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Maulwurfsgrille an Salat

Was fressen Grillen im Garten?

Echte Grillen (Gryllidae) zählen zur Ordnung der Langfühlerschrecken (Ensifera) und sind im Garten meist willkommen. Weil sie durch ihre Nahrung auch zu Pflanzenschädlingen werden können, sollten sich Gartenbesitzer genauer informieren, was Grillen fressen.

Video-Tipp

Auf den Punkt gebracht

  • meiste Grillen bevorzugen vegetarische Ernährung
  • Maulwurfsgrille gilt als Pflanzenschädling
  • Blattläuse & Co. häufige Nahrungsquelle von Grillen
  • Wurzeln nur von bestimmten Pflanzenarten gefährdet
  • je nach Grillenart auch Aasfresser

Pflanzliche Nahrung

Zu den bevorzugten Nahrungsquellen der meisten Grillenarten zählen

  • Blattwerk sowie
  • Wurzeln

von Gräsern und Kräutern. Ist das Angebot umfangreich, bedienen sie sich die meisten Arten hauptsächlich daran. Kreuzen kleine Insekten ihren Weg, fressen sie auch diese und weichen damit von der bevorzugten Pflanzennahrung ab.

Natürliche Schädlingsbekämpfer

Blattläuse
Blattläuse stehen bei Grillen ganz oben auf dem Speiseplan.

Durch das Verspeisen von Blättern befinden sich die Grillen in optimaler Position, um gleich dort angesiedelte Pflanzenschädlinge mitzuvertilgen. So gelten sie als natürliche Fressfeinde für

  • Blattläuse
  • Maden
  • Larven
  • Raupen

Hinweis: Eine Bekämpfung von Grillen sollte also gut bedacht werden, denn sie fressen und entsorgen nicht nur kleinere Pflanzenschädlinge, sondern sind selbst auch bevorzugte Nahrung für zahlreiche Gartentiere, wie beispielsweise Igel und Vögel.

Verschiedene Grillenarten

Wenngleich alle Grillenarten Pflanzenteile verzehren und mehr oder weniger zu den Allesfressern zählen, so können sie sich in Bezug auf ihre weiteren bevorzugten Nahrungsquellen voneinander unterscheiden.

Feldgrille

Feldgrille (Gryllus campestris), Weibchen
Weibchen

Die Feldgrille (Gryllus campestris) ist ein typisches Beispiel für einen Pflanzenfresser, im Speziellen von Blättern und Kräuter- sowie Gräserwurzeln, verspeist gelegentlich aber auch kleinere Insekten. Sie hält sich hauptsächlich auf sonnig gelegenen trockenen Wiesen, an Hängen und Kiefern auf. Im Rasen frisst sie gelegentlich auch Erdflöhe und Ameisen. Seltener fällt sie über Kadaver her.

Maulwurfsgrille

Die Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa) ist im Gegensatz zur Feldgrille vermehrt den Fleischfressern zuzuordnen. Würmer, Schneckeneier und nahezu alle kleineren Bodenlebewesen gehören zu ihren Fressopfern im Garten. Vielfach wird behauptet, Pflanzenwurzeln würden ebenso ihrem umfangreichen Verzehr dienen, wie das bei Maulwürfen der Fall ist. Das entspricht allerdings nicht den Tatsachen, denn sie verzehren sie diese nur im „Notfall“, wenn sie unter einem Nahrungsmangel leiden.

Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa)

Tipp: Auf dem Komposthaufen sind Grillen, insbesondere die Maulwurfsgrille, mehr schädlich als nützlich, fressen sie doch wichtige Mikroorganismen wie beispielsweise Kompostwürmer und stören so den Zersetzungsprozess auf dem Kompost. Deshalb ist in diesem Fall eine Bekämpfung der Grillen, etwa durch Ausbringen von Cayennepfeffer oder das Feuchthalten der Gartenflächen, angeraten.

Heimchen

Die Heimchen-Grille (Acheta domesticus) ist bei der Wahl ihres Fressens nicht sonderlich wählerisch. Anders, als die meisten anderen Arten, macht sie nicht einmal vor „Gleichgesinnten“ halt. Ihr Speiseplan hält Folgendes bereit:

  • kannibalisch ergatterten Artgenossen
  • Aas/Kadaver
  • Pflanzenblätter und -wurzeln jeder Sorte
  • kleinere Bodeninsekten
  • Küchenabfälle und Lebensmittelreste im Kompost
  • diverses Fallobst wie Äpfel und Birnen
  • Gemüse im Gartenbeet wie beispielsweise Gurken und Karotten
Heimchen (Acheta domesticus)

Hinweis: Gelangen Heimchen ins Haus, gelten Sie als Vorrats- sowie Hygieneschädlinge. Eine Bekämpfung der Grillen ist angeraten.

Weinhähnchen

Das Weinhähnchen (Oecanthus pellucens), auch unter dem Namen „Blütengrille“ bekannt, zieht es zunehmend in besiedelte Gegenden. Sie gilt als das Exemplar mit dem schönsten und lautesten Gesang, wobei Letzteres mit der Zeit als störend empfunden werden kann. Im Gegensatz zu den anderen Exemplaren halten sich Weinhähnchen nicht durchgehend am Boden auf, sondern sind auf höheren Pflanzen zu finden, wie beispielsweise Stauden und Sträuchern.

Weinhähnchen (Oecanthus pellucens)

Sie bevorzugen insbesondere Blühpflanzen. Dort ernähren sie sich von hauptsächlich von Blüten- und Staubblättern. Zur Deckung ihres Proteingehalts vertilgen sie auch tierisches Futter in Form von Blattläusen, Spinnen und Insektenlarven.  

Häufig gestellte Fragen

Treten Grillen in Massen in Gärten auf?

In der Regel nicht, denn sie gelten als Einzelgänger. Lediglich zur Paarungszeit können mehrere im Garten sicht-/hörbar sein. Direkt nach der Paarung trennen sich die Wege allerdings wieder. Aber auch bei knappem Nahrungsangebot zieht es sie vermehrt in pflanzenreiche Gärten. Ein massenhaftes Auftreten im Sinne einer Plage ist nicht zu erwarten. Im Gegenteil, denn vor allem die Feldgrille wird immer seltener.

Wie schädlich sind nahrungssuchende Grillen für Pflanzen?

Das kommt auf die Grillenart und Nahrungsangebot an. Sie können Pflanzen kahl fressen, wenn sich nichts anderes im Umfeld befindet, wohin sie ausweichen können. Maulwurfsgrillen fallen definitiv unter die Pflanzenschädlinge, denn ihr Fressverhalten wirkt sich negativ auf die Bodenqualität aus. Sind tierische Futterquellen aufgebraucht, geht es außerdem an den Wurzelfraß, was ohne rechtzeitige Bekämpfung zum Absterben betroffener Pflanzen führt.

Während welches Zeitraums ist die Grille aktiv auf Nahrungssuche?

Die heimischen Arten sind meist ab Anfang/Mitte Juli bis etwa September in Gärten präsent. Eine Ausnahme bildet die Feldgrille. Je nach Witterung und Temperatur kann sie bereits ab Mitte April aktiv sein, wenngleich der „reguläre Termin“ erst im Mai liegt. Sie verstummen im Juli. Zudem sind alle hier ansässigen Arten nachtaktiv und begeben sich in der Regel frühestens erst ab Dämmerung auf Nahrungssuche. Dann können sie sich die ganze Nacht dem Fressen und Zirpen widmen.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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