Zu welcher Uhrzeit gräbt der Maulwurf?

Wenn Sie in Ihrem Garten größere schwarzbraune Erdhaufen entdecken, hat sich vermutlich ein Maulwurf niedergelassen. Viele Gärtner sind über die Hügel im Garten nicht sehr erfreut. Aber zu welcher Uhrzeit gräbt der Maulwurf sie eigentlich?

Auf den Punkt gebracht

  • Maulwürfe leben in Tunnelsystemen
  • sowohl tag- als auch nachtaktiv
  • vormittags, nachmittags und gegen Mitternacht 4 bis 5 Stunden aktiv
  • im Winter und Frühling die meisten Hügel

Merkmale des Maulwurfs

In Europa ist lediglich der europäische Maulwurf (Talpa europaea) heimisch. Während die Maulwurfshügel im Garten recht schnell zu entdecken sind, sieht man Maulwürfe eher selten. Sie halten sich den Großteil ihres Lebens in unterirdischen Gängen auf, die der Maulwurf selbst gräbt. Nur gelegentlich verlassen sie ihr Tunnelsystem, etwa wenn akute Gefahr herrscht. Maulwürfe lassen sich durch folgende Kriterien charakterisieren:

  • walzenförmiger Rumpf
  • lange, spitze Schnauze
  • 14 – 16 cm groß inkl. kurzem Schwanz
  • kurzes, dunkelgraues Fell
  • schaufelförmige Hände mit Krallen
  • Lebensdauer: 3 – 5 Jahre
Maulwurf schaut aus Hügel
Maulwürfe bekommt man eher selten zu Gesicht.

Hinweis: Maulwürfe stehen nach §1 Bundesartenschutzverordnung und § 44 Bundesnaturschutzgesetz unter besonderem Schutz und dürfen nicht gestört, gefangen oder getötet werden.

Tunnelsystem des Maulwurfs

Maulwürfe leben in unterirdischen Tunnelsystemen, nahe unter der Erdoberfläche. Die Tunnel zeigen eine gewisse Ähnlichkeit zu denen der Wühlmaus. Die Größe der unterirdischen Systeme hängt vom Nahrungsangebot ab und variiert zwischen 1000 und 6000 Quadratmetern. Die einzelnen Tunnel sind etwa 100 – 200 Meter lang und mit anderen Tunneln verbunden. Sie dienen dabei als

  • Schlafplatz
  • Nestkammer
  • Belüftungssystem
  • Fallgrube für Kleinstlebewesen

Wann gräbt der Maulwurf?

Uhrzeit

Maulwürfe haben sich der Dunkelheit unter der Erde angepasst und deshalb keinen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus. Stattdessen haben sie 3 aktive Wachphasen am Tag, die etwa 4 bis 5 Stunden dauern. In dieser Zeit gehen die kleinen Säugetiere auf Nahrungssuche und erweitern bei Bedarf ihr Tunnelsystem. In der Regel treten diese Phasen vormittags, nachmittags und gegen Mitternacht auf. Eine genaue Uhrzeit gibt es allerdings nicht. Im Anschluss folgt eine Ruhephase, in der die Maulwürfe schlafen.

Maulwurfshügel
Die charakteristischen Hügel wirft der Maulwurf über den Tag verteilt auf.

Hinweis: Maulwürfe haben einen sehr hohe Nahrungsbedarf. Deshalb müssen sie spätestens alle 12 Stunden fressen und damit auch graben. Länger als 24 Stunden ohne Nahrung überleben sie nicht.

Jahreszeit

Maulwürfe halten keinen Winterschlaf und sind das ganze Jahr aktiv. Die Kleinstlebewesen, von denen der Säuger sich ernährt, bewegen sich im Winter allerdings weniger. Um auch weiterhin ausreichend Nahrung zu finden muss sich der Maulwurf daher aktiv auf die Suche machen. Zu diesem Zweck gräbt der Maulwurf mehr. Daher gibt es im Winter mehr Maulwurfshügel als im Sommer. Besonders aktiv sind die Säugetiere auch während der Paarungszeit zwischen Januar und März. Auf der Suche nach Weibchen graben Maulwurf-Männchen dabei viele neue Gänge.

Häufig gestellte Fragen

Warum macht der Maulwurf Hügel?

Beim Graben der Tunnel fällt viel Erde an. Damit die Tunnel gut belüftet und begehbar sind, befördert der Maulwurf den Erdaushub an die Erdoberfläche. So entstehen die charakteristischen Erdhügel.

Kann ich die Hügel platt treten?

Die Hügel platt zu treten ist nicht empfehlenswert. Da sie der Belüftung dienen, graben Maulwürfe einfach neue Tunnel. So haben Sie nach dem Planieren mehr Hügel im Garten als vorher. Tragen Sie die lockere Erde lieber ab und verwenden Sie sie als Substrat für Blumenkästen.

Beschädigen Maulwürfe meine Pflanzen?

Im Gegenteil. Maulwürfe beschädigen keine Wurzeln beim Graben der Tunnel. Sie lockern durch die Tunnel aber die Erde auf, sodass Regenwasser besser abfließen kann. Außerdem fressen sie Gartenschädlinge und sind daher eher gut für die Pflanzen.

Wie werde ich einen Maulwurf los?

Das Nachstellen, Fangen und Töten von Maulwürfen ist per Gesetz verboten. Vertreiben ist jedoch erlaubt. Hierfür eignen sich Mittel, die die empfindlichen Geruchs- oder Hörorgane der Maulwürfe reizen. Am besten wirkt das geringe Verteilen von Buttermilch oder Knoblauch-Wasser in den Gängen. Auch lautes Klopfen auf eine in die Erde gesteckte Metallstange ist wirksam