Edelgeranien, Pelargonium grandiflorum: Pflege von A-Z

Edelgeranie Beitragsbild
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Blütenfarbe
mehrfarbig, rosa, rot, violett, weiss
Standort
Absonnig, Sonnig
Blütezeit
April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober
Wuchsform
aufrecht, mehrjährig
Höhe
bis zu 50 cm hoch
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalkintolerant
Humus
humusreich
Giftig
Ja
Pflanzenfamilien
Storchschnabelgewächse, Geraniaceae
Pflanzenarten
Zimmerpflanzen, Zierpflanzen, Balkonblumen, Kübelpflanzen
Gartenstil
Wintergarten, Ziergarten

Mit einem Meer aus trompetenförmigen Blüten und verführerischem Duft sind Pelargonium grandiflorum ein Fest für die Sinne. Die Edelgeranie begeistert als verschwenderische Zimmerpflanzen und verwandeln den Balkon in ein florales Sommermärchen. Längst hat sich die südafrikanische Blumenart einen Namen gemacht als florale Talentschmiede für verschiedene Balkonpflanzen des Jahres. Die einzigartigen Attribute dieser edlen Geranien-Art, die es 2006 sogar zur Blume des Jahres in Baden-Württemberg und Bayern brachte, bringt der folgende Steckbrief zum Ausdruck. Eine praxisorientierte Anleitung für die Pflege von A-Z lässt abschließend keine Fragen offen.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie Storchschnabelgewächse (Geraniaceae)
  • Gattung Duftpelargonien (Pelargonium)
  • Bezeichnung der Art: Edelgeranie (Pelargonium grandiflorum)
  • Herkunft: Südafrika, vornehmlich in Küstenregionen von Kapstadt
  • Vegetative Merkmale: ausdauernd, krautig und mit aufrechtem Wuchs
  • Wuchshöhe: 25 bis 50 Zentimeter
  • Blätter: grün, strukturierte Oberfläche, gewellter oder gezahnter Rand, reich an ätherischen Ölen
  • Blüten: trompetenförmig, bis 5 cm groß, angeordnet in dichten Dolden
  • Blütezeit: April bis Oktober in Weiß, Rosa bis Purpur, häufig gezeichnet oder geflammt
  • Standort: sonnig bis absonnig
  • Bodenqualität: sandig bis lehmig-locker, nährstoffreich, frisch bis feucht
  • Winterhärte: nicht winterhart, Temperaturminimum 5 Grad Celsius
  • Kalkverträglichkeit: Kalk-intolerant
  • Giftigkeit: nicht giftig für Menschen, giftig für Haus- und Kleintiere
  • Verwendung: Zimmerpflanze, Balkonkasten, Kübel, Wintergarten

Es besteht Verwechslungsgefahr mit der Gattung Storchschnabel (Geranium), die ebenfalls als Geranien bezeichnet wird und gemeinsam mit Edelgeranien (Pelargonium grandiflorum) zur Familie der Storchschnabelgewächse gehört. Aus Sicht der Pflege besteht der entscheidende Unterschied zwischen beiden Gattungen jedoch in dem Umstand, dass Edelgeranien ausgeprägt kälteempfindlich sind, wohingegen Storchschnabel-Arten über eine robuste Winterhärte von bis zu – 23,7 Grad Celsius verfügen.

Standort

Die Edelgeranie ihren großen Auftritt bereits ab April als farbenfrohe Zimmerpflanzen oder dekorative Wintergarten-Begrünung. Zu Beginn der Blütezeit ist es für die südafrikanischen Schönheiten draußen noch zu kalt, denn Temperaturen unter 10 Grad Celsius behagen den Blumen keinesfalls. Wenn der Auszug der Eisheiligen ab Mitte Mai für sommerliche Wetter-Prognosen sorgt, wünschen sich die edlen Geranien einen Platz im Beet oder auf dem Balkon. Kühle Nächte im Frühsommer sind vorteilhaft für eine verschwenderische Blütenfülle. Die folgenden Bedingungen zeichnen den idealen Standort aus:

  • Sonnige bis absonnige Lichtverhältnisse
  • Innenräume mit idealen 20 Grad Celsius
  • Außentemperaturen nicht unter 10 Grad Celsius (kurzzeitiger Temperaturabfall auf 3 bis 5 Grad Celsius wird toleriert)
  • Auf der Fensterbank mit leichter Beschattung bei praller Mittagssonne
  • Auf dem Balkon und im Beet gerne wind- und regengeschützt
Charakteristisch für die Edelgeranie sind die trompetenförmigen Blüten.

