Hängende Kätzchenweide, Hängeweide, Salix caprea: Pflege & Schneiden

Hängende Kätzchenweide
Quellen: User:Bengt B, Hängsälg, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0 / Photo by David J. Stang, Salix caprea Pendula 1zz, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 4.0
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Blütenfarbe
gelb
Standort
Halbschatten, Absonnig, Sonnig
Blütezeit
März, April
Wuchsform
aufrecht, ausladend, Überhängend
Höhe
bis zu 15 Meter, Zierformen oft nur bis 2
Bodenart
sandig, lehmig
Bodenfeuchte
mäßig feucht, frisch
pH-Wert
neutral, schwach alkalisch, schwach sauer
Kalkverträglichkeit
Kalktolerant
Humus
humusreich
Pflanzenfamilien
Weidengewächse, Salicaceae
Pflanzenarten
Kübelpflanzen, Zierbäume
Gartenstil
Innenhof, Topfgarten

Wenn sich Bienen und Schmetterlinge um die Hängende Kätzchenweide sammeln, ist der Frühling nicht mehr fern. Die charakteristischen Weidengewächse zieren deutsche Gärten und Gemeinden seit Jahrhunderten und haben über diese Zeit nicht an Popularität verloren. Besonders die „flauschigen“ Weidenkätzchen sind beliebt und werden zur Osterzeit in großer Zahl mit dem Zweig abgeschnitten, in Vasen gestellt und zu Gestecken gebunden. Pflege und Schnitt sind bei der Haltung wichtig für eine gesunde Hängeweide.

Steckbrief

  • bot. Name: Salix caprea ‚Pendula‘ (männlich), ‚Kilmarnock‘ (weiblich)
  • Gattung: Weiden (Salix)
  • Familie: Weidengewächse (Salicaceae)
  • breit wachsender Strauch oder Baum mit rundlicher Krone
  • Wuchshöhe: 2 bis 15 Meter hoch
  • Blätter: leicht glänzende, elliptische Blätter in intensivem Dunkelgrün und verschiedenen Blatträndern
  • Blüte: gelbe (männliche) und silberne (weibliche) Blüten in Kätzchenblütenständen
  • Blütezeit: März bis April
  • kalktolerant
  • wichtige Bienen- und Schmetterlingsweide
  • Zweige und Blüten sind als Weidenkätzchen Bestandteil des heimischen Brauchtums

Standort

Hängende Kätzchenweide
Wenn Sie eine Hängende Kätzchenweide in Ihren Garten pflanzen wollen, ist der Standort entscheidend, damit sich die Gewächse überhaupt etablieren können.
Quelle: I.Sáček, senior, Salix caprea 9999 4, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC0 1.0

Die Hängeweide ist eine der wenigen Weiden, die nicht auf feuchte Standorte angewiesen ist und aus diesem Grund äußerst interessant für die heimischen Grundstücke sind. Die folgenden Punkte geben Ihnen einen Überblick über die Eigenschaften, die der Standort für die hängende Sal-Weide aufweisen sollte:

  • Lichtbedarf: sonnig bis absonnig
  • toleriert lichten Schatten
  • toleriert Trockenheit

Kätzchenweiden sind nicht wirklich anspruchsvoll an den Standort, doch sollten Sie wirklich auf viel Sonne achten. Der Grund? Je mehr Sonne zur Verfügung steht, desto stärker bildet die hängende Kätzchenweide ihre Blüten aus. Bei nicht einmal vier Stunden Sonnenschein über den Tag kann es sogar passieren, dass die Blütenpracht ausfällt. Glücklicherweise muss die Weide nicht geschützt werden, was sie ebenfalls für die Stadt geeignet macht. Achten Sie bei der Standortauswahl zudem auf den Platzbedarf der Pflanze. Die Hängeweide wird bis zu 15 Meter hoch und die Krone bis zu sieben Meter breit, was ausreichend Platz verlangt. Pro Jahr legt sie bis zu 70 Zentimeter zu. Alternativ können Sie die Sal-Weide in den Kübel pflanzen oder ausgiebig über einen Schnitt klein halten.

