Winterharte Kakteen: Liste mit 11 Sorten für Beet und Kübel

Ein Beet oder gar einen Kakteengarten mit farbenfrohen, blühenden Kakteen auch in unseren Breitengraden anzulegen, muss kein Traum bleiben. Es gibt tatsächlich einige winterharte Arten, die das ganze Jahr über für außergewöhnliche Akzente im Garten sorgen. Damit Sie lange etwas von den dornigen Schönheiten in Kübel oder Beet haben, ist die Wahl der richtigen Sorte wichtig. Wir haben Ihnen deshalb eine Liste mit Kakteensorten und -arten zusammengestellt, die sich hierfür besonders gut eignen.

Freilandkakteen

Unter den vielen verschiedenen Kakteenarten gibt es eine ganze Reihe von Kandidaten, die eine gute Winterhärte aufweisen. Diese Kakteen kommen in der Natur meist aus den Gebirgsregionen Mittel- und Nordamerikas, wo sie an sehr niedrige Temperaturen gewöhnt sind. In unseren Breitengraden haben sie allerdings das Problem, dass es in den Wintermonaten nicht nur kalt, sondern auch feucht oder sogar nass wird. Aus diesem Grund müssen winterharte Kakteen, die einen Platz im Beet oder in einem Kübel auf dem Balkon haben, vor übermäßiger Feuchtigkeit geschützt werden.

Winterharte Kakteensorten

Wenn sie vor übermäßiger Nässe geschützt sind, überstehen sie auch Temperaturen von bis zu -25 °C problemlos. An etwas feuchteren Standorten, die jedoch niemals nass sein dürfen, vertragen sie noch um die -15 °C bis -20 °C. Als besonders winterhart haben sich folgende Arten und Sorten von Kakteen ausgezeichnet.

Cylindropuntia

Diese sukkulenten Schönheiten erreichen mit ihren langen, walzenförmigen Trieben Höhen bis zu einem Meter. Zwar blüht die Cylindropuntia erst nach rund fünf bis zehn Jahren, ist aber dann sehr blühfreudig. Im Jahr nach der Blüte reifen gelbliche Früchte an der Pflanze heran. Eine Besonderheit dieser Kakteen sind die wunderschönen frischen Austriebe, die einen pink-rosa Farbton annehmen. Im Winter lassen die Pflanzen die fingerförmigen Triebe im oberen Bereich etwas nach unten hängen. Ab April ziehen sich diese Triebe wieder von ganz alleine nach oben.

  •  blüht erst ab einem Alter von 5 bis 10 Jahren
  •  Wuchsgeschwindigkeit: 2 bis 10 cm pro Jahr
  •  ohne Regenschutz: etwa -15 bis -20 °C winterhart
  •  mit Regenschutz bis -25 °C winterhart
Cylindropuntia imbricata

Winterharte Sorten der Cylindropuntia:

Cylindropuntia imbricata

  •  ‚Pinky‘: kräftig pinkfarbene Blütenansätze, später leicht weinrot gefärbt
  •  ‚Marco‘: lachsroter Neuaustrieb, bis 2 m Wuchshöhe, rosafarbene Blüten
  •  ‚Walter‘: altrosafarbene Blüten
  •  ‚Uhlig‘: leuchtend pinke Blüten
  •  ‚Stürzer‘: pinke Blüten

Cylindropuntia whipplei

  •  ‚Würzburg‘: gelbe Blüten
  •  ‚Fredonia‘: sonnengelbe Blüten

Cylindropuntia viridiflora

  •  ‚Frank‘: lachsfarbene Blüten mit gelben Staubgefäßen
  •  ‚Cylindropuntia x spinosior‘

Echinocereus (Igelsäulenkaktus)

Bietet man Echinocereus einen Schutz im Winter, übersteht dieser Kaktus auch Temperaturen von bis zu -15 °C. Die Pflanzen wachsen als kleine, säulenförmige Polster und sind bereits als sehr kleine Pflanzen sehr blühwillig. Ihre länglich-runden Triebe bilden kleine Horste mit teils watteähnlicher Behaarung zwischen den Dornen. Nach rund zehn Jahren erreichen diese Polster einen Durchmesser von etwa 20 cm. Die Früchte der Echinocereus sind trocken und bilden kein Fruchtfleisch. Diese Kakteen stammen vorwiegend aus den Trockengebieten der südlichen USA und Mexiko.

