Titelbild von Erdflöhe bekämpfen mit Schmierseife, Roggenmehl und Co.

Ob Pflanzkübel, Hochbeet oder Freiland – Erdflöhe sind nirgends gerne gesehen. Anstelle von Chemie lassen sich die Schädlinge mit dem einen oder anderen Hausmittel wirksam bekämpfen.

Auf den Punkt gebracht

  • Erdflöhe befallen verschiedenste Pflanzen und fressen unzählige Löcher in die Blätter
  • natürliche Hilfsmittel reichen in aller Regel aus, um die Schädlinge zu vertreiben
  • der Erdfloh verschmäht gut gejätete und aufgelockerte Beete

Mittel gegen Erdflöhe

Die einfachste Lösung wäre es sicherlich, die Erdflöhe mit chemischen Präparaten zu bekämpfen. Allerdings ziehen Sie damit auch unzählige andere, häufig sogar nützliche Tiere des Gartens in Mitleidenschaft. Besser ist es daher, als wirksam erwiesene Hausmittelchen zum Einsatz zu bringen.

Abschreckende Bodenbearbeitung

Am besten ist es selbstverständlich, wenn die Erdflöhe sich erst gar nicht im heimischen Garten niederlassen. Da die Tiere vor allem schwere, unbearbeitete Böden und trockene, dunkle, abgeschirmte Verstecke lieben, lässt sich mit einigen einfachen Maßnahmen eine wenig einladende Umgebung schaffen:

  • Unkraut jäten, um Verstecke zu beseitigen
  • Boden regelmäßig hacken
  • Boden mit Sand und Mulch auflockern
  • regelmäßig wässern
Bild eines geharkten Beetes.

Hinweis: Bearbeiten Sie auch unbepflanzte Beete und Gartenbereiche, da die Flöhe sich bei ausreichend Wirtspflanzen im Umfeld auch hier niederlassen.

Lockpflanzen als Ablenkung

Zwar lassen sich die Tiere mit Lockpflanzen nicht vertreiben oder beseitigen, jedoch können Sie Gewächse zwischen Ihren eigentlichen Gemüsepflanzen positionieren, die die Flöhe ablenken und von den zu schützenden Pflanzen weglocken. Wichtig ist, dass diese Lockpflanzen größer als die Schützlinge sind und idealerweise bereits blühen, wenn die zu schützenden Pflanzen noch klein und in ihrer Entwicklung sind.

Bild von Erdflöhen, die eine Pflanze befallen haben.
Erdflöhe befallen eine Pflanze.

Schutznetze gegen die Schädlinge

Unmittelbar nach dem Auspflanzen der Setzlinge lässt sich mit engmaschigen Schutznetzen eine wirkungsvolle Barriere gegen den Erdfloh aufbauen. Wichtig ist, dass die Netze allseitig dicht am Boden abschließen, um auch diesen Weg zu versperren.

Sud und Jauche

Anstelle klassischer Spritzmittel lassen sich die Flöhe mit einem Sud oder einer Jauche zwar nicht abtöten, allerdings sehr wirksam vertreiben.

Für einen Sud kochen Sie Zwiebeln oder Knoblauch mit Wasser, wobei auf eine Zwiebel oder eine Knoblauchzehe rund ein Liter Wasser verwendet werden. Nach dem Abkühlen kann die Brühe unmittelbar auf die befallenen Pflanzen gesprüht werden.

Wermut, Rainfarn oder auch Brennnesseln lassen sich dagegen zu einer Jauche verarbeiten, die in gleicher Art und Weise angewendet wird:

  • 1 Kilogramm kleingeschnittene Pflanzenmasse auf 10 Liter geben
  • mit luftdurchlässigem Tuch abdecken
  • gelegentlich umrühren

Die Gärung ist abgeschlossen, sobald sich beim Umrühren kein Schaum mehr bildet. Nun kann die Jauche abgeseiht und verwendet werden. Die anfallende Grünmasse kann wiederum gut zum Mulchen um befallene Pflanzen eingesetzt werden.