Tipp: Sie können Hängeweiden sogar in einen Steingarten pflanzen oder auf einem Grundstück ohne Garten pflanzen, da sie sehr anspruchslos an die äußeren Bedingungen sind. Aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit, abgesehen vom Lichtbedarf, fühlen sie sich an fast jedem Platz pudelwohl.

Boden

Die hängende Kätzchenweide gehört zu den heimischen Gewächsen, für das sich deutlich einfacher ein passender Boden finden lässt als für andere Bäume und Sträucher. Salix caprea gedeiht auf einer Vielzahl von Böden:

  • nährstoffreich
  • durchlässig
  • lehmig
  • feucht
  • sauer
  • trockene Böden werden toleriert
  • alkalische Böden werden toleriert

Typisch für die Hängeweide ist ihre Fähigkeit, Nährstoffe aus fast jedem Boden zu beziehen. Das heißt, selbst wenn der Boden am Standort nur schwach nährstoffreich ist, wird sich das nicht negativ auf die Vitalität der Pflanzen auswirken. Selbst starke Winde und Abgase stellen kein Problem für das Gewächs dar. Wichtig dagegen ist ein Boden, der keine Staunässe bildet, da es sonst zu einer erhöhten Krankheitsanfälligkeit kommen kann. Das müssen Sie bei der Pflanzung unbedingt beachten.

Vorgezogene Topfpflanzen kaufen

Wenn Sie selbst noch keine Hängeweide besitzen, niemanden kennen, von dem Sie Saatgut erhalten können oder keine Hängeweide zum Absammeln in der Nähe haben, müssen Sie eine bereits vorgezogene Pflanze erwerben. Da Sal-Weiden sehr robust sind, finden sich häufig gute Exemplare im Handel, die Sie ohne Bedenken in den Garten pflanzen können. Dennoch sollten Sie bei der Anschaffung auf ein Paar Punkte achten, die auf eine bereits geschwächte Pflanze hinweisen:

  • trockenes Substrat
  • nasses Substrat
  • zu enger Topf

Häufig ist es nicht sichtbar, ob die Pflanze leidet und sie aufzupäppeln, ist nicht wirklich problematisch. Wie Sie bereits erkennen, sind es falsche Wasserzugaben oder zu kleine Kübel, die vor allem den Wurzeln der Pflanze zu schaffen machen. Aus diesem Grund müssen Sie das Gewächs nach dem Kauf unbedingt auspflanzen oder umtopfen, um auf Nummer sicher zu gehen.

Pflanzen

Spaten um Pflanzloch auszuheben
Beim Pflanzen einer Hängenden Kätzchenweide kann das ausgehobene Pflanzloch auch etwas größer ausfallen.

Wenn Sie sich für eine Kätzchenweide entschieden haben, werden Sie von davon begeistert sein, wie einfach sie sich in den Garten pflanzen lässt. Die Gewächse fühlen sich an besonders sonnigen Plätzchen wohl und können je nach Vorliebe im Frühling oder Herbst angepflanzt werden. Dabei müssen Sie nur aufpassen, bei der Frühjahrespflanzung auf eine wurzelnackte Hängeweide zu setzen, damit sich diese besser und schneller etabliert. Im Herbst müssen Sie dagegen aufpassen, niemals bei Frost zu pflanzen, da die hängende Kätzchenweide sonst stark unter der Kälte leiden wird. Die geeigneten Termine im Überblick:

  • Frühling: Mai nach den Eisheiligen
  • Herbst: September bis November

Sobald der Zeitpunkt gekommen ist, können Sie mit dem Einpflanzen beginnen. Dafür gehen Sie wie folgt vor:

  • Pflanzloch ausheben
  • Pflanzlochdurchmesser: zwei- bis dreimal größer wie Wurzelballen
  • größere Pflanzlöcher sind möglich
  • Erde mit reifem Kompost anreichern
  • bei schwerer Erde Sand hinzugeben
  • Pflanze dem Kübel entnehmen
  • von altem Substrat befreien
  • in Pflanzloch setzen
  • mit Erde auffüllen
  • mit Füßen oder Händen gründlich andrücken
  • gut angießen

Je nach Größe oder Wuchsrichtung des Baumes können Sie Stützstäbe an den Standort setzen, was vor allem bei jungen Exemplaren manchmal notwendig sein kann. Innerhalb des ersten Standjahres sollten Sie regelmäßige Wassergaben nicht vergessen und vor allem über den Sommer immer mal wieder schwemmend Wasser verabreichen. Das hilft dem Gewächs beim Etablieren.