Echinocereus

Sorten der Echinocereus-Kakteen:

  • Echinocereus chisoensis: tief rosa Blüten mit braunem Schlund und cremeweißen Staubgefäßen
  • Echinocereus reichenbachii ssp. baileyi: rosafarbene Blüten mit braunem Grund und gelben Staubgefäßen
  • Echinocereus russanthus ‚Brewster Co Tx‘: gelbe Blüten
  • Echinocereus dasyacanthus: gelbe Blüte, gelegentlich orange-, rosa- oder purpurfarben
  • Echinocereus caespitosus: rosafarbene Blütenpracht
  • Echinocereus perbellus: kräftig rosapinke Blüte
  • Echinocereus triglochidiatus: leuchtend orangerote oder tiefrote Blüten
  • Echinocereus viridiflorus: weit geöffnete, grüngelbe Blüte
  • Echinocereus chloranthus var. cylindricus: bräunlich-gelbe Blüten

Escobaria

Die Escobaria-Kakteen bilden meist größere, kugelige Pflanzen mit filzig cremeweißen Dornen. Im Alter wachsen diese Kakteensorten zunehmend als dichte Horste bis zu 20 cm Durchmesser. Nach der Blüte reifen im Oktober bis November kleine, etwa ein Zentimeter große rote oder grüne Früchte heran. Diese Früchte haben keine Dornen und sind essbar. Der Geschmack erinnert ein wenig an eine Stachelbeere. Wichtig bei der Kultivierung der Escobaria ist, dass sie im Sommer im Kübel oder Beet nicht zu viel gegossen wird. Ansonsten neigt sie dazu zu faulen.

  •  mit Regenschutz bis -25 °C winterhart
  •  Blütenfarben: in verschiedenen Farbtönen und Farbkombinationen erhältlich

Sorten der Escobaria-Kakteen:

  •  Escobaria vivipara
  •  Escobaria neomexicana
  •  Escobaria arizonica
  •  Escobaria sneedii
  •  Escobaria sandbergi
  •  Escobaria organensis
  •  Escobaria asperispina
  •  Escobaria missouriensis

Opuntien (Opuntia)

Zu den schönsten und beliebtesten winterharten Kakteenarten gehört die Opuntie. Sie bildet mittelgroße, scheibenförmige Triebe, die sich vor allem im bodennahen Bereich stark verzweigen. Insgesamt werden diese Kakteen nur etwa 40 cm hoch und bilden lange, weiße Dornen. Die sukkulente Pflanze ist besonders im Kübel auf einem überdachten Balkon sehr frostresistent. Im Gegensatz zu vielen anderen winterharten Kakteensorten bildet die Opuntia bereits nach ein bis zwei Jahren eine Vielzahl von Blüten, die bei Befruchtung durch Insekten später zu trockenen Früchten heranreifen. Besonders frostresistent sind die verschiedenen Sorten der Opuntia polyacantha sowie Opuntia macrocentra var. nevadensis, wobei die letztere eine schöne Winterfärbung zeigt. Die Opuntia ist für eine Pflanzung in einem regengeschützten Beet optimal geeignet und für Kakteenliebhaber ein absolutes Muss.

Opuntia polycantha

Winterharte Sorten der Opuntia polycantha:

  •  ‚Christel Tide’/’Richter‘: weiße Blüten mit rosafarbenem Schlund
  •  ‚Snowball‘: weiße Blüte mit hellgelbem Grund
  •  ‚Apricot‘: kräftig apricotfarbene Blüten
  •  ‚Linz‘: rote Blüten
  •  ‚Kaiserstuhl‘: rote Blüte
  •  ‚Orangade‘: kräftig rotorange Blüten
  •  Opuntia polycantha finermis: bildet essbare Früchte

Weitere Opuntien, die sich als besonders winterhart erweisen:

  •  Opuntia basilaris var. humistata
  •  Opuntia aurea
  •  Opuntia rutila
  •  Opuntia phaeacantha
  •  Opuntia scheeri: gräulich grüne Triebe

Pediocactus simpsonii

Diese Kakteenart besiedelt den Westen der USA von New Mexico bis ins südliche Kanada. Fast alle Pflanzen wachsen dort auf einer Höhe zwischen 2000 und 2800 Metern als Solitärpflanze mit einem Durchmesser von rund acht Zentimetern. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kakteensorten blüht Pediocactus simpsonii bereits sehr früh im Jahr. Ab Mitte April bilden sich rosafarbene oder gelbliche Blüten. Einzelne Variationen dieser Kakteenart zählen zu den härtesten winterharten Spezies unter den Kakteen und dürften damit sogar in höheren alpinen Lagen wachsen. Allerdings sind die Pflanzen etwas nässeempfindlich.