Die Edelgeranie ist ein Lichtsummenblüher. Je mehr Sonnenstrahlen über die anmutigen Blumen streichen, desto opulenter der Blütenreichtum. Das straff aufrechte Wachstum täuscht über die Zerbrechlichkeit der Triebe hinweg. Starker Wind lässt Geranientriebe zerbrechen, wie Porzellan. Prasselnder Regen verklebt die farbenfrohen Trichterblüten. Eine sonnige, wind- und regengeschützte Lage nimmt daher eine Schlüsselfunktion bei der Standortwahl ein.

Boden und Substrat

Boden und Substrat sind die Heimat für den Wurzelballen, dem Motor einer jeden Edelpelargonie. Reich an Nährstoffen sollte die Erde sein. Eine gute Wasserspeicherkraft ist ebenso relevant, wie die zuverlässige Durchlässigkeit zur Vorbeugung gegen Staunässe. Wählen Sie daher im Beet einen Platz mit humoser, nahrhafter Erde, die keinen oder minimalen Kalkgehalt aufweist. Ideal ist ein leicht saurer pH-Wert von 5,5 bis 6,0. Beim Erwerb von Substrat für Kasten, Kübel oder Blumentopf lassen Sie bitte billige Blumenerde links liegen. Greifen Sie stattdessen zu spezieller Geranienerde oder wählen Sie eine hochwertige Kübelpflanzenerde auf Kompostbasis.

Pflanzzeit

Rechtzeitig vor Beginn der Blütezeit haben Gartencenter die ersten Jungpflanzen im Angebot. Indem Sie Ihre Edelgeranien Anfang März eintopfen in Kasten, Kübel oder Blumentopf, starten die Blumen mit einem vitalen Wachstumsvorsprung in eine blütenreiche Saison. Am sonnigen, warmen Fensterplatz setzen sich die anmutigen Pflanzen dekorativ in Szene, bis am 15. Mai die Kalte Sophie das Startsignal gibt für die Freiluftsaison auf Balkon und Terrasse.

Haben Sie die jungen Edelpelargonien für die Kultivierung im Beet eingeplant, öffnet sich das Zeitfenster für die Pflanzung frühestens Mitte Mai. Befindet sich Ihr Garten in einer klimarauen Region, sollten Sie allerdings die Pflanzzeit aus Gründen der Vorsicht auf Anfang Juni terminieren.

Pflanzen

Als Zimmerpflanze fühlt sich die Edelgeranie im großen Blumentopf gut aufgehoben, wenn er ein Volumen von mindestens 10 Litern vorzuweisen hat. Für die Kultivierung im Kübel empfehlen wir daher ein Volumen von 20 Litern und größer. Diese Größe bietet mehreren Pflanzen genügend Platz, die als Gruppe auf Balkon und Terrasse eine dekorative Fernwirkung erzielen. Von ihrer schönsten Seite zeigen sich Edelgeranien freilich im 100 cm langen und 20 cm tiefen Blumenkasten. Welche Eigenschaften das ideale Pflanzgefäß überdies aufweisen sollte, fassen die folgenden Hinweise zusammen:

  • Eine oder mehrere Bodenöffnungen, damit Regen- und Gießwasser ungehindert ablaufen kann
  • In Weiß oder hellen Pastelltönen, die pralle Sonne reflektieren, damit sich der Wurzelballen nicht aufheizt
  • Stehende Gefäße mit Untersetzer, gefüllt mit Kieselsteinen zum Schutz vor Staunässe
  • Hängende Gefäße mit stabilen Halterungen, die das Schwergewicht aus Pflanzen und Erde tragen

Denken Sie bereits beim Erwerb von Pflanzengefäßen an die Urlaubsbewässerung. Im Fachhandel stehen beispielsweise Blumenkästen und Töpfe mit integriertem Wasserspeicher zur Verfügung, aus dem sich durstige Edelgeranien selbst bedienen können.