Substrat

Wenn Sie keinen Platz für die Kätzchenweide im Garten haben, können Sie auf eine Topfpflanzung setzen. Der große Vorteil an der Kübelhaltung ist die geringe Endgröße der Weide. Meist bleibt Salix caprea aufgrund des geringen Platzaufgebots deutlich kleiner wie Verwandte im Freiland. Für die Kübelhaltung benötigen Sie ein geeignetes Substrat, das die Pflanze mit allen nötigen Nährstoffen versorgt:

  • Gartenerde
  • angereichert mit Kompost
  • Sand bei schwerer Erde untermischen

Sie können natürlich auch einfache Gartenerde aus dem Handel verwenden. Die Hängeweide ist nicht wirklich anspruchsvoll an das Substrat, nur nährstoffreich sollte es sein. Achten Sie nur darauf, dass es nicht zu viel Kalk enthält, da dies die Nährstoffaufnahme erschwert.

Umtopfen

Männlicher Blütenstand von Salix caprea 'Kilmarnock'
Männlicher Blütenstand (gelb) der Hängenden Kätzchenweide.
Quelle: APictche, Salix caprea Kilmarnock (3), Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 4.0

Wenn Sie eine hängende Kätzchenweide im Topf halten wollen, müssen Sie in regelmäßigen Abständen umtopfen. Dabei dient das Umtopfen hauptsächlich zur Erweiterung des verfügbaren Wurzelraums und der Auffrischung der Erde, um die Nährstoffversorgung zu garantieren. Aus diesem Grund müssen Sie nur alle zwei oder drei Jahre umtopfen. Wählen Sie vor dem Umtopfen einen Kübel, der um Einiges größer als der alte ist. Zudem muss er schwer und standfest sein, um nicht zu kippen, was die Hängeweide stark beschädigen würde. Der Kübel muss über Abzugslöcher und eine Drainage am Boden verfügen, die aus einem der folgenden Materialien besteht:

  • Tonscherben
  • Kies (grob)
  • Steine

Das dient zum Schutz vor Staunässe, die häufig plötzlich im Kübel auftreten kann. Beim Umtopfen entnehmen Sie die Kätzchenweide einfach dem alten Gefäß und entfernen das verbrauchte Substrat komplett vom Wurzelballen. Die Pflanze wird dann in den neuen Kübel befördert und mit ausreichend Substrat fixiert. Gut angießen und wie gewohnt pflegen.

Pflege

Beliebt ist die hängende Kätzchenweide nicht nur aufgrund der Weidenkätzchen, sondern der einfachen Haltung. Bis auf den Schnitt gestaltet sich die Pflege der Weide sehr einfach, was sie sogar für Anfänger attraktiv macht. Dank der Anspruchslosigkeit können Sie sich zu Frühlingsanfang über eine umfangreiche Blüte freuen, die Schmetterlinge, Bienen und zahlreiche andere Insekten anzieht. Weiden werden nicht umsonst gerne als Gruppe gepflanzt, da sie Insekten ausreichend Nahrung für geringen Aufwand bieten.

Gießen

Ins Freiland gepflanzte Sal-Weiden müssen nicht gegossen werden. Hier reicht die natürliche Wasserversorgung über Regen komplett aus. Ist es besonders heiß über den Sommer, können Sie zusätzlich Wasser verabreichen. Orientieren Sie sich dabei einfach am Standort. Kübelpflanzen dagegen müssen Sie regelmäßig mit der Fingerprobe auf Trockenheit überprüfen. Sind die ersten drei bis fünf Zentimeter komplett trocken, gießen Sie einfach gründlich nach. Mehr Aufwand ist hier nicht nötig.

Tipp: Wenn Sie Angst vor zu starker Trockenheit im Freiland oder Kübel haben, können Sie eine Mulchschicht auf die Erde auftragen. Die Hängeweide kommt auf diese Art das ganze Jahr über gut zurecht.