Pediocactus simpsonii
Pediocactus simpsonii

Maihuenia

Diese kleine Kakteenart aus Argentinien entwickelt grüne, stielrunde Blätter mit kurzen, sehr kräftigen Dornen. Die blaugrünen Triebe werden rund sechs Zentimeter lang und bilden in kurzer Zeit große Matten im Beet. Obwohl gut winterhart, hat die Maihuenia auch einen kleinen Nachteil:  Sie zeigt sich vor allem in den ersten Jahren recht blühfaul.

Maihuenia poeppigii
Maihuenia poeppigii

Sorten der Maihuenia-Kakteen:

  •  Maihuenia poeppigii
  •  Mahuenia patagonica
  •  Mahuenia valentinii

bedingt winterharte Kakteensorten

Etwas empfindlicher auf Dauerfröste oder extreme Kälteeinbrüche reagieren folgende Kakteen. Trotzdem sind sie in den meisten Lagen durchaus für die Kübel- oder Beetbepflanzung geeignet und können an einem geschützten Platz ganzjährig im Freiland verbleiben.

Coryphantha

Diese Kakteenart stammt ursprünglich aus Nordamerika und bildet meist größere, aber flache, kugelige Polster mit sehr langen, grauen Dornen und schönen, lila Blüten. Die Kakteen sind mit einem Regenschutz frostresistent bis zu Temperaturen zwischen -12 °C und -18 °C.

Sorten der Coryphantha-Kakteen:

  •  Coryphantha echinus
  •  Coryphantha macromeris
Corypantha
Corypantha

Gymnocalycum andreae (Höckerkaktus)

Der Höckerkaktus gehört zu mit nur 10 bis 20 Zentimeter Wuchshöhe zu den kleineren Kakteensorten, die gut winterhart sind. Mit rund 50 Arten kommen Gymnocalycum nahezu ausschließlich in Wüstenregionen vor. Die kräftig grün gefärbten Pflanzen sind kugelig geformt und weisen höckerartige Rippen auf. Oft werden sie wegen der interessanten Dornen kultiviert. Am schönsten kommen die Kakteen zur Geltung, wenn man sie in kleineren Gruppen ins Beet pflanzt.

  •  Winterhärte mit Regenschutz: -12 °C bis -17 °C
  •  reagiert etwas empfindlich auf Dauerfröste

Grusonia clavata

Die Grusonia clavata wächst nur sehr schwach und bildet kleine, keulenförmige Triebe, die mit langen, meist hellen Dornen besetzt sind. Größere Exemplare blühen gelegentlich, meist in Gelbtönen. Empfindlich sind die sukkulenten Pflanzen weniger gegen Kälte, als vielmehr gegenüber Nässe, vor allem in den kühlen Monaten.

  •  Winterhärte ohne Regenschutz: -12 °C bis -18 °C
  •  mit Regenschutz bis -25 °C winterhart

Lobivia famatimensis

Die auch als Reicheocactus bekannte Art stammt aus Südamerika (Argentinien) und wächst zwergig mit auffallend stark bewollten Blüten. Meist ist die Pflanze einzeln anzutreffen, nur gelegentlich bildet sie größere Polster. Auffällig bei den kugeligen bis zylinderförmigen Kakteen ist der eingesenkte Triebscheitel. Die trichterförmigen Blüten der Lobivia sind in der Regel gelb bis orangegelb gefärbt. Die Pflanzen sind in unseren Breitengraden bis etwa -15 °C winterhart und können daher gut in einen Kübel auf dem Balkon gepflanzt werden.

Mammillaria

Mit rund 400 Arten zählt die Gattung Mammillaria zu den größten Kakteenfamilien überhaupt. Aber die meisten Arten sind bei uns nicht ausreichend winterhart. Diese außergewöhnlichen, nordamerikanischen Kakteen wachsen als rundliche Scheibe bis flache Kugel mit beigefarbenen, kräftigen Dornen. Nach der Blüte entwickeln sich schöne, längliche rote Früchte an der Pflanze. Die Mammillaria bildet gerne Gruppen. An der Basis einer jeden Pflanze entspringen sogenannte Kindel. Im Gegensatz zu manch anderer Kakteensorte ist die Oberfläche des rundlichen Körpers nicht mit Rippen überzogen, sondern enthält spiralförmig angeordnete Warzen, aus denen die Dornen entspringen.