In Kasten und Kübel

Eine ausreichende Wasserversorgung ist das A und O in der Pflege der Edelgeranie. Diese nimmt bereits im Rahmen der Pflanzarbeiten ihren Anfang. Stellen Sie die noch eingetopften Wurzelballen Ihrer Pelargonium grandiflorum in zimmerwarmes, weiches Wasser, bevor Sie sich den folgenden Schritten widmen:

  • Auf dem Gefäßboden Blähtonkugeln oder Tonscherben ausbreiten
  • Über dieser Drainage frisches Substrat einfüllen bis auf halbe Höhe
  • Wassergetränkte Wurzelballen austopfen
  • Die Pflanzen auf das Substrat stellen mit einer Handbreit Pflanzabstand

Während Sie mit einer Hand jede Edelgeranie einzeln stabilisieren, füllen Sie mit der anderen Hand weiteres Substrat ein. Achten Sie bitte darauf, dass die Erde etwa 2 cm unterhalb vom Topfrand endet. Wichtiger als dieser Gießrand ist, dass die bisherige Pflanztiefe so präzise wie möglich beibehalten wird. Drücken Sie das Substrat an und gießen durchdringend mit lauwarmem, gut abgestandenem Wasser.

Im Beet

Für vitales Wachstum im Beet ist eine optimale Bodenvorbereitung unerlässlich.

Bearbeiten Sie die Gartenerde solange, bis eine feinkrümelige, unkrautfreie Struktur entsteht. Derweil tränken Sie die eingetopften Wurzelballen ebenso in weichem Wasser, wie es für die Artgenossen auf dem Balkon ratsam ist. So gelingt die Pflanzung im Beet vorbildlich:

  • Im Abstand von 30 bis 35 cm Pflanzgruben ausheben mit der doppelten Größe des Wurzelballens
  • Die ausgehobene Gartenerde zu einem Drittel anreichern mit Kompost und Hornspänen
  • Lehmbetonte Beeterde anschließend mit einigen Handvoll feinem Sand optimieren
  • Edelgeranien austopfen und mittig einpflanzen unter Wahrung der vorherigen Pflanztiefe

Drücken Sie die Erde mit beiden Händen an für einen guten Bodenschluss der Wurzeln ohne Luftlöcher. Gießen Sie die frisch gepflanzten Blumen großzügig mit abgestandenem Wasser aus der Leitung oder der Regentonne.

Gießen

Über ihr dichtes Blätterkleid verdunsten Pelargonium grandiflorum reichlich Feuchtigkeit. Je sonniger der Standort, desto durstiger sind die schmucken Pflanzen. Gießen Sie regelmäßig, sobald die Oberfläche von Substrat oder Beeterde fühlbar angetrocknet ist. Eine einfache Daumenprobe erbringt den Beweis, ob tatsächlich Gießbedarf besteht. Bedenken Sie bitte bei der Regulierung der Wasserversorgung, dass kurzzeitige Trockenheit von der Edelgeranie problemlos verkraftet wird, wohingegen Staunässe zumeist irreparable Wurzelfäulnis nach sich zieht.

Aufgrund ihrer Kalkunverträglichkeit sprechen Duftpelargonien auf abgestandenes Leitungswasser oder Regenwasser besser an. Wässern Sie die Pflanzen deshalb ausschließlich während der Morgen- oder Abendstunden und vermeiden Sie die gezielte Dusche mit dem Wasserschlauch.

Düngen

Charakteristisch für die südafrikanischen Blütenschönheiten ist ein ausgeprägter Nährstoffbedarf während der Wachstums- und Blütezeit. Nach 4 bis 6 Wochen sind die Nährstoffvorräte der Startdüngung aufgezehrt. Fügen Sie ab diesem Zeitpunkt dem Gießwasser wöchentlich einen speziellen Flüssigdünger für Geranien hinzu. In der Pflege-Praxis hat sich herausgestellt, dass handelsüblicher Blumendünger den Bedarf von Edelpelargonien ebenfalls abdeckt. Zwischen September und Februar stellen Sie die Gabe von Dünger ein.

Schneiden

Edelgeranie Hand zupfen
Edelgeranien werden geschnitten und ausgeputzt.

Zupfen Sie verwelkte Blüten kontinuierlich aus, danken Ihnen die Edelgeranie die Pflege mit zügigem Nachschub neuer Knospen und frischer Blüten. Wünschen Sie sich von den Pflanzen ein buschiges, kompaktes Wachstum? Dann schneiden Sie an Jungpflanzen etwa 3 Wochen nach der Pflanzung die Triebspitzen ab. Entspitzen motiviert die jungen Triebe zu einer weiteren Verzweigung, die in einem dichtbuschigen Habitus resultiert.