Düngen

Aufgepropfte Hängende Kätzchenweide
Die Hängende Kätzchenweide ist eine veredelte Form (durch Aufpropfung) der Sal-Weide, die nicht natürlich vorkommt.
Quelle: User: Reytan, Salixcapreagrafted, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC0 1.0

Um den Nährstoffbedarf der Pflanze zu stillen, müssen Sie zu Beginn der Saison entweder Kompost in das Substrat einarbeiten oder einen Langzeitdünger (organisch-mineralisch) verabreichen. Das wird beim ersten Austrieb umgesetzt. Bei besonders großen Exemplaren lohnt es sich, alle vier Wochen noch einmal Kompost in die Erde zu mischen. Wenn Sie eine Kübelpflanze besitzen, können Sie zudem von Mitte März bis Ende August monatlich Flüssigdünger hinzugeben. Das wird für ein intensives Wachstum sorgen. Gedüngt wird ab September überhaupt nicht mehr.

Schneiden

Das Schneiden der Sal-Weiden ist im Frühling nach der Blüte oder wenn Ihnen die Pflanze über den Kopf wächst nötig. Sie haben hier die Wahl, ob Sie die Hängeweide jährlich im Frühjahr schneiden und so eine ausgeprägte Krone erzeugen. Alternativ schneiden Sie erst eine zu groß geratene, hängende Kätzchenweide und bleiben dadurch bei der natürlichen Form. Egal für welche Methode Sie sich entscheiden, schneiden Sie die Kätzchenweide ausschließlich mit einer desinfizierten und geschärften Astschere. Gehen Sie dann wie folgt vor:

  • Großteil der Äste schneiden
  • komplett bis aus zwei Augen runter schneiden
  • alternativ auf drei Augen runter schneiden

Sie können die Hängeweide ruhig intensiv zurückschneiden. Aufgrund ihrer robusten Art treibt sie problemlos aus. Der Schnitt regt zudem die Bildung von Blüten im nächsten Jahr an.

Hinweis: Während Sie von der Kätzchenweide auf dem eigenen Grundstück so viele Zweige über die Osterzeit abschneiden dürfen, wie Sie wünschen, ist das bei wilden Exemplaren nicht möglich. Alle Weiden stehen laut Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) unter Naturschutz und daher dürfen Sie nicht in den Wald oder entlang eines Feldes gehen und dort Zweige abschneiden, außer Sie nehmen mögliche Bußgelder von 10.000 bis 50.000 Euro in Kauf.

Überwintern

Palmkätzchen der Hängenden Kätzchenweide
Männliche (gelb) und weibliche (silbern) Palmkätzchen von Salix caprea ‚Kilmarnock‘.
Quelle: 4028mdk09, Salix caprea Kätzchen April 2013, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0

Sobald der Winter vor der Tür steht, steht die Frage im Raum, ob Sie eine hängende Kätzchenweide überwintern müssen. Wenn Sie eine Weide in den Garten gepflanzt haben, ist kein Winterschutz notwendig. Die Pflanzen halten selbst kälteste Winter problemlos aus, solange der Standort noch über Sonne verfügt. Topfpflanzen dagegen müssen auf die folgende Weise überwintert werden:

  • Kübel auf Holz oder Styropor stellen
  • Kübel einpacken
  • dafür Jutesäcke oder Noppenfolie verwenden
  • Gartenvlies ebenfalls möglich

Diese Maßnahmen sind vor allem nötig, wenn sie eine Hängeweide halten, die nicht vor Wind geschützt ist. An frostfreien Tagen können Sie ein wenig gießen.

