Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris)

Die Spanische Wegschnecke ist ursprünglich hier nicht heimisch, gilt jedoch als etablierte Art.

Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris)
  • Aussehen: variable Färbung von rotbraun bis fast schwarz
  • Größe: bis zu 15 cm lang
  • Nahrung: frische Pflanzen, Aas
  • Vorkommen: in allen mäßig feuchten bis feuchten Landzonen zu finden
  • Lebenserwartung: ca. 3 Jahre

Tipp: Um dem bedeutenden Schädling Herr zu werden, empfiehlt sich der Aufbau von Schneckenzäunen und die Förderung von Fressfeinden wie Igel oder Erdkröte. Wer ausreichend Platz hat, kann auch ein Paar Indischer Laufenten im Garten halten.

Tigerschnegel (Limax maximus)

Der Tigerschnegel ist die beliebteste Schneckenart im DACH-Raum, da sie sich räuberisch von den Gelegen schädlicher Schneckenarten ernährt.

Tigerschnegel (Limax maximus)
  • Aussehen: graue oder hellbraune Grundfarbe, schwarze Flecken, unterbrochene schwarze Linien
  • Größe: bis zu 15 cm lang
  • Nahrung: Pilze welche Pflanzenteile, Aas, Gelege von anderen Schneckenarten
  • Vorkommen: Auen, Parks, Gärten, gelegentlich auch feuchte Keller oder Brunnen
  • Lebenserwartung: ca. 3 Jahre

Wasserschnecken

Gemeine Schnauzenschnecke (Bithynia tentaculata)

Kommt die Gemeine Schnauzenschnecke in einem Gewässer vor, ist dies meist ein Indiz für eine gute bis mäßig gute Wasserqualität.

Gemeine Schnauzenschnecke (Bithynia tentaculata)
  • Aussehen: Gehäuse mit 5,5 Windungen, mit Naht voneinander abgesetzt, bis zu 11 cm hoch, Körper dunkel mit gelblichen Sprenkeln
  • Größe: bis zu 1,6 cm lang
  • Nahrung: vorwiegend filtern sie organisches Material aus dem Wasser
  • Vorkommen: bevorzugt ruhige Süßwassergebiete
  • Lebenserwartung: bis zu 3 Jahre

Spitzschlammschnecke (Lymnaea stagnalis)

Spitzschlammschnecken sind pflegeleicht und werden gelegentlich auch in Aquarien gehalten.

Spitzschlammschnecke (Lymnaea stagnalis)
  • Aussehen: Gehäuse bis zu 7 cm lang, Färbung variabel und abhängig vom Lebensraum, Körper dunkelgrau bis schwarz
  • Größe: bis zu 7 cm lang
  • Nahrung: Wasserpflanzen, Algen, Fischfutter, gelegentlich aber auch in Wasser hängende Pflanzen
  • Vorkommen: kühle und saubere Gewässer
  • Lebenserwartung: ca. 2 Jahre

Häufig gestellte Fragen

Wie viele heimische Schnecken gibt es im DACH-Raum?

In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es rund 300 heimische Schneckenarten. Einige Arten sind aber auch eingeschleppt worden, konnten sich aber etablieren und gelten teilweise ebenfalls als heimische Art, da es kaum Methoden gibt, sie nachhaltig zu bekämpfen und den Bestand zu dezimieren.

Richten Gehäuseschnecken viel Schaden an Gemüsekulturen an?

Es gibt einige Gehäuseschnecken, wie die Bänderschnecken, die auch frisches Pflanzenmaterial fressen, wenn sie keine andere Möglichkeit haben. Im Ertragsanbau gelten sie als Schädlinge und auch Mittel zur Bekämpfung, wie das Schneckenkorn, sind wirksam gegen diese Art. Im Hausgarten richten Gehäuseschnecken jedoch meist kaum Schaden an und einzelne Exemplare können in einiger Entfernung einfach ausgesetzt werden.

Wie kann die Ansiedelung nützlicher Schnecken gefördert werden?

Wenn Sie nützliche Schnecken wie die Weinbergschnecke oder den Tigerschnegel in Ihrem Garten ansiedeln wollen, ist es wichtig, geeignete Lebensbedingungen zu schaffen. Schnecken benötigten in der Regel feuchte und geschützte Zonen. Zudem sollte ein geeignetes Angebot an Nahrungsquellen zur Verfügung stehen.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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