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Heuschrecke beim Fressen

Was fressen Heuschrecken? | Nahrung im Überblick

Heuschrecken gelten in puncto Nahrung als wenig spezialisiert. Dies mag auf den ersten Blick ein Vorteil sein, verhindert jedoch nicht, dass viele heimische Arten zu den gefährdeten Tierarten zählen. Lesen Sie hier, was Heuschrecken fressen.

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Auf den Punkt gebracht

  • Heuschrecken fressen vielfältige Nahrung
  • abhängig von Heuschreckenart
  • Allesfresser, Pflanzenfresser oder Fleischfresser
  • Pflanzen und kleine Insekten ganz oben auf dem Speiseplan

Nahrung von Heuschrecken

Unter den weltweit gut 28.000 Heuschreckenarten (Orthoptera) finden sich

  • Fleischfresser,
  • Pflanzenfresser sowie
  • Allesfresser.

Diese grobe Einteilung nach Ernährungstypen trifft auch auf die ungefähr 80 in Deutschland lebenden Arten zu. Welche Heuschrecke welchem Typ zuzuordnen ist, wird anhand von Kot, Nahrungsresten im Kropf, Beobachtungen in der freien Natur und im Labor durch Nahrungsauswahlversuche ermittelt. Trotz alledem haben die Insekten nicht alle Nahrungsgeheimnisse preisgegeben.

Allesfresser

Heuschrecken, die zu den Allesfressern gehören, werden unter Ernährungsgesichtspunkten auch als omnivorer Typ bezeichnet. Omnivore Heuschreckenarten ernähren sich von tierischer und pflanzlicher Kost. Dabei muss das Verhältnis zwischen Tier und Pflanze nicht ausgeglichen sein. Ausschlaggebend ist, dass der Heuschrecke beides als Nahrungsquelle dient und sie die Nährstoffe verwerten kann. Nachfolgend finden Sie den Speiseplan im Überblick:

  • Gräser
  • weiche und krautige Pflanzen
  • Blüten- und Staubblätter
  • kleinere Insekten
  • Blattläuse
  • Spinnen und andere Gliederfüßer
  • Schmetterlingsraupen
  • kleinere Raupen
  • Larven
  • Artgenossen
Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima)
Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima)

Welche Pflanzen die einzelnen Heuschreckenarten genau fressen, ist noch nicht abschließend erforscht. Denn in puncto pflanzliche Kost sind die Insekten nicht besonders wählerisch, sondern essen oft nach dem jeweiligen Angebot. Geht es um das Fleisch, handeln die Tiere räuberisch. Zu den Kannibalen unter den heimischen Arten gehören beispielsweise Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima), Roesels Beißschrecke (Roeseliana roeselii) sowie die Zwitscherschrecke (Tettigonia cantans). Die beiden ersteren Heuschrecken fressen schwache und kranke Artgenossen, während letztere auch größere Verwandte erlegt und verspeist.

Pflanzenfresser

Pflanzenfresser sind Tiere, die zum sogenannten Lebendfresser-System gehören. Deswegen stehen abgestorbene Pflanzenteile, wie zum Beispiel herabgefallenes Laub, nicht auf ihrem Speiseplan. Innerhalb der pflanzenfressenden Insekten sind Heuschrecken eine Besonderheit. Denn im Gegensatz zu allen anderen ernährt sich die Mehrzahl der Heuschreckenarten polyphag. Das bedeutet, dass sie nicht auf eine Pflanzenart spezialisiert sind, sondern die verschiedensten Pflanzen essen. Diese dürfen sogar aus unterschiedlichen Pflanzenfamilien stammen. Besonders gern fressen diese Heuschrecken:

  • zarte und weichblättrige Pflanzen
  • saftige Pflanzenarten
  • krautige Pflanzen
  • Gräser
  • Kräuter
Alpine Gebirgsschrecke (Miramella alpina)
Alpine Gebirgsschrecke (Miramella alpina)

Hinweis: Polyphag bedeutet nicht, dass pflanzenfressende Heuschreckenarten keine „Lieblingspflanzen“ haben. So bevorzugt beispielsweise die Alpine Gebirgsschrecke (Miramella alpina) die jungen Triebe von Blau- und Preiselbeere.

Eine Ausnahme bilden unter anderem Dornschrecken wie die heimische Säbel-Dornschrecke (Tetrix subulata). Sie essen bedingt durch ihre vegetationsarmen Lebensräume Algen, Flechten und Moose, was jedoch nicht bedeutet, dass sie krautige Pflanzen verschmähen. Die in Deutschland lebende Heideschrecke (Gampsocleis glabra) ernährt sich lebensraumbedingt auch von Heidekraut. Zudem gibt es spezialisierte Arten wie zum Beispiel die Lauchschrecke (Mecostethus parapleurus), die dem graminivoren (grasfressenden) Typ zugerechnet wird.

Fleischfresser

Fleischfressende Heuschrecken treten als Räuber auf und fressen andere Insekten. Auf dem Speiseplan dieser Arten stehen beispielsweise daher

  • Blattläuse
  • kleine Raupen
  • weichhäutige Insekten
Gemeine Eichenschrecke (Meconema thalassinum)
Gemeine Eichenschrecke (Meconema thalassinum)

Hinweis: Carnivore (fleischfressende) Arten in Deutschland sind beispielsweise die Gemeine und die Südliche Eichenschrecke (Meconema thalassinum bzw. Meconema meridionale).

Häufig gestellte Fragen

Sind Heuschrecken Nützlinge im Garten?

Zu jenen Insekten, die im Sinne einer gezielten Schädlingsbekämpfung zum Einsatz kommen, werden Orthoptera nicht gezählt. Da sie jedoch zum natürlichen Ausgleich des Ökosystems beitragen, sollten Sie „Flip“ und seine Brüder im Garten willkommen heißen. Zudem sind sie Nahrung für viele andere Tiere, die als Gartennützlinge gelten.

Kann ich Heuschrecken mit gezielter Pflanzung anlocken?

Dass sich die Insekten durch bestimmte Pflanzen (wie Schmetterlingsflieder Schmetterlinge) gezielt anlocken lassen, ist nicht sehr wahrscheinlich. Ein naturnaher Garten, der ihrem natürlichen Lebensraum ähnelt, ist dabei jedoch mit Sicherheit von Vorteil.

Autor
Mirko ist zwar studierter Anglist, beherrscht aber auch die Sprache der Pflanzen perfekt. Er wuchs quasi im Schrebergarten seiner Großeltern auf und verbringt den Großteil seiner Freizeit in der Natur, wenn er nicht gerade schreibt.

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