  •  Winterhärte mit Regenschutz: -12 °C bis -18 °C
  •  ohne Regenschutz nur schlecht winterhart
Mammillaria germinispina

weitere Mammillaria-Sorten:

  •  Mammillaria meiacantha
  •  Mammillaria haudeana
  •  Mammillaria heyderi

Ruheperiode

Ab Herbst verlangsamt sich der Stoffwechsel der sukkulenten Pflanzen und die Kakteen treten in eine Ruhephase ein. Im Winter stellen sie ihr Wachstum nahezu völlig ein und stecken all ihre Energie in die Bildung der Blüten im folgenden Jahr. In der Regel verändern die Pflanzen dann ihr Aussehen und werden schlaff und schrumpelig. Neigt sich der Kaktus Richtung Boden, ist das kein Grund zur Besorgnis, sondern völlig normal. Nur so überstehen sie die eisigen Temperaturen. Im nächsten Frühjahr, wenn wieder frische Säfte in die Triebe gelangen, stehen die herunterhängenden Pflanzenteile von selbst wieder auf.

Überwinterung

Kakteen im Kübel überwintern

Auch wenn die Kakteen, die in einem kleineren Kübel oder Topf auf der Terrasse, dem Balkon oder im Garten stehen, winterhart sind, am besten bekommt es ihnen, wenn sie vor dem Winter ins Haus gebracht werden. Die Wurzeln der Pflanzen sind in einem Pflanzgefäß weniger gut geschützt als die von Exemplaren, die ins Beet ausgepflanzt sind. Deshalb kühlen sie schneller aus und nehmen womöglich Schaden. Das sollten Sie bei der Überwinterung Ihrer Kakteen im Kübel beachten:

  •  vor den ersten strengen Frösten einräumen
  •  am besten gleich auf Schädlinge oder Krankheiten kontrollieren
  •  niemals in der warmen Wohnung überwintern
  •  Temperatur: 4 °C bis maximal 12 °C
  •  hell, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung
Wurzeln von Kakteen in Pflanzgefäßen sind weniger gut geschützt

Sind die winterharten Kakteen schon sehr groß und können nicht mehr so einfach eingeräumt werden, sollten sie zwar draußen überwintern, müssen dann aber unbedingt vor Regen und kalten Winden geschützt werden. Um die Wurzeln optimal zu schützen, sollte das Pflanzgefäß ein Volumen von mindestens vier Litern aufweisen. Kleinere Töpfe sind besser in einem Kalthaus aufgehoben.

  • an einen geschützten Platz an der Hauswand stellen
  • regengeschützt unter ein Vordach
  • sonnig bis halbschattig
  • Topf auf eine dicke Styroporplatte stellen (mindestens 5 cm dick)
  • Kübel mit Vlies oder Luftfolie umwickeln
  • Pflanzen selbst nicht abdecken

Kakteen im Beet überwintern

Viele der genannten Kakteensorten sind mit einem Regenschutz bis -25 °C winterhart. Sie können problemlos in ein geschütztes Beet ausgepflanzt werden und ganzjährig im Freiland verbleiben. Für ausgepflanzte Kakteen, die ausreichend winterhart sind, eignen sich südliche Hanglagen oder auch Hügelbeete besonders gut. Sie dürfen keinesfalls wie beispielsweise Palmen zum Schutz vor Kälte abgedeckt werden, da sie auch in der kalten Jahreszeit sehr viel Licht benötigen. Eine Schneedecke ist für die sukkulenten Pflanzen unproblematisch. Im Gegenteil, die Schneeschicht schützen die Pflanze und das Erdreich vor dem Auskühlen. Bei der Überwinterung von Kakteen im Beet gilt:

  •  bedingt winterharte Kakteenarten in ungeheiztem Folientunnel überwintern
  •  Türen beidseitig offen stehen lassen
  •  dient vorwiegend dem Schutz vor Nässe
  •  ab Ende Februar wieder vorsichtig gießen
Kakteen benötigen auch in der kalten Jahreszeit viel Licht

Substrat

Einen wichtigen Faktor für eine gute Überwinterung der Kakteen im Freiland stellt das Substrat dar. Es muss grundsätzlich extrem sandig und krümelig sein. So ist eine gute Wasserdurchlässigkeit gewährleistet und die Wurzeln können sich gut bis in tiefe Erdschichten ausbreiten.

  •  Gesteinsgranulat
  •  Bims
  •  Sand
  •  feiner Schotter
  •  Löss-Erde (beispielsweise von einem Acker oder aus einer Baugrube)
  •  der Erdanteil darf maximal 15 % betragen
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