Bild von Brennesseln in einem Eimer um sschädlingsabwehrenden Sud herzustellen
1 Kilogramm Brennnesseln, kleingehackt, auf 10 Liter Wasser – und der schädlingsabwehrende Sud ist fertig.

Achtung: Vor allem Jauche ist mit intensiver Geruchsbildung verbunden. Nutzen Sie daher Gerätschaften, wie Stöcke oder andere wegwerfbare Utensilien zum Rühren und Mischen.

Schmierseife gegen die Schädlinge

Wohl das bekannteste Mittel zum Bekämpfen aller möglicher Schädlinge ist Schmierseife. Und auch gegen den Erdfloh hilft sie zuverlässig. Mischen Sie eine Seifenlösung aus einem Liter Wasser und einem großzügigen Spritzer Schmierseife und sprühen Sie sie direkt auf die befallenen Pflanzen.

Hinweis: Seifenlauge ist in der Lage, bei intensiver Sonnenstrahlung Pflanzen zu verbrennen. Wenden Sie dieses Hausmittel daher bevorzugt abends an.

Bestäuben

Ein nützliches Hilfsmittel, mit dem Sie den Erdfloh zwar nicht bekämpfen, mit dem Sie ihm aber die auserwählten Pflanzen vergällen können, sind verschiedene Stoffe zur Bestäubung:

  • Roggenmehl
  • Algenkalk
  • Gesteinsmehl

Achten Sie darauf, die Pulver bei trockenem Wetter einzusetzen und alle Oberflächen intensiv zu bestäuben. Die Pflanze wird dadurch unattraktiv und fortan gemieden. Allerdings müssen Sie die Prozedur nach Regen wiederholen, da die verschiedenen Mehle rasch abgewaschen werden.

Bild von Roggenmehl
Roggenmehl kann zur Abwehr von Erdflöhen eingesetzt werden. Es macht die Pflaze unattraktiv für die Schädlinge.

Fressfeinde der Schädlinge

Besonders komfortabel ist es für Sie als Gärtner, wenn die Flöhe von ihren natürlichen Feinden beseitigt werden. Hierzu zählen:

  • Igel
  • Spitzmäuse
  • Schlupfwespen

Normalerweise kommen alle diese Tiere in funktionierenden Gärten ohnehin vor. Im Bedarfsfall lassen sich aber vor allem Schlupfwespen als Eier erwerben und im Garten positionieren.

Klebefallen – besser als Gift

Nimmt ein Befall überhand, können selbst effektivste natürliche Mittel an ihre Grenzen stoßen. In diesem Fall bleibt oft nichts mehr als der Griff zur Chemie, um Erdflöhe bekämpfen zu können. Hier sollten Sie aber immer Klebefallen mit Pheromon-Lockstoffen den Vorzug vor Spritzmitteln geben. Denn sie wirken spezifisch auf den Erdfloh und decken nicht die gesamte Fauna mit einer tödlichen Wolke ein.

Häufig gestellte Fragen

Stimmt es, dass Spinat den Erdfloh abschreckt?

In der Tat wagt sich ein Erdfloh nicht an Spinat, so dass beispielsweise alte Blätter gut als Mulch um zu schützende Pflanzen eingesetzt werden können. Allerdings sollten Sie diese Maßnahme unbedingt mit einem Schneckenzaun kombinieren, da Schnecken Spinat im Gegensatz zu den Flöhen lieben.

Welche Pflanzen eignen sich als Lockpflanzen?

Besonders oft kommt Rettich zur Anwendung, da er eine hohe Attraktivität für die Flöhe aufweist und darüber hinaus sehr robust und langlebig bei einem Befall ist.

Wirken Mischkulturen gegen den Erdfloh?

Mischkulturen können helfen, eine rasche Ausbreitung im ganzen Garten zu bekämpfen. Allerdings werden die bevorzugten Gewächse trotzdem befallen. Eine Mischkultur wirkt in dieser Hinsicht nicht.