Am Ende der Blütezeit schneiden Sie sämtliche Triebe zurück bis auf eine Länge von 10 bis 15 cm. Bemessen Sie die Schnitt-Tiefe bitte so, dass mindestens 2 Augen je Trieb stehen bleiben. Aus dieser Reserve treiben Ihre Pelargonium grandiflorum nach der wohlverdienten Winterpause munter wieder aus.

Überwintern

Werfen Sie Ihre abgeblühten Edelpelargonien im Herbst nicht weg. Wenn Sie die blühfleißigen Sommerblumen überwintern, müssen Sie nicht in jedem Jahr neue Exemplare kaufen. Zumindest für 2 bis 3 Jahre reicht die Lebenskraft der südafrikanischen Stauden im mitteleuropäischen Klima. Rechtzeitiges Einräumen und eine umsichtige Vorbereitung sind ebenso wichtig, wie geeignete Rahmenbedingungen im Winterquartier. So machen Sie es richtig:

  • Einräumen, wenn die Temperaturen auch bei Nacht unter 10 Grad Celsius fallen
  • Beet-Geranien ausgraben, Balkon-Geranien austopfen
  • Pflanzen zurückschneiden auf 10-15 cm sowie alle Blätter und verwelkten Blüten entfernen
  • In Gruppen mit 3 oder 4 Exemplaren in Töpfe setzen mit einem Gemisch aus Blumenerde und Sand

Am hellen Standort mit Temperaturen um 15 Grad Celsius überdauert die Edelgeranie die kalte Jahreszeit. Gedüngt werden die Pflanzen im Winterquartier nicht. Gießen Sie Ihre floralen Wintergäste sparsam, damit die Erde nicht vollständig austrocknet. Ende März wecken Sie die Pflanzen aus dem Winterschlaf, indem Sie Ihre Geranien umtopfen in frisches Substrat. Ab diesem Zeitpunkt setzt die Nährstoffversorgung wieder ein.

Vermehren

Edelgeranie nicht blühend
Edelgeranien vermehren sich über Stecklinge.

Die beste Zeit für eine vegetative Vermehrung mit Stecklingen ist, wenn im Frühsommer die Edelgeranien vital gedeihen. So gelingt es:

  • Nicht blühende Kopfstecklinge schneiden mit einer Länge von 10 bis 15 cm
  • Triebe in der unteren Hälfte entlauben
  • Vermehrungskasten befüllen mit Pikiererde, Vermehrungssubstrat oder einem Mix aus Sand und Blumenerde
  • Substrat besprühen mit weichem Wasser
  • abschließend Stecklinge zu zwei Drittel ihrer Länge in die Erde setzen

Setzen Sie den transparenten Deckel auf den Vermehrungskasten, entsteht im Inneren ein vorteilhaftes, feucht-warmes Mikroklima. Am halbschattigen Standort im Garten, auf dem Balkon oder der Fensterbank schreitet die Bewurzelung zügig voran. Lüften Sie den Behälter bitte täglich und kontrollieren, ob das Substrat kontinuierlich leicht feucht ist. Erfahrungsgemäß signalisiert innerhalb von 3 bis 4 Wochen ein frischer Austrieb den erfolgreichen Verlauf der Vermehrung.

Krankheiten und Schädlinge

Zu häufiges Gießen und halbschattige Lichtverhältnisse rufen verschiedene Krankheiten und Schädlinge auf den Plan, der Edelgeranie das Leben schwer machen, sowohl im Beet als auch auf dem Balkon. Ein Befall mit Geranienrost lässt die Blätter und Triebe vergilben. Typisches Krankheitssymptom sind fernerhin braune Kreise auf den Blattoberseiten. Im frühen Stadium kann die konsequente Entfernung infizierter Pflanzenteile eine Heilung bewirken. Sind bereits alle Blätter einer Edelgeranie befallen, empfehlen wir die vollständige Entsorgung der Pflanze, da Geranienrost hoch ansteckend ist für andere Pflanzen.

Infolge falscher Pflege geschwächte Edelgeranien stehen im Fadenkreuz von Blattläusen. Kontrollieren Sie Ihre Pelargonium grandiflorum bitte regelmäßig auf die Schädlinge. Mit der klassischen Seifenlösung aus 1 Liter Wasser und 50 Gramm reiner Schmierseife geht es den Parasiten erfolgreich an den Kragen. Je frühzeitiger Sie zu diesem Hausmittel greifen, desto effektiver der Bekämpfungserfolg.

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