Vermehren

Eine Vermehrung der Hängeweide ist nicht gerade einfach. Die Erfolgsrate über Stecklinge ist äußerst niedrig und die Veredelung über bewurzelte Korbweiden-Ruten (bot. Salix viminalis) gestaltet sich für Privatpersonen äußerst schwer. Eine Vermehrung über Saatgut ist aus diesem Grund die beste Möglichkeit. Sammeln Sie nach der Blütezeit Mitte April einfach die Samen direkt vom Baum ab und pflanzen Sie diese in ein Anzuchtgefäß. Dieses wird mit simpler Anzuchterde gefüllt und die Samen vorsichtig angedrückt. Nicht mit Erde oder Sand bedecken, das erschwert die Keimung deutlich. Danach gut feucht halten und mit Glück können Sie sich innerhalb der nächsten Wochen über Keimlinge freuen:

  • Keimlinge selektieren
  • dabei schwächere Exemplare entsorgen
  • ausgewählte Keimlinge in Töpfe pflanzen
  • alternativ ins Freiland setzen

Danach pflegen Sie die kleinen Weiden wie die adulten Exemplare. Selbst die Jungpflanzen sind sehr robust und müssen nur regelmäßig gegossen und mit ein wenig frischem Kompost versorgt werden. Schon innerhalb des ersten Jahres können Sie fast einen Meter Höhe erreichen.

Schädlinge und Krankheiten

Weidenbohrer im Fraßgang
Der Weidenbohrer entpuppt sich als hartnäckiger Feind der Hängenden Kätzchenweide.
Quelle: Reinhard Kraasch creator QS:P170,Q58312041, RK 0904 1483 Raupe Weidenbohrer, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0

Die robuste Art der Kätzchenweide zeigt sich selbst bei Schädlingen und Krankheiten. Zu den typischen Krankheiten und Schädlingen, die die hängende Kätzchenweide befallen, zählen die folgenden:

  • Echter Mehltau
  • Weidenschorf
  • Rostfleckenkrankheit
  • Blattfleckenkrankheiten
  • Weidenholz-Gallmücken (Dasineura saliciperda)
  • Weidenschaumzikade (Aphrophora salicina)
  • Blattläuse (Aphidoidea)
  • Blattwespen (Tenthredinidae)
  • Gespinstmotten (Yponomeutidae)

Das klingt auf den ersten Blick sehr besorgniserregend, doch ist die Sal-Weide von Natur aus gut gegen diese geschützt. Im Normalfall müssen Sie nichts gegen die oben genannte Liste tun. Ein viel größeres Problem stellt dagegen der sogenannte Weidenbohrer (Cossus cossus) dar. Der Holzbohrer-Schmetterling (Cossidae) sorgt mit seinen Raupen für nachhaltige Schäden am Baum, da sich diese in die Rinde fressen und die Pflanzen auf Dauer schwächen. Typisches Schadbild eines Befalls wie folgt:

  • Raupen bewegen sich sichtbar auf der Rinde
  • Fraßgänge erkennbar
  • sichtbare Spuren von Kot
  • Fraß-Bohrspäne in roter Farbe sichtbar
  • Fressgeräusche bei Nacht deutlich vernehmbar
  • Blätter welken
  • Äste vertrocknen
  • Pilzinfektionen können auftreten

Gefährlich wird ein Befall durch den Weidenbohrer, wenn dieser sehr stark ist. Die Bäume werden so stark geschwächt, dass die ältesten Äste sehr leicht brechen und eine Gefahr für Menschen und Gebäude darstellen. Aus diesem Grund müssen Sie die Tiere sofort bekämpfen. Entweder besorgen Sie sich dafür eine große Zahl an Schlupfwespen oder Sie wenden eine Seifenbrühe aus Quassiaholz (erhältlich in Apotheken oder Internet) an. Dafür 150 Gramm Quassiaholz in zwei Litern Wasser für 24 Stunden ziehen lassen und danach für eine Stunde aufkochen. Danach abgießen und 250 Gramm Schmierseife hinzufügen. Das Holz wird danach getrocknet und kann weitere zwei Mal verwendet werden. Die Brühe wie folgt anwenden:

  • 1 Teil Brühe mit 5 Teilen Wasser verdünnen
  • in Sprühflasche füllen
  • befallene Stellen einsprühen
  • 48 bis 72 Stunden einwirken lassen
  • mit klarem Wasser abspülen

Diese Prozedur wird so oft wiederholt, bis der Befall eingedämmt wurde. Zudem können Sie betroffene Stellen schneiden und das befallene Holz verbrennen.

Hinweis: Bei plötzlich auftretendem Blattverlust leidet die Pflanze an Staunässe. Reduzieren Sie dafür die Wasserzugaben und entfernen Sie geschwächte Triebe komplett.